Im Ortsbeirat „kann man sich einmischen“: Manuel Schwinn aus Falken-Gesäß über die Möglichkeit, sich fürs eigene Dorf zu engagieren

„Wer etwas bewegen will, muss sich einbringen“. Für Manuel Schwinn ist die Sache klar: Nur drüber reden gilt nicht, sondern Engagement für den Ort ist gefragt. Der 28-Jährige war seit der vergangenen Kommunalwahl bis zur Fusion Ortsvorsteher im Stadtteil Falken-Gesäß. Das Gremium ist für ihn unverzichtbar, um im kleinen Dorf etwas bewegen zu können und in der großen Stadt auf dessen Belange aufmerksam zu machen. Am 29. April werden zusammen mit der Stadtverordneten-Versammlung und dem neuen Bürgermeister für Oberzent auch die Ortsbeiräte gewählt.

Schwinn, der sowieso auf der SPD-Liste für die Stadtverordneten-Wahl 2016 stand, wurde von Willi Maurer gefragt, ob er nicht auch für den Ortsbeirat Falken-Gesäß kandidieren würde. Denn sein Vorgänger hörte auf und suchte Nachfolger. Gesagt, getan. „Ich bin sowieso im Vorstand von Feuerwehr und Sportverein aktiv“, sagte er sich. „Das passt zusammen“, so Schwinn. Es war für ihn naheliegend sich einzusetzen. „Ich habe gesehen, dass die vier Vereine gut zusammenarbeiten“, hebt er hevor, und wollte seinen Teil dazu beitragen, dass es auch weiterhin in dieser Weise funktioniert.

Diese Fokussierung auf den Ortsteil bewog ihn unter anderem dazu, sein Mandat in der Stadtverordneten-Versammlung nach kurzer Zeit wieder abzugeben. Denn in Falken-Gesäß geht es seinen Worten nach „direkt um die Themen, die den Bürger unmittelbar betreffen“. Auch sei es zeitlich doch eine Herausforderung, allem gerecht zu werden.

Als Kandidat „dachte ich, dass es schnell Ergebnisse gibt“, schmunzelt Schwinn. Einmal gewählt und dann zum Vorsitzenden des fünfköpfigen Gremiums bestimmt, bewahrheitete sich das, was ihm sein Vorgänger Maurer mit auf den Weg gegeben hatte: Es braucht Geduld für alles. „Das wurde mir gleich gesagt“, lacht er. Die Mühlen mahlen langsam. Im Ortsbeirat gibt es viele Ideen, „aber es darf nichts kosten“. Denn dem Gremium fehlen die eigenen finanziellen Mittel.

Manuel Schwinn wünscht sich deshalb, dass die Ortsbeiräte der neuen Stadt Oberzent ein eigenes Budget erhalten. „Das ist sinnvoll, weil wir genau wissen, was die Bevölkerung vor Ort möchte“, betont er. Die Gelder fließen direkt in die entsprechenden Maßnahmen. Um abzufragen, wo Bedarf ist und was den Leuten am Herzen liegt, stellt er sich eine direkte Beteiligung per Fragebogen vor. „Damit bekommen wir einen Gesamteindruck, was wo benötigt wird.“

Die angedachten Dinge sind in der Regel zwar nur Kleinigkeiten, „die aber helfen, eine dörfliche Identität zu schaffen“. Auch könne man mit eigenen Mitteln Vereine unterstützen, die sich für die Belange des Dorfs einsetzen. Der Ortsvorsteher nennt in diesem Zusammenhang etwa die Gruppierung „Mach Mit“, die einen Bauwagen herrichtete.

Manuel Schwinn verspricht sich vom neuen Gremium der Ortsvorsteher, das direkt dem Bürgermeister zugeordnet sein wird, einen direkten Kanal „nach oben“. Denn die Vorschläge, Themen und Anregungen, die an die Verwaltung weitergegeben werden, sollten ernst genommen werden, erhofft er sich. In der Regel bestehe Handlungsbedarf, wenn Bürger vorstellig werden. Man dürfe sich nicht davon täuschen lassen, dass manches etwas abgemildert weitergereicht werde.

Während Ortsbeiräte in den früheren Stadtteilen von Beerfelden schon Usus waren, muss sich Rothenberg erst (wieder) daran gewöhnen. Schwinn kann nur jedem empfehlen sich einzubringen. „Der Ortsbeirat ist die beste Möglichkeit, etwas zu verändern, wenn man mit bestimmten Dingen im Dorf nicht zufrieden ist. Man kann sich einmischen.“ Außerdem lohnt es sich, diese Zeit für seine Heimat aufzubringen.

Der 28-Jährige will für den kommenden Urnengang noch ein paar junge Leute ansprechen, damit die Bürger am 29. April eine Wahl haben. „Fünf Kandidaten haben wir auch auf jeden Fall“, sagt er. „Zehn wären optimal.“ Frische Ideen sind im Gremium immer willkommen. „Neue Mitglieder brauchen keine Anlaufzeit“, betont er. Die können sofort voll einsteigen. Nur bis Ergebnisse zu sehen sind, könnte es – wie beschrieben – etwas dauern.

Anstehende Vorhaben in Falken-Gesäß

  • Im Rahmen des IKEK-Programms soll der ehemalige Vorstandsraum im Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden. Nach Schließung der „Traube“ vor knapp zwei Jahren gibt es keine Gastwirtschaft im Ort mehr. Ein Manko, weil nun ein Raum für Vereinsversammlungen fehlt und es keinen Treffpunkt für die Ortsbevölkerung mehr gibt. Das sogenannte „Käffchen“ im DGH soll in die Bresche springen und auch gastronomisch nutzbar sein.
  • Im Rahmen der Flurbereinigung soll möglichst schnell die „total verschlammte“ Aufwegung zum Friedhof saniert werden
  • Hoffentlich schon im Frühjahr (Schwinn) soll die Parkfläche beim Sportplatz neu angelegt werden.
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