Großes Interesse an der Oberzent-Schule

Der Schnuppertag an der Oberzent-Schule stieß wieder auf viel Interesse bei den kommenden Fünftklässlern und ihren Eltern. Sie verschafften sich einen Nachmittag lang einen umfassenden Eindruck des vielfältigen Angebots, das von der integrierten Gesamtschule offeriert wird. Zugleich mit den Infos über die Lernanstalt wurden auch die Ergebnisse der Projektwoche vorgestellt. Schulleiter Bernd Siefert freute sich, dass die OZS in der öffentlichen Wahrnehmung so präsent und gleichzeitig ein Identifikationsmerkmal der Region ist.

Die Oberzent-Schule hatte für den Nachmittag ein breites Programm zusammengestellt, das auch viel Unterhaltung für die Neun- bis Elfjährigen bereithielt. Krönender Abschluss war die „Jeremy-Show“ des Gammelsbachers Ralf Breitinger, der in der Sporthalle mit seinem Jongleur-Workshop diverse Vorführungen in petto hatte. Eltern und Kinder schauten fasziniert den verschiedenen Kunststücken zu.

Zur Begrüßung sangen Leonie Edelmann und Sarah Siebert in der Pausenhalle im Foyer, begleitet von Benedikt Schmitt und Andreas Weinmann. Zwei verschiedene Führungen durch das Gebäude und die diversen Räume gab es von Heidi Domack und Thomas Stricker. Die Kinder erhielten dazu ein großes rotes Papierherz, das sie nach dem Ausfüllen eines Quiz‘ in der Mensa abgeben konnten.

Bernd Siefert bezeichnete die Oberzent-Schule als Bildungsanstalt für die gesamte Region. Schon vor 50 Jahren – denn so alt wird sie dieses Jahr – hätten sich die Gründer beim Namen Gedanken darüber gemacht, wie man mit diesem ausdrücken könne, dass er Schüler aus dem kompletten südlichen Odenwaldkreis anspreche. Die „bestmögliche individuelle Förderung für jedes Kind“ habe man sich auf die Fahnen geschrieben.

„Es ist ganz wichtig, dass alle Oberzent-Viertklässler zu uns kommen“, betonte Siefert. Denn aktuell gibt es in den Grundschulen nur 51 Abschlusskinder – so wenig wie noch nie. „Wir bieten für jeden die auf ihn abgestimmte Förderung“ und begleiten die Kinder in die weiterführenden Systeme, hob er hervor. Siefert stellte fest, dass die OZS bereits fest in den Köpfen der Eltern und Schüler verwurzelt ist. „Für viele ist sowieso schon klar, dass sie hierherkommen.“ Den Schnuppertag nahm man trotzdem gerne an, um sich ein tiefergehendes Bild zu verschaffen.

Der Schulleiter zitierte in seiner Begrüßung der Neurobiologen Gerald Hüther. Nach diesem hat ein Mensch zwei Bedürfnisse: zum einen Verbundenheit, zum anderen wachsen zu können. „Wir als Schule wollen genau das verkörpern“, betonte er. Die Kinder sollen in die Schule hineinschnuppern und sie kennenlernen können. Die Heranwachsenden „als unser wichtigstes Gut“ sollen gut aufgehoben und gefördert werden, meinte Siefert.

Federführend für die Organisation des Schnuppertags war Heidi Domack, die dabei aber vom gesamten Kollegium unterstützt wurde. Es wurde nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Leckeres angeboten: Die Tapas-Bar, ebenfalls Teil der Projektwoche, machte mit Spanien bekannt. Im „Schokoladenhimmel“ durften Pralinen selbst hergestellt werden. Ein Workshop widmete sich der Kosmetik-Herstellung. Dort wurden Lippenbalsams, Cremes und Seifen kreiert.

Es gab weiterhin einen Film über die Skifreizeit im Ahrntal zu sehen. Die Holz-AG stellte eine Bank aus – einen großen Eichenstamm, in den die Sehenswürdigkeiten der neuen Stadt und das Logo der Schule geschnitzt werden sollen. Überhaupt das Logo: Das findet sich auf Tassen, T-Shirts und Kulis, die zum 50. Jubiläum der OZS in Auftrag gegeben wurden. Sie fanden ebenso reißenden Absatz wie die Schlüsselanhänger aus Holz, von den Schülern für die Schnuppertag-Gäste vor Ort gebohrt und mit einem Ring versehen.

Der Förderverein kümmerte sich unter Leitung von Johanna Käpernick um die Bewirtung und verzeichnete rege Nachfrage nach den leckeren Pizzabrötchen. Schüler der neunten und zehnten Klasse unterstützten ihn dabei in der Mensa. Eltern und Schüler hatten die Gelegenheit, sich über das System der integrierten Gesamtschule mit allen Abschlussmöglichkeiten oder über das Europäische Erasmus-Austauschprogramm zu informieren, um nur einige Aktivitäten zu nennen. Das gebotene Spektrum an diesem Tag war mehr als breit.

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(Stolper-)Steine schrubben gegen das Vergessen: Beerfeldener Oberzent-Schüler engagieren sich

„Stolpersteine reinigen – wider das Vergessen“ hatte die Oberzent-Schule ihre Aktion genannt, mit der der jüdischen Bevölkerung der Stadt am Berge gedacht werden sollte. Gleichzeitig ging es um die Erinnerung an die Verlegung der Stolpersteine im Jahr 2012 durch Gunter Demnig – 70 Jahre nach der Deportation der letzten Beerfelder Juden im Jahr 1942. Die Botschaft dahinter: „Das darf nie wieder passieren und auch nicht in Vergessenheit geraten.“

In den ersten beiden Schulstunden bereiteten sich die Sechstklässler mit verschiedenen Informationen auf das Thema vor. Da ging es um einen persönlichen Bezug durch Erinnerungen, das Interesse an der Thematik oder auch die heutige Ausgrenzung von bestimmten Menschengruppen. Anhand von Bildern bekamen die Schüler einen Eindruck von dem, was in den vergangenen Jahren unternommen wurde.

Durch einen Stadtplan aus dem Jahr 1905 ließ sich nachvollziehen, in welchen Häusern damals Juden wohnten. Auch wurde ein Bild der zerstörten Synagoge gezeigt, wo 2008 eine Gedenktafel angebracht worden war. Erwähnt wurde außerdem die Stolpersteinverlegung für Herbert Creutzburg im Juni 2016. Der war in den letzten Kriegstagen als „Fahnenflüchtiger“ von Nazi-Schergen auf dem Marktplatz gehängt worden.

Thematisiert wurde in den beiden Schulstunden daneben das Buch von Dirk Strohmenger, „Nationalsozialismus im Erbacher Landkreis“. Dort wird ebenfalls auf die Hinrichtung Creutzburgs eingegangen. Von besonderer Eindringlichkeit war ein Video mit dem zwischenzeitlich verstorbenen Franz Ulm, der als einfacher Soldat damals verantwortlich dafür war, dass der Verurteilte nicht in seiner Zelle Selbstmord beging. Auch die beiden Zeitzeuginnen Dr. Elisabeth Kellner und Hilde Bormuth kamen zu Wort.

Kellner, bei Kriegsantritt knapp 15 Jahre alt, schilderte ihre Eindrücke der damaligen Zeit. „Die Diktatur kam auf leisen Sohlen“, betonte sie. Persönliche Freiheiten seien meist in kleinen Schritten eingeschränkt worden. „Zuerst brannten die Bücher unliebsamer Autoren, dann die Synagogen und zuletzt die Menschen“, fasste sie in drastischen Worten die schleichende Entwicklung des Terrors zusammen.

Beim Gedenkgang der Klasse 6c hatten die 21 Schüler rote Rosen dabei. Diese wurden nach dem Sauberwischen der 19 im Stadtgebiet verlegten Stolpersteine an diesen abgelegt. Außerdem zündeten die Jugendlichen an der ehemaligen Synagoge ein ewiges Licht an und stellten es auf – „wider das Vergessen“.

Ellen Ihrig, die elf Jahre in Israel lebte, informierte die Schüler über den Umgang der Juden mit dem Gedenken an den Holocaust. Dieser sei trotz Hightech und modernem Lebensstil noch immer sehr präsent. Heute lebten in Israel  noch etwa 200.000 Menschen, die die Nazizeit überlebten. Viele von ihnen „wurden wie unsere Beerfelder Juden in Konzentrationslager verschleppt, gequält, mussten schwer arbeiten und bekamen kaum etwas zu essen“, erzählte sie.

In Jerusalem gibt es einen Berg, der Berg des Gedenkens heißt, erläuterte Ellen Ihrig. Dort wurde ein Museum mit dem Namen Yad Va Shem errichtet. Sein Ziel sei es, den vielen namenlosen Opfern wieder einen Namen zu geben und sich an sie zu erinnern, ihnen ein Denkmal zu setzen, damit sie nicht vergessen werden. Eines der vielen Denkmäler sei den 1,5 Millionen von Nazis ermordeten Kindern gewidmet. Darunter war laut Ihrig auch die elf 11 Jahre alte Hilde Reinheimer aus Beerfelden. Auch die ehemalige jüdische Gemeinde der Stadt findet man im „Tal der Gemeinden“, einem weiteren Teil des Museums.

Vor der evangelischen Kirche informierte Schulleiter Bernd Siefert über das Schicksal Creutzburgs und zeichnete dessen Lebensgeschichte nach. In der Kirche gab es im Anschluss Musikstücke von Lea Siefert (Klavier) und Leonie Braun (Altflöte) zu hören. Pfarrer Roger Frohmuth sprach Gedenkworte, bevor gemeinsam das Vater Unser gebetet wurde.

Schlüssel fürs künftige Leben der Kinder: An der Oberzent-Schule laufen die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum

Das 50. Jubiläum der Oberzent-Schule in diesem Jahr wirft seine Schatten voraus. Zwar wird erst Mitte September offiziell gefeiert, aber bereits jetzt laufen die umfangreichen Vorbereitungen dafür. Zeitgleich dazu entwickelt die Schule etliche „Give-Aways“, damit man sich in der neuen Stadt, die den Namen der Schule trägt, auf lange Zeit an die Ereignisse rund um das halbe Jahrhundert erinnern wird.

Den Beginn machte das neue Logo, im vergangenen Jahr von Julian Schwinn konzipiert. Es zeigt die Lernanstalt wie auch die Stadt – auf dem Berg, von Wäldern umgeben. Es ist in seinem Grünton auf allen weiteren Produkten zu finden, die jetzt unters Volk gebracht werden. 200 Tassen und 1000 Kugelschreiber, gesponsert vom Förderverein, wurden damit versehen – wie auch der WM-Planer, den die Beerfeldener Firma Bechthold und Sohn in einer Auflage von 2000 Stück stiftete. Den erhielten bereits alle Grundschulen im Oberzent-Einzugsgebiet. Schul-T-Shirts gibt es auch in einer Menge von 200 Stück.

Noch mehr Exemplare gibt es vom Schlüsselanhänger. Mindestens 2500 kleine Holzstücke, verpackt in etlichen Kisten, trafen dieser Tage an der Schule ein. Sie werden nun nach und nach mit dem erforderlichen Loch versehen, damit jeder seine schlüssige Erinnerung an die Oberzent-Schule in der Hosentasche mitführen kann. Die Idee dazu kam Schulleiter Bernd Siefert vor knapp zwei Jahren, als er zuerst auf dem Mai- und dann auf dem Pferdemarkt am Stand der Schreinerei Pracht diese Holzstücke sah, die auf der Rückseite mit der Internetadresse des Betriebs versehen sind.

Bei seiner Amtseinführung im August desselben Jahren gab es für jeden Kollegen einen passenden Baustein. „Bei der ersten Konferenz sagte ich dann, ich baue auf euch“, erläutert Siefert den Bezug. Der nächste Punkt war dann, die Holzstücke mit dem Logo zu versehen. Beim Schnuppertag am Freitag, 16. Februar, werden die Schlüsselanhänger von den Schülern bearbeitet. Mit einer Ständerbohrmaschine bekommt das gute Stück ein Loch, erhält eine Schleifeinheit und wird dann mit einem Ring versehen.

Im Betrieb von Daniel Pracht, mit seinen drei Geschwistern ebenfalls ein „Ehemaliger“ der Oberzent-Schule, wurden die neun, 60 auf 80 Zentimeter großen Holzplatten bestellt und kleingeschnitten. Bernd Siefert fuhr sie dann zu einer Firma in Groß-Gerau, die dort das Logo per Laser eingravierte. Dachte man zu Beginn an etwa 2000 Stück, so kamen letztendlich über 2500 heraus.

Das Holz-Give-Away steht laut dem Schulleiter symbolisch für die Schlüsselkompetenzen und –qualifikationen, die an der Oberzent-Schule den Kindern vermittelt werden. Die Lernanstalt sieht sich daneben mit ihrem pädagogischen Angebot als Schlüssel fürs künftige Leben der Heranwachsenden. Und außerdem lassen sich mit dem nötigen Handwerkszeug in der kommenden Ausbildungszeit viele Türen öffnen.

„Wir wollen uns ins Bewusstsein der Bürger bringen“, erklärt Siefert den Hintergrund der vielfältigen Aktionen. Im Werden ist mit Blick aufs Jubiläum auch eine Broschüre, mit dem man sich einer breiteren Öffentlichkeit vorstellt. „Wir sind die Schule, die der Stadt ihren Namen gab“, schmunzelt er. Hintergedanke ist auch die Netzwerkbildung mit den verschiedenen Akteuren: Grund- und weiterführende Schulen, Betriebe, Stadt und Kreis.

Netzwerke gibt es auch auf einer ganz andere Ebene: Da bereits drei Generationen von Oberzent-Kindern die Schule besuchten, gibt es eine große Verzahnung. Man kennt sich. Wie etwa Bernd Siefert und Daniel Pracht. Der jetzige Schulleiter arbeitete während seiner Ausbildung nebenher lange Jahre bei der Schreinerei Pracht in Falken-Gesäß mit. Andersherum war der jetzige Juniorchef Pennäler an der Oberzent-Schule, als Bernd Siefert ab Beginn der 2000er-Jahre dort als Lehrer tätig war.

Die Oberzent-Schule öffnet am Freitag, 16. Februar, ab 16 Uhr ihre Türen zum Schnuppertag für künftige Fünftklässler, um das schulische Angebot und die Räumlichkeiten vorzustellen. Die Mensa ist ab 15 Uhr geöffnet. In der Integrierten Gesamtschule werden die Kinder der Klassen fünf bis zehn zum Teil im Klassenverband unterrichtet, außerdem besuchen sie in den Hauptfächern Kurse auf Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialniveau. Die Kinder arbeiten so die ganze Schulzeit über auf einen möglichst hohen Schulabschluss hin.

Gute Rahmenbedingungen für das Lernen wie eine moderne Ausstattung, eine gesunde Verpflegung und vor allem ein positives Schulklima tragen wesentlich zum Lernerfolg bei. Verschiedenste Angebote, die das Schulleben prägen, werden an diesem Tag gezeigt. Projekte, die während der Projektwoche erarbeitet wurden, werden vorgestellt. Gespräche mit den Lehrkräften sowie der Schulleitung sind möglich. Der Förderverein bietet ein reichhaltiges Angebot an Speisen und Getränken zur Stärkung an.

Helene Menz gewinnt den Vorlesewettbewerb der Odenwaldkreis-Schulen in Beerfelden

Helene Menz ist die beste Vorleserin des Odenwaldkreises. Die Sechstklässlerin vom Gymnasium Michelstadt gewann den Kreisentscheid des 59. Vorlesewettbewerbs, ausgerichtet vom Deutschen Buchhandel. In der Beerfeldener Oberzent-Schule lasen acht Schüler aus ihren Lieblingsbüchern und bekamen außerdem einen unbekannten Text vorgesetzt. Sie hatten im Dezember an ihrer jeweiligen Schule den Wettbewerb bereits für sich entschieden.

Helene Menz gewann mit dem Buch „Hummelreiter Friedrich Löwenmaul“ von Verena Reinhardt. Ihre zielsichere Betonung im eigenen Text, ihr natürliches Auftreten und ihr ausgewogener Lesevortrag, den sie auch im unbekannten Text zeigte, überzeugten die Jury letztendlich, so dass sie nun den Odenwaldkreis in der nächsten Runde auf Bezirksebene vertreten wird.

Das Engagement aller Vorlesenden wurde gewürdigt, indem sie zum Abschluss eine Urkunde und ein Buchgeschenk durch Buchhändlerin Frauke Schindelhauer-Kaufmann aus Michelstadt als Vertreterin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels erhielten. Die OZS hatte ein kleines Programm zusammengestellt. Nach der musikalischen Begrüßung durch die Klasse 6a spielten zwischendurch Laurena und Louisa Schmitt auf den Klavier „Love me again“. Vor der Siegerehrung gab es dann „My heart will go on“ von Lea Siefert zu hören.

Schulleiter Bernd Siefert ging auf die spürbare Nervosität der Kinder ein. „Ihr seid Schulsieger, ihr kriegt das hin“, meinte er. Er freute sich, dass der Wettbewerb im 50. Jubiläumsjahr der Oberzent-Schule hier stattfindet. „Wir haben uns sehr gerne zur Ausrichtung bereit erklärt“, dankte er den federführenden Lehrerinnen Derya Özdemir, Conny Frank und Tamara Weihrauch. Für die Bewirtung sorgte Felix Sasse.

Stefanie Werle-Wittmann vom Staatlichen Schulamt Heppenheim ermunterte die Kinder, sich als Schulsieger auf die Schulter zu klopfen. „Ihr habt bereits etwas Tolles geleistet“, sagte sie. Sie würdigte die Leistung der Lehrkräfte, die Schüler zum Lesen und zu dieser Leistung zu motivieren. „Mit Lesen erobert man sich die Welt“, betonte die Schulamts-Mitarbeiterin. Keiner könne einem „ein X für ein U vormachen“, meinte sie. Denn wer das Lesen beherrsche, der schlage einfach nach, was er wissen wolle. „Bleibt dabei, hört nie auf zu lesen“, forderte sie die Heranwachsenden auf.

Im Anschluss präsentierten die Kinder in der ersten Runde ihren Wahltext. Gekonnt trugen die acht Vorleser ihre ausgewählte Textstelle vor, überzeugten mit Spannung und nahmen die Zuhörer schnell in ihre Geschichten mit hinein. Beim Fremdtext, entnommen dem Buch „Wunder“ von Raquel J. Palacio, ging es darum, die unbekannte Textstelle schnell inhaltlich zu erfassen und ebenso fehlerfrei vorzulesen wie den eigenen Text.

Die Auswahl der Bücher war vielfältig, von den bekannten „5 Freunden“ von Enid Blyton bis zu den beliebten Büchern von Andreas Steinhöfel „Oscar, Rico und die Tieferschatten“. Die „Gangsta-Oma“ von David Walliams war ebenso dabei wie auch „Pandora und der phänomenale Mr. Philby“ von Sabine Ludwig oder „Das geheime Vermächtnis des Pan“ von Sandra Regnier.

Leonie Braun (Bild, von der Oberzent-Schule), Helene Menz, Tabea Paul, Daniel Podyniglazov, Norah Schneider, Amon Schuler, Juliane Stranz und Justinian Strater vertraten die acht teilnehmenden Schulen. Sie waren voll in ihren Geschichten drin, informierten die Zuhören mit einer kurzen Einleitung über den Inhalt, sprachen gut akzentuiert und vermittelten die Spannung des Buches mit erhobener Stimme an bestimmten Passagen. Die Nervosität war manchen aber anzumerken. Sie klebten ein wenig über den Büchern, verhaspelten sich bei Fremdwörtern, sprachen zu schnell oder nuschelten ein wenig – was aber den sehr positiven Gesamteindruck der Sechstklässler nicht schmälerte.

Info: Traditionell wird der Vorlesewettbewerb in den sechsten Klassen durchgeführt. Mit rund 600.000 Teilnehmern jährlich ist der 1959 ins Leben gerufene Wettbewerb Deutschlands größter Lesewettstreit. Er wird Stiftung Börsenverein des Deutschen Buchhandels veranstaltet Ziel ist es, bei den Kindern Leselust zu wecken, Bücher in die Öffentlichkeit zu tragen und die Lesekompetenz von Schülern zu stärken. An den regionalen Entscheiden der Städte und Landkreise beteiligen sich bundesweit etwa 7000 Schüler der sechsten Klassen.

Eine Reise in die Schul-Vergangenheit: BSO-Leiter Wilfried Schulz informierte sich an der Oberzent-Schule Beerfelden

Rückkehr zu den Wurzeln: Viereinhalb Jahrzehnte ist es her, dass Wilfried Schulz die Bänke der Oberzent-Schule (OZS) in seinem damaligen Wohnort Beerfelden drückte. Jetzt kehrte der heute in Haisterbach wohnende 59-jährige Leiter des Beruflichen Schulzentrums Odenwaldkreis (BSO) in Michelstadt für einen Tag dorthin zurück, wo er die mittlere Reife ablegte. Der Gegenbesuch fußte auf dem pädagogischen Tag, den das Kollegium der OZS Ende Oktober am BSO durchführt hatte.

Schulz hatte damals den Wunsch geäußert, sich das heutige OZS-System anzuschauen und zu erfahren, wie die integrierte Gesamtschule (IGS) etwa im Bereich Inklusion arbeitet. Denn auch an der BSO gibt es dieses Angebot. Einblicke in den schulischen Alltag seiner ehemaligen „Penne“ in der Stadt am Berge bildeten einen weiteren Schwerpunkt. Wie Siefert sagte, ist die IGS sowieso bestrebt, Kooperationen mit anderen Schulen des Odenwaldkreises auszubauen.

Eine Führung durch Schulleiter Bernd Siefert stand am Anfang. Dabei wurde deutlich, wie sich die Bildungsstätte in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Siefert hatte für Schulz ein besonderes Präsent: ein Schul-Bild von 1971, auf dem seine Eltern mit drauf sind. Sicherlich eine große Freude für die 87-jährige Mutter des BSO-Chefs. Der Vater des in Darmstadt geborenen „Beerfellmer Bubs“ war selbst Lehrer.

An den Berufsschulstandort in Michelstadt verschlug es den heutigen Oberstudiendirektor nach der Mittleren Reife in Beerfelden zum ersten Mal 1974. Das Wirtschaftsabitur befähigte ihn zum Studium. 1983 legte Schulz seine Prüfung an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt als Diplom-Handelslehrer ab. 1987 kehrte er zu ersten Mal zurück an die BSO – als Referendar im Hauptfach Wirtschaft und Verwaltung. Nach einer Station in Gelnhausen übernahm Schulz 1999 in Michelbstadt die Leitung der Gymnasialen Oberstufe. 2011 wurde er Leiter der Kaufmännischen Schulen Hanau. 2015 kehrte aufs Neue in den Odenwald zurück – dieses Mal als BSO-Leiter.

Die nach Sanierung gut ausgestatteten naturwissenschaftlichen Räume sowie renoviertes Schwimmbad und Mensa stießen auf großes Interesse von Schulz. Auch die neue Schulküche, in der BSO-Lehrer Stefan Sonnenburg eventuell Koch-Unterricht anbieten möchte, wurde in Augenschein genommen. „In den vergangenen 25 Jahren hat sich vieles an der Oberzent-Schule verändert“, stellten sowohl Siefert als auch Schulz fest. Einhellig waren sie der Meinung, dass die OZS-Schüler für die gymnasiale Oberstufe sehr gut vorbereitet und anschlussfähig sind.

Der BSO-Leiter nutzte die Gelegenheit, bei Stufenleiterin Heidi Domack in einer fünften Klasse die Arbeit im Lernbüro und mit dem Logbuch kennenzulernen. Das Konzept in der fünften und sechsten Klasse sieht laut Siefert vor, „die gute Arbeit an den Grundschule fortzusetzen“. Das soll unter anderem durch eine gute Betreuung der Kinder durch die Lehrkräfte gewährleistet werden. Dafür stehen die Pädagogen auch untereinander im Austausch.

Da es in den unteren Klassen wenige Lehrer sind, kennt man sich untereinander. So unterrichtet etwa eine Pädagogin in zwei Klassen Mathe. Über das Lernbüro bekommen die Kinder Übungszeit zur Festigung und Vertiefung des Gehörten – sie sollen quasi „das Lernen lernen“. In Form des Logbuchs wird daneben der enge Austausch von Schülern und Lehrern mit den Eltern praktiziert. Diese sind quasi immer „up-to-date“, was sich bei ihren Sprösslingen gerade tut.

Einerseits will die Oberzent-Schule die neuen Fünftklässler „gut an der Grundschule abholen“, andererseits möchte sie ihnen auch vermitteln, wie sie eigenverantwortlich lernen können. Außerdem erfüllte die Lernanstalt an diesem Tag Schulz den Wunsch, in die Arbeitsweise der Klasse für Lernhilfe zu schnuppern. Dort werden Fünft- bis Neuntklässler individuell betreut.

Riesiges Geschenkeangebot beim Weihnachtsbasar in der Beerfeldener Oberzent-Schule

Der Weihnachtsbasar in der Oberzent-Schule ist eine schöne Tradition, die schon seit vielen Jahren Alt und Jung, Eltern, Großeltern, Lehrkräfte und Kinder, an einem unterhaltsamen Nachmittag zusammenbringt. Auch viele ehemalige Lehrer schauen vorbei, um sich mit den Kollegen auszutauschen. Dieses Mal gab es Geschenkideen in rauen Mengen, sodass niemand ohne das passende Weihnachtspräsent wieder nach Hause gehen musste. Für die entsprechende musikalisch-besinnliche Untermalung sorgten die Schüler.

Die Begrüßung geschah durch Schuleiter Bernd Siefert. Der wünschte den Gästen eine gesegnete Weihnachtszeit. Organisiert hatte die Veranstaltung Lehrerin Maraike Hufer. Beide trugen auch das Gedicht „Knecht Ruprecht“ von Theodor Storm in verteilten Rollen vor. Wer welche Figur verkörperte, dürfte klar sein. Maraike Hufer als Christkind und der Knecht Siefert stießen mit ihrer Darbietung auf viel Zuspruch.

Genau rechtzeitig waren am Morgen auch die neuen Tassen mit dem Logo der Oberzent-Schule eingetroffen. Sie wurden gleich mit Kaffee- oder Kinderpunschinhalt verkauft. 200 Stück davon hat die Schule bestellt. Aber das Heißgetränk war nur ein Angebot unter vielen, das die zehnten Klassen parat hatte. Die Tische bogen sich unter dem reichhaltigen Kuchenbüffet. Dazu wurden auch noch von den Neuntkässlern frische Waffeln gebacken. Für die Naschkatzen gab es Früchte mit Schokoladenüberzug.

Vor allem die Klassen 5 und 6, teilweise noch mit Unterstützung der Siebtklässler, hatten sich in einigen Schulstunden während der Prüfungen der „Großen“ zusammen mit den Klassenlehrern hingesetzt und etliche weihnachtliche Artikel hergestellt. Weihnachtskränze, Nikoläuse, Figuren aus Holz, selbstgezogene Wachskerzen und weitere Dekoartikel bildeten nur eine kleine Auswahl des riesigen Sortiments. Das fand bei den Besuchern rege Abnehme.

Die Schule freute sich besonders über ein Geschenk von Georg und Mathilde Brecht aus Falken-Gesäß. Sie übergaben an Siefert die wertvolle Faksimile-Ausgabe eines Mercator-Atlasses aus dem Jahre 1595. Dieser beinhaltet Weltkarten und sämtliche Kontinentalkarten. Georg Brecht und Bernd Siefert kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei der Schreinerei Pracht, als Siefert dort nach der Schule bis zum Beginn der Lehrerlaufbahn an der Oberzent-Schule immer mal wieder jobbte. Eine wertvolle Bibel stifteten die Eheleute auch der Kirche.

Mit Weihnachtsliedern auf dem Klavier unterhielten die beiden Sechstklässlerinnen Leonie Schmahl und Lea Siefert. „Maria durch den Dornwald ging“ oder – passenderweise – „Leise rieselt der Schnee“ erklangen unter anderem. Abwechselnd spielte auch die Schulband unter der Leitung von Andreas Weinmann auf. Dort haben sich Schüler der Klassen 5 bis 10 versammelt. Leonie Edelmann, Benedikt Schmitt, Justin Ruf, Leon Ulrich, Sarah Siebert, Caroline Siebert, Jannik Eichmann, Florian Bork, Celina Geiß und Clarissa Netuschil traten gemeinsam auf.

Feierstunde an der Oberzent-Schule Beerfelden anlässlich der Beförderung von Bernd Siefert zum Direktor

Bernd Siefert, seit vergangenem Schuljahr Leiter der Oberzent-Schule Beerfelden, wurde jetzt zum Direktor ernannt. Die entsprechende Beförderungsurkunde übergab Ingo Stechmann vom Staatlichen Schulamt Heppenheim in einer kleinen Feierstunde an der OZS. Bisher „Rektor an einer Gesamtschule zur Wahrnehmung von Schulleitungsaufgaben“, ist Siefert jetzt „Direktor und Leiter einer Gesamtschule ohne Oberstufe mit bis zu 1000 Schülern“. Unterzeichnet ist das Dokument von Kultusminister Alexander Lorz.

Der 42-jährige Siefert dankte in seiner Ansprache unter dem Motto „Der liebe Gott hat uns zwei Ohren und nur einen Mund gegeben“ den Kollegen für die gute Zusammenarbeit. Er gab einen kurzen Ausblick in die Zukunft. Die bringt im kommenden Jahr die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Oberzent-Schule mit sich. Der frisch gekürte Direktor äußerte seinen Wunsch, mit den Kollegen zusammen die OZS gut aufgestellt in die nächsten 50 Jahre zu führen.

Ingo Stechmann ging in seinen Worten auf die Vita von Bernd Siefert ein. Dieser war an der OZS seit 2004 als Rektor zur Wahrnehmung von Schulleitungsaufgaben (Stufenleiter 5/6) mit den studierten Fächern evangelische Religion, Deutsch und Geschichte (Lehramt für Realschulen) tätig. Als Schulleitungsmitglied bildete er sich ständig weiter. Neben vielen organisatorischen Aufgaben liegen Siefert besonders Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie die Ausbildung junger Kollegen am Herzen.

Die von ihm mitinitiierte Gründung der „AG-Übergang“ trug laut Stechmann dazu bei, die Vernetzung zwischen den umliegenden Grundschulen und der Oberzent-Schule zu festigen und zu verbessern. Die Einflussmöglichkeiten bei der Gestaltung des Stundenplans hatte Siefert durch jahrelange Mitarbeit im Blick. Bei Abwesenheit des stellvertretenden Schulleiters organisierte er den Vertretungsplan und war somit mit den Abläufen bestens vertraut. Seit 2006 war er Mitglied der Schulkonferenz.

Als Jugendleiter des FC Finkenbachtal war Bernd Siefert seit 2001 bis zu diesem Jahr ehrenamtlich im Vorstand tätig und sammelte Erfahrungen in den Bereichen Mitarbeiterführung, Personalgewinnung, Budgetverwaltung, Koordinierung der verschiedenen Aufgabengebiete und Motivation aller Beteiligten. Für seine Arbeit und Innovationen erhielt der Schuldrektor als Auszeichnung den Ehrenbrief des hessischen Fußballverbands. Stechmann beleuchtete daneben die Herausforderungen als Schulleiter. Anschließend gab es einen kleinen Umtrunk mit den Kollegen.