Am Marbach-Stausee tut sich was

Mit dem Bebauungsplan „Marbach-Hochwasserrückhaltebecken“ will der Odenwaldkreis das Gelände rund um die Wasserfläche bei Beerfelden, Mossautal und Erbach touristisch aufwerten, gleichzeitig aber auch planerisch ordnen. Jetzt standen auf der Sitzung des Bau-, Infrastruktur- und Umweltausschusses von Oberzent Beratung und Beschlussfassung über die eingegangenen Stellungnahmen und die Ergebnisse aus der Beteiligung der Öffentlichkeit an. Diese wurden in den Beschlussvorschlag für die Stadtverordneten eingearbeitet.

Die Erweiterung des Parkplatzes am DLRG-Gebäude ist gegenüber der früheren Planung nicht mehr vorgesehen. Denn dagegen hatte sich Widerspruch geregt. Hier denkt man an jetzt Wohnmobil- und Behindertenparkplätze in diesem Bereich. Für Stausee-Besucher soll die bisherige Stellfläche jenseits der B460 ertüchtigt und erweitert werden. Davon erhofft man sich, die bisherige teilweise chaotische Parksituation vor der Schranke zu entzerren.

Neben einer öffentlichen Grünfläche „Jugendzeltplatz“ soll am Wasser ein Kiosk mit einer Toilettenanlage entstehen. Ein ganzjähriger Betrieb ist angedacht, um so auch einen Anziehungspunkt für Wanderer und Radfahrer zu schaffen. Der in Teilen bereits vorhandene Weg am Ufer wird weitergeführt. Außerdem erhält der naturnahe Quellsumpf etwas oberhalb eine Umzäunung. Im Uferbereich entstehen Umkleiden-Paravents und Spielgeräte. Weiterhin ist ein Steg in den See vorgesehen, damit man nicht durch den Schlamm waten muss.

Damit es mit dem „Bikepark Beerfelden“ weitergehen kann, wurde jetzt die Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen und die Beteiligung der Öffentlichkeit in die Wege geleitet. „Es wird noch kein Geld in die Hand genommen“, betonte Stadtbaumeister Peter Bauer. Allerdings müssen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, um loslegen zu können, wenn sich die Planung konkretisiert und die Beantragung von Fördergeldern ansteht.

Bereits im Frühjahr hatte sich die vorläufige Stadtverordneten-Versammlung mit der Thematik Bikepark beschäftigt. Vor einigen Wochen gab es einen Scoping-Termin mit den Behörden. Das touristische Highlight zieht etwa 15.000 Besucher pro Jahr an. Allerdings ist die Liftanlage aus dem Jahr 1971 in die Jahre gekommen und reparaturanfällig. Außerdem ist der Lift 200 Meter zu kurz für die Biker.

Der Lift als Kernstück der Konzeption muss auf jeden Fall erneuert werden, um einen funktionsfähigen Grundstock zu bilden. Inwieweit dann die auf der Sensbacher Höhe ins Spiel gebrachte Flyline-Anlage mit Aussichtsturm, Schaukel-/Erlebnispfad oder Kinderseilgarten und Relaxzone hinzukommen, muss sich zeigen.

Im Rahmen eines touristischen Gesamtkonzepts mit einer Neukonzeption könnte eine (Teil-)Förderung von 50 Prozent aus EU-Mitteln erreicht werden, lautete damals die Auskunft der OREG. Bei einer Gesamtsumme von 3,7 Millionen Euro wurde im Vorfeld eine maximale Summe von 1,3 Millionen errechnet, da nicht alle Projekte förderfähig sind. Angesichts der hohen Kosten stand schon vor einem halben Jahr die Priorisierung von Maßnahmen im Raum.

Bebauungsplan „Gewerbepark Odenwald“ hört sich erst einmal hochtrabend an. Doch in Wirklichkeit ging es hierbei nur um eine formale Änderung des Gebiets südlich von Kailbach direkt angrenzend ans badische Friedrichsdorf. Hier wurde die Itter vor ein paar Jahren verlegt, was die Angleichung des Geltungsbereichs notwendig machte. Die verschiedenen Stellungnahmen wurden en bloc abgehakt, sodass es eine einstimmige Beschlussempfehlung gab.

Ähnlich verhielt es sich bei der Abrundungssatzung „Helmsgrundstraße“ in Unter-Sensbach. Die Formalien wurden ebenso an die am 10. Dezember in Beerfelden tagenden Mandatsträger zum Beschluss weitergegeben. Bei der dritten Änderung des Bebauungsplans „Zwischen Lindenallee und Eberbacher Weg“ ging es darum, aus dem bisherigen Industriegebiet zwischen Siemens- und Dieselstraße ein Gewerbegebiet zu machen, weil dort keine Industriebetriebe angesiedelt sind.

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Oberzent-Ausschuss: Gelände am Marbach-Stausee soll Facelifting bekommen

Marcel Gerling ist der neue Vorsitzende des vorläufigen Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Oberzent. Auf der konstituierenden Sitzung im Gemeindezentrum wurde der 39-jährige SPD-Mann aus Schöllenbach einstimmig gewählt. Ebenso ohne Gegenstimme wurde Chris Poffo (ÜWO, Beerfelden) zum Stellvertreter bestimmt. Der Gewählte plädierte für einen „fairen, offenen und respektvollen Umgang“ miteinander. Eröffnet wurde die Sitzung von Stadtverordneten-Vorsteherin Katharina Riesinger.

Das Gremium hatte sich gleich mit zwei Bebauungsplänen und einer Abrundungssatzung zu befassen. Bei letzterer handelt es sich um die „Friedhofstraße“ im Stadtteil Finkenbach. Diese war schnell und einstimmig abgehandelt, da es hier wenig Info- bzw. Erklärungsbedarf gab. Mit dem Bebauungsplan „Marbach-Stausee“ will der Odenwaldkreis das Gelände touristisch aufwerten, sagte Stadtbaumeister Peter Bauer zum nächsten Punkt.

Aktuell ging es um die Beratung und Beschlussfassung über die eingegangenen Stellungnahmen und die Ergebnisse aus der Beteiligung der Öffentlichkeit. Wie Bauer erläuterte, will die Naturschutzbehörde eine Einbindung des Zeltplatzes in den Plan. Es gehe im Wesentlichen um die Bestandssicherung des Geländes und eine marginale Erweiterung. Von allen Fachbehörden sei die Erweiterung des Parkplatzes am DLRG-Gebäude abgelehnt worden. Stattdessen soll laut Bauer die Parkfläche an der B460 ertüchtigt und etwas erweitert werden.

Landschaftsarchitektin Anke Heuer erläuterte ein paar Details. Demnach soll ein Kiosk mit einer Toilettenanlage entstehen. Der in Teilen bereits vorhandene Weg am Ufer wird weitergeführt. Vorhandenes Nadelholz soll als Ausgleichsmaßnahme in einen Laubholz dominierten Bereich umgebaut werden, sagte sie. Außerdem erhält der naturnahe Quellsumpf etwas oberhalb eine Umzäunung. Im Uferbereich entstehen Umkleiden-Paravents und Spielgeräte.

Wie Bauer ergänzte, ist ein Steg in den See vorgesehen, damit man nicht durch den Schlamm waten muss. Der Kiosk soll ganzjährig betrieben werden, um so auch einen Anziehungspunkt für Wanderer und Radfahrer zu schaffen. Im Rund gab es eine kleine Diskussion, ob das Thema aufgrund der dicken Vorlage schon entscheidungsreif sei. Ja, meinten die Mandatsträger bei einer Enthaltung von Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) und empfahlen den Punkt der Stadtverordnetenversammlung zur Verabschiedung.

Ebenso einhellig ging auch der Bebauungsplan „Hinter den Eichen“ in Rothenberg über die Bühne. Für die Aufstellung hatte noch die dortigen Gemeindevertretung gesorgt. Hier ist die Materie allerdings etwas komplexer, sagte Bauer. Die Behörden-Reaktionen waren so wie befürchtet, meinte er. Beim Plan geht es darum, den dortigen, in ein paar Jahrzehnten gewachsenen Bestand in einen gesetzeskonformen Zustand zu bringen.

Von der Naturschutzbehörde wurde laut Bauer ein „Königsweg“ aufgezeigt, wie man die Kuh vom Eis bekommt. „Wir müssen deutlich aufzeigen, dass die bestehende Situation verbessert wird“, so der Stadtbaumeister. Dies soll durch die Schaffung von Biotopen und Pflanzmaßnahmen geschehen. Die vorhandene Nutzung soll unter anderen Voraussetzungen fortgeführt werden können.

Entschädigungs-, Hebesatz-, Wasserversorgungs-, Entwässerungs-, Hundesteuer-, Spielautomaten- und Wappensatzung waren eigentlich von der Stadtverordneten-Versammlung (trotz bereits erfolgtem Beschluss) noch einmal in den Ausschuss verwiesen worden, um offene Fragen zur klären. Es gab aber keine mehr, weswegen der Punkt nur zur Kenntnis genommen wurde.

Der Kubikmeter Wasser kostet in der neuen Stadt künftig 1,90 Euro, das Abwasser pro Kubikmeter 3,20 Euro. Niederschlagswasser wird mit 55 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche kalkuliert. Die Hundesteuer beträgt 48 Euro für den ersten und 72 Euro für den zweiten Hund. Die verschiedenen Steuersätze lauten wie in der Machbarkeitsstudie angesetzt: Grundsteuer A 350 v.H., die für Wohnbebauung maßgebliche Grundsteuer B 365 Prozentpunkte.