Erntedank-Sammlung in Ober-Mossau mit dem Bollerwagen

„Die Sammlung war ein voller Erfolg“, freute sich Pfarrer Roland Bahre. Der evangelische Geistliche des Pfarramts Beerfelden Ost ist seit Anfang August Vakanzverwalter für die Kirchengemeinden Güttersbach und Mossau. Mit einem Bollerwagen zogen die 14 Konfirmanden im Rahmen eines Konfitages in Ober-Mossau von Tür zu Tür und sammelten Lebensmittel „zur Ehre Gottes – also für den Gottesdienst zum Schmücken des Altars – und den Menschen zum Dienst – nämlich für die Michelstädter Tafel“. Es war für die Jugendlichen ein echtes Abenteuer. „Sie waren hochmotiviert und marschierten förmlich im Laufschritt von Tür zu Tür“, beobachtete Bahre.

„Fast jeder, an dessen Haustür wir geklingelt haben, hat etwas gegeben“, freute sich der Pfarrer. Leider musste die Gruppe gerade zu Beginn des Zuges die Erfahrung machen, „dass manche Menschen sehr unhöflich sein können und keine Bereitschaft zeigen, für einen guten Zweck etwas zu geben“. Viele wiederum, die nichts Essbares spenden wollten, „haben uns Geld gegeben, damit wir etwas einkaufen können“. Eine Familie gab sowohl Essbares als auch sogar 30 Euro – „was uns sehr gefreut hat“.

Alles in allem, bilanzierte Roland Bahre, war der Bollerwagen zuletzt bis oben hin voll und es kamen außerdem 100 Euro zusammen. Für dieses Geld wurden im örtlichen Laden Lebensmittel für die Michelstädter Tafel gekauft. Damit konnte man den sowieso schon gefüllten Bollerwagen noch ein weiteres Mal vollladen.

Start des Konfirmandentages war eine Kirchenführung mit Tobias Berg, seines Zeichens Kirchenvorstand, Küster, Hausmeister „und Mädchen für alles“. Mutter Gerda schräg gegenüber war die erste Station der Sammelnden. Sie hatte einen Korb Kartoffeln bereitgestellt, der zum Auftakt den Bollerwagen füllte. Die Idee, eine Sammlung auf diese Art durchzuführen, war im hiesigen Kirchenvorstand entstanden, so Bahre. Allerdings wurde sie in der letzten Zeit nicht mehr durchgeführt.

„Die Jugendlichen schlagen sich gut“, schmunzelt der Pfarrer. Es lasse sich kein Unterschied feststellen, wer beim Konfi-Unterricht in Beerfelden woher komme. „Das ist eine homogene, engagierte Gruppe.“ Teilweise gehen die Kinder auch auf dieselbe Schule. Ein Mädchen, das gerne teilnehmen wollte, wurde sogar vorher noch in Güttersbach getauft. „Es ist ein Segen, was der Unterricht bewirkt“, freut er sich.

Die 14-jährige Jana findet den Konfirmations-Unterricht bei Pfarrer Bahre cool. „Es macht viel Spaß und wir unternehmen gute Sachen“, sagt sie. Robin (13) gefiel die Rüstzeit am besten. Da waren alle 40 Konfis, auch aus Beerfelden, zusammen und unternahmen vieles gemeinsam. Das Kompliment gibt Pfarrer Bahre gerne zurück: „Das ist eine tolle Truppe“, sagt er.

Am Sonntag wurde dann in Ober-Mossau Erntedank gefeiert, wozu der Erbacher Posaunenchor unter der Leitung von Axel Manschitz aufspielte. Nach dem Gottesdienst folgte ein fröhliches Beisammensein im „Pfarrhof“ Ober-Mossau: Zeit für Begegnung, für Gespräche, für das leckere lokale Bier. Natürlich bereiteten Ehrenamtliche wieder eine kräftige Kartoffelsuppe mit Würstchen vor. Die Konfirmanden beteiligten sich an der Verköstigung der Gottesdienstbesucher.

Die erneute Vakanz in den evangelischen Kirchengemeinden Güttersbach und Mossau seit dem Weggang von Pfarrerin Julia Fricke ist laut Roland Bahre für alle eine Herausforderung: für das Gemeindebüro, für den Kirchenvorstand und die Ehrenamtlichen, für die Eltern der Konfirmanden, die ihre Kinder nach Beerfelden fahren müssen, aber auch für den Vakanzpfarrer.

„Da sind wir alle aufgerufen, die Zeit zu nutzen und gemeinsam die Herausforderungen zu stemmen“ – auch wenn es optimal wäre, wenn die Kirchengemeinde einen eigenen Pfarrer hätte, betont er. „Ich meinerseits gebe mein Bestes und der Dienst als Pfarrer ist für mich eine Berufung – aber mehr als an die Belastungsgrenze sollte ich auch nicht gehen“, so Bahre. Denn sein Pfarramt in Beerfelden sei auch sehr groß und aktiv.

Zu den Kirchengemeinden Güttersbach und (Unter-/Ober-)Mossau gehören auch Olfen, Hiltersklingen und Hüttenthal. Die dortigen Konfirmanden besuchen gemeinsamen mit denen der Pfarrgemeinde Beerfelden den Konfi-Unterricht. Sie waren zusammen auf Rüstzeit und machten die positive Erfahrung einer großen Gruppe. Bei zwei Konfi-Tagen, jeweils in Güttersbach und Mossau, lernten sie ihre Kirche kennen. Roland Bahre leitet den Konfirmationsunterricht seit Juni und wird die Jugendlichen bis zu ihrer Konfirmation am 2. Juni 2019 begleiten – auch wenn ein neuer Pfarrer kommen sollte, sagt er.

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