Am Sonntag gibt’s in der Hinterbach den Run auf die Kohle

Schnell wischt sich Ralf Fischer noch eine Schweißperle von der Stirn. Die stammt nicht daher, dass er mit seinem Köhler-Kompagnon Thomas Frisch dem kokelnden Hügel bei der Arbeit zu nahe gekommen ist. Sondern dass so viele Gäste gekommen und zu bewirten waren. Die wollten einen Eindruck von der Tätigkeit des Hinterbacher Köhlerteams erhalten. Das hält noch bis Sonntag das alte Brauchtum hoch und vermittelt, wie viele Einheimische in früheren Jahrhunderten im Odenwald ihren Lebensunterhalt verdienten.

Alle zwei Jahre lassen um die 20 Männer und Frauen auf dem Gelände an der Straße Richtung Raubach das alte Handwerk wieder aufleben und ziehen durch das urige Ambiente und die Odenwälder Gastfreundschaft Gäste aus allen Ecken und Enden der Region an. Diesmal in besonders großer Zahl, beobachtete Fischer. Selbst der kurze Regen am Dienstagabend konnte die Besucher nicht schrecken, da es genug überdachte Plätze gibt.

Der Kohlenmeiler war dieses Jahr schneller „durch“ als sonst. Das war dem starken Wind vom Montag zu verdanken. „Da bekam der Zunder“, schmunzelt Fischer. Am Mittwoch war das Buchenholz schon durchgekohlt, sodass man am Donnerstag zu Werke gehen konnte und ihn „aufmachte“. Bis Samstag wollen die Hobby-Köhler mit ihrer Arbeit fertig sein, sodass am Sonntag der große Holzkohle-Verkauf starten kann.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst: Das Naturprodukt besticht durch seine hohe Qualität. Die so gewonnene, hochwertige Holzkohle wurde früher für Hufschmiede und Erzverhüttungsbetriebe gebraucht. Heute wird sie von „Grillprofis“ hochgeschätzt. Etwa 30 Kilo Holzkohle pro Festmeter Holz sind das Ergebnis der schweißtreibenden Arbeit.

Der Besuch war an allen Tagen „mittags und abends sehr gut“, freut sich Ralf Fischer. Die Tagesgerichte fanden besonders starken Anklang und waren schnell ausverkauft. „Wir hätten bestimmt das Doppelte umsetzen können“, meinte er. Aber auch die anderen Angebote des Köhlerteams wurden stark nachgefragt, „sodass wir zu Stoßzeiten ganz schön ins Schwitzen kamen“, sagt das Mitglied der Köhler-Brigade.

„Am Sonntagabend geht hier jeder auf dem Zahnfleisch“, macht er deutlich, dass die zehn Tage, an denen alle fast nonstop im Einsatz waren, an die Substanz gehen. Wenn Fischer jedoch auf die vollen Sitzbänke und die Schlange an der Essensausgabe blickte, strahlt er: „Es herrscht eine super Stimmung und alles funktioniert.“ Die Gäste wissen eben auch, dass sie hausgemachte Kost bekommen. Das Fleisch stammt vom Metzger, die Handkässoße ist selbst gemacht, die sauren Bohnen von den Mitgliedern eingekocht und die „Erdrüben“ eigenhändig zubereitet.

Viele Besucher kamen aus dem benachbarten Kreis Bergstraße angefahren, aber auch Heidelberger und Darmstädter durfte man im tiefsten Odenwald begrüßen. „Wiederholungstäter“ aus den Vorjahren hielten sich dabei die Waage mit solchen, die das erste Mal zu Besuch waren und sich über die Arbeit der Köhler heute und in früheren Zeiten informieren wollten.

Für Unterhaltung war ebenfalls gesorgt. Die Alphornbläser „kamen spitzenmäßig an“, so Fischer. Denn das Quartett bot nicht nur klassische Klänge, sondern mischte die Alphornklänge auch mit Bolero- und Tange-Tönen. Die Beerfeldener Jagdhornbläser schauten ebenso vorbei wie Akkordeonspieler „Hans aus Bayern“. Traditionsgemäß kommen die Senioren des FC Finkenbachtal an einem Nachmittag vorbei und lassen es sich gut gehen.

„Der Meiler ist richtig gut geworden“, betont Ralf Fischer. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis.“ Auf den letzten Metern müssen er und Thomas Frisch nun schauen, dass es keine Luftlöcher mehr gibt, sodass die Kohle verglühen könnte. Auf jeden Fall, sagt er, gibt es keine Gefahr mehr, „dass er hüpft“ – wie es vor zwei Jahren passierte.

Ralf Fischer hat das Köhlerhandwerk quasi noch im Blut. Adam Fischer, der Bruder seines Großvaters, betrieb den ehemaligen Broterwerb der Landbevölkerung früher in Olfen. Dadurch wiederum kamen sowohl Ralf Fischers Vater wie auch er selbst damit in Kontakt – der Grundstein war gelegt, sich damit hobbymäßig weiterhin zu beschäftigen.

Info: Am Freitag gibt es als Tagesessen ab 12 Uhr Odenwälder Köhlerpfännchen mit Nudeln. Samstag und Sonntag wird keines angeboten, es gilt ab dem Vormittag bis in den späten Abend die reguläre Speisekarte. Der Meilerplatz befindet sich in Rothenberg-Hinterbach an der Kreisstraße 37 Richtung Raubach. Näheres unter http://www.hinterbach-kohlenmeiler.de

Bis zum 6. August raucht der Hinterbacher Kohlenmeiler vor sich hin

Der Kohlenmeiler raucht vor sich. Bürgermeister Hans Heinz Keursten und Ralf Fischer vom Köhlerteam läuteten mit der Befüllung des Quandelschachts die Köhlertage ein, die noch bis zum 6. August laufen. In dieser Zeit wird das alte Handwerk, das in früheren Jahrhunderten in allen Ecken des Odenwalds betrieben wurde, anschaulich dargestellt. Zum Schluss verkaufen die Hobby-Köhler die Holzkohle. Während dieser Zeit gibt es viele Informationen rund ums das alte Brauchtum.

Nicht nur in den zehn Tagen kommen die 20 Helfer ins Schwitzen, wenn sie den Meiler im Auge behalten. Denn das Holz muss ordnungsgemäß verkohlen. „Es darf keinesfalls brennen“, betont Fischer, der neben anderen zusammen mit Thomas Frisch den aufgeschichteten Holzstapel im Auge behalt. „Die Verkohlung wird etwa eine Woche dauern“, erläutert er. Aber allein mit dem Anzünden ist es nicht getan.

„Seit einem halben Jahr wird Holz gemacht“, das die Köhler aus heimischen Wäldern angekauft haben. Seit Anfang April liefen laut Frisch die Vorarbeiten, bei denen sich das Team jeden Samstag auf dem Gelände traf und es für die Veranstaltung herrichtete. In den zwei Wochen vor dem Startschuss schaltete man auf täglich um. Denn etwa 25 Festmeter Buchenholz wollten aufgeschichtet werden. Sie bekamen danach eine Moosschicht, damit das „Gestübb“, die Erde, als luftdichte Abdeckung nicht durchrieseln kann. Denn sonst kommt keine Glut mehr ans Holz.

Die so gewonnene, hochwertige Holzkohle wurde Frisch zufolge früher für Hufschmiede und Erzverhüttungsbetriebe gebraucht. Sogar Bügeleisen im Haushalt wurden damit befüllt. Heute wird sie von „Grillprofis“ hochgeschätzt. Etwa 30 Kilo Holzkohle pro Festmeter Holz sind das Ergebnis der schweißtreibenden Arbeit.

Auf dem idyllisch am Waldrand gelegenen Meilerplatz ist daneben die traditionelle Schlafstätte der Köhler aufgebaut. Neben der fachkundigen Erläuterung sorgen Schautafeln, alte Werkzeuge und Geräte für einen authentischen Einblick in das heute kaum mehr praktizierte Köhlerhandwerk. Übers Wochenende gab’s viele Attraktionen in Form eines Schleppertreffens und dem Auftritt von „Baders Alphorngaudi“.

Damit der Meiler vor sich hin kokeln kann, füllten Keursten und Fischer der Quandelschacht mit Stückholz, Holzkohle und Glut. „Damit wird der Verkohlungsprozess in Gang gebracht“, erläuterte dieser. Die ersten zwei bis drei Tage sind danach die wichtigsten. Alle drei bis fünf Stunden muss der Schacht rund um die Uhr nachbefüllt werden, damit er nicht leerbrennt. Über Luftlöcher kann das Abbrennen gesteuert werden.

Die sind auch nötig, um Druck aus dem Kessel, dem Meiler zu lassen, weil der sonst „einen Hüpfer“ macht. So beschreibt Fischer die Situation, wenn sich zu viel Dampf angestaut hat, der nicht entweichen kann. In dem Fall sind die Köhler blitzschnell gefordert, damit ihnen der mühsam errichtete Holzhügel wahlweise nicht um die Ohren fliegt oder in sich zusammenstürzt. In der ersten Nacht „hielt uns der Meiler auf Trab“, schmunzelt Fischer.

Bevor er zur Tat schritt, begrüßte Bürgermeister Keursten die Gäste und gedachte einem der Initiatoren, Norbert Fischer. Fürs Köhlerteam richtete Alexander Link ein paar Worte an vielen zur Eröffnung gekommenen Gäste. Mit dieser Reminiszenz ans alte Odenwälder Handwerk starteten die Hinterbacher 1989. 1997 ging’s weiter. Erst unregelmäßig, laufen die Köhlertage seit 2009 alle zwei Jahre immer im Wechsel mit dem Meiler auf der Raubacher Höhe, den die Nachbarn aus Schimmeldewog auf die Beine stellen.

Es die Freude am alten Brauchtum und der Wunsch, dieses am Leben zu erhalten, das die Köhler immer wieder motiviert, sich diese zehn Tage „um die Ohren zu schlagen“. Ein Bauwagen und Hängematten stehen bereit, wenn einen mal der Schlaf übermann sollte. „Wir werden auch unterm Jahr immer gefragt, wann es wieder losgeht“, freut sich Frisch über das Interesse aus der Bevölkerung. Die Gäste kommen auch gerne aus Darmstadt oder dem badischen Rhein-Neckar-Kreis angefahren.

Info: Das Köhlerteam hält neben den Klassikern wie Bratwurst, Steaks oder Hausmacher jeden Tag althergebrachte Odenwälder Spezialitäten fürs leibliche Wohl bereit. Immer ab 12 Uhr gibt es Sonntag Rindfleisch mit Meerrettich, Montag, Bohnensuppe „Omas Art“, morgen Kartoffelschnitz mit Fleisch, Mittwoch Erdrüben mit Salzfleisch, Donnerstag Salzbohnen „aus em Stänner“ und Freitag Odenwälder Köhlerpfännchen mit Nudeln. Samstag und Sonntag wird kein Tagesessen angeboten, es gilt die reguläre Speisekarte. An mehreren Tagen schauen Jagdhornbläser-Gruppen vorbei. Der Meilerplatz befindet sich in Rothenberg-Hinterbach an der Kreisstraße 37 Richtung Raubach. Näheres unter http://www.hinterbach-kohlenmeiler.de

Hinterbacher feuern am 28. Juli wieder den Kohlenmeiler an

Zehn Tage lang kokelt und schwelt es wieder in der Hinterbach an der Kreisstraße vom Rothenberger Ortsteil Richtung Raubach. Immer im Zwei-Jahres-Rhythmus erinnert das Kohlenmeiler-Team an das alte Handwerk aus früheren Jahrhunderten und pflegt im Wechsel mit dem Schimmeldewäer Kohlenmeiler im Finkenbachtal die alte Tradition. Die „Hinterbacher Köhlertage“ finden von Freitag, 28. Juli, bis Sonntag, 6. August, an der Olfener Straße statt. Das alte Handwerk wird vom Köhlerteam aus dem Ort schon seit über 30 Jahren hochgehalten.

Beginn ist am 28. Juli um 18 Uhr mit dem Anzünden des bereits in wochenlanger Vorarbeit aufgebauten Meilers durch Bürgermeister Hans-Heinz Keursten. Mit etwa 20 Ster Buchen- und Eichenholz rund um den so genannten Quandelschacht wurde er errichtet. Dazu wird glühende Holzkohle in den Quandelschacht gefüllt. Dadurch wird der Verkohlungsprozess eingeleitet.

Ab diesem Zeitpunkt muss der Meiler dann Tag und Nacht bewacht werden, um zu gewährleisten, dass das Holz ordnungsgemäß verkohlt. Es darf keinesfalls brennen. Die Verkohlung wird etwa eine Woche dauern. „Wer einmal mit Meilerkohle gegrillt hat, wird keine andere mehr haben wollen“, wissen die Fachleute. Deshalb ist sie auch am Abschlusstag heiß begehrt.

Die hochwertige Holzkohle wurde früher für Hufschmiede und Erzverhüttungsbetriebe gebraucht. Sogar die Bügeleisen im Haushalt wurden mit ihr gefüllt. Sie zeichnet sich durch einen hohen Brennwert und Langlebigkeit aus. Ihre gute Qualität kann man daran erkennen, dass sie leicht bricht, bläulich glänzt und kaum abfärbt. Um dies zu erreichen, ist ein hoher Arbeitseinsatz erforderlich, damit am Ende nicht nur ein Häufchen Asche übrig bleibt. Denn das um den Quandel aufgeschichtete und mit Gras und Erde luftdicht abgedeckte Holz darf nur langsam von innen nach außen verkohlen und nicht brennen.

Auf dem idyllisch am Waldrand gelegenen Meilerplatz ist die traditionelle Schlafstätte der Köhler aufgebaut. Neben fachkundigen Erläuterungen durch die Köhler sorgen Schautafeln, alte Werkzeuge und Geräte für einen authentischen Einblick in das heute kaum mehr praktizierte Köhlerhandwerk. Im Nachbarort Schönmattenwag gab es noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts einen aktiven Köhler, ehe auch dort das alte Handwerk erlosch. Und natürlich besucht man sich gegenseitig, wenn immer im Jahreswechsel die Köhlertage hüben wie drüben der Raubacher Höhe stattfinden.

Am Sonntag, 30. Juli, findet um 9.30 Uhr am Meilerplatz ein Gottesdienst statt. Nach dem Mittagessen folgt ein bunter Nachmittag mit Vorführungen alten Handwerks. Die Gäste können die einzigartige Stimmung und Gastfreundschaft, wie sie unter Köhlern Brauch ist, genießen. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt, wobei das Köhlerteam unter anderem althergebrachte Odenwälder Spezialitäten bereithält. Ab dem 31. Juli werden täglich wechselnde Speisen wie zu Urgroßmutters Zeiten serviert, etwa Erdriewe mit Salzfleisch, Kadoffelgemies oder saure Bohnen aus dem Stänner.

Mittels Kohlenmeilern wird seit dem Altertum Holzkohle hergestellt. Holzkohle ist wesentlich leichter als Fällholz und somit einfacher zu transportieren. Die Köhlerei war in der frühen Neuzeit ein bedeutender Wirtschaftszweig. Damals war Holzkohle der einzige Brennstoff, mit dem man die nötige Hitze für die Eisenverhüttung erzeugen konnte. 1713 wurde ein Verfahren erfunden, um aus Steinkohle hochofentauglichen Koks herzustellen. Danach ging der Verbrauch der teuren Holzkohle trotz steigender Eisenproduktion immer mehr zurück.

Ab dem 17. Jahrhundert wurden zunehmend Pechöfen verwendet, im 19. Jahrhundert dann auch Retorten. Dies hatte zur Folge, dass immer weniger Kohlenmeiler gebraucht wurden. Das allmähliche Aus für die Holzköhlerei begann im 19. Jahrhundert, als die Steinkohle dann die Holzkohle praktisch ersetzte und später auch Gas und Elektrizität an Bedeutung gewannen. Die Köhlerei wird nur noch aus Traditionsgründen und für einige Spezialanwendungen von Holzkohle betrieben.

Info: Der Meilerplatz befindet sich in Hinterbach an der Kreisstraße 37 Richtung Raubach. Die Besichtigung des Kohlenmeilers ist an allen Tagen möglich. Am Ende der Köhlertage findet ein Holzkohleverkauf statt. Mehr Infos unter http://www.hinterbach-kohlenmeiler.de.

Hinterbacher Kohlenmeiler kokelt noch bis zum Wochenende

Wenn die Hinterbacher ihren Kohlenmeiler anwerfen und 10 Tage lang am Kokeln halten, dann können sie sich des Interesses der ganzen Region gewiss sein. Die Besucher kommen nicht nur vorbei, um das alte Handwerk zu bestaunen, sondern auch, um die rustikalen und deftigen Speisen zu kosten, die das Köhlerteam für sie bereithält. Noch bis zum Wochenende qualmen sowohl der Meiler als auch der Grill mit den kulinarischen Köstlichkeiten.

Neben den bekannten Grillspezialitäten gibt es jeden Tag ab 12 Uhr zusätzlich eine Spezialität wie aus Ur-Omas Zeiten: Am Mittwoch sind „Erdriewe“ dran, am Donnerstag „Salzbohne“, Freitag werden ab 18 Uhr Hähnchen gereicht und am Samstag Bohnensuppe. Rund um den Meiler sind viele (überdachte) Bierbankgarnituren aufgebaut, sodass es den Gästen an nichts mangelt und ein Schutz sowohl gegen die brennende Sonne als auch gegen Regengüsse besteht.

DSC_2322 - Kopie DSC_2316 - Kopie DSC_2310 - Kopie
Mit etwa 20 Ster Buchen- und Eichenholz rund um den so genannten Quandelschacht wurde der Kohlenmeiler in wochenlanger Arbeit errichtet. Zu Beginn wurde glühende Holzkohle in den Schacht gefüllt, damit der Verkohlungsprozess starten konnte. Ab diesem Zeitpunkt wird der Meiler Tag und Nacht bewacht. Die so gewonnene hochwertige Holzkohle wurde früher für Hufschmiede und Erzverhüttungsbetriebe gebraucht.

DSC_2298 - KopieDSC_2318 - Kopie
Als Anschauungsobjekt sind eine Schlafstätte der Köhler aufgebaut sowie Schautafeln, alte Werkzeuge und Geräte des früheren Handwerks. Am Sonntag kam noch eine Schau alter landwirtschaftlicher Fahrzeuge hinzu, außerdem wurden Sandstein- und Holzbearbeitung demonstriert. Die Besichtigung des Kohlenmeilers ist an allen Tagen möglich. Am Ende findet ein Holzkohleverkauf statt.

DSC_2301 - Kopie
Ort des Geschehens ist an der K 37, der Olfener Straße zwischen dem Rothenberger und dem Wald-Michelbacher Ortsteil Schönmattenwag Richtung Raubacher Höhe, statt. Das alte Handwerk wird vom Köhlerteam aus dem Ort schon seit 30 Jahren hochgehalten. Mehr Infos unter http://www.hinterbach-kohlenmeiler.de.

Hinterbacher feuern den Kohlenmeiler an: Vom 31. Juli bis 9. August finden die Köhlertage statt

Im Jahr ohne Schönmattenwager Kohlenmeiler pflegen die Hinterbacher nur ein paar Meter überm Berg im Finkenbachtal die alte Tradition. „Die Hinterbacher Köhlertage“ finden vom Freitag, 31. Juli, bis Sonntag, 9. Juli, an der K 37, der Olfener Straße zwischen dem Rothenberger und dem Wald-Michelbacher Ortsteil Richtung Raubacher Höhe, statt. Das alte Handwerk wird vom Köhlerteam aus dem Ort schon seit 30 Jahren hochgehalten.

kohlenmeiler2013bkohlenmeiler2
Beginn ist am 31. Juli um 18 Uhr mit dem Anzünden des bereits in wochenlanger Vorarbeit aufgebauten Meilers. Mit etwa 20 Ster Buchen- und Eichenholz rund um den so genannten Quandelschacht wurde er errichtet. Dazu wird glühende Holzkohle in den Quandelschacht gefüllt. Jetzt ist der Verkohlungsprozess eingeleitet. Zu dem Spektakel wird auch Bürgermeister Hans Heinz Keursten erwartet. Ab diesem Zeitpunkt muss der Meiler dann Tag und Nacht bewacht werden. Die Verkohlung wird etwa eine Woche dauern.
Die so gewonnene hochwertige Holzkohle wurde früher für Hufschmiede und Erzverhüttungsbetriebe gebraucht. Sogar die Bügeleisen im Haushalt wurden mit Kohle gefüllt. Eine Schlafstätte der Köhler ist aufgebaut sowie Schautafeln, alte Werkzeuge und Geräte des Köhlerhandwerks werden zu sehen sein.

kohlenmeiler2013a
Im Nachbarort Schönmattenwag gab es noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts einen aktiven Köhler, ehe auch dort das alte Handwerk erlosch. Im Zweijahres-Rhythmus finden aber auch dort Köhlertage statt. Und natürlich besucht man sich gegenseitig, wenn immer im Jahreswechsel die Köhlertage hüben wie drüben der Raubach stattfinden.
Der Sonntag, 2. August, steht ganz im Zeichen des „Alten Handwerks“. Um 10 Uhr findet ein Gottesdienst statt, ab 12 Uhr gibt es Mittagessen, danach folgt ein bunter Nachmittag. Ab Montag, 3. August, heißt es „Speisen wie zu Ur-Omas Zeiten“. Gereicht werden „Saure Bohne aus em Stänner, Erdriewe, Kadoffelgemüse, Hausmacher Woscht, Handkees mit Mussig und Brot“. Die Besichtigung des Kohlenmeilers ist an allen Tagen möglich. Am Ende der Köhlertage findet ein Holzkohleverkauf statt. Mehr Infos unter http://www.hinterbach-kohlenmeiler.de.