German Design Award für die „Pracht“-volle Kochinsel

Erst holte Daniel Pracht mit seiner Kochinsel SQR (für „Square“, Quadrat) den renommierten Red Dot Design Award. Jetzt ist der Schreinermeister aus Falken-Gesäß quasi in die Königsklasse aufgestiegen. Er gewann den „German Design Award 2019“ in Gold, der höchsten Auszeichnung, in der Kategorie „Kitchen“. Ein neuerlicher Erfolg für „BODI Interiors“, der Pracht mit seiner kleinen Oberzent-Firma in eine Liga mit Weltfirmen wie Bosch, Porsche oder VW katapultiert.

Bei weit über 50 Kategorien „gab es nur 30 Gold-Auszeichnungen“, hebt der 33-Jährige seinen besonderen Erfolg hervor. „Das ist die Design-Instanz für Deutschland“, freut sich Pracht über die neuerliche Anerkennung seiner ständig weiterentwickelten Meister-Arbeit. „Schon die Nominierung war ein Riesenerfolg“, erzählt er. Und dann das: „Ein Schreiner aus dem Odenwald, der einen solchen Preis gewinnt.“

Eines Abends hielt Pracht einen unscheinbaren Brief in Händen. Nach Öffnung dachte er zuerst, „nur“ etwas gewonnen zu haben. Weiter unten stand dann: Gold. „Wow, Wahnsinn, das gibt es gar nicht“, so seine ersten Gedanken. „Besser geht es nicht mehr“, hat der 33-Jährige jetzt quasi Designpreis-mäßig alles erreicht, was möglich ist. „Das hilft mir, die eigene Arbeit etwas einzuordnen.“

Der Preis zeigt ihm, dass es sich lohnt, neue Ansätze zu verfolgen. „Wenn jeder mutig seinen Weg geht, neu denkt, Altes über Bord wirft, kann uns nichts Besseres passieren.“ Pracht will aus dem alten Trott rauskommen und hofft, andere damit zu inspirieren. „Das wäre das Schönste überhaupt“, sagt er. „In der Gesellschaft muss über neue Wege nachgedacht werden“, betont er.

Der Falken-Gesäßer wertet die Auszeichnung für die erst ein Jahr bestehende Firma BODI umso höher, „weil bei den großen Firmen oft ganze Designteams dahinter stehen“. Die 20 Bewertungskriterien, ergänzt er, zielen nicht nur auf schönes Aussehen ab, sondern auch technische Qualität, Innovationsgrad, Gesamtkonzept oder Funktionalität.

Am 8. Februar findet die Preisverleihung im Rahmen der Konsumgütermesse „Ambiente“ in Frankfurt statt. „Das ist die größte außerhalb Asiens“, weist Pracht auf den riesigen Multiplikatoren-Effekt hin. 1300 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Medien werden erwartet. „Damit erhalte ich einen großen Bekanntheitsgrad.“

Die Kochinsel fungiert neben der Möglichkeit zur Essenszubereitung auch als Ess- oder Stehtisch. Der Komplex ist per Touchpad stufenlos höhenverstellbar. Per Motor fährt ein gläsernes Induktionskochfeld in der Größe von 124 auf 60 Zentimetern aus. Ausziehbar sind daneben Massivholzschubkästen. Auf der anderen Seite hat Pracht einen Arbeitsplatz eingebaut, um etwa ein Laptop zu verstauen. Auch gibt es Strom-, USB-, LAN- oder HDMI-Anschluss.

Der Preis um die 20.000 Euro je nach Ausführung kommt nicht von ungefähr zustande, betont der 33-Jährige. Die Kochinsel wird komplett in 3D-CAD konstruiert. Handarbeit ist ebenso dabei wie der Einsatz modernster CNC-Technik. Sein Ausstellungsstück hat die Maße 1,32 auf 1,32 Meter, „aber man kann die Kochinsel in allen Größen auf individuellen Wunsch bauen.

Die Kochinsel „öffnet die Küche Richtung Wohnen“, erläutert Pracht. „Wir arbeiten mit offenem Raumkonzept und wollen Komplettlösungen im Innenausbau anbieten“, sagte er. Ihm geht es darum, für alle beteiligten Gewerke nur einen Ansprechpartner für Planung, Konzeption und Umsetzung zu bieten. „Wir müssen die gesamte Räumlichkeit in den Blick nehmen“, meint der Schreinermeister.

„Smart living“ heißt der englische Fachbegriff. Dabei geht es nicht nur um die Küche, sondern um eine intelligente Lösung, wie man aus wenig Raum viel rausholen kann, wie man zuhause leben will. „Wohnraum und Ressourcen sind knapp“, betont Pracht. Bis allerdings SQR in Serie geht, braucht er einen langen Atem. „Aber das kommt bestimmt irgendwann“, zeigt er sich überzeugt.

Der German Design Award, eine der anerkanntesten internationalen Design-Preise, zeichnet seit 2011 innovative Produkte und Projekte sowie Hersteller und Gestalter der deutschen und internationalen Designbranche aus. Vergeben wird er vom Rat für Formgebung. Die 1953 gegründete Stiftung arbeitet als Interessenvertretung für designorientierte Unternehmen. Sie hat mehr als 300 Mitglieder aus den Bereichen Wirtschaft, Design, Verbände und Institutionen.

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Kochinsel „SQR“ von Daniel Pracht aus Falken-Gesäß erhält den Red Dot Design Award

Mit seiner Kochinsel unter dem Namen „SQR“ hat Daniel Pracht von der gleichnamigen Schreinerei bereits für Aufsehen gesorgt. Vergangenes Jahr gewann er den renommierten Bad Wildunger Designpreis für sein Meisterstück, jetzt kam der Red Dot Design Award, einer der bekanntesten Designpreise weltweit, hinzu. Zur Vermarktung hat Pracht eine eigene Firma mit der Bezeichnung „BODI Interiors“ gegründet. Mit der ist er ab dem 28. April auf dem Maimarkt vertreten und will dort einem breiten Publikum seine Innovation vorstellen.

Die Kochinsel fungiert neben der Möglichkeit zur Essenszubereitung auch als Ess- oder Stehtisch. Der Komplex ist per Knopfdruck stufenlos höhenverstellbar. Per Motor fährt ebenso ein Induktionskochfeld in der Größe von 124 auf 60 Zentimetern, von der Firma Schott Ceran produziert. Ausziehbar sind daneben fünf Massivholzschubkästen für iPad, Messer, Gewürze oder Schneidbrett. Pracht sieht eine ständige Weiterentwicklung. „Wir wollen noch einen Abzug integrieren“, kündigt er an.

Der Preis zwischen 15.000 und 20.000 Euro je nach Ausführung kommt nicht von ungefähr zustande, betont der 32-Jährige. „Alles daran ist quasi Handarbeit.“ Bis auf die Aussparung für die Herdplatte, die mit der Maschine gefertigt wird. Drei Wochen lang wird an einem Exemplar gefeilt. Sein Ausstellungsstück hat die Maße 1,32 auf 1,32 Meter, „aber man kann die Kochinsel in allen Größen bauen“. Auch sind zahlreiche Materialformen und -farben sowie Holztypen möglich.

Seit dem 1. April hat die Schreinerei mit Jan Simon Maibaum einen neuen Mitarbeiter, der mit Daniel Pracht die Küche weiterentwickelt. Der Juniorchef kennt ihn von der Berufsfachschule Michelstadt. Der Schreinergeselle aus Hamburg hat an der Hochschule für Produktdesign und Gestaltung in Offenbach studiert. Er kümmert sich um die ganzheitliche Raumplanung.

Seine Kochinsel „öffnet die Küche Richtung Wohnen“, so der Juniorchef. Die Auflage kann außerdem als Arbeitsunterlage verwendet werden. Ihm geht es darum, für alle beteiligten Gewerke nur einen Ansprechpartner zu bieten. Der kümmert sich Planung, Konzept und Umsetzung. „Wir müssen die gesamte Räumlichkeit in den Blick nehmen“, meint er.

In den Städten wird im Zuge der fortschreitenden Urbanisierung der Wohnraum knapper und teurer, weiß Pracht. Dafür will er eine Lösung bieten: „Die Leute kommen mit dem Grundriss der Wohnung zu uns und wir kümmern uns um den optimalen Ausbau.“ Seine Kochinsel ist in diesem Jahr serienreif, betont er. Inzwischen hat sie über ein Ingenieurbüro auch das CE-Abzeichen erhalten.

Die prächtige Kochinsel aus dem Odenwald hat auch den SWR auf den Plan gerufen. Der filmte schon in Falken-Gesäß in den Geschäftsräumen und wird auch auf dem Maimarkt vorbeikommen (Ausstrahlung am 29. April um 18.45 Uhr auf SWR-Fernsehen Baden-Württemberg). Dort ist Daniel Pracht neben dem Stand der Schreinerei auch mit seinem eigenen vertreten. Er will „SQR“ in Verbindung mit einer kompletten Küche zeigen.

„Wir sind zu dritt mit dem Lkw nach Essen gefahren“, erinnert er sich schmunzelnd. 6300 Produkte waren in der in der Riesenhalle zu sehen. Mit dieser Auszeichnung im Hintergrund will sich der Schreinermeister jetzt bei weiteren Designpreisen bewerben. Der Wettbewerb war außerdem wichtig, um Kontakte zu knüpfen und Publicity zu erhalten. „Wir stehen mit der Auszeichnung auf einer Linie mit den ganz großen Marken und Designstudios“, freut er sich.

„Um einen Fuß in die Tür zu bekommen, hilft der Award weiter“, so Pracht. Ein Auge hat er auf den Grand Tower in Frankfurt geworfen. In Deutschlands größtem Wohnturm sollen 400 sehr exklusive Apartments entstehen. Mit dem Verantwortlichen kam er bereits in Kontakt. 200 Küchen sind noch zu vergeben – „das wäre was“. Ein Square wurde bereits nach München verkauft. „Das ist ein Riesenschritt, dass es dort nun die Möglichkeit zur Besichtigung gibt“, freut sich Pracht. Der Kontakt kam bei der Möbelmesse Köln zustande, wo Pracht mit BODI Interiors mit einem eigenen Stand vertreten war.

Der Red Dot Award: Product Design, der in seinen Ursprüngen bereits seit 1955 besteht, ermittelt die besten Produkte eines jeden Jahres. 2018 reichten Designer und Hersteller aus 59 Nationen mehr als 6300 Objekte zum Wettbewerb ein. Eine rund 40-köpfige Jury bewerte die Produkte individuell und am Original. Die strengen Bewertungskriterien, zu denen unter anderem Innovationsgrad, Funktionalität, formale Qualität, Ergonomie und Langlebigkeit zählen, bilden einen Orientierungsrahmen, den die Juroren entsprechend ihrer Expertise ausfüllen.

Der Red Dot Award ist einer der größten Design-Wettbewerbe der Welt. Die begehrte Auszeichnung „Red Dot“ ist seitdem das international hochgeachtete Siegel für hervorragende Gestaltungsqualität. Das Expertengremium vergibt das international anerkannte Qualitätssiegel lediglich an Produkte, die durch ihre hohe Gestaltungsqualität überzeugen.

 

Kochen ist auf seiner Insel einfach eine Pracht: Mit seiner Meister-Kochinsel gewann Daniel Pracht aus Falken-Gesäß den Bad Wildunger Designpreis

Mit seiner Kochinsel hat er in Fachkreisen für Aufsehen gesorgt. Dabei ging es Daniel Pracht von der gleichnamigen Schreinerei im kleinen Beerfelder Ortsteil eigentlich erst einmal darum, im Rahmen seines Meisterkurses eine Idee fürs eigene Zuhause praktisch in die Tat umzusetzen. Der 31-Jährige hatte nicht damit gerechnet, dass er damit gleich den renommierten Bad Wildunger Designpreis gewinnen und extrem positives Feedback bekommen würde. Jetzt sammelt er Anregungen, damit das gute Stück in Serie gehen kann.

Eine Kochinsel wollte der Schreinermeister schon länger für seine Wohnung bauen. Als es im vergangenen Jahr darum ging, die 2011 begonnene Ausbildung zum Schreiner mit dem Meistertitel abzuschließen, kam der Gedanke als Meisterarbeit wieder ins Spiel. „So konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, lacht er. Dabei hat Pracht durchaus den Anspruch an sich selbst: „Wenn ich was baue, dann soll es auch etwas Gescheites sein.“

In dem halben Jahr an der Meisterschule entwickelte der Schreiner seine Idee weiter und verfeinerte sie. Dass sie so einschlagen würde, vermutete er selbst nicht. „Bis vor sechs Wochen dachte ich nicht im Traum daran, die Kochinsel zu verkaufen“, gesteht Pracht. Die Schablonen hatte er sogar schon entsorgt. Aber die „super Rückmeldungen“ nach der Ausstellung sorgten für ein Umdenken.

Den letzten Anstoß gab der Maimarkt, wo die Kochinsel ebenfalls aufgebaut war. Als die Besucher stehen blieben und staunten, „war klar, dass ich mir die Chance nicht entgehen lasse“. Design und technische Lösung wurden urheberrechtlich geschützt. Eigentlich, sagt Pracht, ist seine Kochinsel „eine vollwertige Küche“. Denn sie fungiert neben der Möglichkeit zur Essenszubereitung auch als Ess- oder Stehtisch. Der Komplex ist stufenlos höhenverstellbar. Ein Induktionskochfeld ist ebenso ausziehbar wie fünf Massivholzschubkästen für iPad, Messer, Gewürze oder Schneidbrett.

Wie geht es nun weiter mit dem 21.000 Euro teuren Meisterwerk unter dem Arbeitstitel „Square“? „Ich habe die Kochinsel zu verschiedenen Designpreisen angemeldet“, erläutert Daniel Pracht. Außerdem baut er sie als Demonstrationsobjekt in einer zum Verkauf stehenden, exklusiven Frankfurter Penthouse-Wohnung am Messeturm auf. Parallel dazu wird eine Marketingstrategie erarbeitet. Ihm ist wichtig, dass die Produktion im Odenwald stattfindet und „wir hier gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen“.

Der Preis kommt nicht von ungefähr zustande, betont der 31-Jährige. „Alles daran ist quasi Handarbeit.“ Bis auf die Aussparung für die Herdplatte, die auf der Maschine gefertigt wird. Drei Wochen lang wird an einem Exemplar gefeilt. Sein Ausstellungsstück hat die Maße 1,32 auf 1,32 Meter, „aber man kann die Kochinsel in allen Größen bauen“. Auch sind zahlreiche Materialformen und -farben sowie Holztypen möglich. Mit diesen Dimensionen ist das besondere Stück laut Pracht vor allem für beengte Bereiche wie kleinere Stadtwohnungen oder Yachten passend.

Obwohl Daniel Pracht den Geruch von Holz und Sägespänen quasi schon mit der Muttermilch aufgesogen hatte, war überhaupt nicht absehbar, dass er einmal in den elterlichen Betrieb einsteigen würde. Im Gegenteil. „Nach der Schule wollte ich Pilot werden“, schmunzelt er. Denn schon in den Jugendjahren war er bei den Vielbrunner Segelfliegern aktiv. Doch schon während der Bewerbung merkte er: „Das ist nichts für mich.“ Wie auch das anschließende Physikstudium ihm viel zu theoretisch war.

„Ich wollte was Handfestes machen“, besann sich Pracht dann doch auf seine Wurzeln. Und klopfte sozusagen auf Holz. Er wollte eine Arbeit, bei der man „etwas bewegen und umsetzen kann“. Dafür war natürlich der elterliche Betrieb wie geschaffen. Und so überzeugt, wie der heute 31-Jährige seine Motivation schildert, kann man kaum glauben, dass er jemals mit einem anderen Berufswunsch liebäugelte. Pracht ist voll in dem Thema drin, wenn er von seiner Auffassung von Mitarbeiterführung und -motivation spricht, wie sich ein Handwerksbetrieb in der heutigen Zeit für die Zukunft aufstellen soll.

 

 

Schreinerei Pracht

Derr 31-jährige Daniel Pracht ist mit dem Schreinerberuf des elterlichen Betriebs seit Kindesbeinen an vertraut. Schon seit 60 Jahren gibt es die Firma, inzwischen in dritter Generation. Im Wohnhaus am Postweg in Falken-Gesäß ist gleichzeitig auch das Büro untergebracht, es geht beengt heimelig familiär zu.

Gleich neben dem Eingang hat Seniorchef Helmut Pracht seinen Schreibtisch stehen, der Blick nach vorn geht auf zwei Computer mit dem gesammelten Firmenwissen. 16 Mitarbeiter zählt die Schreinerei heute, davon allein vier aus der Familie. Sein Bruder hat gerade im ersten Lehrjahr die Ausbildung zum Schreiner begonnen.

„Die Arbeit soll erfüllen: Das geht nur zusammen“, betont Daniel Pracht. Ihm schweben für die Zukunft Komplettlösungen für Innenausbauten vor, bei denen die Schreinerei als eine Art Kompetenzzentrum mit vielen Spezialisten unter einem Dach fungiert. Dies immer mit dem Anspruch, dass Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen zufrieden sind.