Hoffnung auf einen ganz neuen Kindergarten in Rothenberg

Der Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt sein können. Gerade war die Kindertagesstätte „Himmelsauge“ von ihrem Ausweichquartier nach dem Verteilerkasten-Schmorbrand wieder in die regulären Räume gezogen, standen die Fastnachter der Narrhalla Hainbrunn mit einem Scheck vor der Tür. 900 Euro sollen bei der Bewältigung der Brandfolgen helfen, wegen denen die Kita viereinhalb Monate lang ihre Notunterkunft in der Rothenberger Sporthalle aufschlagen musste.

Alle Wände wurden neu gestrichen, schildert Leiterin Andrea Koch die Maßnahmen in dieser Zeit. Daneben wurden die Deckenplatten ausgetauscht und der brandauslösende Sicherungskasten ins Verwaltungsgebäude versetzt. Über die Brandschäden hinaus gab es noch keine weitergehende Sanierung, erläutert Koch. Die ist über kurz oder lang in dem älteren Gebäude aber notwendig, weiß sie aus eigener Anschauung.

Der Bedarf wird auch bei der Stadt gesehen, so Koch. Die Planungen sind am Laufen, bestätigt Bürgermeister Christian Kehrer. Im Doppelhaushalt 2019/2020 sind Mittel für Sanierung oder Neubau eingestellt, allerdings vom Parlament mit einem Sperrvermerk versehen. Der Brandschaden beläuft sich auf etwa 100.000 Euro, erfuhr sie.

Die Hilfsbereitschaft während der Interimszeit war groß, freut sich die Leiterin. Die Elternschaft organisierte alles, erstellte eine Liste mit dem Benötigten und arbeitete sie ab. Somit wurde auch nur das gespendet, was notwendig war: Bilderbücher, Puzzles, Schere, Malstifte. Dazu gab es noch von den anderen Oberzent-Kindergärten Materialspenden. „Innerhalb kürzester Zeit hatten wir eine Grundausstattung“, zeigt sich Koch dankbar.

Hinzu kamen noch viele Geldspenden, die zweckgebunden für die Kita Himmelsauge erst einmal geparkt werden. „Wir wollen sie noch nicht verwenden“, erläutert die Leiterin, sondern abwarten, wie die räumliche Entwicklung weiter geht. Dann alles, was weggeworfen werden musste, werde von der Versicherung ersetzt.

Neuanschaffungen werden ihren Worten zufolge erst einmal aufgeschoben, in der Hoffnung, dass es vielleicht eine komplett neue Kita gibt. Ein Gelände dafür stünde unterhalb der Sporthalle zur Verfügung. Koch weiß natürlich auch um die angespannte Finanzsituation der Stadt. Neben dem Sanierungsbedarf erwähnt sie das alltägliche Park-Chaos rund um die Kita in der Hauptstraße. Elf Erzieherinnen „wissen nicht, wo sie parken sollen“. Wenn die Eltern ihre Kinder vorbeibringen, ist zwei Mal am Tag Rush-Hour im beschaulichen Rothenberg.

Ein Ingenieur schaue sich die Kitas in Beerfelden „in alle Richtungen an“, so Bürgermeister Kehrer. Während es in Beerfelden nur um Erweiterungsmöglichkeiten geht, so wird in Rothenberg zusätzlich die Möglichkeit eines Neubaus abgeklopft. Denn die einzige Erweiterung könnte nur nach oben hin erfolgen, wo derzeit die Oberzent-Bauverwaltung untergebracht ist. Dann müssten für diese wieder andere Räume gefunden werden.

Narrhalla-Präsident Frank Flachs hatte sich für die Scheckübergabe dreifache Verstärkung mitgebracht: Funkenmariechen Paula Manschitz und die beiden Clowns Diana Kasper und Marleen Friedrich. Running Gag war die Verwechslung – wohl wegen des Dreispitzes – des Funkenmariechens mit einem Pirat, was aber flugs von Flachs in die richtige Richtung gelenkt wurde: „Der Pirat hat einen großen Schatz dabei.“

Da die Fastnacht in Ober-Hainbrunn allseits bekannt ist, „wollten wir das nutzen, um was Gutes zu machen“, sagte er. Fleißige Gardemädels waren während der drei ausverkauften Sitzungen unterwegs und sammelten Spenden. Die so zusammengekommenen 818 Euro stockte der Verein auf 900 auf. Mit einem Dankeslied revanchierten sich die Kinder dafür und waren fast noch mehr von den Süßigkeiten begeistert, die die vier im Gepäck hatten.

In der Rothenberger Kita Himmelsauge werden derzeit 62 Kinder betreut. In zwei Krippengruppen sind es zwölf und fünf Unter-Dreijährige, in zwei altersgemischten Gruppen 45 Ü3-Kinder.

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Kindergarten Rothenberg muss umziehen: Durch Brand im Verteilerkasten gibt es keinen Strom

Ein Brand im Verteilerkasten der Kita Himmelsauge konnte durch das Eingreifen der Oberzent-Feuerwehren mit etwa 70 Brandschützern rasch unter Kontrolle gebracht werden. Die 18 Kita-Kinder wurden schnell und unversehrt durch die Erzieherinnen in Sicherheit gebracht, denn die Brandmeldeanlage schlug laut an. Durch den Brand fiel aber die Stromversorgung im gesamten Gebäude inklusive der Verwaltung aus. Dort sind das Oberzent-Bauamt und der Bürgerservice für die ehemalige Gemeinde untergebracht.

Die Instandsetzung wird laut Stadt längere Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb kommt es im Bereich der Abteilungen Bürgerservice und Bauamt zu Einschränkungen. Die Kita Himmelsauge ist derzeit in die Sporthalle und in das Dr.-Roland-Krauhs-Heim in Rothenberg ausgewichen. Der Betrieb kann bis auf Weiteres von dort aus weiterbetrieben werden. Laut Stadtbrandinspektor Marco Johe wird mit einer höheren Schadenssumme gerechnet.

Die Wehren wurden zu einer unklaren Rauchentwicklung im Kindergarten Rothenberg alarmiert. Auf der Anfahrt wurde von der Leitstelle schon mitgeteilt, dass sich keine Personen mehr im Kindergarten aufhalten würden, so die Nachricht der Feuerwehr. Beim Eintreffen des Großaufgebots quoll schwarzer Rauch aus den Kellerfenstern und die Rauchmelder ertönten laut. Zwei Trupps der Rothenberger Brandschützer gingen unter schwerem Atemschutz zur Erkundung vor.

Die Feuerwehr Beerfelden stellte drei Atemschutztrupps in Reserve, welche im weiteren Verlauf nicht mehr gebraucht wurden. Die zwei vorgehenden Trupps konnten den Brand schnell löschen und mittels Lüfter des TLF wurde das Gebäude entraucht. Nachdem dies erledigt war, rückte Beerfelden ab. Die Rothenberger Kameraden blieben mit Unterstützung von Kortelshütte, Ober-Hainbrunn und Finkenbach an der Einsatzstelle, schalteten das Gebäude stromfrei und saugten das Löschwasser mittels Nasssauger auf.

Info: Weiteres auf http://www.stadt-oberzent.de oder über die Hotline 06068/7590-900. Der Bürgerservice in den Verwaltungsstandorte Beerfelden, Schöllenbach und Unter-Sensbach ist zu den jeweiligen Öffnungszeiten verfügbar.

Kinder brachten den Senioren im Kortelshütter Haus Cordula beim Martinsumzug viel Freude

Aufgeregte Kinder, stolze Eltern und lachende Senioren: Der Rothenberger Kindergarten „Himmelsauge“ startete seinen Martinsumzug in diesem Jahr erstmals am Haus „Cordula“ in der Waldstraße. Wobei das Starten bedeutete, dass die Kinder zu Beginn die älteren Bewohner im Aufenthaltsraum und ihren Zimmern besuchten und mit den Liedern viel gute Laune mitbrachten. Martinsbrezeln und Gummibärchen waren der verdiente Lohn für die große Schar.

Hatte sich kurz vor Beginn noch der bange Blick von Erzieherinnen und Eltern nach oben gerichtet, so schloss der Himmel pünktlich zum Start seine Schleusen. Damit konnte der Zug im Anschluss trockenen Fußes den mit Fackeln beleuchteten Weg hoch zum Sportplatz antreten, wo bereits die Kortelshütter Feuerwehr auf die Kleinen wartete. Ein Martinsfeuer, warme Getränke und natürlich auch etwas zum Essen bildeten eine gelungene Abrundung des Abends.

Knapp 50 Kinder zwischen einem und sechs Jahren besuchen aktuell den kommunalen Kindergarten. Ein Viertel davon gehört zu den unter Dreijährigen. Das Basteln der Laternen begann bereits direkt nach den Sommerferien, weiß Leiterin Andrea Koch, die zusammen mit ihren Kolleginnen Stefanie Schindler, Marion Honnen, Katja Seip, Jana Johann und Ruth Diener vor Ort war. Die zwei männlichen Kollegen waren bedauerlicherweise krank.

Zwei Wochen vor dem Martinsumzug ging es dann „in die Vollen“. Es wurden Bücher über das Leben des Bischof von Tours gelesen, Bilder aus der Geschichte des Heiligen gezeigt und die Geschichte erzählt, warum er solch eine Bedeutung hat und wieso es den Martinsumzug mit seiner jahrhundertealten Tradition gibt. Natürlich übten die Kinder auch die vielen Martinslieder ein, mit denen sie die Senioren, aber auch ihre Eltern unterhielten. Wand- und Fensterbilder sowie Mandalas entstanden neben den Laternen durch fleißige Kinderhände.

„Hoch über uns die Sterne“, „Kinder zieht euch warm an“ oder der „Lichterkinder-Rap“ waren ebenso dabei das klassische „Ich geh mit meiner Laterne“. Für die Umrahmung sorgten bei letzterem Lied die sechs Jungbläser des Rothenberger Posaunenchors, mit dem sich die Kleinen abwechselten. Die jugendlichen Musiker durften gleich nochmal ran, als sich die bunte Schar vom Foyer hinein ins Gebäude bewegte.

Der Kindergarten wählt sich jedes Jahr einen anderen Ortsteil aus, in dem der Martinszug stattfindet. Letztes Jahr war dies Ober-Hainbrunn, davor die Hinterbach. „Wir brauchen immer einen zentralen Platz“, sagt Marion Honnen, da neben den Kleinsten auch viele Eltern und Verwandte mit dabei sind. Da kommen dann wie jetzt locker 60 bis 70 Personen zusammen. Und das trotz des schlechten Wetters.

Wenn auch zum ersten Mal in Kortelshütte, hat die Zusammenarbeit mit dem Rothenberger Cordula-Haus bereits Tradition. Da bringt der Kindergarten Kuchen zum Muttertag vorbei oder gestaltet die Adventsfeier mit. Hausleiter Jörg Wehrle freute sich über den Besuch und die Unterhaltung für die 75 Bewohner des Seniorenzentrums. Er wie auch Andrea Koch begrüßten die großen und kleinen Besucher. „Sie bringen den älteren Menschen Freude“, sagte er. „Das Wetter ist fast wie früher vor 1700 Jahren bei St. Martin“, so Koch.

Während sich die Laternenträger über die Martinsbrezeln und andere Süßigkeiten freuten, die ihnen die Senioren mit leuchtenden Augen zusteckten, gab es für die Kindergartenleitung auch eine schöne Überraschung: Das Hinterbacher Köhlerteam hatte einen Scheck über 500 Euro im Gepäck, den Hiltrud Kwiatkista, Thomas Frisch und Nadine Frisch an Andrea Koch überreichten.

Schon seit Jahren besuchen die Kinder immer den Kohlenmeiler, um dort das alte Handwerk zu bestaunen. Nur dieses Jahr musste die Wanderung von Rothenberg in die Hinterbach ausfallen, weil schon Sommerferien waren. Die Zuwendung an den Kindergarten aus dem Erlös der zweijährlichen Veranstaltung hat bereits eine schöne Tradition.

Bereits am Nachmittag hatten die Hinterbacher Hobbyköhler einen weiteren Teil ihres Erlöses aus dem zehntägigen Event gespendet: Erwin Hotz und Schatzmeisterin Hiltrud Kwiatkista übergaben noch einmal 500 Euro an die Hospizgruppe Südlicher Odenwald aus Rothenberg, für die Leiterin Gisela Ritter mit Dankesworten den Scheck entgegennahm.