Beide brennen füreinander: Besonderes Tasting in der Schmucker-Brauerei

Eigentlich, schmunzelt Brenner Johannes Gehrig, „stelle ich ja diese Brände und Liköre aus einem Abfallprodukt her“ – aber einem sehr hochwertigen, wie er gleich hinzufügt: dem Alkohol, der bei der Herstellung des alkoholfreien Schmucker-Bieres „abfällt“. Das sogenannte Brüdenkonsendat verwendet Gehrig bei den Odenwälder Feinen Bränden in Litzelbach dafür, um daraus hochprozentige und wohlschmeckende Gaumengenüsse zu kreieren. Diese wurden nun erstmals zusammen mit Schmucker den Interessierten bei einem Tasting in den Brauereiräumen vorgestellt.

Raubacher Jockel und Räuber sowie Bockbierlikör „Walhalla“ und der Odenwälder Blutwurz fanden bei den Besuchern viel Widerhall. Die waren zu Beginn von Tanja Lenz durch die Brauerei geführt worden, ehe es dann zum Probieren ging. Nach den hochprozentigen Leckereien mit etwas mehr Umdrehungen gab es danach auch noch vier Biere von Schmucker zu verkosten: Landbier, Doppelbock dunkel, Bio Hell und Märzen. In der Bewirtung war auch Ute Bernhard mit dabei.

Johannes Gehrig ging zu Beginn auf die Hintergründe ein, wie es zur Zusammenarbeit kam. Angefangen hat alles mit einem Bierlikör. Den hat Gehrig mal kreiert und bei Schmucker gefragt, „ob die an so etwas Interesse haben“. Zuerst war das Jockel-Endprodukt zuerst sehr malzlastig und „geschmacklich noch nicht der Renner“. Der gewiefte Brenner griff dann etwas in die Trickkiste. Er legte den Brand ein Jahr lang in ein ehemaliges Bourbon-Fass aus amerikanischer Weißeiche. Das Endprodukt wurde dann dem Schmucker-Vorstand vorgestellt. „Die waren total begeistert“, freute sich Gehrig. Nur 54 Halbliter-Flaschen gibt es davon. Sind die weg, ist erst einmal Schluss.

Auf 57 Flaschen bringt es der Räuber. Der wurde mehrere Monate in einem italienischen Kastanienfass gelagert. Vorher hatte Gehrig dort mehrere Monate Doppelbockbier drin (würde er das nicht tun, käme die Gerbsäure durch). Dadurch nahm der Brand dessen Geschmack an. Auch ist eher das Malzige zu spüren. „Noch milder“ beschreibt ihn Gehrig mit den 37,5 Prozent im Vergleich zu seiner ersten, 39,2-prozentigen Kreation aus der Schmucker-Zusammenarbeit.

In seinem Erzählfluss wurde der Brenner dann von seiner „Chefin“ Monica Gehrig-Hummel gestoppt. „Babbel net so viel, die Leit hawwe Dorscht“, sagte sie. Während der Verkostung des vollmundigen Raubacher Jockels, bei dem vor dem geistigen Auge nicht die Odenwälder Hügel, sondern die schottischen Highlands auftauchen, erläuterte Gehrig, dass das „Arbeitsmaterial“ mit 80 bis 86 Prozent aus der Brennblase rauskommt.

Ein weiterer Bestandteil des guten Geschmacks ist das Schmucker-Quellwasser mit einem Prozent deutscher Härte. Es wird zum Runtersetzen des Alkohols in den Bränden verwendet, sodass das Produkt mit 60 Prozent ins Fass kommt. Wie eben bei Whisky auch. Zur Degustation wurden Gläser von französischen Winzern verwendet. Die gehen nach oben hin zu „und deshalb kann man den Inhalt sehr gut riechen“, so der Brenner.

Nach den Bränden dann die Liköre, „um den Geschmack nicht zu verfälschen“. Eigentlich, verrät Gehrig, leiten sich deren Eigennamen alle von den Nibelungen her, weil der Grasellenbacher Ortsteil Litzelbach mit zu deren Jagdgebiet gehörte. „Aber die geben nicht genug Namen her“, lachte er. Weshalb man jetzt auf die nordischen Sagen auswich und etwa „Walhalla“ für den Bockbierlikör wählte. Herausgekommen ist ein angenehm nach Bier schmeckender Likör mit 22,3 Prozent und einer kräftigen Malznote.

„Außer Konkurrenz“ hatten die Gehrigs noch den Kaffeelikör „Götterdämmerung“ im Gepäck. Espressocafé aus einer kleinen Mannheimer Rösterei sowie Karamellzucker plus den Schmucker-Bieralkohol verwendet Gehrig für das süffige Getränk mit seinen 21 Prozent Alkohol. „Einzigartig, was du da herstellst“, lautete eine Reaktion aus Besucherkreisen. Die Produkte und die Zusammenarbeit wurden sehr positiv aufgenommen. Der Brenner nahm auch gleich einen Brenn-Auftrag mit nach Hause.

Die vier Brände und Liköre von „Odenwälder Feine Brände“, die in Zusammenarbeit mit der Brauerei hergestellt werden, haben als Grundbestandteil jeweils den Alkohol des Weizenbock- und Pilsbieres, der diesem bei Schmucker mittels Vakuumkondensation entzogen wird. Das sogenannte Brüdenkondensat hat zwischen acht und elf Prozent Alkohol. Malz und Hopfen dominieren den Geruch. Gebrannt (gereinigt) wird das Produkt in eineinhalb bis zwei Stunden.

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Mit dem Schmucker-Bier lässt sich vortrefflich ein süffiger Brand brennen

Wenn Brauerei auf Brennerei trifft, dann ist das Ergebnis mehr als süffig. Vor einem Jahr unternahm Johannes Gehrig von den „Odenwälder Feinen Bränden“ aus dem Grasellenbacher Ortsteil Litzelbach einen ersten Testlauf mit dem Alkohol des alkoholfreien Bieres, das dem Gerstensaft bei der Schmucker-Brauerei in Mossautal entzogen wird. Das Ergebnis hieß „Raubacher Jockel“ und ist ein milder 40-Prozent-Brand mit spürbarem Whisky-Touch, weil er einem Bourbon-Fass aus amerikanischer Weißeiche gelagert wird. Jetzt hat der passionierte Brenner Gehrig nachgelegt und vier weitere Produkte in Zusammenarbeit mit Schmucker aufgelegt, die beim Tasting am 2. Oktober verkostet werden können.

Vier Schmucker-Biere sowie zwei Brände und zwei Liköre, die auf dem Alkohol der Biere beruhen, dürfen verkostet werden. Das dunkle Doppelbock-Bier findet bei der „Walhalla“-Kreation von Gehrig Verwendung. Dahinter verbirgt sich ein Bockbierlikör. „Das Bier ist etwas malzlastiger und kräftiger“, betont er. „Zehn bis zwölf Versuche habe ich gebraucht, bis das Mischungsverhältnis stimmte“, erläutert der Brenner. Herausgekommen ist ein angenehm nach Bier schmeckender Likör mit 22,3 Prozent und einer kräftigen Malznote. „Das geht Richtung „Bayrisch Bockmalz“, erläutert der Litzelbacher.

Blutwurz, Räuber und Jockel, jeweils mit dem Zusatz „Odenwälder“, sowie der Cafélikör „Götterdämmerung“ haben als Grundbestandteil jeweils den Alkohol des Weizenbock- und Pilsbieres, der diesem bei Schmucker mittels Vakuumkondensation entzogen wird. Das sogenannte Brüdenkondensat hat zwischen acht und elf Prozent. Malz und Hopfen dominieren den Geruch. Gebrannt (gereinigt) wird das Produkt in eineinhalb bis zwei Stunden.

Für die Kreation des „Odenwälder Blutwurzes“ werden die Wurzeln der gelb blühenden Pflanze gesäubert, getrocknet und in Alkohol eingelegt. Sie sorgen dann für Farbe und Geschmack. Damit das Endergebnis durch die Wurzel nicht zu bitter schmeckt, „gebe ich noch Holunderblütensirup dazu“, so Gehrig. Damit kommt der Blutwurz trotz seiner 34 bis 38 Prozent „recht mild“ rüber. Und auch an: „Der geht wie blöd“, freut sich der Brenner über die sehr gute Resonanz nicht nur bei Privatleuten, sondern auch in der Gastronomie von Odenwald und Bergstraße.

Der „Odenwälder Räuber“ wird in einem Kastanienfass gelagert. Dadurch nimmt er im Gegensatz zum Jockel-Brand dessen Geschmack an. Auch ist eher das Malzige zu spüren. „Noch milder“ beschreibt ihn Gehrig mit den 37,5 Prozent im Vergleich zu seiner ersten, 39,2-prozentigen Kreation aus der Schmucker-Zusammenarbeit.

Der Raubacher Jockel war nicht nur ein Odenwälder Original, sondern sehr den Freuden des Lebens zugetan und trank gern einen über den Durst. Deshalb passt der Namen für einen besonderen Brand zu seinen Ehren wie die Faust aufs Auge. Der leichte Whiskytouch verleiht dem Tropfen einen ganz eigenen, milden, aber vollmundigen Geschmack. Das weiche Schmucker-Quellwasser tut sein Übriges.

Das Quintett wird komplettiert durch den Caféliqueur „Götterdämmerung“. Espressocafé aus einer kleinen Mannheimer Rösterei sowie Karamellzucker plus den Schmucker-Bieralkohol verwendet Gehrig für das süffige Getränk mit seinen 21 Prozent Alkohol. Das Malzaroma passt hervorragend zum Geschmack der Kaffeebohnen, betont er. „Was für Schleckermäuler“, lacht der Brenner. Davon scheint es einige zu geben, denn der Tropfen kommt gut an.

„Alles was neu ist, ist für mich ein Anreiz“, hebt er hervor. „Ich habe Spaß am Experimentieren.“ Als Quereinsteiger ist er keinen Traditionen verhaftet und brennt deshalb, was er will. „Ich kann mich austoben wie verrückt.“ Johannes Gehrig testet Anregungen gerne aus. Geht nicht gibt‘s bei ihm nicht. Eine neue Idee kann dabei auch schon einmal aus einer „Spinnerei“ heraus entstehen. Wer‘s fest statt flüssig mag: Es gibt auch ein Gelee aus Rosébock, dem rötlichen Bockbier von Schmucker. „Das steht dann eine Stunde auf dem Herd, da ist dann kaum noch Alkohol drin“, lacht Monica Gehrig-Himmel.

Info: Taste the Spirit of Craft: Brauerei trifft Brennerei, Dienstag, 2. Oktober 2018, 17 Uhr, Privatbrauerei Schmucker Mossautal, verbindliche Anmeldung bis zum 19. September auf www.schmucker-bier.de unter Brauerei-Führungen oder telefonisch unter 06061/702-78.