Am Samstag lodert in Rothenberg wieder das Lärmfeuer

Auf den Höhenzügen des Odenwaldes lodern am Samstag, 28. März, wieder die Lärmfeuer. Die einzelnen Veranstaltungsorte, 30 an der Zahl, erstrecken sich über ein Gebiet von etwa 8000 Quadratkilometern vom Rhein bis ins Herz des Odenwaldes und bilden dadurch die „weltgrößte Open-Air-Veranstaltung“. Ein Feuer brennt auch in Rothenberg in unmittelbarer Nähe des Feuerwehrgerätehauses.

Rothenberg, im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald gelegen, befindet sich auf der Hirschhorner Höhe. Diese erstreckt sich von Beerfelden bis zum 300 Meter tiefer gelegenen Hirschhorn im Neckartal. Sie ist überwiegend bewaldet, doch lässt die Höhensiedlung Rothenberg Ausblicke über die prächtige Landschaft des Odenwaldes zu. Auf einer Höhe von 470 Metern beim Gerätehaus entzündet die Freiwillige Feuerwehr Rothenberg das Lärmfeuer bei Einbruch der Dunkelheit. Von dort aus wird der Flammenschein weit zu sehen sein.

Gegen 19.15 Uhr gibt es eine Fackelwanderung für Kinder. Auch eine spektakuläre Feuershow wird es ab etwa 20.45 Uhr wieder geben. Beginn der Veranstaltung ist um 18 Uhr. Für das leibliche Wohl sorgt die Jugendfeuerwehr Rothenberg im Feuerwehrgerätehaus mit zünftigen Speisen aus dem Kessel und vom Grill sowie mit heißen und kalten Getränken.

Das Lärmfeuer hat ein lange Tradition: In früheren Zeiten war es ein nützliches Instrument, um schnell über große Entfernungen vor Gefahr etwa im Falle eines Angriffs warnen zu können: „Lärm“ kommt vom französischen „all‘armes“, was „zu den Waffen“ bedeutet. Im Odenwald sollen Lärmfeuer schon von den Römern gezündet worden sein. Zur Warnung vor dem Feind, der aus dem Westen drohte, haben die Römer während der Zeit der germanischen Provinz (1.-4. Jahrhundert nach Christus) aller Wahrscheinlichkeit nach eine bemannte Signalkette vom Rhein bis zum Limes unterhalten.

Der Limes verläuft im östlichen Odenwald, er zieht sich von der Wetterau über den Main bei Obernburg und über den Höhenzug von Lützelbach im Norden bis Schloßau im Süden und weiter Richtung Bad Wimpfen. Er war jedoch nur von ca. 110 bis 160 n.Chr. besetzt und wurde dann weiter nach Osten verlegt.

Heute flammen die Feuer nur noch zum Spaß auf, und das nicht nur entlang der historisch belegten Signallinien der Römer. Mit dem Lärmfeuer-Projekt wird der Versuch unternommen, eine historische Kommunikationsmethode vor dem Vergessen zu bewahren. Lärmfeuer in der näheren Umgebung gibt es am Samstag auch in Heiligkreuzsteinach-Hilsenhain, Michelstadt-Vielbrunn und Weiten-Gesäß, Mörlenbach Weiher Klein-Breitenbach und Vöckelsbach, Wald-Michelbach-Gadern und Mackenheimer Höhe.

Mehr Infos unter diesem Link, bitte klicken. 

Lärmfeuer-Plakat

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