Thomas Stricker wechselt von der Oberzent-Schule Beerfelden als stellvertretender Schulleiter zur Geschwister-Scholl-Schule Bensheim

Vom Odenwald an die Bergstraße: Thomas Stricker wechselt von der Oberzent-Schule (OZS) in der gleichnamigen Stadt als stellvertretender Schulleiter an die Geschwister-Scholl-Schule (GSS) in Bensheim. Der 41-Jährige war zuvor knapp acht Jahre in Beerfelden tätig. 2010 wurde er zum Rektor an einer Gesamtschule zur Wahrnehmung von Schulleitungsaufgaben befördert. Er nahm an seiner bisherigen Wirkungsstätte Aufgaben eines pädagogischen Leiters wahr.

Der aus Lippe in Westfalen stammende und derzeit noch in Erbach wohnende Stricker war vorher zwei Jahre an der Georg-Ackermann-Schule in Rai-Breitenbach tätig. Der Wechsel nach Bensheim bedeutet auch eine völlig neue Dimension weg von der „beschaulichen“ Oberzent-Schule mit ihren knapp 400 Kindern hin an eine kooperative Gesamt- mit Oberschule und 1600 Schülern.

Seit August 2011 war Stricker in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern ans Staatliche Schulamt abgeordnet: als zertifizierter Fortbildner für kompetenzorientiertes Lernen in Gesellschaftswissenschaften (KoLLeG-Projekt), als fachlicher Unterrichtsentwicklungsberater Deutsch für Gymnasien und als Fachberater für Deutsch als Zweitsprache sowie pädagogischer Mitarbeiter. Besagte Scholl-Schule wurde von ihm in Guntersblum zusammen mit Oberzent-Schulleiter Bernd Siefert (der Fortbildungen für Haupt- und Realschulen durchführte) eine Klausurtagung des Schulleitungsteams gemeinsam gecoacht.

In der Ausschreibung für den Stellvertreter-Posten fand sich Stricker wieder: Unter anderem ging es um die Schulentwicklung und die Verbesserung der Kommunikationsstruktur. Eine neue Herausforderung, der er sich gern stellen will und dafür auch einen Umzug in Kauf nimmt. „Thomas Stricker ist sehr gut bei uns angekommen“, freute sich bereits GSS-Schulleiterin Dr. Angela Lüdtke. Seit dem Amtsantritt Anfang Mai wurden von ihm bereits die ersten Neuerungen implementiert.

Auch wenn der Wechsel mitten im Schuljahr erfolgte, so kümmerte sich Stricker darum, dass es einen gut vorbereiteten Übergang gab. An seiner alten Wirkungsstätte bereitete er mit seiner Klasse noch die Abschlussprüfungen vor. Sein bisheriger Chef Bernd Siefert zeigte sich trotz des Abschieds stolz darüber, dass die OZS in den vergangenen 18 Monaten „drei Schulleiter ins System brachte“. Erst ihn, Siefert, als OZS-Eigengewächs zum Schuljahresbeginn 16/17, dann ein Jahr später Arndt Neumann als Stellvertreter an die Schiller-Schule Bensheim und jetzt Stricker.

Bei der Verabschiedung wünschte ihm Siefert ein glückliches Händchen bei den anstehenden Aufgaben und Herausforderungen. Er zitierte aus der aktuellen dienstlichen Beurteilung: „Sein zielstrebiger, effektiver und wertschätzender Umgang mit allen Personen im Schulalltag verschafft ihm Respekt und Anerkennung“, heißt es dort über Stricker. Der Pädagoge beweise in allen Fragen schulischen Handelns einen guten Systemblick und entwickle zu organisatorischen wie personellen Sachfragen konstruktive Lösungsansätze.

 

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Smilla unterstützt die Kinder an der Oberzent-Schule beim Lernen

Fräulein Smilla hat ein Gespür für Kinder. Die sechsjährige Husky-Mix-Hündin von Klassenlehrerin Corinna Kosla ist an drei Tagen mit im Unterricht. „Wenn sie ins Klassenzimmer kommt, begrüßt sie jeden einzeln“, freuen sich die Schüler der Klasse für Lernhilfe. Die Schulhündin begleitet Kosla schon seit Kindheitspfoten in den Unterricht. Der „Smilla“-Dienst darf die Hündin vom Auto abholen und muss sich darum kümmern, dass sie immer Futter und frisches Wasser hat.

„Smilla ist an drei Tagen in der Schule mit dabei. Das sind ganz besondere Tage“, sagt Dennis. „Im Winter mag sie Schnee und im Sommer liebt sie es, durch das hohe Gras zu hüpfen“, stellt Besar fest. „Sie hat spitze Ohren wie ein Fuchs. Ihr Fell ist ganz weich und hat die Farbe schwarz-weiß und beige“, ergänzt Chiara. „Ihre Augen sind braun und sie hat einen ganz lieben Hundeblick“, meint Mira.

Die Hündin „ist super süß und total schlau“, haben die Schüler festgestellt. Sie kann auch schon ganz viele Tricks, „die wir ihr beigebracht haben“: Zum Beispiel Rolle, Give me Five, Gib Laut, Tanzen oder Peng und viele mehr. Im Unterricht lernen die Kinder auch mit ihr. Smilla ist quasi „Co-Lehrerin“, wenn die Klasse Rechen-, Schreib- und Denkaufgaben macht. In der Leseecke wird mit der Hündin gekuschelt und ihr vorgelesen.

Smilla hat ein Herz für Kinder. Wenn ein Schüler mal traurig ist oder jemand weint, spürt sie das sofort „und will das Kind trösten und mit ihm kuscheln“, weiß Dennis. In der Smilla-Stunde wird oft Fußball mit ihr gespielt. Sie ist ganz verrückt danach, sagt Mira. Am Ende des Schultages verabschieden sich alle von der Hündin und freuen sich sehr auf den nächsten Schultag mit ihr.

Smilla erfüllt eine wichtige Rolle im Klassenzimmer: Den Schülern ist sie Seelentrösterin und Aggressionshemmerin, Mutmacherin und Stimmungsaufhellerin, Lernbeschleunigerin und Stressfresserin in einem, weiß Kosla. Es gibt verschiedene Arten, Smilla im Unterricht einzusetzen: aktiv/unmittelbar, passiv/mittelbar, als Verstärker und Objekt der Metaebene. Welche Form zum Einsatz kommt, „entscheide ich je nach Situation und/oder Schüler“, betont die Klassenlehrerin.

„Smilla wurde von mir für die Arbeit als Schulhund ausgewählt und ausgebildet, da sie sehr menschenbezogen, lernfähig, belastbar und ausgeglichen ist“, sagt Corinna Kuska. Sie ist eine sehr verspielte Hündin und weist keinerlei Aggressionspotenzial auf. „Im Umgang mit Menschen zeigt sie eine hohe Toleranz bei Körperkontakt, besitzt eine hohe Reizschwelle gegenüber Lärm und ist nicht schreckhaft“, erläutert sie.

Es gibt einige Ziele in der Arbeit mit dem Schulhund: etwa Beziehungsaufbau und –gestaltung, Unterrichtung und Begleitung der Kinder, Übernahme von Verantwortung, Aufgabenerfüllung, Gestaltung von sozialer Interaktion und gemeinsame Entspannung. Bei den alljährlichen Themenwochen war „Smilla, unser Schulhund“ ein Projekt. Dort erarbeiteten die Schüler eigenständig Vorträge, beispielsweise zu den Themen Hundetricks oder Hundeerziehung.

Wie kann man Schülern und Schulhund eine entspannte, angenehme Lern- und Auszeitmöglichkeit bieten? Dafür hatten sich die Oberzent-Schüler Leon, Leo und Dennis als Projektprüfung eine praktische Arbeit der besonderen Bauart ausgedacht, um ihre Schule „schöner“ zu gestalten. Die drei nahmen mit der Firma Matho Palettenservice in Beerfelden Kontakt auf. Sie hatten Glück und bekamen 13 Euro-Paletten gesponsert. Die Schule unterstützte die drei Jungs mit einem finanziellen Beitrag für die Material-Beschaffung.

Nach einer Woche intensiver Vorbereitung, handwerklichem Geschick und vielen Schweißtropfen, Spänehobeln und Schleifen entstanden ein Paletten-Sofa für die Lernhilfe-Klasse LH und ein Hundekorb für Smilla. In dieser Projektwoche lernten die Jungs, im Team zusammenzuarbeiten, handwerkliche Kompetenzen zu entwickeln und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Die Arbeit erhielt übrigens die Note „Sehr gut“.

Oberzent-Schüler schreiben ihr Musical selbst: Premiere am 20. Juni

„Mein stressiger Schulalltag“ heißt das neue Musical der Oberzent-Schule, für das schon eifrig geübt wird. Jeden Montag trifft sich das Team der Schulband-AG, geleitet von Andreas Weinmann und Maximilian Schulz, um für sein selbstgeschriebenes Musical zu proben. Es geht um ein gleichaltriges Geschwisterpaar, das verschiedener nicht sein könnte. Wie sich ein solch „stressiger“ Schulalltag aus der Sicht der beiden gestaltet, ist bei der Premiere am Mittwoch, 20. Juni, um 18 Uhr in der Aula der Oberzent-Schule zu erleben.

Tiffany und Julia sind eigentlich zerstritten und gehen sich aus dem Weg. Tiffany gehört nicht gerade zu den besten Schülern, ist jedoch durch ihr Auftreten auf dem Schulhof und in der Klasse in aller Munde. Julia ist eher die klassische Streberin. Eine entscheidende Mathe-Arbeit ändert gegen Ende des Musicals alles. Tiffany kommt mit einer schlechten Note nach Hause und das hat eben dann seine Konsequenzen. Zum Ende hin versöhnen sich die beiden Mädchen. Sie merken, dass sie miteinander besser auskommen als wenn sie im Streit liegen und gegeneinander arbeiten. Also quasi wie im wirklichen Leben.

Die Schüler erarbeiten sich mehr oder weniger alles selbst. Das Schreiben der Lieder läuft wie folgt ab: Die neun Jugendlichen treffen sich montags zur Schulband-AG. Die Mädchen gehen mit Andreas Weinmann in einen Raum und werfen dann ihre Ideen zusammen, bis das fertige Lied entstanden ist. Wichtig hierbei ist, dass wirklich alle Texte eine zusammenhängende Geschichte ergeben. „Das war die größte Herausforderung“, wissen die Mädchen. Zuerst werden die Lieder festgelegt, dann geht‘s los mit dem Schreiben.

Die Jungs bleiben derweil im Band-Raum und studieren mit Maximilian Schulz die abgesprochenen Lieder ein. Wenn alles perfekt läuft, treffen sich beide Gruppen gegen Ende der Probe und tragen gegenseitig ihre erarbeiteten Projekte vor. Danach wird alles abgestimmt und „fertig ist das Musical“. Die Schulband besteht in dieser Besetzung seit Juli vergangenen Jahres. Neun Schüler wirken in ihr mit.

An Instrumenten ist alles zu hören, was eine Band zu bieten hat: Klavier, Bass, E-Gitarre, Schlagzeug und Gesang. Leonie Edelmann singt die Tiffany, Sarah Siebert die Julia. Dazu kommt ein kleiner Background-Chor mit drei Mädchen. Zu hören gibt es aktuelle Hits, aber auch alte Schlager und Rocksongs, etwa von Bon Jovi, Ed Sheeran oder Bon Jovi. Die Schüler haben die Texte individuell so umgeschrieben, dass sie zum Lauf der Geschichte beitragen.

Es handelt sich um das erste Musical dieser Art an der Oberzent-Schule, in dem sich die Schüler die Handlung selbst erarbeiten. Kleine Schauspieleinlagen kommen noch dazu. Eine Erzählerin schafft die Verbindung zwischen den Handlungssträngen. Eine weitere Aufführung findet am Montag, 9. Juli, um 16 Uhr in der Gewerbehalle beim Pferdemarkt statt. Der Eintritt ist jeweils frei, für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Theater, Musik und Kunst an der Oberzent-Schule Beerfelden

„The-Mu-Ku-Festival“ hieß es geheimnisvoll im Veranstaltungskalender der Oberzent-Schule. Dahinter verbarg sich die Präsentation von Theater (The), Musik (Mu) und Kunst (Ku), womit Einblicke in Aktionen der Schule gewährt wurden. Organisiert wurde alles von Lehrerin Conny Frank. Nach der Begrüßung durch Schulleiter Bernd Siefert übernahm Schulsprecher Jascha Fink, der auch durchs weitere Programm führte. Das Team der 6a bot dazu köstliche Cocktails, Muffins, Brownies, Pizzaschnecken und Obstspieße an.

Am Anfang stand eine Kunst-Performance der zehnten Klasse zum Thema Wissen: „We know“. Schüler nutzten Bücher zum Trommeln, um Aufmerksamkeit zu erhalten, balancierten diese dicken Wälzer unter dem Thema Baustile auf ihren Köpfen und stapelten sie zu einem Turm. Sie nahmen dazu Stellung oder einen Standpunkt ein, wahrten Distanz dazu im nächsten Schritt und applaudierten abschließend jubelnd über das erworbene Wissen.

Spanisch tänzerisch lernen: In einem Salsakurs unter Anleitung zweier kolumbianischen Austauschschülerinnen war dies auch fürs Publikum möglich. Das Erasmusteam performte außerdem seinen Tanz „A Fashion Kiss for Peace“ zum Song „Katchi“. Der war anlässlich des Besuchs der polnischen Schule aus Elblag im Projekt erarbeitet und erstmals im April beim Abschluss der Erasmuswoche aufgeführt worden.

Im musikalischen Bereich stellte die Schülerband Ausschnitte ihres selbst erdachten Musicals unter Leitung von Andreas Weinmann virtuos vor. Das soll anlässlich des 50. Jubiläums aufgeführt werden. Am 20. Juni ist es in der Schule zu sehen, am 8. Juli auf dem Pferdemarkt. Das LH-Team der Klasse für Lernhilfe mit Eric Gehrmann am Saxophon spielte im Big-Band-Sound mitreißende Rhythmen. „Einfach großartig“, so die Resonanz.

Unter Leitung von Daniela Banse wurde von der fünften und sechsten Klasse in der Aula ein englisches Theaterstück mit viel Engagement aufgeführt. „Eine tolle Leistung“, lobte Frank. Im Foyer zeigten die Schülerinnen Lea Siefert, Dalia Rankowa, Louisa Schmitt und Laura Scheuermann ihre mit viel Applaus gewürdigten Talente am Klavier. Musiklehrer Volker Reichl begleitete dazu auf der Gitarre. Die Mädchen leiteten mit ihren bravourös vorgetragenen Songs zum künstlerischen Teil über.

Kunstwerke mit fantasieanregenden surrealistischen Traumbildern auf Staffeleien, Video-Installationen, verfremdete Porträts und weitere Objekte luden zu unterschiedlichen Interpretationen ein. „Ein rundum gelungenes Festival“, freute sich Conny Frank. Sogar spontane Gesangseinlagen am Klavier wurden geboten. Es herrschte eine Riesenstimmung, ergänzte Bernd Siefert. „Schön war’s“, so sein Fazit.

 

Abschluss des Erasmus-Projekts: 400 rote Luftballons stiegen in den Oberzent-Himmel

Wenn 400 rote, herzförmige Luftballons über der Oberzent-Schule in den Odenwald-Himmel steigen, dann ist das ein eindrucksvolles Bild. Und dem Anlass angemessen: „Dress to impress: A fashion kiss for peace“ lautete der Titel des dreijährigen Erasmus-Projekts, das nun auf dem Sportplatz der Schule seinen Abschluss fand. Die winterliche Oberzent-Landschaft bildete zwar einen reizvollen Kontrast, aber trotzdem hätten sich die Schüler wohl ein anderes Umfeld als heftiges Schneetreiben gewünscht.

Fünf Tage lang weilten zehn Jugendliche aus der polnischen Partnerschule im Rahmen des Erasmus-Treffens in der Region. Zusammen mit den deutschen Schülern wurde eine „Fashion Show for Peace“ vorbereitet. Außerdem gab es Sprach-Workshops, um die Friedensbotschaft in den verschiedenen Sprachen rüberbringen zu können. Es ging außerdem nach Frankfurt, um dort die Ausstellung des Modedesigners Jil Sander zu besuchen. Einen Tag verbrachte die Gruppe in München und am Schloss Neuschwanstein.

In einem Tanz-Workshop mit dem Michelstädter Tanzlehrer Karim hatten Schüler aus beiden Nationen die Abschluss-Aufführung vorbereitet, die dann trotz Schneefalls dargeboten wurden. Die Herz-Luftballons wurden laut Derya Özdemir, die zusammen mit ihrer Kollegin Conny Frank das Projekt begleitete, unter anderem deshalb ausgewählt, weil die entworfene Jeans-Kollektion den Titel „Given by heart“ trägt. Auch sei das Herz sein schönes Symbol für den Frieden.

Unter dem Motto „Dress to impress: A fashion kiss for peace“ hatten sich Schüler Gedanken gemacht hatten, wie sie mit dem Thema Kleidung/Klamotten/Fashion den Friedensgedanken aufbereiten können. Der Beginn war vor zwei Jahren in Beerfelden, im vergangenen Jahr ging es nach Polen. Höhepunkt war dort die länderübergreifende Fashionshow mit weißen Luftballons und Friedensbotschaften, die zuvor in diversen Workshops vorbereitet worden ware.

Der internationale Schüleraustausch hat an der Oberzent-Schule eine lange Tradition. Seit elf Jahren beteiligt man die integrierte Gesamtschule am Erasmus-Projekt der Europäischen Union. Seit Anfang 2016 lief die fünfte Fortsetzung mit einer Schule aus Polen und der Türkei, die jetzt zum Abschluss kam. Lehrerin Conny Frank ist seit Anfang an dabei. Vor fünf Jahren kam ihre Kollegin Derya Özdemir mit ins Boot. Beide betreuen nun federführend das Programm.

Es müssen immer drei Länder vertreten sein, lautet die Voraussetzung. Ein roter Faden für die Oberzent ist die Beteiligung der Schule aus dem polnischen Elblag. „Die sind seit Beginn an mit dabei“, weiß Özdemir. Bei der Erstauflage waren außerdem noch Lernanstalten aus Portugal und Italien (Neapel) integriert. Später dann wieder Portugal, aber auch mal Irland (Dublin) und Venedig (Italien). Schon beim vorherigen Projekt und auch jetzt wieder ist mit der Partnerschule in Gemlik (Region Bursa) die Türkei dabei.

„Es ist toll, dass die Schüler durch das Erasmus-Programm die Möglichkeit haben zu reisen, andere Länder und Kulturen kennenzulernen“, betont Derya Özdemir. Sie bedauert, dass der Gegenbesuch in der Türkei nicht möglich war. Eine Schülerreise dorthin wurde vom Auswärtigen Amt nicht empfohlen. Deshalb fand der Abschluss in Beerfelden statt. Damit konnten die türkischen Schüler aus Gemlik leider nicht bei diesem Finale des dreijährigen Projekts dabei sein, weil ihnen die finanziellen Mittel nicht mehr zur Verfügung standen.

Sie freute sich wie ihre Kollegin Conny Frank, die am Abschluss krankheitsbedingt nicht dabei sein konnte, über die Möglichkeit, durch Erasmus die Schüler „für eine gemeinsame Sache begeistern zu können“. Damit lernen die Jugendlichen, „über den eigenen Horizont der Oberzent hinauszuschauen“. Die 13- bis 15-Jährigen werden dadurch weltoffener und toleranter. „Vorurteile werden abgebaut“, betonte Özdemir. Genau diese Zielsetzung des Projekts habe sich schon oft erfüllt, beobachteten beide.

Oberzent-Schule rief musikalisch den Frühling herbei

„An besonders schönen Tagen ist der Himmel sozusagen wie aus blauem Porzellan“: Mit diesen Versen Erich Kästners begrüßte Schulleiter Bernd Siefert die Gäste zum Frühlingskonzert der Oberzent-Schule. Auch wenn sich die Sonne nur vereinzelt blicken ließ, kamen doch umso mehr Zuschauer zu dieser traditionellen Veranstaltung der Lernanstalt. Die Gäste in der vollbesetzten Aula der Schule erlebten eine beeindruckende Vielfalt an musikalischen Beiträgen.

Schulsprecher Jascha Fink führte durch das Programm. Nach einem einleitenden Gitarrenstück, gespielt von Musiklehrer Volker Reichl, sangen und spielten die Sechstklässler einen Frühlingskanon und Nenas Klassiker „99 Luftballons“. Ruhige, meditative Klänge kennzeichneten die nächsten Beiträge. Auf Harfe, Flöten und Klavier präsentierten Alicia Andrycka, Leonie Braun, Laura Scheuermann und Lea Siefert eine Pop-Ballade, ein Wiegenlied und den berühmten Kanon von Johann Pachelbel. Vom kalifornischen Sommer schwärmte anschließend der Musik-Kurs der zehnten Klassen mit „California Dreaming“ von The Mamas & The Papas.

Mit einer sehr bekannten Verdi-Arie streifte Lea Siefert auf dem Piano die Welt der Oper, bevor Eric Gehrmann am Saxophon und Lothar Helm am Klavier mit modernen Tango-Rhythmen begeisterten. „Don‘t know much about Algebra“: So sang es Sam Cooke im Soul-Klassiker „Wonderful World“ und so gestand es auch der gemischte Chor aus Schülern und Lehrern augenzwinkernd den Zuhörern ein. „But I do know that I love you“ hieß es weiter, ist doch der Frühling die Jahreszeit, in der sich zarte Triebe vermehrt regen.

„Layla“ heißt die Liebe in Eric Claptons Song, gesungen von Andreas Weinmann und an der Gitarre begleitet von Justin Ruf und Klaus Wilka. Weinmann sang im Anschlus zusammen mit Leonie Edelmann den Titel „Draußen ist Freiheit“ aus dem Musical „Tanz der Vampire“. Dies war Emotion und Dramaturgie pur und wurde entsprechend chorisch von Schülern der zehnten Klassen unterstützt.

Filmmusik bot die E-Gitarren-Virtuosin Esther Wilka mit dem Thema aus „Fluch der Karibik“. Mittels Looper und weiterer Effekte erspielte sie sich den Klangteppich für ihre abwechslungsreichen Improvisationen. Kräftiger Jubel belohnte sie. Schließlich wurde ein zweites Mal der Kanon von Pachelbel variiert, wobei diesmal fast alle Mitwirkenden des Konzerts beteiligt waren. Zu guter Letzt stimmte das Publikum in den Kanon „Ich lieb‘ den Frühling“ ein und konnte solchermaßen beschwingt noch einen sonnigen Rest-Sonntag erleben.

20 Betriebe präsentierten sich bei den Odenwälder Berufsinformationstagen an der Oberzent-Schule Beerfelden

Mathe und Physik können doch ihren Sinn haben. Dann nämlich, wenn sie in einem interessanten Ausbildungsberuf als Background einer handwerklichen Arbeit von Nutzen sind. Diese Erkenntnis gab es augenzwinkernd von einem Oberzent-Schüler bei den Odenwälder Berufsinformationstagen (OBIT), die jetzt an der integrierten Gesamtschule stattfanden. 20 Betriebe von Mosbach und Eberbach über Beerfelden bis hin nach Breuberg und Darmstadt präsentierten sich. Denn alle brauchen sie händeringend eines: Azubis.

Kreisbeigeordneter Oliver Grobeis betonte in seiner Begrüßung die Wichtigkeit einer solchen Veranstaltung. „Die Schüler sollen in Ausbildung kommen“, nannte Grobeis als Hintergrund. Er lobte die Zusammenarbeit zwischen den Betrieben nicht nur des Odenwaldkreises und den mitwirkenden Schulen. Verschiedene Firmen sind durch die Mitarbeit der OREG bereits „gesetzt“, andere werden in diesem Fall von der Oberzent-Schule als lokale Anbieter mit ins Boot geholt.

Pirelli, Merck, Bosch Rexroth, die Kreditinstitute oder das Odenwaldkreis-DRK sind quasi an jeder Schule dabei. In Beerfelden kamen noch Betriebe wie die Schreinerei Pracht, Bechtold, Brunnen-Apotheke und Naas hinzu. Sie boten Wirkshops an, in denen über die Tätigkeit informiert wurde, es aber auch die eine oder andere praktische Arbeit zu tun gab. Wolfgang Bechtold von der Industrievereinigung Odenwaldkreis (IVO) freute sich, dass es für die Firmen inzwischen viel einfacher ist, sich in den Schulen zu präsentieren.

Schulleiter Bernd Siefert zitierte in seinen einleitenden Worten aus dem Buch „Touch the sky“ von Christian Bischoff. Der war mit 16 Jahren jüngster Basketball-Bundesligaspieler und mit 25 Jahren jüngster Bundesliga-Cheftrainer. Heute ist er Life-Coach. „Jeder Tag hat 24 Stunden, 1440 Minuten und 86400 Sekunden. Es liegt an dir, wie du sie nutzt“, meinte Bischoff.

Klaus Seeh und Thomas Stricker hatten seitens der Schule den Tag vorbereitet. „Die Schüler konnten aus dem Angebot im Vorfeld Prioritäten nennen“, betonte Stricker. Jedes Kind durfte sich vier Workshops raussuchen. Es ging aber nicht nur um die Ausbildung per se, sondern auch das duale Studium. Auch wollte man mit dem Angebot den Schülern der Lernhilfe gerecht werden.

„Wir hatten zwei tolle, aufmerksame Gruppen“, freute sich Ausbildungsleiter Frank Bauer von Bosch Rexroth in Erbach. Es wurden „gute Frage gestellt“, einige wussten seinen Worten zufolge auch schon, in welche Richtung es beruflich gehen soll. Offene Gespräche gab es dann, „wenn die Lehrer nicht im Raum waren“, lachte Bauer.

Einen Teil der Präsentation übernahmen auch die Firmen-Azubis. „Die haben die gleiche Augenhöhe wie die Schüler“, so Bauer. Entsprechend werden Fragen unbefangener gestellt. „Wir wollen den Spaß an der Arbeit vermitteln“, betonte der Ausbildungsleiter. Acht bis zehn Azubis werden jedes Jahr eingestellt, über alle Berufe verteilt. „Mathe und Physik machen bei uns Sinn“, hob auch Bauer hervor.

André Weyrauch und Johanna Schmidt, bei Azubis bei der Volksbank Odenwald, stellten das Kreditinstitut vor. Die meisten Fragen sind ihrer Erfahrung nach grundsätzlicher Natur. Das geht vom Thema Tattoo über den Bewerbungsablauf bis hin zu Arbeitskleidung. „Gute Deutschnoten sind wichtig“, sagte Johanna Schmidt. Dazu Mathe mit Blick aufs Rechnungswesen, aber auch Fehltage sowie Arbeits- und Sozialverhalten, ergänzte Weyrauch. „Wir haben noch Stellen frei“, meinten beide mit Blick aufs nächste Lehrjahr.

Über 30 Azubis stellt Pirelli in Breuberg jedes Jahr ein. Zwei Drittel der Arbeitsplätze sind im technischen Bereich, für den Ausbildungsleiter Tilo Schwarz vor Ort war. Sein kaufmännischer Kollege war Christian Heckmann. „Wir wollen das Interesse an der Technik wecken“, betonte Schwarz. Dazu gab’s dann auch ein paar praktische Übungen. Und weiter: „Azubis werden immer gesucht.“

Die OBIT ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Industrievereinigung Odenwaldkreis (IVO), den sieben weiterführenden Schulen im Odenwaldkreis und dem Wirtschafts-Service der Odenwald-Regional-Gesellschaft mbH (OREG). Sie findet einmal jährlich statt und ist als Kontaktbörse der Unternehmen zum Nachwuchs zu verstehen. Sie richtet sich an alle achten und neunten Haupt-, Real-, und Gymnasialklassen der sieben weiterführenden Schulen im Odenwaldkreis.