Eröffnung der Wandersaison auf dem Neckarsteig mit einer Wanderung von Hirschhorn nach Eberbach

Die große Eröffnung der Wandersaison auf dem Neckarsteig findet am Sonntag, 17. April, statt. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr vor dem Hirschhorner Rathaus. Der Neckarsteig, vom deutschen Wanderverband als Qualitätsweg zertifiziert, ist nicht nur etwas für Wanderaffine. Am Rande des Steigs gibt es nämlich auch jede Menge Natur und Kultur zu bestaunen. Deshalb sind am 17. April alle Naturbegeisterten zur zweiten Wandersaisoneröffnung eingeladen. Gemeinsam wird von Hirschhorn nach Eberbach gewandert.

Nach der Begrüßung am Startpunkt erfahren die Teilnehmer, was es mit der Geschichte der „Perle des Neckartals“ auf sich hat. Der erste Wanderabschnitt führt über das hoch über der Stadt gelegene Hirschhorner Schloss über die Hoppehütte zum Steinernen Tisch. Von dort aus geht es weiter oberhalb von Igelsbach und unterhalb des Tannenkopfes zum Waldklassenzimmer im Gretengrund. Der ortskundige Wanderführer gibt allen Interessierten einen Überblick über geschichtliche Highlights auf der elf Kilometer langen Strecke.

Ziel ist der Naturparkmarkt in Eberbach, der an diesem Sonntag auf dem Leopoldsplatz Station macht. Von 11 bis 17 Uhr stehen dort die vielfältigen Produkte „Made in Naturpark Neckartal-Odenwald“ im Mittelpunkt. Die Besucher können den Markt zum Schauen, Verweilen, Schlemmen und Einkaufen genießen. Man kann sich selbst von der Qualität, der Frische und Vielfalt der Produkte überzeugen und dabei noch mit den Erzeugern ins Gespräch kommen. Das Angebot ist reichhaltig: saisonales Obst, Gemüse, Fisch, Wurst- und Käsesorten sowie Wein und Säfte.

Neben der Vielfalt an Lebensmitteln werden auch handwerklich hergestellte Waren, Kosmetika, Floristik und Pflanzen angeboten. Viele der regionalen Leckereien gibt es auch direkt zum Verspeisen und Genießen. Zusätzlich wartet ein attraktives Mitmachprogramm auf die kleinen Besucher, so dass der Naturparkmarkt zum Erlebnis für die ganze Familie wird.

In Eberbach besteht die Möglichkeit zur Einkehr und zum gemütlichen Beisammensein. Für die Rückfahrt zum Ausgangspunkt in Hirschhorn können die Wanderer die S-Bahn Rhein-Neckar nutzen. Künftig soll jedes Jahr auf einem anderen Teilabschnitt die Wandersaisoneröffnung stattfinden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Wanderung ist kostenfrei.

Infos: http://www.neckarsteig.de oder beim Neckarsteig-Büro unter Telefon 06261/84-1386.

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Timo Bracht im Gespräch: Mit dem Neckarsteig wurde der Wandertourismus in der Region fit gemacht für die nächsten Jahre

Timo Bracht, 40, aus Eberbach, ist seit 1993 aktiver Triathlet. Er hat bereits verschiedentlich mit Erfolg an Iron-Man-Veranstaltungen teilgenommen, mit Siegen in Frankreich und auf Mallorca. Bracht ist Ideengeber des „Neckarsteigs“, eines 127 Kilometer langen Qualitätswanderwegs zwischen Heidelberg und Bad Wimpfen.

Herr Bracht, den Neckarsteig gibt es schon seit einigen Jahren. Welche Zwischenbilanz ziehen Sie?

Timo Bracht: Der Neckarsteig existiert in meinem Kopf schon seit ich ein Kind bin. Damals war ich mit meinem Opa Karl und den anderen Kindern in den Bergen und Tälern des Odenwaldes unterwegs. Wir durften klettern, uns verstecken, Burgprinzessinnen und Ritter spielen und haben so viele Abenteuer direkt vor der Haustüre erlebt. Als mein Opa 2006, im Alter von 102 Jahren, gestorben ist, habe ich mir gedacht, jetzt ist die Zeit gekommen, die Idee in die Tat umzusetzen. Ich hatte von Anbeginn mit dem damaligen Eberbacher Bürgermeister Bernhard Martin, dem Touristiker Tobias Soldner, dem Naturparkzentrum um Manfred Robens und der Tourismus-Gemeinschaft Odenwald Mitstreiter, die meine Idee teilten und mit der Umsetzung begonnen haben. Der Weg dorthin war, wie die Originalstrecke des Neckarsteiges, nie einfach, und weiß Gott kein Sonntagsspaziergang. Es mussten Genehmigungen von zwei Bundesländern, mehreren Landkreisen, Gemeinden und Städten eingeholt werden. Auch meine Idee, von einer touristischen Marke „Neckarsteig“ zu sprechen und diese zu entwickeln, war vielen neu. Aber ich glaube, es war und ist der einzige Weg, um den Wandertourismus fit für die nächsten Jahre zu machen. Der Erfolg gibt mir Recht.

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Was war Ihre Motivation, diesen Weg anzuregen und haben sich Ihre damaligen Ziele heute erfüllt?

Timo Bracht: Der Hauptgrund war sicherlich, die Schönheiten unserer Region mit anderen teilen zu können. Mich hat es in meiner Karriere als Profisportler auf fast alle Kontinente der Erde verschlagen, ich war an den schönsten Plätzen der Welt, sah auf fast 500.000 Kilometern mit dem Rad, zu Fuß und im Wasser so einige schöne Wege. Oft denke ich dann, dass es bei mir daheim genauso schön ist. Das Heidelberger Schloss, die Burgfeste Dilsberg, die Margarethenschlucht oder die Neckarschleife bei Hirschhorn mit einem Weg zu verbinden, der auch noch spektakulär im Gelände liegt, war das Ziel. Von der Churpfalz (Heidelberg) in die Kaiserpfalz (Bad Wimpfen).

Ich will die Menschen wieder raus bringen, in Bewegung in der Natur. Und endlich haben wir mit dem Neckarsteig eine Marke, mit der die Region auch auf dem nationalen Wandermarkt mehr als bestehen kann. Das war höchste Zeit, die Region hat das Thema Wandern jahrzehntelang stiefmütterlich behandelt. Die Leitidee hat sich mehr als bewährt. Ich nenne dies ein modulares Konzept: Man kann den Weg in kürzere Teilstecken von zehn bis 18 Kilometern einteilen, kommt immer wieder an der Neckartal-S-Bahn vorbei und hat mit dem VRN alle Möglichkeiten zurück oder weiter zu kommen. Und wenn in ein paar Jahrzehnten Kinder von meinen Kindern auf verschlungenen Pfaden unterwegs sind und ein blaues N auf weißem Grund auf einem Baumstamm oder einem Stein entdecken, dann wissen sie, dass ihr Opa die Idee dazu hatte.

Gibt es eine Lieblingsstrecke zwischen Heidelberg und Mosbach, auf der Sie besonders gerne unterwegs sind? Welches ist dort der besondere Reiz?

Timo Bracht: Der Neckarsteig über die Wiesen am Breitenstein oberhalb von Eberbach ist eines meiner Highlights. Am schönsten dort finde ich es, wenn die Esskastanien fallen. Dann komme ich nicht nur mit tollen Erlebnissen heim, sondern auch mit vollen Taschen. Mich reizt auch die Abgeschiedenheit des Weges, die Herausforderung der Streckenführung und trotzdem die Nähe zur Stadt und zum Neckartal. Ich kann also auch mal kurz den Neckarsteig direkt vor der Haustüre genießen.

Ein Festival der kulinarischen Genüsse: Beim Naturparkmarkt präsentierten sich Anbieter aus Neckartal und Odenwald mit ihren Produkten

Verführerisch duftet es auf dem Neckarlauer nach frisch gebackenem Brot. Ein paar Meter weiter lässt das Brutzeln der über dem Grill hängenden Wildsau Freunden des deftigen Genusses das Wasser im Mund zusammenlaufen. Schräg gegenüber gibt’s das Kontrastprogramm für Vegetarier, Gemüse in allen Varianten. Nebenan werden gerade gebratene Pilze in der Pfanne geschwenkt, während der Elztäler Flammkuchen reißenden Absatz findet.

Ein Schlaraffenland der Genüsse war an diesem Sonntag der fünfte Naturparkmarkt in Neckargemünd. Er fand erstmals zusammen mit dem baden-württembergischen Aktionstag „Unser Neckar“ statt. Das und die nächstes Frühjahr anstehende Landtagswahl holte eine große Zahl von Kommunal-, Landes- und Bundespolitikern in die Stadt geholt. Sie überzeugten sich bei einem späteren Rundgang selbst vom reichhaltigen Angebot der verschiedenen Direktvermarkter aus allen Ecken des Naturparks Neckartal-Odenwald. Die Anbieter aus dem badischen Odenwald von Eberbach über Mudau, Mosbach und Buchen bis hin nach Walldürn haben dabei klar die Oberhand.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Horst Althoff ergriff der Erste Landesbeamte des Rhein-Neckar-Kreises, Joachim Bauer das Wort. Er sitzt gleichzeitig im Vorstand des in Eberbach ansässigen Naturparkvereins. Die 43 Teilnehmer aus allen Teilen des Naturparks demonstrierten „Vielfalt, Qualität, Frische und Leistungsfähigkeit der Region“, sagte er. Sie seien ein gutes Beispiel dafür, wie Natur- und Landschaftsschutz mit wirtschaftlichen Interessen unter einen Hut gebracht werden könnten.

Den Naturparkmarkt wertete Bauer als „aktive Unterstützung der Direktvermarkter“ sowie als Stärkung des ländlichen Raums. Es gebe vielfältige Anreize zum „Erkunden, Erschmecken und Genießen“. Der Landesbeamte bezeichnete die letztjährige Wiedereröffnung des Naturparkzentrums in Eberbach als „Meilenstein“ für die Vereinigung. Mit ihren zahlreichen Aktivitäten sei es ihr Bestreben, „die Vielfältigkeit und Einzigartigkeit der Region bekannter zu machen“.

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) rief dazu auf, die etlichen Angebote wahrzunehmen. Am heutigen Aktionstag wolle man „den Neckar mit den Bürgern in Verbindung bringen“. 180 Aktionen fänden auf den 367 Kilometern von der Quelle bis zur Mündung statt. Dabei werde der Fluss in seinen unterschiedlichsten Facetten präsentiert – auch als ökologisches Gewässersystem und interessanter Naherholungsraum. „Die ursprüngliche Flusslandschaft ist heute eine Standortqualität“, machte Untersteller deutlich. Für die musikalische Umrahmung sorgte zur Eröffnung die Musikschule Neckargemünd.

Auf Hanfmarkt, Lohplatz und Neckarlauer ließ es sich im Anschluss trefflich flanieren. „Von Apfelsaft bis Ziegenkäse“ hieß das Motto – und es wurde nicht zu viel versprochen. Leckereien aus Kartoffeln, Sirup, Gelee, Konfitüre, Kräutersalz, Balsamessig, Badesalze, Ziegenmilch-Speise- und -Fruchteis oder -Käse sowie Edeldestillate aus historischen Streuobstsorten waren nur einige der ausschließlich regionalen Angebote, die etliche der Gäste schwer bepackt zum Auto gehen ließen.

Viele Mitmachaktionen verkürzten den Tag für die Kinder. Bienenquiz und Bienenpuzzle, Holzschemel und Mobile bauen, Schafe hautnah erleben, Seifen-Kreationen, Wildtierdiorama oder Schnitzen mit dem Waldkindergarten waren nur einige der Möglichkeiten. Dazu gab es für die Erwachsenen Wanderungen auf dem Neckarsteig oder rund ums Thema Neckar.

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Am Sonntag den Neckar mit allen Sinnen in Aktion erleben – Naturparkmarkt in Neckargemünd

In der Region Rhein-Neckar finden im Rahmen des vierten Aktionstags „Unser Neckar“ etwa 30 Aktionen zwischen Mannheim und Haßmersheim statt. Veranstaltungsschwerpunkte sind unter anderem in Neckargemünd sowie der Neckarsteig-Wanderweg rund um Neckarsteinach, Hirschhorn und Eberbach. Das vielfältige Programm spiegelt die Vielfalt des Flusses und der Akteure am Neckar wider. Im Rahmen der Landesinitiative „Unser Neckar“ gibt es am Sonntag, 27. September, rund 190 Aktionen von der Quelle bis zur Mündung.

Eine geführte Wanderung von Heidelberg führt nach Neckargemünd zum 5. Naturparkmarkt. Dabei können die kultur- und landschaftsgeschichtlichen sowie ökologischen Schätze des Naturraums entdeckt werden. Produkte „made im Naturpark Neckartal-Odenwald“ gibt es beim Naturparkmarkt von 11 bis 18 Uhr auf dem Hanfmarkt, dem Lohplatz und am Neckarlauer zu erlben und zu genießen.

Als Schaufenster für regionale Produkte aus dem Naturpark zeigt der gleichnamige Markt, dass in der hiesigen Region vieles wächst, produziert und veredelt wird. Das Warenangebot ist bunt und bietet eine große Vielfalt an frischem Obst, Gemüse und Kräutern, Ziegenkäse, Hausmacherwurst, Käse sowie Brotspezialitäten, Säften, Marmeladen und Honig.

Aber nicht nur gesunde und frische Lebensmittel sind bei den zahlreichen regionalen Ausstellern im Angebot, sondern auch handwerklich hergestellte Waren wie Naturseifen und Holzprodukte sowie Pflanzen und Kosmetika. In diesem Jahr ist der Markt in Neckargemünd noch größer und vielfältiger: Neben vielen bekannten Anbietern gibt es an neuen Waren zum Beispiel frisch gebackenen Flammkuchen, Craft-Biere, Holzschmuck und Rapsöl.

Der Naturparkmarkt an Neckar und Elsenz ist ein Markt zum Schauen, Verweilen, Schlemmen und Einkaufen. In gemütlicher Marktatmosphäre vor der herrlichen Neckarkulisse ist auch das Angebot an Leckereien zum „Direktverspeisen“ groß. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: ob gegrilltes Wildschwein, Schneckenpfännchen, Kartoffel-Leckereien, Bratwurst, Elztäler Flammkuchen oder vegetarische und vegane Spezialitäten. Die Marktbesucher können sich selbst von der Qualität, der Frische und Vielfalt der Produkte überzeugen und dabei noch mit den Erzeugern ins Gespräch kommen.

Eine Führung über den „Hochwasserpfad“ verläuft auf einer Strecke von etwa zweieinhalb Kilometern entlang von Neckar und Elsenz. Zehn Tafeln erläutern die Entstehung des Naturphänomens Hochwasser sowie seine Auswirkungen auf Neckargemünd. Treffpunkt: Neckarlauer, 13 Uhr. Eine Ausstellung über die Historie der Fähren auf dem Neckar mit zahlreichen Fotos und Erläuterungen gibt es dort beim Freundeskreis Fähre Neckarhausen-Neckarhäuserhof zu sehen. Die letzte Fahrt der Weißen Flotte nach Heidelberg ist erst um 17 statt um 16 Uhr. Infos: http://www.weisse-flotte-heidelberg.de.

Zu einem gemütlichen Einkaufsbummel im Anschluss an einen Besuch des Naturparkmarktes laden die Neckargemünder Altstadtgewerbe ab 14 Uhr im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags. Die Stadt veranstaltet den Markt in Kooperation mit dem Naturpark Neckartal-Odenwald. Seit Jahren engagiert sich der Naturpark für regionale Produkte, ihre Vermarktung und die Stärkung der Landwirte und Produzenten im Naturparkgebiet. Wer den Naturparkmarkt zu Fuß besuchen möchte, hat die Gelegenheit, an geführten Sternwanderungen aus Heidelberg (Treffpunkt 9 Uhr, Bergbahnstation „Kornmarkt“), oder aus Neckarsteinach kommend (Treffpunkt 10.30 Uhr, Ticketschalter Weiße Flotte) teilzunehmen.

Wissenswertes über die Themen und Aktivitäten des Geo-Naturparks-Bergstraße-Odenwald ist im Neckarsteinacher Infozentrum zu erfahren. Eine Ausstellung über Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1858) findet man im zweiten Obergeschoss des Gebäudes in der Neckarstraße 47. Von 11 bis 18 Uhr ist geöffnet.

Das Langbein-Museum, seit Anfang des Jahres regionales Kulturerbe im Kreis Bergstraße, steht im Mittelpunkt des Aktionstags in Hirschhorn. Gäste dürfen sich von 15 bis 17 Uhr auf freien Eintritt im Alleeweg 2 freuen. Per Audioguide kann man die „Naturalien“ vergangener Zeiten, von Carl Langbein Ende des 19. Jahrhunderts zusammengetragen, erleben. Mark Twain, einer der Besucher auf seiner Europareise 1878, oder Ida Langbein, die Schwester des Gründers, führen „höchstpersönlich“ durch die Ausstellung. Die Sammlung Langbeins besteht aus profanen und sakralen Gegenständen. Zu entdecken ist eine spannende Schau aus skurrilen, anrührenden und wertvollen Gegenständen. Das Museum setzt die „Alterthümer“ in ein Spannungsfeld unserer Zeit, lädt zu Entdeckungen ein und zeigt Verbindungen zwischen Gegenständen, die auf den ersten Blick keine Gemeinsamkeit zu haben scheinen.

Eine geführte Wanderung auf dem Eberbacher Pfad der Flussgeschichte, der auf einem Abschnitt des Neckarsteigs verläuft, veranschaulicht faszinierende Spuren aus der Entwicklungsgeschichte des Neckars und zeigt, wie der Fluss über Jahrtausende hinweg die Landschaft geformt hat. Michael Hahl begleitet die etwa dreieinhalbstündige Führung. Treffpunkt ist am Wanderparkplatz Breitenstein um 14 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos und es ist keine Anmeldung erforderlich.

Wer Eberbach und Umgebung lieber auf dem Wasser erkunden möchte, findet die Gelegenheit hierzu mit der Eberbacher Personenschifffahrt. Abfahrtszeiten sind um 11, 14 und 16 Uhr. Anmeldungen sind bei der Eberbacher Personenschifffahrt (EPS) unter Telefon 0176-83071434 erwünscht. Weitere Infos unter www.eps-kappes.de.

Einen Abenteuertag am Neckar mit Schnupperpaddeln, Bogenschießen, Kanu-Touren, Stockbrot backen im Tipi-Dorf und Kinderprogramm gibt es in Neckargerach. Mit einer Grillstation, kühlen Getränken und Eis ist für das leibliche Wohl gesorgt. Ort ist am Campingplatz die Neckar-Kanu-Station von 11 bis 18 Uhr. Eine geführte Wanderung wird von Burg Guttenberg auf dem Neckarsteig über die Deutschordensstadt Gundelsheim und den Michaelsberg bis zur Burg Hornberg durchgeführt. Treffpunkt: Bahnhof Gundelsheim, 10 Uhr.

http://www.unser-neckar.de/aktionstag

Auf dem Neckarsteig die schönsten Seiten des hessischen Neckartals kennenlernen

Der Neckarsteig, ein zertifizierter „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ auf 126,4 Kilometern zwischen Heidelberg und Bad Wimpfen, wurde von der Zeitschrift „Wandermagazin“ für die Wahl „Deutschlands schönster Wanderweg 2015“ nominiert. Eine Jury aus Wanderexperten wählte in den Kategorien Touren und Routen Wege aus und stellt sie zur Wahl. In diesem Jahr sind fünf Weitwanderwege (Kategorie Routen) nominiert, darunter auch der Neckarsteig.

Nun sind alle Neckarsteig- und Wanderfans aufgerufen, mit ihrer Stimme dem besonderen badischen und hessischen Wanderweg aufs Siegertreppchen zu verhelfen. Eine Abstimmung unter http://www.wandermagazin.de/wahlbuero ist bis zum 30. Juni möglich. Die Route, die die meisten Stimmen erhält, bekommt auf der Wandermesse „TourNatur“ am 5. September in Düsseldorf den begehrten Titel überreicht. Ebenfalls ausgezeichnet werden die Plätze 2 und 3.

Ein Teil der Neckarsteig-Strecke verläuft auch auf hessischem Gebiet über die Gemarkungen von Hirschhorn und Neckarsteinach. Wanderer kommen hierbei sowohl in den Genuss der historischen Altstädte mit ihrem mittelalterlichen Häusern als auch der Burgen und Schlösser im hessischen Neckartal. Ganz zu schweigen von den herrlichen Blicken auf den Fluss und die ihn umgebende Landschaft, die sich an diversen Stellen eröffnen.

Ideengeber für den Neckarsteig war der Triathlet und Ironman Timo Bracht aus Eberbach. Schon in seiner Kindheit streifte er durch die Wälder und Wiesen im Neckartal und Odenwald – und noch heute ist hier sein Trainingsgebiet. Bracht ist ein Sportler von Weltformat, und dies wäre nicht möglich ohne die Motivation, die er immer wieder aus seinen Ressourcen schöpfen kann. „Eine höhere Ebene meiner Leistung erreiche ich nur, wenn ich in mich hineinsehe, Dinge tue, die ich vorher nie für möglich gehalten hätte“, sagt er, „die Motivation steckt in mir, ich muss sie nur wecken.“

Auf einer Mehrtageswanderung am Neckarsteig können sich Gäste diese Botschaft zu Eigen machen und ihre inneren Potenziale erforschen: „Entdecke den Fluss, finde dich selbst …“ Gleichwohl ist der Neckarsteig keine Plattform für Leistungssportler, sondern dient dem ganz „normalen“ Wanderer zum Genießen. Auch Timo Bracht weiß: „Wohlfühlen hat viel mit der Landschaft zu tun.“

Auf der kompletten Strecke finden sich Rastplätze, Wanderermobiliar und Wanderparkplätze. Mobilität ist durch die Anbindung an die S-Bahn mit ihren zahlreichen Stationen entlang des Flusses und die Fahrgastschiffe auf dem Neckar gegeben. Somit gibt es individuelle Möglichkeiten für Mehrtageswanderungen, Tagestouren oder Spaziergänge.

Der Reichtum an landschaftlichen und kulturgeschichtlichen Attraktionen auf der gesamten Wanderstrecke ist einzigartig: Burgen, Altstädte, Flussschleifen, Wald und Wiesen, Schluchten und Felswände und vieles mehr. Somit wird ein hoher Erlebniswert für Kultur- und Naturbegeisterte geboten. Viele Highlights auch für Wanderungen mit Kindern sind vorhanden. Allerdings sollte man unbedingt an festes Schuhwerk denken, da der Steig kein Spazierweg ist.

Zwischen Hirschhorn und Neckarsteinach gibt es seit diesem Jahr eine neue Streckenführung: Aus der Altstadt Hirschhorns heraus folgt man der Markierung steil bergauf durch das Wohngebiet, bis der Neckarsteig über einen schmalen Pfad in den Wald hinein führt. Folgt man dem Forstweg weiter, hat man einen wunderschönen Blick durch den Mischwald auf das Schloss Hirschhorn, das auf dem gegenüber liegenden Hügel sanft eingebettet liegt.

Vorbei geht es am Freischärlergrab, das auf die Badische Revolution 1848/49 zurückgeht, weiter hinauf zum Roten Bild. Dieses steht an der Grenze des ehemaligen Klosters Schönau zu Hirschhorn. Es gibt zwei Sagen, die sich um das Rote Bild ranken: Eine Frau gebar als Folge eines Ehebruchs Vierlinge. Diese verbarg sie in einem Korb, um sie an den Neckar zu tragen und zu ertränken. Beim Bildstock wurde sie von einem Förster gestellt, der die Kinder rettete. Die Frau wurde hier später zu Tode geschleift. Oder: Ein ungetreuer Vormund hat sich am Roten Bild erhängt und geht heute noch dort um.

Durch herrlichen Mischwald geht die Wanderung weiter am Schaubild vorbei. Dieses diente als schützendes Heilszeichen im Wald und lag an früheren Kirchpfaden zum Kloster und Pfarrort Schönau. An verschiedenen Rastbänken kann man eine Pause einlegen, bis es zum Aussichtspunkt Goetheblick geht, der mit einem Wegzeichen angekündigt wird. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick ins Neckartal.

Folgt man dem schmalen serpentinenartigen Wanderpfad durch den Wald bergab, trifft man als letztes Highlight auf die Neckarsteinacher Hinterburg, die um 1100 erbaut wurde. 1344 war die Burg wahrscheinlich bereits verfallen, wurde jedoch wieder aufgebaut. Die Etappe endet in der historischen Altstadt von Neckarsteinach.

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In vielen Bereichen reichen sich beide Städte die Hände

Hirschhorn/Neckarsteinach. In Zeiten knapper Kassen wird die interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) fast schon als Zauberformel postuliert, um die Handlungsfähigkeit der Gemeinden zu erhalten. Entsprechendes lässt sich auch im Koalitionsvertrag der schwarz-grünen Landesregierung in Hessen nachlesen. Doch der Zauber ist mit Vorsicht zu genießen, denn der Teufel steckt im Detail. Hirschhorn und Neckarsteinach etwa arbeiten im Bereich der hoheitlichen Aufgaben wie Ordnungs- oder Standesamtsbezirk schon lange zusammen.

Eine Vertiefung scheitert bisher aber daran, dass die Umsatzsteuerfrage auf Bundesebene noch nicht gelöst ist. Denn wollten beide hessischen Neckartalstädte wechselweise jeweils – außer dem genannten hoheitlichen Bereich – Aufgaben für die jeweils andere Kommune erledigen, müssten sie diese der nach aktueller Gesetzgeber mit Umsatzsteuer in Rechnung stellen. Da laut Hirschhorns Bürgermeister Rainer Sens aber das Land die IKZ nur bei 15 Prozent Ersparnis fördere, ergebe sich daraus ein Verlustgeschäft. Eine Gesetzesänderung durch den Bund sei zwar angestrebt, aber noch nicht verwirklicht.

Sens sieht eine Vertiefung der IKZ sowieso mit Fragezeichen. Seinen Worten zufolge würde das, „was noch an Potenzial da ist, wohl nicht zu weiteren Kostenreduzierungen führen“. Eventuell seien aber Spezialisierungen der einzelnen Mitarbeiter möglich. Und, gerade in Zeiten von Personalknappheit durch Stellenabbau wichtig, Vertretungen im Krankheitsfall. Als „ideal“ skizziert der Hirschhorner Bürgermeister einen Gemeindeverwaltungsverband (GVV), wie es ihn bereits im benachbarten Baden-Württemberg gibt. Da könnte man die badischen Exklaven Brombach und Heddesbach, beide direkt angrenzend an Hirschhorner Gemarkung, mit ins hessische Boot nehmen. Das Problem: Einen GVV gibt es in Hessen bisher nur in der Experimentalphase, während er in Baden-Württemberg schon seit mehr als 40 Jahren existiert.

Andererseits gibt es laut Sens etliche Bereiche außer der „offiziellen“ IKZ, in denen man (nicht nur) mit Neckarsteinach zusammenarbeite. Etwa die Bereiche Windkraft (mit dem geplanten Standort „Greiner Eck“ auf der Gemarkungsgrenze) und Breitbandausbau. Dazu noch den Qualitätswanderweg „Neckarsteig“, der auch auf Gemarkung der beiden hessischen Neckarstädte verläuft. Oder den Tourismusverband „Romantische Vier“, in dem noch die beiden anderen badischen Neckarstädte Eberbach und Neckargemünd mit an Bord seien.

Oder den Archivverbund Eberbach, in dem sogar „über alles Kreis- und Landesgrenzen“ Gemeinden des angrenzenden Neckar-Odenwald-Kreises mit betreut würden. Beim Abwasserverband Laxbach wiederum orientiert sich Hirschhorn auch nach Norden. Hier ist Beerfelden im Odenwaldkreis zusammen mit Heddesbach und Eberbach mit dabei. Für Sens ein sicheres Zeichen, „dass wir hier mehr interkommunale Zusammenarbeit als in anderen Regionen praktizieren“.

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