Rothenberger Kerweborscht hat kräftig Dorscht

Aus dem Kerwepfarrer wird der –borscht, aus dem Vikar der Pfarrer: humoriger Personalwechsel bei der Rothenberger Kerwe. Simon Hammann darf nun den Kerwesegen sprechen, sein Vorgänger Tobias Genschel muss seine Trinkfestigkeit beweisen und ist mit seiner Kerweschlumpel „Marie Huana“ gesegnet. Im Rahmen der „Gockel-Kerwe“ fand während der vier tollen Tage der Fassbieranstich im Gasthaus „Hirsch“ statt – plus anschließender gemeinschaftlicher Leerung des Zehn-Liter-Humpens unter Mithilfe der versammelten Gästeschar.

In launigen Worten stellte Genschel, zuvor zehn Jahre an vorderster Kerwepfarrerfront, den Generationswechsel hin zum jugendlichen Nachfolger vor. Der besuchte, so die Mär, einige Lehrgänge in Oberursel, machte seinen Abschluss mit Prädikat, absolvierte dann Fortbildungen im Megapark auf Mallorca und stellte dort seine Fähigkeit zum Predigen unter Beweis. Die Ordination auf das neue Amt geschah am Freitag in der Schmiede von Harry Foshag, ehe danach im „Feuchten Eck“ der – nomen est omen – Start der Kerwe ordentlich begossen wurde.

Zuvor gab es eine Planwagenfahrt durch den Ort, an der ein harter Kern von 30 Mitgliedern des Kerwekomitees teilnahm. An verschiedenen Stationen in Rothenberg fanden die Feierwütigen Tankstellen vor, um den leeren Akku wieder aufladen zu können. Die Ausgrabung der Kerwe des vergangenen Jahres in Form von zwei Flaschen Bier und einer Flasche Jim Beam fand oberhalb von Pfarrer Hoffmanns Haus statt. Auch die Überreste der letztjährigen Kerwepuppe wurden dabei gefunden.

„Wir haben einen Generationswechsel eingeleitet, um auch Jüngere am die Traditionsveranstaltung heranzuführen“, sagte Genschel. Denn Hammann als „Jungspund“ habe einen besseren Draht zu den Jugendlichen. Mit Erfolg: Drei 17-Jährige waren dieses Jahr eifrig dabei. Wie der Ex-Pfarrer und aktuelle Borscht erläuterte, wird über die Gründung eines Kerwevereins nachgedacht, um die Veranstaltung noch besser durchführen zu können.

Thorsten Heckmann von Schmucker-Bier freute sich über die Premiere mit dem Mossauer Gerstensaft im „Hirsch“. Eine Wirtschaftskerwe sei für ihn etwas Neues, meinte er. „Ich bin jedes Wochenende unterwegs, aber sonst nur auf Dorfplatz- oder Zeltkerwen.“ Mit nur einem kräftigen Schlag wurde vom Kerweborscht der Hahn ins Fass getrieben, sodass der kostenlose Gerstensaft fließen konnte.

Am Sonntag wanderte Kerwegemeinde gemeinsam hoch auf den Rothenberger Sportplatz, um die freudige Botschaft zu verkünden. Beim Heimspiel der zweiten Mannschaft „unterstützten wir die Jungs in Blau-Weiß“, so Hammann. Er selbst tat dies auch am Zapfhahn, denn in einem Dorf wie Rothenberg ist man natürlich in mehreren Vereinen aktiv. „Ich bestehe auf das erste Bier“, lachte daraufhin Genschel.

Früher gab es zur Kerwe sogar mal einen großen Umzug und Buden am Metzkeil. Da sich irgendwann aber niemand mehr fand, der dies organisierte, schlief die Tradition ein. Seitdem die jetzige Gruppierung die Kerwe neu aufleben ließ, wird es jedes Jahr ein bisschen mehr. „Das macht immer einen Riesenspaß“, lachen die Organisatoren. „Wir wollen die alte Tradition am Leben erhalten“: Für diesen Zweck haben sich im Höhendorf  Gleichgesinnte zusammengefunden, die seit 2009 jedes Jahr eine Neuauflage veranstalten.

Info: Am Montag findet der Ausklang ab 11 Uhr mit einem Schlachtplattenessen in der „Frischen Quelle“ statt. Gegen Abend findet die Verbrennung der Kerweschlumbel in der Hauptstraße statt. Die Beerdigung steigt dann wie immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Asche wird danach zusammen mit den obligatorischen Bierflaschen an einem geheimen Ort fürs nächste Jahr vergraben.

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Rothenberger Kerwepfarrer geht in den Ruhestand – Vom 28.9. bis 1.10. wird gefeiert

Das größte Fest des Jahres steht an: die Kerwe. Von Freitag, 28. September, bis Montag, 1. Oktober, wird wieder im Höhenort gefeiert. Freitags ist um 16.30 Uhr Start mit dem Treffen am Gemeindehaus. Hierzu sind alle Bürger eingeladen. In diesem Jahr wird nach zehn Jahren Amtszeit der bisherige Kerwepfarrer Tobias Genschel in den Ruhestand verabschiedet und ein Nachfolger geweiht. Auch bei Vikar und Kerweborscht wird es – noch geheime – Änderungen geben.

Zur Ausgrabung der Kerweschlumbel vom letzten Jahr und Taufe der neuen gibt es wieder mit Beginn 17 Uhr am Gemeindehaus eine Planwagenfahrt. An dieser darf gerne jeder teilnehmen. Danach zieht die Truppe durch die Rothenberger Wirtshäuser und verkündet die frohe Botschaft der Taufe. Samstags ist ab 18 Uhr dann traditionelle „Gockel-Kerwe“ im Hotel Hirsch. Bei leckeren Speisen und Getränken wird sich der neue Kerweborscht beim Fassanstich beweisen müssen. Stichwörter: knusprige Hähnchen, Maßkrug stemmen, Äppelwoi-Hingel, Nagel-Bock, frisch gezapftes Fest-Bier sowie Musik und gute Stimmung

Sonntags stehen die beiden Heimspiele der SG Rothenberg an. Die Kerwegemeinde wandert gemeinsam hoch auf den Rothenberger Sportplatz, um die freudige Botschaft der Kerwe zu verkünden. Bei den Heimspielen der ersten und zweiten Mannschaft (13 und 15 Uhr) „unterstützen wir die Jungs in Blau-Weiß“, kündigt Benny Beisel an. Alle hoffen zusammen mit den Teams auf einen Sechs-Punkte-Sonntag.

Montags gibt es wie jedes Jahr ab 11 Uhr Schlachtplatte im Gasthaus „Zur frischen Quelle“. Die Kerwegemeinde trifft sich zu einem letzten gemeinsamen Mittagessen und Umtrunk am Nachmittag. Gegen Abend findet die Verbrennung und Beerdigung der Kerweschlumbel, wie immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit, statt. Die Asche wird danach zusammen mit den obligatorischen Bierflaschen an einem geheimen Ort fürs nächste Jahr vergraben.

Früher, weiß Benny Beisel, gab es zur Kerwe sogar mal einen großen Umzug und Buden am Metzkeil. Da sich irgendwann aber niemand mehr fand, der dies organisierte, schlief die Tradition ein. Seitdem die Gruppierung die Kerwe neu aufleben ließ, „wird es jedes Jahr ein bisschen mehr“, so Beisel. „Das macht immer einen Riesenspaß“, lacht er. „Wir wollen die alte Tradition am Leben erhalten“: Für diesen Zweck haben sich im Höhendorf die Gleichgesinnten zusammengefunden, die seit 2009 jedes Jahr eine Neuauflage veranstalten.

 

Rothenberger Kerwekomitee war mit dem Planwagen im Ort unterwegs

„Wir wollen die alte Tradition am Leben erhalten“: Dafür haben sich im Höhendorf einige Gleichgesinnte zusammengefunden, die seit 2009 jedes Jahre eine Neuauflage der Kerwe veranstalten. Die spielt sich vor allem in den verschiedenen Gaststätten ab. Dieses Jahr wurde das bunte Treiben aber auch ein wenig mehr nach außen getragen, erläutert Benny Beisel, der zusammen mit den anderen Kerweborscht den viertägigen Event organisiert.

Start war mit der Ausgrabung der Kerwe in Form von zwei Flaschen Bier auf dem Höhenrücken zwischen Modellflugplatz und Sporthalle. Die ging dieses Mal ziemlich schnell vonstatten. Es kann manchmal aber auch passieren, dass man die vergrabene Kerwe aus dem Vorjahr nicht so schnell findet. Je nachdem wie gut sie versteckt ist. „Wir haben schon Mal eine Stunde gebuddelt“, lacht Beisel.

15 Mitglieder zählt das Komitee. Schon von Anfang an in schwarzer Kluft dabei ist Kerweparre Tobias Genschel. Er bekam in diesem Jahr Simon Hammann als Vikar zur Unterstützung an die Seite. Zum Kerweborscht wurde Steffen Bartmann auserkoren.

Die Planwagenfahrt am Samstag stieß auf schöne Resonanz in der Bevölkerung. Einige säumten die Straßen, um dem Kerwekomitee den dringend benötigten Nachschub an Flüssigkeit zukommen zu lassen. Im Rahmen der Rundtour zu verschiedenen Gaststätten hatten die Aktiven schon selbst für Abhilfe gesorgt. Start war am Freitag, als die versammelte Mannschaft zur Gockelkerwe im „Hirsch“ einlief.

Traditionell gehören der Sonntag- und Montagabend dem Kerweessen in der „Quelle“, wenn sich das Komitee dort zu Schlachtplatte oder Büfett trifft. Allerdings setzt dann auch das große Wehklagen ein. Denn die Kerweschlumbel wird im Anschluss an die Montags-Völlerei verbrannt. Die Asche wird danach zusammen mit den obligatorischen Bierflaschen an einem geheimen Ort fürs nächste Jahr vergraben. Manchmal zu geheim – siehe oben.

Früher, weiß Benny Beisel, gab es zur Kerwe sogar mal einen großen Umzug und Buden am Metzkeil. Da sich irgendwann aber niemand mehr fand, der dies organisierte, schlief die Tradition ein. Seitdem die Gruppierung die Kerwe neu aufleben ließ, „wird es jedes Jahr ein bisschen mehr“, so Beisel. „Das macht immer einen Riesenspaß“, freut er sich nach der nassen diesjährigen Bestattung der Schlumbel schon aufs nächste Jahr.

Großer Andrang bei der zwölften Zeltkerwe-Auflage in Beerfelden

Strahlende Gesichter beim Kerweverein: Nach etwas gemächlichem Beginn am Freitagabend brummte die Bude an den beiden folgenden Tagen. Am Samstag machte es sich bewährt, dass zuvor die Hand- und Fußballspiele stattfanden und die Aktiven danach im Festzelt in der Stried einliefen. Am Abend gab es kaum noch ein Durchkommen. Erfreut registrierte man auch viele Jugendliche unter den Besuchern. Der Sonntag ist seit jeher eine Bank, wenn die Feuerwehrkapelle mittags aufspielt und es Freibier gibt. Die 25 Frauen und Männer sind schon seit Jahren ein fester Bestandteil.

Schon der morgendliche Gottesdienst mit Pfarrer Roland Bahre war sehr gut besucht. Bei schönem Wetter fand er Open-Air statt. Die Bänke waren dabei alle besetzt. Danach zog es die Feierwilligen aber wieder nach drinnen, dann es wartete das traditionelle Mittagessen auf sie. Zuerst spielte die Kapelle mit ein paar schmissigen Weisen auf, ehe Dirigent Dirk Bondes zur Tat schreiten musste. Er war dieses Jahr herausgedeutet worden, um den Fassbieranstich vorzunehmen.

Unter den kritischen Augen von Andreas Schmucker, dessen Brauerei das Freibierfass gestiftet hatte, sowie dem Vereinsvorstand um Marc Gärtner und Manuel Kaufmann schritt er erst etwas zaghaft zur Tat, schwang dann aber so kräftiger den Hammer, sodass ein gereichtes Glas zu Bruch ging. Der Spott der versammelten Kerweburschen und -mädchen war ihm gewiss. Gärtner hatte zuvor zur zwölften Kerwe im Stried begrüßt.

160 Portionen Kassler aus dem Smoker mit Kartoffelbreit und Sauerkraut fanden im Anschluss als Stammessen einen reißenden Absatz. Wozu sicherlich auch der Nachtisch in Form von Apple Crumble mit Schokomousse beitrug. Wer zu spät kam, musste hungrig bleiben, denn viele lassen am Sonntag die Küche kalt. „Um 14 Uhr ist alles ausverkauft“, so Gärtner. Schon seit dem ersten Jahr der Zeltkerwe wird das Gericht am Sonntag stets von den Vereinsmitgliedern selbst zubereitet.

Renner an den drei Kerwetagen war dieses Jahr aber der Pulled-Pork-Burger. Das Fleisch dampfte im eigenen Smoker zehn Stunden lang vor sich hin. Im speziell dafür entworfenen Brötchen der Bäckerei Schott ging der Burger dann weg wie warme Semmeln. „Über 30 Kilo wurden ruckzuck vertilgt“, freute sich Gärtner.

Einen schönen Zuspruch gab’s bei gutem Wetter für den samstäglichen Kerwebaum-Marsch von der Kirche zur Stried. Viele Gäste schlossen sich gleich an und drängten sich dann ins Zelt. Von 15 Mann wurde das Nadelholz der alten Tradition folgend getragen und am Ziel nur mit Manneskraft (von Unverheirateten) aufgestellt. Den Richtspruch hielt Kerwebub Jochen Neff. Eine Hüpfburg stand für die Kinder bereit. Zum Glück startete der Regen erst, als alle schon im Trockenen saßen und dann ausgelassen feierten.

Die folgende Nacht war für die Helfer aus dem Kerweverein sehr kurz. Denn mit „Stefan und Jey“ konnte bis 3 Uhr nachts getanzt werden. Schlager, Discofox und Popstücke von Andreas Gabalier, Münchner Freiheit oder Pur ließen die Tanzwütigen ein ums andere Mal die Bühne entern. Um 8 Uhr ging’s aber amSonntagmorgen schon weiter, das Zelt musste für den Sonntag vorbereitet werden. Der Nachmittag gehörte dem Volkskunstkreis. Schon ab den Mittagsstunden füllte sich die Kuchentheke durch Spenden beständig, sodass die Mitglieder dann später kräftig auffuhren. Zwischendurch gab es auch ein paar Darbietungen vom Kindertanzring.

Wehe dem, der sich im vergangenen Jahr in Beerfelden etwas zu Schulden kommen ließ. Ina Bottelberger und Sebastian Lang von der Kerweschar nahmen die Verfehlungen ihrer Mitbürger in der Kerweredd treffend aufs Korn. Die Verbrennung des Kerwebobbe „Beerige Berta“ mit Anklängen auf die Oberzent-Fusion leitete das Ende der Kerwe ein.

Losgelegt hatte der Kerweverein bereits am Freitagabend. DJ Timo ließ die 90er Jahre wieder lebendig werden. Aber nicht nur Besucher mit Geburtsjahr in den 90ern, sondern auch etliche jüngere tanzten auf die Klänge der Backstreet Boys, Scooter oder N’Snyc bis 3 Uhr früh ab. „Da wir eine Brauchtumsveranstaltung sind, dürfen auch 14-Jährige schon rein“, freute sich Vereinsvorsitzender Marc Gärtner. Das Zelt war gut gefüllt.

Die zwölfte Auflage der beliebten Beerfelder Zeltkerwe bewies, dass das Konzept des Vereins aufging und man aufs Neue ein breites Publikum erreichte. Laut Gärtner waren ungefähr 75 Helfer im Einsatz. Inzwischen hat der Kerweverein 160 Mitglieder, die sich um Erhaltung, Pflege und Förderung der Beerfelder Kerwe kümmern. Für ihn ist der wachsende Zuspruch der beste Beweis dafür, dass der 2010 gegründete Verein seinen Satzungszweck aufs Beste erfüllt: nämlich Brauchtum und Mundart durch die Ausrichtung am Leben zu erhalten.

Beste Stimmung und Unterhaltung sind bei der Ersheimer Kerwe garantiert

Wenn die DLRG zur Ersheimer Kerwe ruft, dann ist Hochbetrieb. Denn beste Stimmung und Unterhaltung sind garantiert. Dazu stimmte bis Montagabend auch fast immer das Wetter. Die schwülwarme Luft ließ aber und zu ein paar (viele) Tropfen auf den Boden fallen. Ein Großteil des Geländes ist sowieso überdacht. So können die Gäste im Trockenen ungestört weiterfeiern, sollte einmal der Himmel seine Pforten öffnen.

DLRG-Vorsitzender Thomas Uhrig zeigte sich sehr erfreut darüber, „dass die traditionelle Kerwe so gut von der Bevölkerung angenommen wird“. Den Fassanstich zur Eröffnung am Samstagabend nahm Bürgermeister Oliver Berthold vor. Mit zwei gezielten Schlägen war der Hahn im Fass und der Gerstensaft konnte aus dem 30-Liter-Fass fließen. Danach konnten die Besucher im Biergarten die nette Atmosphäre, das DLRG-Stammessen vom Buchenholzgrill und die Gastfreundschaft der Helfer genießen.

Uhrig dankte für die breite Unterstützung bei der Kerwe-Durchführung. An den drei Tagen seien zwischen 60 und 70 Helfer im Einsatz, darunter auch die „Mallorca-Unterbrecher“, die sich einen Abstecher nach Hirschhorn nicht nehmen ließen. Seit weit über 20 Jahren wirkt die DLRG an der Organisation mit, erst als Mitveranstalter, dann ab 1998 in Alleinregie. Die genauen Anfänge der Kerwe hätten sich bisher noch nicht rekonstruieren lassen, so Uhrig.

Neben den Firmen und Betrieben, die traditionell montags zum Mittagessen vorbeikommen, gibt es auch andere Organisationen, die übers Wochenende gerne einen Abstecher machen – etwa die Feuerwehren. „Man besucht sich gegenseitig“, machte Uhrig die Verbundenheit deutlich. Dutzende Helfer tragen dazu bei, dass bei keinem so schnell Hunger oder Durst aufkommen muss.

Für die kleinen Gäste gab es am Sonntag und Montag einen vielseitigen und kostenlosen Themenpark. Neben einem Bastelzelt wurde auch Kinder-Schminken angeboten. Am Nachmittag stand das Mehrzweckrettungsboot für Rundfahrten auf dem Neckar zur Verfügung. Das wurde wie jedes Jahr sehr gut angenommen. Neben dem Stammessen (Gyros, Spießbraten, halbes Hähnchen mit Pommes) gab es eine reichhaltige Auswahl an Speisen und Getränken.

Steinachtal-Chortreffen und Kerwe Mitte Juli auf dem Heddesbacher Kirchplatz

Mitte Juli geht es rund in der kleinsten selbständigen Gemeinde des Rhein-Neckar-Kreises. Zuerst lädt am Freitag, 14. Juli, der evangelische Kirchenchor zum diesjährigen Steinachtaltreffen der Kirchenchöre ein. Es beginnt um 18.30 Uhr mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Peterskirche. Neben den Gastgebern sind Ensembles aus Heiligkreuzsteinach, Schönau und Wilhelmsfeld dabei. Anschließend treffen sich alle Sänger sowie Gäste zum gemütlichen Beisammensein mit Chorgesang auf dem Kirchplatz.

Am Samstag, 15. Juli, geht es nahtlos mit der Heddesbacher Kerwe weiter. Freiwillige Feuerwehr und MGV Sängereinheit laden auf den Kirchplatz ein. Um 19.30 Uhr startet der Kerwerock mit den „Singles“. Eintritt frei. Zur Abkühlung geht’s dann in die Kerwe-Bar. Am Sonntag, 16. Juli, findet um 9 Uhr der Kirchweih-Gottesdienst mit Abendmahl in der Peterskirche statt. Ab 10 Uhr gibt es Frühschoppen und ab 12 Uhr das leckere Mittagessen. Die Heddesbacher Tanzgruppe verkauft Lose für ihre Tombola.

Nachmittags können die Gäste dann bei Kaffee sowie selbstgebackenen Kuchen oder Torten auf dem schönen Kirchplatz verweilen. Am Montag, 17. Juli, findet ab 11 Uhr zum Abschluss das beliebte Wellfleisch-Essen statt. Schiffschaukel, Kinderkarussell und Süßwarenstand warten ebenso auf die (kleinen) Besucher.

Am Sonntagmittag war die Beerfelder Kerwe zum Stammessen bestens besucht – Nur der Samstag litt etwas unter dem Wetter

Erst spendete er den Segen, dann das Freibier. Pfarrer Roland Bahre hielt am Sonntag im Festzelt bei der Beerfelder Kerwe morgens den Gottesdienst und griff im Anschluss nach ein paar Weisen der Feuerwehrkapelle zum Hammer. Mit wenigen gezielten Schlägen ließ er dem Felsenkeller-Gerstensaft freien Lauf, sodass fleißige Helfer diesen danach unters zahlreiche erschienene Volk verteilen konnten. Denn fürs Stammessen hatten sich die Sitzgelegenheiten zur Mittagszeit erheblich gefüllt.

Losgelegt hatte der Kerweverein bereits am Freitagabend. DJ Jackson ließ die 90er Jahre wieder lebendig werden. Da man ihn aus früheren Jahren auch in Hirschhorn noch kennt, waren zusätzlich einige Besucher aus dem Neckartal da. Generell nicht nur solche aus den 90ern, sondern auch etliche jüngere, die auf die Klänge der Backstreet Boys, Scooter oder N’Snyc bis 4 Uhr früh abtanzten.

Plateauschuhe, neonfarbene Tops und allerlei andere modische Ausrutscher waren außerdem bei Musik von Snap oder Nirvana angesagt. „Da wir eine Brauchtumsveranstaltung sind, dürfen auch 14-Jährige schon rein“, freute sich Vereinsvorsitzender Marc Gärtner. Das Zelt war etwas besser als im vergangenen Jahr „gut gefüllt“, sagte er.

Der Samstag litt unter dem Wetter. Beim Kerwebaum-Marsch von der Kirche zum Festzelt an der Stried säumten dieses Mal weniger Gäste als sonst die Strecke am Metzkeil. Von 15 Mann wurde das Nadelholz der alten Tradition folgend getragen und am Ziel nur mit Manneskraft aufgestellt. Nach dem Richtspruch von Kerwebub Jochen Neff gab’s dann ein Freigetränk fürs Publikum. Luftballonwettbewerb und Hüpfburg ließen sich wegen des Regens nur bedingt verwirklichen.

Die folgende Nacht war z für die Helfer aus dem Kerweverein sehr kurz. Denn mit „Stefan und Jey“ konnte bis 3 Uhr nachts getanzt werden. Schlager, Discofox und Popstücke von Andreas Gabalier, Münchner Freiheit oder Pur ließen die Tanzwütigen ein ums andere Mal die Bühne entern. Um 8 Uhr ging’s aber am Morgen schon weiter, das Zelt musste für den Sonntag vorbereitet werden.

Denn um 9 Uhr, wusste Gärtner, begann die Vorbereitung des Stammessens. 150 Portionen selbstgekochtes Saftgulasch mit Kerwegemüse und Semmelknödel wurden den hungrigen Besuchern serviert. Als Abschluss für die Schleckermäuler gab’s noch eine Mousse au Chocolat. Wer zu spät kam, musste hungrig bleiben, denn viele lassen am Sonntag die Küche kalt. „Um 14 Uhr ist alles ausverkauft“, so Gärtner. Schon seit dem ersten Jahr der Zeltkerwe wird das Gericht am Sonntag stets von den Vereinsmitgliedern selbst zubereitet.

„Gott ereignet sich dort, wo Menschen zusammen sind“, hatte der evangelische Pfarrer Roland Bahre auch mit Blick auf die Kerwe in seiner Predigt gesagt. Wo sich zwei oder drei träfen, „ist Gott unter ihnen“. Bevor dann zum Fassbieranstich geschritten wurde, spielte die Beerfelder Feuerwehrkapelle unter Leitung von Dirk Bondes einige schmissige Weisen. Die 25 Frauen und Männer sind schon seit Jahren ein fester Bestandteil des Kerwesonntags. Der Pfarrer, Marc Gärtner, Andreas Schmucker von der Felsenkeller-Brauerei und Urgestein Dr. Raimund Keysser schritten dann zur Bier-Verteilung.

Der Nachmittag gehört dem Volkskunstkreis. Schon ab den Mittagsstunden füllte sich die Kuchentheke beständig, sodass die Mitglieder dann später kräftig auffahren konnten. Zwischendurch gab es auch ein paar traditionelle Tänze. Wehe dem, der sich im vergangenen Jahr in Beerfelden etwas zu Schulden kommen ließ. Ina Bottelberger und Sebastian Lang von der Kerweschar, sieben Jungs und fünf Mädchen, nahmen die Verfehlungen ihrer Mitbürger in der Kerweredd treffend aufs Korn. Die Kerwebobbe-Verbrennung leitete das Ende der Kerwe ein und zum gemütlichen Ausklang über.

Die elfte Auflage der beliebten Zeltkerwe bewies, dass das Konzept des Vereins aufging und man aufs Neue ein breites Publikum erreichte. Laut Gärtner waren ungefähr 75 Helfer im Einsatz. Inzwischen hat der Kerweverein 140 Mitglieder, die sich um Erhaltung, Pflege und Förderung der Beerfelder Kerwe kümmern. Für ihn ist der wachsende Zuspruch der beste Beweis dafür, dass der 2010 gegründete Verein seinen Satzungszweck aufs Beste erfüllt: nämlich Brauchtum und Mundart durch die Ausrichtung am Leben zu erhalten.