„Es muss gut sein, das ist das Entscheidende“

Die Musik ist sein großes Steckenpferd. Egal ob Folk, Blues oder Rock, gepaart mit einer Kabarett-Prise Gerhard Polt und den Well-Brüdern: Michael Reinhard fühlt sich überall zuhause. „Es muss gut sein, das ist das Entscheidende“, hebt der 61-Jährige hervor. Getreu diesem Motto widmet sich der ehemalige Stadtkämmerer von Hirschhorn der kulturellen Vielfalt in seiner Heimatstadt Beerfelden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der dortigen Musiknacht, die zweijährlich immer Ende Oktober stattfindet – jetzt zum sechsten Mal.

Für den Veranstalter, den Verkehrs- und Gewerbeverein, übernimmt Reinhard seit 2009 die komplette Organisation, akquiriert die Bands, spricht Sponsoren an, kümmert sich um Vorverkauf und Plakatierung. „Da ist natürlich auch viel eigener Geschmack bei der Musikauswahl“, schmunzelt er. Der Erfolg ihm recht: Die auf 800 Stück limitierten Karten („Mehr Leute passen in die Kneipen nicht rein“) gehen praktisch jedes Mal weg.

Reinhard schöpft dabei aus seinem reichhaltigen persönlichen Fundus an Band-Bekanntschaften und der langjährigen Erfahrung. „Ich gehe selbst im Jahr auf 30 Konzerte“, erzählt er. Daraus haben sich viele Kontakte ergeben. Das wissen auch die Vereins-Verantwortlichen, die damals auf ihn zukamen. „Die wussten, dass ich kulturell interessiert bin.“ Und natürlich auch schon einschlägig vorbelastet, denn in Hirschhorn hatte Reinhard zu dieser Zeit schon einige Konzerte und Kabarettveranstaltungen auf die Beine gestellt.

Für die Musiknacht 2019 greift er auf ein paar Zugpferde zurück. Die „Seàn Treacy Band“ aus Karlsruhe, bisher vor allem in der Rheinebene bekannt, hat sich durch Auftritte im Hüttenwerk und auf dem Pferdemarkt auch im Odenwald einen Namen gemacht. Die „Bombshells“ mit ihren Rock-Covers mischten vor kurzem den Hirschhorner Klosterhof auf. Und die „Blue Healers“ mit ihrem bluesgetränkten Rock sind in Beerfelden schon bekannt wie die bunten Hunde. „Die werden verlangt, weil sie eine tolle Show machen“, weiß der Kulturmacher.

„Ich will etwas für die Stadt und ihre Bürger tun“, meint er über seine Motivation, alle zwei Jahre die Musiknacht zu stemmen. Denn das kulturelle Angebot in Oberzent kann ja durchaus solche Großveranstaltungen vertragen. Reinhard sieht den Event als „PR-Veranstaltung für Beerfelden“, denn er betreibt Werbung in einem 100-Kilometer-Umkreis.

Der Beerfeldener kümmert sich auch um das Musikprogramm der Oberzent-Expo. Das erfreut sich seiner Beobachtung nach immer größerer Beliebtheit, weil es das frühere Kleinkunstzelt nicht mehr gibt. „Das hat die Leute schwer getroffen“, sagt er. Denn die Bühne brachte eine individuelle Note ins Unterhaltungsprogramm des Pferdemarkts rein und gab Künstlern abseits des Mainstreams ein Podium.

Das Management der Irish-Folk-Gruppe „Dhalia’s Lane“, vor kurzem auf dem Wiesenmarkt zu hören, betreibt der 61-Jährige seit 2007. „Die habe ich als Vorband zu ‚Paddy goes to Holyhead‘ kennengelernt“, erzählt er. Das war 1999, damals noch unter dem Namen „Wild Silk“. Nach zwei sehr erfolgreichen, von ihm organisierten Konzerten in Hirschhorn wurde er nach mehr gefragt. Inzwischen sind es um die 25 Auftritte im Jahr, die er an Land zieht.

„Das ist eine Band mit hochprofessionellen Musikern“, zeigt sich Reinhard begeistert. Sie bringt die irischen Töne in Vollendung rüber. „Das Zusammenwirken macht einfach Spaß.“ Schon als Jugendlicher „habe ich die Dubliners gehört“, hat er ein Faible für das Musikschaffen von der Grünen Insel. Später kam auch Clannad dazu.

Daneben gibt es die Zusammenarbeit der Folk-Gruppe mit dem Airlenbacher Stefan Rosewick von ArtArtistica in Gestalt des „irischen Feuermärchens“, das am 24. August in Bad König aufgeführt wird. Wer den Beerfeldener fragt, dem wird geholfen. Denn seine Kontakte haben sich herumgesprochen, sodass er auch immer gerne Ansprechpartner ist, wenn auf die Schnelle eine Gruppe benötigt wird. Außerdem bringt er Künstler mit dem Verein „GO!“ zusammen. Wie etwa Paddy Schmidt, der Ende November in Rothenberg eine musikalische Lesung halten wird.

Info: Die Eintrittskarten für die sechste Beerfeldener Musiknacht am Samstag, 26. Oktober, können ab sofort in Beerfelden bei allen beteiligten Gaststätten, bei Fachmarkt Hartmann, bei Schreibwaren Papillon, im Brauereimarkt, im Waldseebad sowie bei allen Verwaltungsstellen der Stadt Oberzent erworben werden. Außerdem gibt es sie in Erbach im Buchkabinett, in Michelstadt bei der Buchhandlung Schindelhauer sowie in Eberbach bei der Buchhandlung Greif. Weitere Infos unter Telefon 0176-52325200.

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Standesbeamtin Rita Kräher 40 Jahre bei der Stadt tätig

Ein bemerkenswertes Dienstjubiläum gab es kürzlich im Hirschhorner Rathaus zu feiern: Standesbeamtin Rita Kräher war am 15. April 40 Jahre beim Magistrat der Stadt beschäftigt. Dieses Ereignis nahm Bürgermeister Rainer Sens zum Anlass, um in einer kleinen Feierstunde Kräher für vier Jahrzehnte treue Dienste zu danken. Seit dem Jahre 1998 insbesondere als Standesbeamtin beschäftigt, bekleide sie eine verantwortungsvolle Tätigkeit mit hoher Außenwirkung – und für die frisch Vermählten von noch größerer Bedeutung.

Sens würdigte das große Engagement von Kräher, die ihre Arbeit mit Umsicht, Kompetenz und dem nötigen „Herzblut“ ausübe und den Bürgern darüber hinaus auch in anderen Angelegenheiten hilfsbereit zur Seite stehe. Er überreichte die Urkunde des Magistrats sowie einen großen Blumenstrauß und wünschte der Jubilarin noch eine gute Zeit in ihrem wichtigen Wirkungskreis. Personalleiter Michael Reinhard schloss sich diesen Wünschen im Namen der Kollegen an, dankte Kräher für die gute Zusammenarbeit in all den Jahren und überreichte ein Präsent