Familiäre Weihnachtsfeier mit Musik und Theateraufführungen beim MGV Igelsbach

Bei der Weihnachtsfeier des MGV 1950 war die Sängerhalle im geteilten Dorf bis auf den letzten Platz besetzt. Musikalischer Höhepunkt war die Uraufführung von „Ihr Hirten im Feld, verlasst euer Zeit“ nach einem Satz von MGV-Dirigent Alexander Link, gesungen gemeinsam vom Frauenchor „DreiKlang“ und vom Männerchor. Außerdem führte der MGV das Theaterstück „O Tannenbaum“ auf, die Kindergruppe „Gewusel“ das Stück „Weihnachtsmann sucht Unterstützung“.

MGV-Vorsitzender Karlheinz Walter freute sich, politische Vertreter aus Eberbach und Hirschhorn und damit aus beiden zuständigen Städten begrüßen zu dürfen. Neben den Bürgermeistern Peter Reichert und Oliver Berthold aus Hirschhorn waren auch Mitglieder des hessischen Magistrats sowie des badischen Gemeinderats und der Bezirksbeiratsvorsitzende von Badisch-Igelsbach, Klaus Kappes, zugegen.

Zum Abschluss der besinnlichen und sehr familiären Weihnachtsfeier gab es, wie es bereits seit vielen Jahren Tradition beim MGV Igelsbach ist, eine große Tombola mit 250 Gewinnen, alle gestiftet von Vereinsmitgliedern, Freunden und Gönnern des Vereins. Nicht nur die Erwachsenen freuten sich über einen Gewinn, auch die Kinder waren mit Begeisterung beim Lose öffnen dabei.

Die Mitwirkenden an diesem Abend waren der DreiKlang Frauenchor 1991, der MGV 1950, die Theatergruppe des Vereins und die Kindergruppe „Gewusel“. Die musikalische Leitung hatte Alexander Link. Im Stück „Weihnachtsmann sucht Unterstützung“ ging es darum, dass sich der Nikolaus kurz vor Heiligabend seinen Fuß verstaucht hatte und kaum noch gehen konnte. Um alle Geschenke zu verteilen, benötigte er Hilfe und gab eine Anzeige in der Zeitung auf.

Daraufhin meldeten sich eine Taxifahrerin, ein Koch, eine Arbeitssuchende, ein Hundebesitzer und noch einige mehr. Keinem gefielen die Arbeitszeit, die Bezahlung und der Stress. Erst ganz zum Schluss kam noch ein Osterhase zu den Bewerbern hinzu, der um die Weihnachtszeit herum sehr viel Zeit hat. Er bekam die Stelle unter einer Bedingung: Es dürfen keine Ostereier an Weihnachten verteilt werden. Schnell waren sich beide einig und gemeinsam konnten sie die Päckchen verteilen.

Das MGV-Theaterstück hieß „O Tannenbaum“. Fridolin Hagestolz hatte seinen Weihnachtsbaum im Wald geklaut. Dabei wurde er fotografiert, das Foto war in Polizeibesitz. Außerdem hatte er beim Ausladen des Baumes seinen Wagen im absoluten Halteverbot geparkt. Auch davon gab es ein Foto. Beide Bilder hatte ausgerechnet der ihm bis dahin noch unbekannte Schwiegersohn gemacht.

Am Heiligabend nun stellte Hagedorns Tochter den Eltern ihren Freund vor. Der Schwiegervater in spe geriet außer sich, als er erfuhr, dass dieser seiner Meinung nach ein Polizeispitzel ist. Doch der Freund konnte alles aufklären und brachte es wieder ins Lot. Beide Ensembles bekamen von den Zuschauern begeisterten Applaus für ihre Darbietungen. Gemütlich saß man noch lange Zeit im Kreise der MGV-Familie zusammen und wünschte sich beim Auseinandergehen ein schönes Weihnachtsfest.

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Ehrenamtliche brachten die Grenzbrücke in Ober-Hainbrunn wieder auf Vordermann

Ehrenamt wird im Rothenberger Ortsteil an der Grenze zu Baden und Hirschhorn groß geschrieben. Wenn es etwas zu tun gibt, zögern die drei örtlichen Vereine Feuerwehr, SV und MGV nicht lange und packen an. So geschehen an der Brücke über den Finkenbach hinter dem SV-Gelände, die Hessen mit der badischen, zu Brombach gehörenden Gemarkung verbindet und bei Großveranstaltungen als Abfahrt vom Gelände genutzt wird.

1976 hatten sich die Ehrenamtlichen das letzte Mal dem Bauwerk gewidmet. Einige der alten Recken von damals waren auch diesmal mit zu Gange. Die untere Brückenschicht, bestehend aus dem als „Eisenholz“ bekannten Bongossi, war noch in sehr gutem Zustand. Nur eine Planke musste ausgetauscht werden. „Früher schnitt das Sägewerk Ihrig Exotenhölzer“, weiß MGV-Vorsitzender Wilfried Friedrich, wie man an diese Balken gelangte.

Von dort bekam man nun auch die neuen, sechs Zentimeter dicken Eichenbalken geschnitten und kostenlos geliefert. Nachdem auf die Bongossi-Hölzer eine Folie zur Abdichtung aufgebracht worden war, konnten die neuen Eichenhölzer draufgelegt werden. Viel Arbeit bedeutete durch die Schräge noch einmal das beidseitige Geländer, sagt Feuerwehr-Kommandant Stefan Hofmann. Damit war es aber noch lange nicht getan.

Denn auch die Bäume rund um die Brücke mussten freigeschnitten werden. Darum kümmerte sich Förster Hans-Peter Nelius, der die Zusammenarbeit mit dem Stromversorger RWE und der evangelischen Pflege Schönau auf der anderen Bachseite koordinierte. Die RWE erledigte laut Friedrich die Fällung der über die Stromleitungen hängenden Bäume.

Vor ungefähr einem Monat begannen die 20 Ehrenamtlichen mit ihrer Arbeit und leisteten seither um die 120 Stunden. Erst wurde das alte Geländer abgerissen, dann die morschen Deckbalken entfernt, die neuen aufgebracht, der neue Zaun angeschraubt, im Zuge der Restarbeiten Schotter aufgeschüttet und rund um die Brücke alles zurückgeschnitten. Die Materialkosten bestritten die drei Vereine aus den restlichen Erlösen der 650-Jahr-Feier. Ein kleinerer Teil wurde auch gestiftet.

1972 wurde die Brücke betoniert, erinnerten sich die Älteren unter den Helfern. 1986 folgte die erste Sanierung. Das Bauwerk dient dazu, dass bei Sänger- oder Feuerwehrveranstaltungen der Verkehr in Einbahnregelung auf der anderen Bachseite talabwärts fahren kann und nicht die schmale Zufahrt zur Neckarstraße verstopft. „Die Brücke ist sehr stabil ausgelegt“, freute sich Friedrich. Den Test mit einem 20-Tonner hielt sie jedenfalls aus.

Über 100 Schlepper- und Oldtimerfreunde werden am 25. September in Ober-Hainbrunn erwartet

Der kleine Ortsteil von Rothenberg im Finkenbachtal wird am Sonntag, 25. September, wieder zum Treffpunkt von Schlepper- und Oldtimerfreunde aus dem badischen und hessischen Odenwald. Die Anfahrt auf den Festplatz bei der Sporthalle ist ab 10.30 Uhr möglich. Jeder Teilnehmer wird mit einem schönen Erinnerungsfoto, Verzehrbons und dem beliebten Sammelbutton belohnt. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos.

Highlight für alle Teilnehmer und Zuschauer ist die große Fahrzeugparade durch den Ort gegen 14 Uhr. Dabei stellen die Inhaber ihre oftmals sehr liebevoll restaurierten Fahrzeuge der Öffentlichkeit vor. Viel Anklang findet bei den Besuchern immer das nicht alltägliche Speiseangebot. Schon traditionell wird das althergebrachte Odenwälder Hochzeitsessen, nämlich Rindfleisch mit Meerrettich und Salzkartoffeln angeboten. Daneben bereichert der beliebte Hainbrunner Holzfäller-Rollbraten vom Buchenholzgrill die vielfältige Speisekarte.

Das mit viel ehrenamtlichem Einsatz dekorierte Freigelände und der angrenzende Kinderspielplatz mit Hüpfburg bieten dazu ein reizvolles Ausflugsziel. Natürlich ist dies auch für alle Biker, Wanderer und Radfahrer gedacht, die ihre Tour mit einer gemütlichen Einkehr verbinden möchten. Selbst bei Regen bietet die herbstlich geschmückte Sporthalle das passende Ambiente für einen schönen Sonntagsausflug nach Ober-Hainbrunn.

Weit mehr als 100 Fahrzeuge aus der näheren und weiteren Umgebung mit ihren Lenkern erwartet der Männergesangverein als Veranstalter zum neunten Treffen dieser Art auf dem Festplatz. Für viele Auto- und Traktorenbesitzer ist es auch eine gute Gelegenheit, mit anderen Oldtimer-Liebhabern ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und vielleicht den einen oder anderen Tipp fürs „Rumschrauben“ zu holen.

„Entstanden ist das Oldtimer-und Schlepper Treffen aus einem historischen Bauernmarkt“, erzählt der MGV-Vorsitzende Wilfried Friedrich. Inzwischen ist „der ganze Verein im Einsatz“, um die ankommenden Oldtimer-Besitzer einzuweisen und sich um das Wohl der zahlreichen Gäste zu kümmern, die die viele Bierbänke besetzen. Aus dem Kleinen Odenwald mit Schwanheim sind in der Regel Aussteller ebenso vertreten wie aus Darsberg, Hirschhorn, Buchen oder Dieburg. Nicht nur Autos oder Traktoren sind zu finden, sondern auch historische Motorräder oder ein Messerschmidt-Kabinenroller.

„Die Leute sollen sich wohlfühlen“, ist die Maxime des Treffens, das in die Ober-Hainbrunner Kerwe eingebettet ist. Am Samstag, 24. September, beginnt die Kerwe gegen 18 Uhr mit dem Gottesdienst. Gegen 20 Uhr eröffnet der Männergesangverein den Liederabend. Ganz besonders freut man sich immer auf den Besuch von auswärtigen Sangesfreunden. Mit der bunten Tombola endet der offizielle Teil.

Das „freilaufende“ Brombacher Feuerrad ist etwas Besonderes – Feuerspringen als Spektakel

Feuerrad rollen kann jeder. Die Brombacher setzen bei diesem Traditions-Spektakel auf Besonderes: das Feuerspringen und das „freilaufende“ Rad. Beides sind optische Highlights, die man sonst in den Odenwald-Gemeinden nicht zu sehen bekommt und die deshalb auf große Resonanz stoßen. Direkt nach Fastnacht hatte noch das Wetter den Veranstaltern von MGV und Sportschützenverein einen Strich durch die Rechnung gemacht, jetzt holten sie das Event kurz vor dem meteorologischen Frühjahrsanfang nach.

Das Feuerrad wird in Brombach schon mit Unterbrechungen seit Ende des 19. Jahrhunderts veranstaltet – früher als Bienenkörbe-Schwingen. Der Ablauf ist mehr oder weniger der gleiche, allerdings wurde der Veranstaltungsort schon ein paar Mal gewechselt. Erstmals bekannt wurde das Rad am alten Skilift zu Tal gelassen. Dort steht auch noch der Gedenkstein mit der Aufschrift „Sinnbild der Sonne springe zu Tal, künde den Frühling viel tausend Mal“. Der Feuerrad-Brauch stammt ursprünglich von den alten Germanen ab. Es wurde zu Tal gerollt, um durch Licht und Wärme die bösen Winterdämonen zu vertreiben.

Zwischen zehn und 20 Aktive, Jugendliche und Männer zwischen zehn und 50 Jahren, sind immer bei der Gaudi dabei. Vier Wochen vor der Veranstaltung besorgt Landwirt und Hauptorganisator Dennis Weber das Stroh. Am Tag des Herablassens treffen sich die jungen und älteren Burschen und richten das vom Vorjahr beschädigte Eisenrad. Nachmittags kommen weitere Helfer hinzu.

Dann werden die Schwedenfackeln eingesägt (sie sorgen für geheimnisvolles Licht auf halber Strecke und am Schützenhaus-Parkplatz) und wird eine frische Fichtestange besorgt, die durchs Rad hindurchgeschoben. An ihr führen es die Männer zu Tal. Dann stopfen die Mitwirkenden das Rad. Dies wird seit 2002 so praktiziert. Vorher wurde das Stroh Wochen vorher getrippelt, zu langen Strohtrudeln zusammengebunden und in ein über Wochen eingeweichtes Holzrad geflochten.

Auch wird an diesem Nachmittag der Feuerhaufen für das Springen aufgetürmt. Dieser Brauch des Feuerspringens ist so alt wie das Rad selbst und dient den jungen Männern als Mutprobe. Eine Besonderheit in Brombach ist das im unteren Drittel „freilaufende“ Feuerrad, laut den Veranstaltern auch „das einzige uns bekannte im Odenwald“. Denn der Vorteil am Brombacher Hang ist, dass er unten in ein Tal mündet, in dem das Rad von selbst zum Stehen kommt.

Zwischen 100 und 200 Zuschauer aus dem Dorf, aber auch umliegenden Ortschaften zählen MGV und SSV jedes Jahr. Diesmal waren die Bedingungen optimal, nach einem Sonnentag war es abends klar. Die anschließende Feier im benachbarten Schützenhaus dauerte bis in die frühen Morgenstunden an.

Brombach ist einer der wenigen Orte in Deutschland, in denen dieser alte germanische Brauch wieder gepflegt wird. Den ersten schriftlichen Beleg für einen Feuerbrauch dieses Typs bietet die Chronik des Klosters Lorsch. Am 21. März 1090 vernichtete ein Feuer große Teile des Klostergebäudes, hervorgerufen durch eine brennende Holzscheibe, die als Volksbrauch zur Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche in die Luft geschleudert wurde.

Auch zum vierten Fastensonntag, dem Laetare, wurden in Teilen Deutschlands Feuerräder gerollt, so beispielsweise bei Eisenach und in Franken. Es wird angenommen, dass das Feuerrad in vorchristlichen Zeiten ein Frühlingsbrauch zum „Äquinoktium“ (Tag-und-Nacht-Gleiche am 21. März) war, der sich nach der Christianisierung in die Verbindung mit der Fastenzeit in Südwestdeutschland und mit der Osterzeit im nördlichen Deutschland aufspaltete.

Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1111438932233588.1073741909.100001024761983&type=1&l=aa73cd8233

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Feuerrad in Heddesbach: Weithin lodernde Flammen sorgen für mystisches Spektakel

Die alte Tradition des Feuerrad-Rollens zum Abschluss der Fastnachtszeit – der Winter soll vertrieben werden – hat schon etwas Mystisches. Wenn dann auch wie jetzt in Heddesbach der Wind sein Spiel mit dem Feuer treibt, lässt sich erahnen, warum dieses als eines der vier Naturelemente in früheren Zeiten als so Ehrfurcht gebietend betrachtet wurde. Heute halten die örtliche Feuerwehr, der MGV und die Theatergruppe dieses grandiose Spektakel hoch, das im Ort schon seit der Zeit zwischen den Weltkriegen belegt ist.

Die Form des Winteraustreibens – damals als Scheibenschlagen – findet sich vor fast 1000 Jahren erstmals in der Chronik des Klosters Lorsch. Am 21. März 1090 vernichtete ein Feuer große Teile des Klostergebäudes, hervorgerufen durch eine brennende Holzscheibe, die als Volksbrauch zur Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche in die Luft geschleudert wurde. Heutzutage findet sich der Feuerrad-Brauch nur noch ganz selten in Deutschland. Ein Schwerpunkt ist der südliche Odenwald mit – neben Heddesbach – dem benachbarten Langenthal und Darsberg.

Dieser Brauch wird schon seit vielen Jahren vom Männergesangverein gepflegt. Bereits ein paar Tage vorher wird das Gitterrad mit Stroh gestopft. Es hat einen Durchmesser von 2,50 und eine Breite von 1,50 Metern. Ein Traktor transportiert es den Dammberg hinauf und bringt es in Position. Dann wird das die Sonne symbolisierende Feuerrad an Stangen den Berg hinab auf den hoch lodernden Fastnachtshaufen im Tal, bestehend aus ausrangierten Christbäumen und Grünschnitt, geführt. Die lange Brandspur verkörpert dabei die Erwärmung der Fluren durch den nahenden Frühling.

Dieses Jahr war alles ein klein wenig anders. Zum Glück wurde es wenigstens rechtzeitig trocken. Der Wind pfiff aber allen Beteiligten heftig um die Ohren und sorgte bei der Sportanlage im Tal für meterlange Rauchschwaden des zuvor angezündeten Christbaumfeuers. Das war schon fast heruntergebrannt, als zehn kräftige Männer von Feuerwehr und MGV das Feuerrad den Dammberg hinab führten. Sie mussten sich wegen der Windböen besonders schützen, denn beeindruckende Flammenspiele loderten zur Seite hin auf.

Wenn auch der Regen eine halbe Stunde vorher aufgehört hatte, so waren die Außenbedingungen dennoch etwas ungemütlich. So kam es, dass weniger Besucher als sonst zur Hütte an den Ulfenbach gekommen war. Der plätscherte, voll mit Wasser, schon knapp unterhalb des Randes. Drinnen wurde fröhlich weitergefeiert mit Alt-Bier aus Düsseldorf, Kräuter- und Williams-Schnaps. Und natürlich kamen die bekannten „Harfenburger“ auf den Teller, aber auch Fisch- und Lachsbrötchen. Der Glühwein half gegen die aufkommende Kälte.

Die Veranstaltung in Heddesbach hat eine lange Tradition. Schon zwischen den beiden Weltkriegen wurde das Feuerrad schon zu Tal gerollt. Selbst während des Krieges hielten die Bewohner des kleinen badischen Dorfs daran fest. Heutzutage ist sie ein beliebter Treffpunkt für Gäste aus nah und fern. Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1100213260022822.1073741907.100001024761983&type=1&l=53b71b4c7b 

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Heddesbacher pflegen am Faschingsdienstag die alte Tradition des Feuerrad-Rollens

Mit dem Feuerrad-Rollen pflegen die Heddesbacher zum Faschingsabschluss eine alte Tradition zum Winteraustreiben, die schon vor 1000 Jahren belegt wurde. Heutzutage findet sie sich nur noch ganz selten in Deutschland. Ein Schwerpunkt ist der südliche Odenwald mit – neben Heddesbach – Hirschhorn-Langenthal und Neckarsteinach-Darsberg. Immer am Abend des Faschingsdienstags, dieses Jahr am 9. Februar, gehen als großes Spektakel für die Bevölkerung die Feuerräder zu Tal.

Die Veranstaltung in Heddesbach hat eine lange Tradition. Schon zwischen den beiden Weltkriegen wurde das Feuerrad schon zu Tal gerollt. Selbst während des Krieges hielten die Bewohner des kleinen badischen Dorfs daran fest. Der MGV Heddesbach wird nach Einbruch der Dunkelheit aktiv. Treffpunkt ist die Freizeitanlage im Tal. Für Speis und Trank wird die Theatergruppe sorgen. Der Tannenbaumhaufen wird um 18 Uhr angesteckt. Zehn kräftige Männer führen das Feuerrad mit Stangen gegen 19 Uhr den Berg vom Dammberg hinunter in den brennenden Fastnachtshaufen.

Die Tradition pflegt schon seit vielen Jahren der Männergesangverein. Bereits ein paar Tage vorher wird das Gitterrad mit Stroh gestopft. Es hat einen Durchmesser von 2,50 und eine Breite von 1,50 Metern. Ein Traktor transportiert es den Dammberg hinauf und bringt es in Position. Dann wird das die Sonne symbolisierende Feuerrad an Stangen auf den hoch lodernden Fastnachtshaufen, bestehend aus ausrangierten Christbäumen und Grünschnitt, im Tal geführt. Die lange Brandspur verkörpert dabei die Erwärmung der Fluren durch den nahenden Frühling.

Verregnetes Maifest vermiest dem MGV Igelsbach die Bilanz – Treue Sänger bei Jahreshauptversammlung geehrt

Mit den Liedvorträgen „Rheinisches Fuhrmannslied“ von Paul Zoll und „Herrliche Berge“ von Bepi de Marzi unter der Leitung von Alexander Link startete der MGV Igelsbach in seine Jahreshauptversammlung. Berichte und Sängerehrungen standen hierbei im Mittelpunkt. Vorsitzender Karlheinz Walter freute sich, unter den Gästen auch Gründungsmitglied Reinhard Kaidel sowie den Ehrenvorsitzenden Ernst Müller begrüßen zu dürfen.

Nach der Ansprache von Chorleiter Alexander Link folgte der Bericht des Schriftführers Walter Helm. In kurzen Stichworten brachte dieser noch einmal sämtliche vom Verein wahrgenommene Termine in Erinnerung. Kassenwart Wilhelm Bartmann stellte die Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Für 2015 sei ein kleiner Minusertrag von 630 Euro zu verzeichnen, sagte er. Dies liege an geringeren Einnahmen bei Hallenvermietung und Festlichkeiten.

Die Kasse wurde von Gerhard Gugau und Peter Backfisch geprüft. Sie bestätigten dem Kassier eine einwandfreie und vorbildliche Kassenführung und empfohlen die Entlastung. Diese wurde dem Gesamtvorstand einstimmig erteilt. Für den fleißigen Besuch von Singstunden und MGV-Auftritten wurden vom zweiten Vorsitzenden Jürgen Heckmann geehrt: Klaus Muff, der jedes Mal dabei war, Reinhard Kaidel, der nur einmal fehlte, und Ernst Müller (zwei Mal). Sie erhielten eine Urkunde und ein Getränkepräsent.

Unter der Leitung von Gerhard Gugau wurde der amtierende Vorsitzende Karlheinz Walter ebenso einstimmig wiedergewählt wie Schriftführer Walter Helm. Jürgen Heckmann verlas danach eine Vorschau auf das schon begonnene Jahr. Der Erhöhung des Jahresbeitrages von 30 auf 40 Euro sowie der Erhöhung der Hallenpreise für Getränke um je 20 Cent wurde jeweils einhellig zugestimmt.

In seinem Rückblick auf 2015 erwähnte Walter, dass der MGV-Fasching sehr gut verlaufen sei. Hatte man dort gutes Wetter, so war den Sängern beim Maifest Petrus nicht hold: „Es regnete fast ununterbrochen.“ Die Folge seien wenig Besucher und wenig Umsatz gewesen. Beim Liederabend mit Ehrungen sei ein Fehler passiert, für den er sich vielmals entschuldigte, so Walter.

Der MGV Igelsbach sei 1950 gegründet worden. Somit „wurden wir 65 Jahre alt“ und damit gebe es große Ehrungen für aktive Sänger vom Badischen und vom Deutschen Chorverband, sagte Walter. Diese Ehrung des aktiven Sängers Reinhard Kaidel „wurde leider nicht gemacht“. Unter den Tisch gefallen sei auch die Auszeichnung von Wilhelm Bartmann für 50 Jahre aktives Singen – und als ob es noch nicht genug sei, fehlte auch die der beiden noch lebenden passiven Gründungsmitglieder, Marjan Kos und Ernst Kaidel.

Der Auftritt am Kriegerdenkmal im Spätjahr sei ein besonderer gewesen, sagte der Vorsitzende. „Unsere drei Liedvorträge waren vom Feinsten.“ Bei der Weihnachtsfeier passte mit Tisch- und Saaldekoration, Theaterstücken, Bühnenbild und der Uraufführung von „Jingle Bells“ alles zusammen.

Mit Blick auf 2016 sagte Walter, dass zusätzlich zu den etatmäßigen Veranstaltungen drei außer der Reihe hinzukämen. Aus Anlass der Feiern „625 Jahre Stadtrechte Hirschhorn“ und „200 Jahre Carl Langbein“ sei in der Sängerhalle vom 15. bis 17. April eine Wanderausstellung mit Hirschhorn-Ansichten geplant. Geplant sei eine feierliche Eröffnung mit musikalischer Umrahmung durch denh MGV.

Außerdem werde der Frauenchor Igelsbach 25 Jahre alt. Aus diesem Anlass sei ein Liederabend mit Ehrungen am 4. Juni geplant. Beim Liederabend im Oktober sollen die vergessenen Ehrungen nachgeholt werden. Die Mitgliederzahl sei von 112 Ende 2014 auf 106 Ende 2015 gesunken. Zwei Neueintritte gab es zu verzeichnen.