Oberzent-Ausschuss: Gelände am Marbach-Stausee soll Facelifting bekommen

Marcel Gerling ist der neue Vorsitzende des vorläufigen Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Oberzent. Auf der konstituierenden Sitzung im Gemeindezentrum wurde der 39-jährige SPD-Mann aus Schöllenbach einstimmig gewählt. Ebenso ohne Gegenstimme wurde Chris Poffo (ÜWO, Beerfelden) zum Stellvertreter bestimmt. Der Gewählte plädierte für einen „fairen, offenen und respektvollen Umgang“ miteinander. Eröffnet wurde die Sitzung von Stadtverordneten-Vorsteherin Katharina Riesinger.

Das Gremium hatte sich gleich mit zwei Bebauungsplänen und einer Abrundungssatzung zu befassen. Bei letzterer handelt es sich um die „Friedhofstraße“ im Stadtteil Finkenbach. Diese war schnell und einstimmig abgehandelt, da es hier wenig Info- bzw. Erklärungsbedarf gab. Mit dem Bebauungsplan „Marbach-Stausee“ will der Odenwaldkreis das Gelände touristisch aufwerten, sagte Stadtbaumeister Peter Bauer zum nächsten Punkt.

Aktuell ging es um die Beratung und Beschlussfassung über die eingegangenen Stellungnahmen und die Ergebnisse aus der Beteiligung der Öffentlichkeit. Wie Bauer erläuterte, will die Naturschutzbehörde eine Einbindung des Zeltplatzes in den Plan. Es gehe im Wesentlichen um die Bestandssicherung des Geländes und eine marginale Erweiterung. Von allen Fachbehörden sei die Erweiterung des Parkplatzes am DLRG-Gebäude abgelehnt worden. Stattdessen soll laut Bauer die Parkfläche an der B460 ertüchtigt und etwas erweitert werden.

Landschaftsarchitektin Anke Heuer erläuterte ein paar Details. Demnach soll ein Kiosk mit einer Toilettenanlage entstehen. Der in Teilen bereits vorhandene Weg am Ufer wird weitergeführt. Vorhandenes Nadelholz soll als Ausgleichsmaßnahme in einen Laubholz dominierten Bereich umgebaut werden, sagte sie. Außerdem erhält der naturnahe Quellsumpf etwas oberhalb eine Umzäunung. Im Uferbereich entstehen Umkleiden-Paravents und Spielgeräte.

Wie Bauer ergänzte, ist ein Steg in den See vorgesehen, damit man nicht durch den Schlamm waten muss. Der Kiosk soll ganzjährig betrieben werden, um so auch einen Anziehungspunkt für Wanderer und Radfahrer zu schaffen. Im Rund gab es eine kleine Diskussion, ob das Thema aufgrund der dicken Vorlage schon entscheidungsreif sei. Ja, meinten die Mandatsträger bei einer Enthaltung von Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) und empfahlen den Punkt der Stadtverordnetenversammlung zur Verabschiedung.

Ebenso einhellig ging auch der Bebauungsplan „Hinter den Eichen“ in Rothenberg über die Bühne. Für die Aufstellung hatte noch die dortigen Gemeindevertretung gesorgt. Hier ist die Materie allerdings etwas komplexer, sagte Bauer. Die Behörden-Reaktionen waren so wie befürchtet, meinte er. Beim Plan geht es darum, den dortigen, in ein paar Jahrzehnten gewachsenen Bestand in einen gesetzeskonformen Zustand zu bringen.

Von der Naturschutzbehörde wurde laut Bauer ein „Königsweg“ aufgezeigt, wie man die Kuh vom Eis bekommt. „Wir müssen deutlich aufzeigen, dass die bestehende Situation verbessert wird“, so der Stadtbaumeister. Dies soll durch die Schaffung von Biotopen und Pflanzmaßnahmen geschehen. Die vorhandene Nutzung soll unter anderen Voraussetzungen fortgeführt werden können.

Entschädigungs-, Hebesatz-, Wasserversorgungs-, Entwässerungs-, Hundesteuer-, Spielautomaten- und Wappensatzung waren eigentlich von der Stadtverordneten-Versammlung (trotz bereits erfolgtem Beschluss) noch einmal in den Ausschuss verwiesen worden, um offene Fragen zur klären. Es gab aber keine mehr, weswegen der Punkt nur zur Kenntnis genommen wurde.

Der Kubikmeter Wasser kostet in der neuen Stadt künftig 1,90 Euro, das Abwasser pro Kubikmeter 3,20 Euro. Niederschlagswasser wird mit 55 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche kalkuliert. Die Hundesteuer beträgt 48 Euro für den ersten und 72 Euro für den zweiten Hund. Die verschiedenen Steuersätze lauten wie in der Machbarkeitsstudie angesetzt: Grundsteuer A 350 v.H., die für Wohnbebauung maßgebliche Grundsteuer B 365 Prozentpunkte.

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