Conny Frank wurde an der Oberzent-Schule für 40 Jahre im öffentlichen Dienst geehrt

„Ich komme auch aus einem Dorf, aus Düsseldorf“, lacht Conny Frank mit Blick auf die dünn besiedelte Odenwald-Landschaft. Aus dem Rheinland verschlug es die 64-jährige schon früh in die Oberzent (damals noch Name der Region und nicht der Stadt). Fast 39 Jahre ist sie inzwischen Lehrerin an der Oberzent-Schule und damit die dienstälteste Kollegin von Schulleiter Bernd Siefert. Insgesamt sind es jetzt 40 Jahre im öffentlichen Dienst, was die Überreichung einer Urkunde durch ihn im Rahmen einer kleinen Feierstunde bedeutete.

Die Jubilarin studierte an der Justus-Liebig-Universität Gießen, ehe sie in Lorsch an der Werner-von-Siemens-Schule ihre erste Arbeitsstelle als Referendarin antrat. Der Wechsel an die OZS in Beerfelden „war schon ein kleiner Kulturschock“, schmunzelt sie im Rückblick. „Zu meiner eigenen Überraschung“, ergänzt sie augenzwinkernd, lernte sie Stadt, Schule und Menschen schnell lieben. Und die Ourewäller Sprache kennen. Beste Voraussetzungen, um in fast vier Jahrzehnten der integrierten Gesamtschule mitsamt Jugendlichen ihren Stempel in den Fächern Kunst und Französisch aufzudrücken.

Conny Frank begründete das Theater-Kunst-Musik-Festival (The-Ku-Mu) mit, rief das Erasmus-Projekt ins Leben, kümmert sich um den Genf-Austausch („der geht übrigens weiter“, ruft sie freudig durch den Hörer) und organisiert seit zehn Jahren die Paris-Exkursion unter dem Motto „Vier Museen in 24 Stunden“. Die Lehrerin begründete daneben das Glücksseminar, um Lebensfreude und Glücklichsein mit anderen zu teilen. Schließlich ist die neurolinguistische Programmierung (NLP) ein Steckenpferd der engagierten Pädagogin.

Mit einer durchgängig positiven Grundeinstellung gesegnet, handelt Conny Frank unter dem Motto „Das kriegen wir schon hin“. Für sie ist da Glas immer halb voll. Oder, um mit der Rheinländerin zu sprechen: „Et kütt wie et kütt.“ Ihr Erfolgsgeheimnis: „Die Menschen so akzeptieren wie sie sind.“ Eine gute Portion rheinländischer Humor und Gelassenheit tun das Übrige dazu, dass sie stets gut gelaunt durchs Leben geht. Für ist es im Arbeitsalltag ein Highlight, wenn der Unterricht den Schülern großen Spaß macht, abwechslungsreich ist und sie in guter Stimmung lernen.

Die Schüler ihrer ersten Klasse an der OZS „sind inzwischen gerade 50 geworden“, blickt Conny Frank auf die lange Zeit in Beerfelden zurück. Ein heutiger Lehrerkollege an der Oberzent-Schule war früher ihr Schüler, weiß sie. „Der sang für mich damals ‚17 Jahr, blondes Haar‘“, lacht sie. Die Kinder kamen von ihrem Unterricht so happy nach Hause, dass eine Mutter ihren Sohn in Verdacht hatte, in die Lehrerin verliebt zu sein, grinst die 64-Jährige.

Conny Frank hofft, vielen Schülergenerationen die Liebe zur Kunst und zur französischen Sprache weitergegeben zu haben. Wie stark die Verbundenheit mit diesen ist, zeigte sich nach ihrem Schulterbruch Anfang des Jahres. „Da kamen Kollegen und Schüler fast täglich bei mir vorbei“, freut sie sich. Von Zuhause aus managte sie noch den Genf-Austausch. Wie überhaupt „eine große Liebe zu dem, was ich tue“, aus ihren Worten spricht. „Ich mache lauter Dinge, die ich schön finde.“

 

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Standing Ovations fürs Oberzent-Schulmusical

„Das Beste, was wir an der Schule jemals gesehen haben“: Die Rückmeldungen der Zuschauer für das selbst geschriebene Musical an der Oberzent-Schule waren euphorisch. „Alle Erwartungen wurden übertroffen“, bestätigte auch Andreas Weinmann, der zusammen mit Max Schulz die Schulband-AG im vergangenen Schuljahr begleitete. Das Speisen- und Getränkeangebot des Fördervereins war quasi ausverkauft. „Rundum gelungen“, lautete der Tenor. „Mein stressiger Schulalltag“ hieß das Musical, in dem es um ein gleichaltriges Geschwisterpaar ging, das verschiedener nicht sein könnte.

Die erste Aufführung in der Schulaula wurde von etwa 80 Gästen besucht. Kinder und Jugendliche bauten die Bühnendeko dafür selbst. Besonders tat sich dabei Fünftklässler Jannik Eichmann hervor, der Technik und Lichterorgel im Alleingang installierte. „Jeder Mensch kann sich zu jedem Zeitpunkt seines Lebens dafür entscheiden, fortan anders zu leben als bisher“, führte Schulleiter Bernd Siefert mit einem Zitat von Gerald Hüther ins Stück ein.

Zum Inhalt: Die Geschwister Tiffany und Julia sind eigentlich zerstritten und gehen sich aus dem Weg. Tiffany gehört nicht gerade zu den besten Schülern, ist jedoch durch ihr Auftreten auf dem Schulhof und in der Klasse in aller Munde. Julia ist eher die klassische Streberin. Eine entscheidende Mathe-Arbeit ändert gegen Ende des Musicals alles. Tiffany kommt mit einer schlechten Note nach Hause und das hat seine Konsequenzen. Zum Ende hin versöhnen sich die beiden Mädchen. Sie merken, dass sie miteinander besser auskommen, als wenn sie im Streit liegen und gegeneinander arbeiten. Also quasi wie im wirklichen Leben.

Stehende Ovationen waren der verdiente Lohn für die Arbeit in der Schulband-AG. Teilweise zwei Mal in der Woche trafen sich die Jugendlichen während des Schuljahrs zur Probe. Die Texte wurden selbst geschrieben, die Lieder geprobt, die Kulissen gebaut. „So ein Tag, er geht nie vorbei“, hieß es in der verdienten Zugabe. Im Original lautet der Bon-Jovi-Titel „It’s my life“. Auch andere bekannte Songs fanden umgearbeitet Eingang: so „Mamma Mia“ von Abba oder „Boulevard of broken Dreams“ von Green Day. Die Schüler hatten die Texte individuell so umgeschrieben, dass sie zum Lauf der Geschichte beitrugen.

An Instrumenten war alles zu hören, was eine Band zu bieten hat: Klavier, Bass, E-Gitarre, Schlagzeug und Gesang. Leonie Edelmann sang die Tiffany, Sarah Siebert die Julia. Dazu kam ein kleiner Background-Chor mit drei Mädchen (Carolin Siebert, Selina Geiß und Clarissa Nettuschil). Den strengen Vater mimte bravourös Leon Ullrich, als Frauenschwarm agierte Justin Ruf, Erzählerin war Rebekka Michel. Es handelte sich um das erste Musical dieser Art an der Oberzent-Schule, in dem sich die Schüler die Handlung selbst erarbeiten. Kleine Schauspieleinlagen kamen hinzu.

Schüler und Eltern fanden sich in bestimmten Szenen und Geschichten aus dem Schulalltag wieder, denn die Handlung war aus dem Leben gegriffen. Die Versöhnung der beiden Streithähne bezeichnete Weinmann schauspielerisch als „Highlight“, denn sie war als Rollenspiel improvisiert. Seine Hoffnung ist, dass die AG im kommenden Jahr „Nachwuchs“ bekommt. Denn vier bisherige Akteure verließen mit Ende des Schuljahres die OZS. Er zollte den Schülern ein Riesenlob: „Die Schule kann sich glücklich schätzen über diese Mitwirkenden.“

Info: Eine weitere Aufführung findet am Montag, 9. Juli, um 16 Uhr beim Pferdemarkt während der Oberzent-Expo in der Gewerbehalle statt. Im kommenden Schuljahr ist ein Termin für die Oberzent-Grundschulen geplant.

Auf dem Bild am Tisch v.l.: Leonie Edelmann, Sarah Siebert, Rebekka Michel und Leon Ullrich.

Oberzent-Schüler sollen fit sein im Umgang mit neuen Medien

Verschiedene Medienkompetenzprojekte machen an der Oberzent-Schule (OZS) die Fünft- bis Achtklässler vertraut mit den neuen Medien und sozialen Netzwerken. Über das ganze Schuljahr verteilt sprechen Lehrer, aber auch verschiedene externe Referenten, die diversen Themen an. „Sicher im Netz“, „Computersucht“ oder „Mobbing im Netz – Strafbarkeit“ lauten die Titel der Schulstunden.

Über die Strafbarkeit von Mobbing im Netz informierte jetzt Kriminalhauptkommissarin Michaela Schmelzer, Leiterin der Führungsgruppe in Erbach sowie zuständig für Opferschutz- und Jugendkoordination. Sie ist die Nachfolgerin von Polizei-Jugendkoordinator Volkmar Raabe. Konzipiert wurde die Präsentation ihren Worten zufolge für siebte und achte Schulklassen.

Das Ziel ist der Polizistin zufolge: Informieren, Sensibilisieren und Aufzeigen von Folgen bei Verstößen. Inhaltlich ging es Schmelzer um Nutzung des Smartphones durch Kinder und Jugendliche, Erklärungsansätze für die Motivation, Bilder (nackt oder auch leicht bekleidet) zu versenden, Sensibilisierung für Gefahren, Aufklärung über die Straftatbestände und Infos zum Thema „Grooming“. Alle achten Klassen der Oberzentschule, etwa 75 Jugendliche, nahmen im Rahmen des Religions- und Ethikunterrichts daran teil.

Die Idee zu den Medienkompetenzprojekten hatten vor mehr als fünf Jahren Bernd Siefert, damals Stufenleiter der OZS, und Raabe. Damals noch unter dem Titel „Mediencoaches“. Speziell ausgebildete Schüler sollten Gleichaltrige beraten, wenn bei diesen Fragen in rechtlicher Sicht während der Internet-Nutzung auftauchten.

„Ich hab da was bekommen“: Der Hintergedanke dabei war laut Siefert, dass sich Jugendliche eher an Gleichaltrige als an Lehrer wenden, wenn ihnen etwas im Internet nicht geheuer ist. Die Mediencoaches waren über Jahre hinweg im Einsatz. Verschiedene „Baustellen“ wie Medienethik, Cybermobbing, Internetsucht und Gefahren im Netz wurden beackert. Allerdings wurde das Angebot zusehends seltener nachgefragt.

Deshalb dann die Neukonzeption: „Wir wollten, dass alle Schüler damit in Berührung kommen“, betont der Schulleiter. Und auch bis zur achten Klasse alle dazugehörigen Bausteine durchlaufen. So wurde das Medienkompetenzprojekt daraus, um das sich federführend Gabriele Maurer kümmert. Unterstützt wird sie von der Kinder- und Jugendförderung des Odenwaldkreises, von der Suchtvorbeugung des DRK und vom Polizeipräsidium Erbach.

„Sicher im Netz“ heißt es bei den Fünftklässlern. Ihnen soll vermittelt werden, welche Gefahren auf sie als Neulinge im Internet lauern. Auch wie sich Hass und Gewalt in sozialen Netzwerken niederschlagen und was strafbar ist. Ein weiterer Punkt: „Wie wird mit meinen Daten umgegangen?“ Als Tipps bekommen die Schüler mit, ihre Adresse und Telefonnummer im Netz nicht zu verraten.

„Medienethik – wie bewege ich mich im Netz, wie in der Realität?“ steht ebenfalls in der fünften Klasse auf dem Stundenplan des Religions- und Ethikunterrichtes. Hier wichtig: „Wie nett bin ich im Netz und was gebe ich von mir preis.“ Was auch in der siebten Klasse noch einmal angeschnitten wird. Denn, so Siefert: „Es ist leichter, im Netz jemanden zu beleidigen als in der realen Welt.“ Computersucht wird ebenso in der siebten Klasse thematisiert. Hier geht es um die Vermittlung der verschiedenen Suchtformen und was sie mit einem machen.

Zum Thema der Strafbarkeit von Mobbing im Netz wird den Achtklässlern ein aufrüttelnder Film gezeigt. „Man kann mit dem, was man schreibt, vieles auslösen“, meint Siefert dazu. Oft auch unbewusst und ohne an die Folgen zu denken. „Die Kinder kennen oftmals nicht die rechtlichen Hintergründe“, hat er als Erfahrung der vergangenen Jahre mitgenommen. „Ihnen ist außerdem nicht klar, dass das Netz nicht vergisst.“

Oder: Dass eingestellte Bilder dort trotz Löschung auf ewig kursieren können. „Das Netz vergisst nicht.“ Es gab den Tipp, die Kamera am Laptop abzukleben, da sich Hacker darauf Zugriff verschaffen könnten. Auch sollten Jugendliche vorsichtig sein, wenn sie von angeblichen (aber unbekannten Gleichaltrigen) Kontaktanfragen bekommen.

Oberzent-Schüler reinigten die im Stadtgebiet verlegten Stolpersteine

„Stolpersteine reinigen – wider das Vergessen“ hat die Oberzent-Schule (OZS) ihre wiederkehrende Aktion betitelt, mit der der früheren jüdischen Bevölkerung gedacht wird. Gleichzeitig geht es um die Erinnerung an die Verlegung der Stolpersteine im Jahr 2012 durch Gunter Demnig – 70 Jahre nach der Deportation der letzten Beerfelder Juden 1942 ins Vernichtungslager Gurs/Südfrankreich. Die Botschaft dahinter: „Das darf nie wieder passieren und auch nicht in Vergessenheit geraten.“

Im Rahmen der Wanderwoche reinigte Schulleiter Bernd Siefert mit der Klasse 7b und den Schülern, die nicht auf Klassenfahrt mitgingen, die Stolpersteine. Begleitet wurden sie von der katholischen Religionslehrerin Gabriele Maurer und Melvin Huber, Praktikant vom Gymnasium Michelstadt. In den ersten beiden Schulstunden bereiteten sich die Schüler mit verschiedenen Informationen auf das Thema vor. Anhand von Bildern bekamen sie einen Eindruck von dem, was in den vergangenen Jahren geleistet wurde. Es gaben daneben Verweise auf Ausgrenzung von Menschengruppen in der heutigen Zeit.

Durch einen Stadtplan aus dem Jahr 1905 ließ sich nachvollziehen, in welchen Häusern damals Juden wohnten. Auch wurde ein Bild der zerstörten Synagoge gezeigt, wo 2008 eine Gedenktafel angebracht worden war. Erwähnt wurde außerdem die Stolpersteinverlegung für Herbert Creutzburg im Juni 2016. Der war in den letzten Kriegstagen als „Fahnenflüchtiger“ von Nazi-Schergen auf dem Marktplatz gehängt worden.

Thematisiert wurde in den beiden Schulstunden daneben das Buch von Dirk Strohmenger, „Nationalsozialismus im Erbacher Landkreis“. Dort wird ebenfalls auf die Hinrichtung Creutzburgs eingegangen. Von besonderer Eindringlichkeit war ein Video mit dem zwischenzeitlich verstorbenen Franz Ulm, der als einfacher Soldat damals verantwortlich dafür war, dass der Verurteilte nicht in seiner Zelle Selbstmord beging. Auch die beiden Zeitzeuginnen Dr. Elisabeth Kellner und Hilde Bormuth kamen zu Wort.

Kellner, bei Kriegsantritt knapp 15 Jahre alt, schilderte ihre Eindrücke der damaligen Zeit. „Die Diktatur kam auf leisen Sohlen“, betonte sie. Persönliche Freiheiten seien meist in kleinen Schritten eingeschränkt worden. „Zuerst brannten die Bücher unliebsamer Autoren, dann die Synagogen und zuletzt die Menschen“, fasste sie in drastischen Worten die schleichende Entwicklung des Terrors zusammen. Es gab daneben den Hinweis auf die Dauerausstellung in der OZS über das Schicksal der Juden während der NS-Zeit: „Legalisierter Raub in Beerfelden.“

Nach einem Besuch der ehemaligen Synagoge informierte Siefert die 30 Jugendlichen vor der evangelischen Kirche über das Schicksal Creutzburgs und zeichnete dessen Lebensgeschichte nach. Dieser war Unteroffizier im Zweiten Weltkrieg und hatte sich kurz vor Kriegsende unerlaubt von seiner Truppe entfernt. Er hatte genug vom Krieg, wollte zu seiner Verlobten und sich Heiratspapiere beschaffen. An der Bahnüberführung zwischen Gammelsbach und Eberbach wurde er von Feldgendarmen festgenommen, nach Beerfelden ins Gefängnis gebracht, von einem Standgericht zum Tode verurteilt und vor der evangelischen Kirche hingerichtet.

Bereits im Frühjahr 2012 war es mit Gunter Demnig der Initiator der bundesweiten Stolpersteinaktion selbst, der insgesamt 18 dieser Bronzeplatten vor sieben Häusern in Beerfelden in den Boden zementierte. Diese sogenannten Stolpersteine erinnern an verschleppte und ermordete jüdische Mitbürger Beerfeldens. Im Juni 2016 kam ein weiterer für Herbert Creutzburg hinzu, der damals vom Bauhof verlegt wurde.

Thomas Stricker wechselt von der Oberzent-Schule Beerfelden als stellvertretender Schulleiter zur Geschwister-Scholl-Schule Bensheim

Vom Odenwald an die Bergstraße: Thomas Stricker wechselt von der Oberzent-Schule (OZS) in der gleichnamigen Stadt als stellvertretender Schulleiter an die Geschwister-Scholl-Schule (GSS) in Bensheim. Der 41-Jährige war zuvor knapp acht Jahre in Beerfelden tätig. 2010 wurde er zum Rektor an einer Gesamtschule zur Wahrnehmung von Schulleitungsaufgaben befördert. Er nahm an seiner bisherigen Wirkungsstätte Aufgaben eines pädagogischen Leiters wahr.

Der aus Lippe in Westfalen stammende und derzeit noch in Erbach wohnende Stricker war vorher zwei Jahre an der Georg-Ackermann-Schule in Rai-Breitenbach tätig. Der Wechsel nach Bensheim bedeutet auch eine völlig neue Dimension weg von der „beschaulichen“ Oberzent-Schule mit ihren knapp 400 Kindern hin an eine kooperative Gesamt- mit Oberschule und 1600 Schülern.

Seit August 2011 war Stricker in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern ans Staatliche Schulamt abgeordnet: als zertifizierter Fortbildner für kompetenzorientiertes Lernen in Gesellschaftswissenschaften (KoLLeG-Projekt), als fachlicher Unterrichtsentwicklungsberater Deutsch für Gymnasien und als Fachberater für Deutsch als Zweitsprache sowie pädagogischer Mitarbeiter. Besagte Scholl-Schule wurde von ihm in Guntersblum zusammen mit Oberzent-Schulleiter Bernd Siefert (der Fortbildungen für Haupt- und Realschulen durchführte) eine Klausurtagung des Schulleitungsteams gemeinsam gecoacht.

In der Ausschreibung für den Stellvertreter-Posten fand sich Stricker wieder: Unter anderem ging es um die Schulentwicklung und die Verbesserung der Kommunikationsstruktur. Eine neue Herausforderung, der er sich gern stellen will und dafür auch einen Umzug in Kauf nimmt. „Thomas Stricker ist sehr gut bei uns angekommen“, freute sich bereits GSS-Schulleiterin Dr. Angela Lüdtke. Seit dem Amtsantritt Anfang Mai wurden von ihm bereits die ersten Neuerungen implementiert.

Auch wenn der Wechsel mitten im Schuljahr erfolgte, so kümmerte sich Stricker darum, dass es einen gut vorbereiteten Übergang gab. An seiner alten Wirkungsstätte bereitete er mit seiner Klasse noch die Abschlussprüfungen vor. Sein bisheriger Chef Bernd Siefert zeigte sich trotz des Abschieds stolz darüber, dass die OZS in den vergangenen 18 Monaten „drei Schulleiter ins System brachte“. Erst ihn, Siefert, als OZS-Eigengewächs zum Schuljahresbeginn 16/17, dann ein Jahr später Arndt Neumann als Stellvertreter an die Schiller-Schule Bensheim und jetzt Stricker.

Bei der Verabschiedung wünschte ihm Siefert ein glückliches Händchen bei den anstehenden Aufgaben und Herausforderungen. Er zitierte aus der aktuellen dienstlichen Beurteilung: „Sein zielstrebiger, effektiver und wertschätzender Umgang mit allen Personen im Schulalltag verschafft ihm Respekt und Anerkennung“, heißt es dort über Stricker. Der Pädagoge beweise in allen Fragen schulischen Handelns einen guten Systemblick und entwickle zu organisatorischen wie personellen Sachfragen konstruktive Lösungsansätze.

 

Smilla unterstützt die Kinder an der Oberzent-Schule beim Lernen

Fräulein Smilla hat ein Gespür für Kinder. Die sechsjährige Husky-Mix-Hündin von Klassenlehrerin Corinna Kosla ist an drei Tagen mit im Unterricht. „Wenn sie ins Klassenzimmer kommt, begrüßt sie jeden einzeln“, freuen sich die Schüler der Klasse für Lernhilfe. Die Schulhündin begleitet Kosla schon seit Kindheitspfoten in den Unterricht. Der „Smilla“-Dienst darf die Hündin vom Auto abholen und muss sich darum kümmern, dass sie immer Futter und frisches Wasser hat.

„Smilla ist an drei Tagen in der Schule mit dabei. Das sind ganz besondere Tage“, sagt Dennis. „Im Winter mag sie Schnee und im Sommer liebt sie es, durch das hohe Gras zu hüpfen“, stellt Besar fest. „Sie hat spitze Ohren wie ein Fuchs. Ihr Fell ist ganz weich und hat die Farbe schwarz-weiß und beige“, ergänzt Chiara. „Ihre Augen sind braun und sie hat einen ganz lieben Hundeblick“, meint Mira.

Die Hündin „ist super süß und total schlau“, haben die Schüler festgestellt. Sie kann auch schon ganz viele Tricks, „die wir ihr beigebracht haben“: Zum Beispiel Rolle, Give me Five, Gib Laut, Tanzen oder Peng und viele mehr. Im Unterricht lernen die Kinder auch mit ihr. Smilla ist quasi „Co-Lehrerin“, wenn die Klasse Rechen-, Schreib- und Denkaufgaben macht. In der Leseecke wird mit der Hündin gekuschelt und ihr vorgelesen.

Smilla hat ein Herz für Kinder. Wenn ein Schüler mal traurig ist oder jemand weint, spürt sie das sofort „und will das Kind trösten und mit ihm kuscheln“, weiß Dennis. In der Smilla-Stunde wird oft Fußball mit ihr gespielt. Sie ist ganz verrückt danach, sagt Mira. Am Ende des Schultages verabschieden sich alle von der Hündin und freuen sich sehr auf den nächsten Schultag mit ihr.

Smilla erfüllt eine wichtige Rolle im Klassenzimmer: Den Schülern ist sie Seelentrösterin und Aggressionshemmerin, Mutmacherin und Stimmungsaufhellerin, Lernbeschleunigerin und Stressfresserin in einem, weiß Kosla. Es gibt verschiedene Arten, Smilla im Unterricht einzusetzen: aktiv/unmittelbar, passiv/mittelbar, als Verstärker und Objekt der Metaebene. Welche Form zum Einsatz kommt, „entscheide ich je nach Situation und/oder Schüler“, betont die Klassenlehrerin.

„Smilla wurde von mir für die Arbeit als Schulhund ausgewählt und ausgebildet, da sie sehr menschenbezogen, lernfähig, belastbar und ausgeglichen ist“, sagt Corinna Kuska. Sie ist eine sehr verspielte Hündin und weist keinerlei Aggressionspotenzial auf. „Im Umgang mit Menschen zeigt sie eine hohe Toleranz bei Körperkontakt, besitzt eine hohe Reizschwelle gegenüber Lärm und ist nicht schreckhaft“, erläutert sie.

Es gibt einige Ziele in der Arbeit mit dem Schulhund: etwa Beziehungsaufbau und –gestaltung, Unterrichtung und Begleitung der Kinder, Übernahme von Verantwortung, Aufgabenerfüllung, Gestaltung von sozialer Interaktion und gemeinsame Entspannung. Bei den alljährlichen Themenwochen war „Smilla, unser Schulhund“ ein Projekt. Dort erarbeiteten die Schüler eigenständig Vorträge, beispielsweise zu den Themen Hundetricks oder Hundeerziehung.

Wie kann man Schülern und Schulhund eine entspannte, angenehme Lern- und Auszeitmöglichkeit bieten? Dafür hatten sich die Oberzent-Schüler Leon, Leo und Dennis als Projektprüfung eine praktische Arbeit der besonderen Bauart ausgedacht, um ihre Schule „schöner“ zu gestalten. Die drei nahmen mit der Firma Matho Palettenservice in Beerfelden Kontakt auf. Sie hatten Glück und bekamen 13 Euro-Paletten gesponsert. Die Schule unterstützte die drei Jungs mit einem finanziellen Beitrag für die Material-Beschaffung.

Nach einer Woche intensiver Vorbereitung, handwerklichem Geschick und vielen Schweißtropfen, Spänehobeln und Schleifen entstanden ein Paletten-Sofa für die Lernhilfe-Klasse LH und ein Hundekorb für Smilla. In dieser Projektwoche lernten die Jungs, im Team zusammenzuarbeiten, handwerkliche Kompetenzen zu entwickeln und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Die Arbeit erhielt übrigens die Note „Sehr gut“.

Oberzent-Schüler schreiben ihr Musical selbst: Premiere am 20. Juni

„Mein stressiger Schulalltag“ heißt das neue Musical der Oberzent-Schule, für das schon eifrig geübt wird. Jeden Montag trifft sich das Team der Schulband-AG, geleitet von Andreas Weinmann und Maximilian Schulz, um für sein selbstgeschriebenes Musical zu proben. Es geht um ein gleichaltriges Geschwisterpaar, das verschiedener nicht sein könnte. Wie sich ein solch „stressiger“ Schulalltag aus der Sicht der beiden gestaltet, ist bei der Premiere am Mittwoch, 20. Juni, um 18 Uhr in der Aula der Oberzent-Schule zu erleben.

Tiffany und Julia sind eigentlich zerstritten und gehen sich aus dem Weg. Tiffany gehört nicht gerade zu den besten Schülern, ist jedoch durch ihr Auftreten auf dem Schulhof und in der Klasse in aller Munde. Julia ist eher die klassische Streberin. Eine entscheidende Mathe-Arbeit ändert gegen Ende des Musicals alles. Tiffany kommt mit einer schlechten Note nach Hause und das hat eben dann seine Konsequenzen. Zum Ende hin versöhnen sich die beiden Mädchen. Sie merken, dass sie miteinander besser auskommen als wenn sie im Streit liegen und gegeneinander arbeiten. Also quasi wie im wirklichen Leben.

Die Schüler erarbeiten sich mehr oder weniger alles selbst. Das Schreiben der Lieder läuft wie folgt ab: Die neun Jugendlichen treffen sich montags zur Schulband-AG. Die Mädchen gehen mit Andreas Weinmann in einen Raum und werfen dann ihre Ideen zusammen, bis das fertige Lied entstanden ist. Wichtig hierbei ist, dass wirklich alle Texte eine zusammenhängende Geschichte ergeben. „Das war die größte Herausforderung“, wissen die Mädchen. Zuerst werden die Lieder festgelegt, dann geht‘s los mit dem Schreiben.

Die Jungs bleiben derweil im Band-Raum und studieren mit Maximilian Schulz die abgesprochenen Lieder ein. Wenn alles perfekt läuft, treffen sich beide Gruppen gegen Ende der Probe und tragen gegenseitig ihre erarbeiteten Projekte vor. Danach wird alles abgestimmt und „fertig ist das Musical“. Die Schulband besteht in dieser Besetzung seit Juli vergangenen Jahres. Neun Schüler wirken in ihr mit.

An Instrumenten ist alles zu hören, was eine Band zu bieten hat: Klavier, Bass, E-Gitarre, Schlagzeug und Gesang. Leonie Edelmann singt die Tiffany, Sarah Siebert die Julia. Dazu kommt ein kleiner Background-Chor mit drei Mädchen. Zu hören gibt es aktuelle Hits, aber auch alte Schlager und Rocksongs, etwa von Bon Jovi, Ed Sheeran oder Bon Jovi. Die Schüler haben die Texte individuell so umgeschrieben, dass sie zum Lauf der Geschichte beitragen.

Es handelt sich um das erste Musical dieser Art an der Oberzent-Schule, in dem sich die Schüler die Handlung selbst erarbeiten. Kleine Schauspieleinlagen kommen noch dazu. Eine Erzählerin schafft die Verbindung zwischen den Handlungssträngen. Eine weitere Aufführung findet am Montag, 9. Juli, um 16 Uhr in der Gewerbehalle beim Pferdemarkt statt. Der Eintritt ist jeweils frei, für das leibliche Wohl ist gesorgt.