Fußball-Geschichte im Odenwald wird lebendig

Der Fußball ist für Klaus Gackenheimer sein Ein und Alles. Akribisch hat der frühere Fußball-Schiedsrichter, Klassenleiter im Kreisjugend-Fußballausschuss und langjährige Aktive seines Heimatvereins SG Rothenberg Unterlagen aus 75 Jahren der Ball-Geschichte im Odenwaldkreis ausgewertet. Daraus sind inzwischen sieben Bücher entstanden, die Ergebnisse, Tabellen, Spielberichte, Fotos und Anekdoten zusammenfassen. Band 7 für die Jahre 2013 bis 2019 ist gerade erschienen.

Seit 2003 hat sich der 74-jährige Rothenberger diese Zusammenstellung zur Aufgabe gemacht. Damals hörte er als Klassenleiter auf. Während dieser Zeit notierte er immer die Ergebnisse der ersten Mannschaft. Damals fielen ihm viele Unterlagen aus den vorhergehenden Jahren in die Hände. „Ich dachte mir, das könnte ich zu Papier bringen“, erzählt der Rothenberger. Was fehlte, organisierte er sich.

„Ich war immer unterwegs“, erinnert er sich. Kaum mit seinem Job bei Scherer fertig, recherchierte er im Kreisarchiv und beim Odenwälder Echo in unzähligen Stunden und mühevoller Kleinarbeit die vergangenen Jahrzehnte. „Bei der Heimatzeitung bin ich tagelang im Keller gesessen“, berichtet er sich. Ins Höhendorf zurückgekehrt, übertrug Gackenheimer seine Erkenntnisse gleich in den Computer. „Das ist eine Sauarbeit“, nimmt er kein Blatt vor den Mund.

Aufzeichnungen der früheren Kreisfußballwarte Fritz Walter, Horst Neff und jetzt Wilhelm Paulus ging der Autor mit Paulus durch. Es entstanden Bücher von jeweils rund 500 Seiten, die in einer Steinbacher Druckerei mit einer Auflage von 150 bis 200 Stück hergestellt wurde. Im Vorwort dankt Kreisfußballwart Paulus dem Rothenberger Fußballfreund für die zeitaufwendige Arbeit, mit der sich Gackenheimer nicht nur ein Lebenswerk geschaffen, sondern auch allen interessierten das Fußballgeschehen für die Zukunft erhalten hat.

Wenn montags das Echo erscheint, setzt sich Gackenheimer nachmittags zwei Stunden hin und wertet von der obersten Liga bis ganz nach unten alles detailliert aus. Weil nicht immer alle Daten vorhanden sind, gehört die Internetrecherche für ihn zum täglichen Brot. Der erste Band, 2005 erschienen, beleuchtet die Zeit von 1945 bis 1975. Die Vereine stellten dem Autor Bilder aus früheren Jahren zur Verfügung. Band 2 reicht von 1975 bis 1985. Danach wurden die Abstände kürzer: erst acht, dann sechs Jahre. Natürlich ist Band 8 schon in Vorbereitung. Parallel erstellt der Fußball-Fan Jahresordner, die er jedes Jahr im Kreisarchiv Erbach abgibt.

„Wenn ich das heute nicht mehr mache, macht es keiner mehr“, betont Gackenheimer. Er kümmert sich aber nicht nur um die Kicker im Kreis. Denn nächstes Jahr feiert sein Heimatverein, die SG Rothenberg, ihr 75. Jubiläum. Der demnächst Gleichaltrige trägt ab dem Gründungsjahr 1946 die Geschichte zusammen. Im Gemeindearchiv und im SG-Sportheim sind seine Arbeiten für alle Interessierte zugänglich.

Aber nicht nur hier war Gackenheimer ehrenamtlich aktiv. „Ich habe in 45 Jahren 1250 Spiele gepfiffen“, notierte er akribisch. „Die Zeit möchte ich nicht missen.“ Ein Spiel in Beerfelden vor langer Zeit ist ihm noch im Gedächtnis. Das brach er in der Halbzeit beim Stand von 12:0 ab, weil die gegnerische Mannschaft einfach zu betrunken war. Dazu kommt noch sein Faible für die Kleintierzucht. Mit seinen Kaninchen war der dem Hirschhorner Züchterverein angeschlossene bereits drei Mal Deutscher Meister.

Dem Fußball gilt aber sein Hauptaugenmerk. „Dem widme ich jede freie Minute“, berichtet er. Nach dem Krieg waren alle Vereine verboten, weiß der Rothenberger. Bei der Militärregierung musste damals der Antrag auf Neugründung gestellt werden. Voraussetzung. Es durften keine propagandistischen Versammlungen abgehalten werden. Per Hand wurde damals das Gelände auf der Höhe eingeebnet, um einen Platz zu erstellen. Trikots gab es keine, die bekam man wie auch Bälle im Tausch gegen Holz. „Heute hat der Verein 50 Bälle“, weiß der Senior. Die geht er montags nach den Spielen immer im Wald suchen.

 

Info: Band 7 der Geschichte des Fußballs im Odenwaldkreis ist erhältlich beim Autor Klaus Gackenheimer in Rothenberg, Odenwälder Landstraße 26, Telefon 06275/474, E-Mail  kgackenheimer@aol.com und in der Gaststätte „Zur Gerste“ in Steinbach bei Wilhelm Paulus, Telefon 0160-91875510, http://www.zur-gerste.de, zum Preis von 25 Euro. Die bisherigen Bücher Band 1 bis Band 6 sind bei beiden noch in kleinen Stückzahlen erhältlich.

Müllvermeidung geht an der OZS runter wie Wasser

„Wir denken vor und machen nicht nach“, bringt es Schulleiter Bernd Siefert auf den Punkt. Von der Schülervertretung kam eine innovative Müllvermeidungs-Idee, die nun zusammen mit der Firma Bechtold umgesetzt wurde. Weg von der durchs Land subventionierten Schulmilch in 0,2-Liter-Beuteln, lautete der Gedanke. In Kooperation mit den Odenwaldkreis wurde eine  Wasserzapfanlage an der Oberzent-Schule (OZS) installiert. 1000 wiederverwendbare Nachfüll-Flaschen werden von Bechtold kostenlos zur Verfügung gestellt.

„Wir sehen uns nicht hinten im Odenwald, sondern die Oberzent als Zentrum mit den Städten Heidelberg, Mannheim, Frankfurt, Mosbach, Darmstadt und Frankfurt an der unmittelbaren Peripherie“, lacht Siefert. Der Zusammenhalt der Menschen aus der flächenmäßig drittgrößten Stadt Hessens ist bemerkenswert, weiß er. Dazu kommt die Identifikation mit der OZS, zu deren Schülern er selbst zählte. Wie auch André Bechtold. „Hier wurden die Grundlagen gelegt“, betont der Schulleiter deshalb.

Die Wasserspender-Idee wurde im monatlichen Gespräch von SV mit ihm geboren. Lehrerin Derya Özdemir, Schulsprecher Tom Jahn, sein Stellvertreter Timo Kaden sowie Nele Schneider, Alicia Andryczka und Marlene Ulrich machten sich dafür stark, Nachfüll-Trinkflaschen und Wasserspender zur Verfügung zu stellen, damit die Schule einen Beitrag zum Umweltschutz leistet. „Wasser soll als Energiespender Nummer 1 für alle  kostenfrei zugänglich gemacht werden“, hieß die Intention.

Als Partner bot sich die Firma Bechtold aus Oberzent an, mit der es bereits einige gemeinsame Aktionen wie Kalender, USB-Sticks oder Fotobücher gibt. Dazu passt, dass als „Projektbegleiter“ im Betrieb die ehemaligen OZS-Schüler Markus Muth und Jerome Graser fungieren. Man kennt sich eben in Oberzent. Neben Flaschen für alle jetzigen Schüler und Lehrer sollen auch die neuen Fünftklässler welche bekommen. Daneben sind sie als Geschenk für Gäste etwa im Rahmen des Erasmus-Programms gedacht.

Die Firma Bechtold stellt unter anderem auch Flaschen aus Kunststoff her, erläutert der Seniorchef. Aktuell steht dieses Material etwas in der Diskussion, weiß er. Die Alternative wären seinen Worten nach Kunststoff auf Bio-Basis oder Recyclate. „Allerdings müssen für Trinkflaschen besondere Vorschriften beachtet und eingehalten werden“, erläutert Wolfgang Bechtold.

Start ist nun mit Flaschen aus Copolyester der Firma Eastman. Dieses Material ist von der Federal Drug Administration (FDA) freigegeben und enthält unter anderem kein Bisphenol-A, ergänzt André Bechthold. Die Flaschen sollen an der Oberzent-Schule an den dort installierten Wasserspendern eingesetzt werden. Die Firma hat eigens für diesen Zweck ein neues Herstellungs-Werkzeug anfertigen lassen. Design und Ausführung wurden mit der Schulleitung abgestimmt.

In einem zweiten Schritt, so Bechtold, werden Versuche mit Materialien auf Bio-Basis durchgeführt, die nach aufwendigen Tests und Freigaben eingesetzt werden können. Der Betrieb ist zusammen mit weiteren namhaften Firmen und der IHK im Kooperationsnetzwerk Biokunststoffe tätig. Man trifft sich regelmäßig mit den übrigen Netzwerk-Teilnehmern zum Austausch und zur Weiterentwicklung. Fördermittel im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand des BMWI (ZIM) sind beantragt, erklärt der Junior-Chef.

Die hier gewonnenen Erkenntnisse werden für viele Einsatzzwecke als Grundlage dienen, sagt der Firmeninhaber. Die Oberzent-Schule partizipiert von Anfang an und wird von den einzelnen Entwicklungsschritten jeweils zeitnah in Kenntnis gesetzt. Derya Özdemir zeigt sich begeistert davon, dass der Betrieb die OZS dabei unterstützt, allen Schülern kostenlos Trinkflaschen zur Verfügung zu stellen. „In Sachen Nachhaltigkeit sind wir damit auf einem tollen Weg“, betont sie.

Alicia Andryczka von der Schülervertretung hebt hervor: „Wir waren überwältigt, mit wie viel Aufwand und Mühe sich alle für das Projekt einsetzen.“ Die SV freut sich darüber, „dass so etwas verwirklicht werden konnte“.

Fachleute rechnen mit einem großen Black-Out

„Die Frage ist nicht, ob, sondern wann es passiert“: Für Kreisbrandmeister (KBM) Norbert Heinkel und Kreisbrandinspektor (KBI) Horst Friedrich ist ein flächendeckender, langfristiger Stromausfall im Odenwaldkreis in der Zukunft kein abstraktes Szenario, sondern eine realistische Übungsannahme, um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein. 250 Einsatzkräfte aus dem ganzen Kreisgebiet waren den ganzen Tag über im Einsatz, um im Ernstfall gewappnet zu sein. Die Aufgaben wurden nach der Rahmenempfehlung des Landes Hessen abgearbeitet.

„In Erbach und Michelstadt ist für mindestens 24 Stunden keine Stromversorgung möglich“, lautete die Übungsannahme am Wochenende. Die Feuerwehren richteten hierzu in den beiden zentralen Feuerwehrhäusern eine technische Einsatzleitung ein, die versuchte, die Probleme zu lösen und Einsätze zu bewältigen. Der Odenwaldkreis installierte hierzu übergeordnet einen Katastrophenschutzstab mit Fachberatern aus dem THW Michelstadt, DRK Odenwaldkreis, Polizei und Katastrophenschutz in den Räumen der zentralen Leitstelle.

In einem Zeitfenster von wenigen Stunden lässt sich ein Stromausfall im ländlichen Raum oft noch bewältigen, erläuterte Heinkel den Kommunalpolitikern bei einer Rundfahrt. Sollte er aber über 24 Stunden dauern, „wird es oft kritisch“, betonte er. Denn: „Die wenigsten Bürger sind auf solche Ereignisse vorbereitet.“ Aber nicht nur die Bürger, auch Betriebe und selbst die Kommunalverwaltungen wären außer Gefecht gesetzt.

Die Odenwälder Hilfsorganisationen übten in den beiden Städten Erbach und Michelstadt. Aufzüge bleiben stecken, elektrische Türen gehen nicht mehr auf, Kassen in den Supermärkten funktionieren nicht mehr, Kühlungen fahren runter, das Handynetz fällt aus, die Heizung funktioniert nicht mehr. Das sind laut dem Kreisbrandmeister nur einige wenige mögliche Szenarien. Aber auch die Retter sind betroffen. Etwa vier Stunden nach Beginn würden die ebenfalls auf Strom angewiesenen Telefonsysteme nicht mehr funktionieren.

Spätestens wenn Kleinkinder Hunger haben, das Essen warmgemacht werden muss, notwendige medizinische Geräte nicht mehr funktionieren, auf dem Bauernhof die Kühe gemolken werden müssen, wird Strom gebraucht, weist er auf die Selbstverständlichkeit hin, die elektrische Energie heute im täglichen Leben spielt. Dazu gehören auch Wasserversorgung oder Heizung.

„In vielen Bereichen ist die Bevölkerung auf solche länger andauernden Stromausfälle nicht vorbereitet“, weiß Heinkel. Deshalb ist es die Vorbereitung durch Hilfsorganisationen und Gemeinden wichtig. Geplant werden muss seinen Worten zufolge zum Beispiel die Unterbringung von Bürgern, die sich nicht selbst versorgen können, oder die Installation von Anlaufpunkten, bei denen sie Notfälle melden können und Hilfe bekommen. „Etwa zehn Prozent der Bevölkerung brauchen Hilfe“, formuliert es der KBM.

„In jeder Stadt oder Gemeinde und deren Ortsteilen müssen solche Leuchttürme bei Bedarf eingerichtet werden“, weist er auf die Notwendigkeit hin. Im aktuellen Fall war es unter anderem die Odenwaldhalle in Michelstadt. „Eine Herausforderung war hier der fehlende Strom“, erläuterte Heinkel. So musste die Halle ausgeleuchtet und Zeltheizungen in Stellung gebracht werden.

Die Übungsleitung, zu der neben ihm auch KBM Sven Bardonner gehörte, hatte zahleiche Szenarien vorbereitet. Die beiden städtischen Feuerwehren zusammen mit der Verstärkungsgruppe Rettungsdienst mussten Einsätze wie Rettung von Personen aus Aufzügen, ausgelöste Brandmeldeanlagen, einen Verkehrsunfall oder das Ablöschen eines Grills im Gebäude bewältigen.

Kreisbrandinspektor Horst Friedrich wies bei der Abschlussbesprechung darauf hin, dass die Übung Auftakt einer Reihe von Maßnahmen ist, um vorhandene Konzepte zu überprüfen und sich zukünftig noch besser auf das Thema „kritische Infrastruktur“ vorzubereiten. „Wir müssen dafür sensibilisieren“, ist er sich mit Heinkel einig. Beispiele wie in Berlin oder in Slowenien zeigten, dass ein solches Ereignis realistischer ist, als es vielleicht erscheint.

Natur ist die größte Stärke des Odenwaldkreises

Mit Natur und Landschaft kann der Odenwaldkreis ohne Zweifel punkten. 1550 Bürger hatten an der durch die Firma Cima durchgeführten Befragung im Auftrag der Kreisverwaltung teilgenommen. Alle ohne Ausnahme nannten diesen Punkt als größte Stärke der Region, wie Dr. Stefan Leuninger vom Stuttgarter Beratungsbüro in der Alten Turnhalle Beerfelden erläuterte. Die Ergebnisse werden in die Fortschreibung des Kreisentwicklungskonzepts einfließen.

Der Odenwaldkreis wird insgesamt als attraktiver und lebenswerter Wohnstandort eingestuft, erläuterte Leuninger. Wesentliche Gründe dafür lägen in dem naturräumlichen und Landschaftspotenzial, dem sozialen Miteinander, den allgemein guten Bedingungen auf dem Wohnungsmarkt, dem gastronomischen und Sportangebot sowie im Bereich Bildung und Schule. Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt.

Als am häufigsten genannten Kritikpunkt wurde laut dem Referenten der Gesamtkomplex „Verkehr“ angegeben. Der ÖPNV wird als ausbaufähig eingestuft. Ferner wird grundsätzlich eine schlechte Verkehrsanbindung an die umliegenden Ballungsräume angeführt. Das ist für ihn ein „dickes Problem“. Denn drei Viertel aller Bewegungen geschehen mit dem eigenen Pkw.

Nur fünf Prozent der Odenwälder nutzen den ÖPNV in Form von Bus und Bahn. Da gehen sogar noch mehr zu Fuß: 14 Prozent. „Bei der Mobilität muss weitegemacht werden“, ist denn auch die dringende Empfehlung von Leuninger. Der Bereich Sicherheit und Lärmbelästigung betrifft insbesondere die Freizeit-Motorräder sowie die Lkw.

Auch wenn die Bürger grundsätzlich (sehr) gerne im Odenwaldkreis leben, werden von ihnen einige Handlungsfelder thematisiert. Aus Sicht der hier lebenden ist es wichtig, dass die ärztliche Versorgung gewährleistet und die Nahversorgung sichergestellt ist. Bei ersterem Thema sieht der Berater bei Bedarf auch die Kommunen in der Pflicht. Leuninger zufolge in der Umfrage wird außerdem darauf hingewiesen, „dass das Angebot an Arbeits- und Ausbildungsplätzen weiter zu entwickeln ist“. Gerade im industriell-gewerblichen Bereich gibt es Defizite.

Besonders negativ kommt der Kreis als attraktiver Unternehmensstandort weg. Nur 20 Prozent der Befragten stimmen hier voll oder überwiegend zu. Beim Thema Wohnstandort für junge Familien sind es zusammen immerhin 57 Prozent. Ganz klar an der Spitze: der Odenwaldkreis als attraktiver Naherholungsstandort. 66 Prozent der Rückmeldungen lauten „Ich stimme voll zu“, weitere 28 Prozent „überwiegend“.

„Lebenswert, attraktiv, gemütlich, sympathisch und ruhig“: So lauten die Stärken des Kreises. Gedanken machen sollte man sich, so der Berater, zu den Attributen innovativ und modern. Denn da kommt die Region nicht so gut weg. Gerade in punkto Außendarstellung wären hier Ansatzpunkte, meinte er.

Neben diesen allgemeinen Punkten kamen auf der Versammlung auch ein paar Oberzent-spezifische zur Sprache. Etwa der Wunsch eines Stundentakts der Odenwaldbahn zwischen Erbach und Eberbach, um dann per S-Bahn einen besseren Anschluss in die Metropolen Heidelberg und Mannheim zu haben. Oder die Belebung des Zentrums von Beerfelden mit Blick auf Handel und Versorgung. Die Entwicklung einer eigenen Oberzent-Identität war ein weiterer Punkt.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Christian Kehrer hatte Landrat Frank Matiaske zu Beginn die Entwicklung auf größerer Ebene skizziert. „Wir sind kein gallisches Dorf“, betonte er. Er richtete seinen Blick vor allem auf die Bevölkerungsentwicklung. Die ist nach Jahren des Abwärtstrends inzwischen wieder stabil. Was laut Matiaske vor allem auf den Zuzug aus dem EU-Ausland zurückzuführen ist.

Damit die ländliche Region nicht ausblutet, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Sonst kommt keiner (zurück) oder bleibt da. Arbeitsplätze, Vernetzung, digitale Infrastruktur, Mobilität, gute Bildungsangebote und medizinische Versorgung nannte der Landrat als Kriterien – wie auch Kultur im ländlichen Raum und eine weltoffene Region Odenwald.

 

 

Info: Der nächste Workshop zur Entwicklung des Landkreises findet am Donnerstag, 14. November, um 19 Uhr, für das Gersprenztal in der Reichenberghalle Reichelsheim statt. Zunächst werden die Ergebnisse der Bürgerumfrage vorgestellt, die im September stattfand. Danach können sich die Teilnehmer einzelnen Themen widmen und ihre Gedanken einbringen.

Windkraft-Projektierer Juwi will das Projekt auf dem Katzenwinkel vor Gericht durchsetzen

Bei der Windkraft wird jetzt mit harten Bandagen gekämpft. Nachdem zwei Tage vorher Landrat Frank Matiaske mit Blick auf den neuen Regionalplanentwurf Erneuerbare Energien bei dessen Verwirklichung bereits eine Normenkontrollklage in den Raum stellt, muss die Stadt Oberzent wegen dieses Thema ebenfalls vor Gericht. Bürgermeister Christian Kehrer teilte der Stadtverordneten-Versammlung mit, dass die Klageschrift der Firma Juwi nun dem Gericht vorliege. „Wir haben aber bereits alles vorbereitet“, trifft die Stadt diese Entwicklung nicht unvorbereitet.

Der Windkraft-Spezialist Juwi mit Sitz in Wörrstadt bei Mainz (seit Ende 2014 ist die Mannheimer MVV Energie Partner und Miteigentümer) plant schon seit längerer Zeit, auf dem „Katzenwinkel“ zwischen Etzean und Airlenbach in Sichtweite des Galgens Windräder zu errichten. Die Firma lässt sich dabei auch nicht vom geballten Widersand erst der Stadt Beerfelden, jetzt ganz Oberzents, beirren, sondern will augenscheinlich das Projekt gnadenlos, ohne Rücksicht auf Verluste, durchziehen.

Bereits mehrfach war dem Unternehmen in Bezug auf dieses Ansinnen, früher in den Beerfelder Gremien, in diesem Jahr auch durch die Stadtverordneten-Versammlung Oberzent, mit einstimmigen Entscheidungen klipp und klar signalisiert worden, dass man es nicht haben will. Das scheint jedoch den Juwi-Verantwortlichen egal zu sein, wie nun die Einreichung der Klageschrift zeigt. Kehrer machte deutlich, dass es sich dabei erst einmal um die Erschließung handelt, die die Stadt ebenfalls verweigert. „Wir werden um eine Gerichtsverhandlung nicht drum herum kommen“, befürchtete er.

Diese Ignoranz gegenüber dem Bürger- und Gremien-Willen vor Ort stellte auch der Kreistag fest, als er den neuen Regionalplanentwurf zur Windkraft in Augenschein nahm. Obwohl die zwölf Städte und Gemeinden bereits mehrfach klar gemacht hatten, dass sie nur die Flächen ihres eigenen Flächennutzungsplans für Windenergie anerkennen, wird weiterhin mehr als doppelte der Kreisfläche (3,74 Prozent) zugeplant. Der Landrat spricht deshalb von einer „Komplett-Verspargelung“.

„Alle Bürgermeister sind gegen den Plan“, machte Kehrer die einhellige Meinung der Rathauschefs im Odenwaldkreis klar. Er wandte sich gegen die Zielrichtung des RP, den Odenwald zur „Ausgleichsfläche“ für dichter besiedelte und windärmere Landkreise in Hessen zu machen. „Wir brauchen die Energiewende“, betonte er, aber das Vorgehen der Darmstädter Behörde „ist nicht zielführend“.

Die vom Landrat ins Spiel gebrachte Normenkontrollklage „ist in den Gremien zu diskutieren“, so Kehrer. In der letzten Stadtverordneten-Sitzung des Jahres am 10. Dezember soll dann ein Beschluss fallen, ob Oberzent sie gutheißt und sich bei Bedarf anschließt. Denn die Regionalversammlung wird voraussichtlich ebenfalls im Dezember über den zweiten Entwurf des Windkraft-Regionalplans abstimmen.

124 Medaillen für Odenwälder Sportler in Rothenberg überreicht

Ehrenamt und sportliche Höchstleistungen in bester Verbindung: Bei der 53. Sportlerehrung des Odenwaldkreises wurden nicht nur erfolgreiche Athleten, 124 an der Zahl, ausgezeichnet, sondern auch das Engagement der Ehrenamtlichen gewürdigt, die sich tagein, tagaus ohne Entgelt für ihr Hobby und die Mitmenschen einsetzen. In den verschiedenen Grußworten zog sich dies wie ein roter Faden durch den Abend.

Die Chorgemeinschaft Rothenberg und Kortelshütte unter Chorleiter Mario Freidel hatte mit zwei Liedern auf den Ehrungsabend eingestimmt. Landrat Frank Matiaske startete nach seinen begrüßenden Worten mit einem Satz von Gichin Funakoshi, dem Vater des modernen Karate: „Denke nicht ans Gewinnen, doch denke darüber nach, wie man nicht verliert.“ Anlässlich der Sportlerehrung gelte heute „Ehre, wem Ehre gebührt“. Diese gebühre den siegreichen Sportlern.

Mit den sportlichen Leistungen hätten die Aktiven nicht nur sich selbst und dem Verein Ehre gemacht, „sondern auch unserem Kreis“, betonte er. Sie trugen den Namen des Odenwaldkreises über die Grenzen hinaus und verliehen ihm einen guten Klang, so der Landrat. International bekannte Sportler wie etwa Tischtennis-Crack Timo Boll kämen aus dem Odenwald, betonte er. „Viele haben bei uns klein angefangen.“ Matiaske lobte die große ehrenamtliche Unterstützung hinter diesen Leistungen.

124 Medaillen würden überreicht, die meisten für Einzelpersonen. 72 Mal gab es Bronze, 15 Silber- und 37 Gold-Medaillen fanden den Weg zu den Sportlern. „Goldmedaillen sind eigentlich gar nicht aus Gold. Sie sind aus Schweiß, Entschlossenheit und einer seltenen Legierung namens Mumm gemacht“, schloss der Landrat, ehe es an die Ehrungen ging.

Zwischen den einzelnen Blöcken stellte die Bogenschießen-Jugendabteilung des TV Michelstadt diese Sportart vor. Die „Wild West Eagles“, eine Linedance-Gruppe des Tanzzentrums Odenwald, demonstrierte ihre Künste ebenso wie die Damengymnastik-Gruppe der SG Rothenberg, nachdem der gastgebende Verein durch Dominik Foshag vorgestellt worden war.

Johann Weyrich von Sportförderkreis Olympia Odenwald freute sich darüber, dass er bereits zum 22. Mal daran teilhaben durfte, „junge Menschen auszuzeichnen, die etwas Besonderes leisteten“. Sportkreis-Ehrenvorsitzender Klaus-Dieter Neumann dankte dem Odenwaldkreis für die Ausrichtung der Veranstaltung auch in Zeiten knapper Mittel. Anderswo gebe es diese freiwillige Leistung nicht mehr. Er wies auf die Unterstützung des Kreises für die Vereine hin und lobte die gute Zusammenarbeit.

Foshag ging kurz auf die Geschichte der SG Rothenberg seit Gründung im August 1946 ein. Er freute sich, dass ein paar Gründungsmitglieder immer noch aktiv sind. Derzeit zählt der Verein 474 Mitglieder. Die größte Sparte ist die Fußballabteilung, die jüngste der Freizeitsport. Seit mehr als 30 Jahren gibt es das Sportfest. Die Erhaltung des Bestehenden steht für die SG im Vordergrund. Deshalb engagierte man sich mit den anderen Ortsvereinen auch ehrenamtlich bei der Renovierung der Sporthalle.

Kreistagsvorsitzender Rüdiger Holschuh dankte in seinen Schlussworten „allen, die etwas geleistet haben“. Er gratulierte für die tolle sportliche Leistung. „Sie machen Werbung für den Odenwaldkreis“, hieb er in dieselbe Kerbe wie der Landrat.

Dass Sport Alt und Jung zusammenführt, zeigt sich auch in Oberzent. Gold gab es unter anderem für die beim Judo-Club startende Tanika Rundel, die bereits beachtenswerte internationale Erfolge verzeichnete. Die junge Beerfeldenerin verzeichnete bereits eine Vielzahl von Meistertiteln auf Landes- und Bundesebene. Tanika betreibt Ju-Jutsu seit 2008 und ist seit 2016 Mitglied des Bundeskaders.

Ein Urgestein der Odenwälder Sportszene ist Steffen-Luis Neuendorff. Der Wald-Michelbacher geht für den SC Beerfelden an den Start. Der 74-Jährige wurde bereits fünf Mal Crosstriathlon-Meister auf Hawaii und holte fünf Europameister-Titel. Die Qualifikation für den kommenden Crosstriathlon auf Maui im November hat er bereits geschafft. Aber zuerst einmal ist er jetzt im Apennin crossmäßig unterwegs.

Goldmedaillen

Conny Reuter 64395 Brensbach Gold Barebow Compound Senioren der Deutschen Meisterschaft Feld/Jagd 1. Platz
Arno Kaczmarek 64395 Brensbach Gold Barebow Compound Senioren der Deutschen Meisterschaft Feld/Jagd und Halle 1. Platz
Gaspard Löbbert 64407 Fränkisch-Crumbach Gold Barebow Recurve Schüler der Deutschen Meisterschaft Halle 1. Platz
Lukas Gutzeit 64407 Fränkisch-Crumbach Gold Barebow Recurve Junioren der Deutschen Meisterschaft Halle 1. Platz
Kornelia Eidenmüller 64395 Brensbach Gold Barebow Compound Senioren der Deutschen Meisterschaft Feld/Jagd und Halle 1. Platz
Thomas Glaubrecht 64395 Brensbach Gold Barebow Compound Senioren der Deutschen Meisterschaft Halle 1. Platz
Uwe Wielsch 64354 Reinheim Gold Primitivbow Senioren der Deutschen Meisterschaft Halle 1. Platz
Aaron Sauter 64760 Oberzent Gold Schnellfeuerpistole Herrenklasse der Europameisterschaft 10. Platz
David Koenders 64756 Mossautal Gold KK-Gewehr 60 Schuss liegend der Europameisterschaft in Baku 1. Platz
Anna Köhler 64385 Reichelsheim Gold Frauenbob Junioren der Junioren-Weltmeisterschaft 2. Platz
Dr. Steffen von Neuendorff 69483 Wald-Michelbach Gold Winter-Triathlon der Europa-Meisterschaft 3. Platz
Björn Satorius 64342 Seeheim-Jugenheim Gold Automobil-Rallyemeisterschaft der Deutschen Amateurmeisterschaft 1. Platz
Fabian Kreim 674407 Fränkisch-Crumbach Gold Automobil-Rallyemeisterschaft der Deutschen Meisterschaft 1. Platz
Kerstin Weis 64720 Michelstadt Gold Kugelstoßen Frauen W 40 der Europameisterschaft der Senioren 11. Platz
Robert Funke 64747 Breuberg Gold Tischtennis der Deutschen Seniorenmeisterschaft 1. Platz
Horst Edelmann 64760 Oberzent Gold Freestyle Compound Limited der Europameisterschaft Feld/Jagd 1. Platz
Emanuel Heumann 64407 Fränkisch-Crumbach Gold Ju-Jutsu Fighting U 15 bis 37 kg der Deutschen Schülermeisterschaft 1. Platz
Tanika Rundel 64760 Oberzent Gold Ju-Jutsu Fighting U 18 bis 48 kg der Weltmeisterschaft 2. Platz
Carolin Paesler 13055 Berlin Gold Rasenkraftsport-Dreikampf Frauen -78 kg der Deutschen Meisterschaft 1. Platz
Wang Zheng 64407 Fränkisch-Crumbach Gold Rasenkraftsport-Dreikampf Frauen +78 kg der Deutschen Meisterschaft 1. Platz
Anika Jürß 65929 Frankfurt Gold Rasenkraftsport-Dreikampf Frauen -58 kg der Deutschen Meisterschaft 1. Platz
Sebastian Lenz 65929 Frankfurt Gold Gewichtwurf Männer -98 kg der Deutschen Meisterschaft 1. Platz
Michael Thierolf 64720 Michelstadt Gold Orientierungslauf (H55) der Deutschen Meisterschaft 1. Platz
Florian Bowitz 64732 Bad König Gold Steptanz solo männlich der Weltmeisterschaft 4. Platz
Simon Schäfer 64720 Michelstadt Gold Steptanz solo männlich Junioren der Weltmeisterschaft 7. Platz
Noemi Simon Couceiro 64732 Bad König Gold Steptanz solo weiblich Hauptklasse der Weltmeisterschaft 22. Platz
1. Triathlon-Mannschaft des VfL Michelstadt Swimrun der Weltmeisterschaft 13. Platz Gold Sebastian Bleitgen und Frank Mertins VfL Michelstadt Abt. Triathlon Herrn Jan Homberg Dürerstraße 18 64711 Erbach  
2. Mannschaft der WG Fränkisch-Crumbach/Bürstadt RKS Dreikampf MJC der Deutschen Meisterschaft 1. Platz Gold Cora Best, Malou Scazzari und Emma Jung TV 1892 e. V. Fränkisch-Crumbach Herrn Karl Vogel Erbacher Straße 30 64407 Fränkisch-Crumbach  
3. Mannschaft der WG Fränkisch-Crumbach/Bürstadt RKS Dreikampf Juniorinnen U23 der Deutschen Meisterschaft 1. Platz Gold Marlene Pfeifer, Anika Jürß und Saskia Höfle TV 1892 e. V. Fränkisch-Crumbach Herrn Karl Vogel Erbacher Straße 30 64407 Fränkisch-Crumbach  
4. Damenmannschaft der WG Fränkisch-Crumbach/Bürstadt Rasenkraftsport der Bundesliga 1. Platz Gold Carolin Paesler, Wang Zheng, Pavla Snajdr und Anika Jürß TV 1892 e. V. Fränkisch-Crumbach Herrn Karl Vogel Erbacher Straße 30 64407 Fränkisch-Crumbach  
5. Mannschaft der WG Fränkisch-Crumbach/Bürstadt RKS Dreikampf Frauen der Deutschen Meisterschaft 1. Platz Gold Wang Zeng, Carolin Paesler, Anika Jürß und Saskia Höfle TV 1892 e. V. Fränkisch-Crumbach Herrn Karl Vogel Erbacher Straße 30 64407 Fränkisch-Crumbach  
6. Duo der Ballettschule Krings Steptanz Duo Hauptklasse der Weltmeisterschaft 20. Platz Gold Florian Bowitz und Noemi Simon Couceiro Ballettschule Krings Frau Susanne Landgraf Kimbacher Straße 211 64732 Bad König  
7. Trio der Ballettschule Krings Steptanz Trio der Weltmeisterschaft 9. Platz Gold Noemi Simon Couceiro, Florian Bowitz und Simon Schäfer Ballettschule Krings Frau Susanne Landgraf Kimbacher Straße 211 64732 Bad König  
8. Formation der Ballettschule Krings Steptanz der Weltmeisterschaft 12. Platz Gold Anisha Alves da Costa, Tamara Bartsch, Linian Bereiter, Isabelle Bereiter, Florian Bowitz, Johanna Münch, Stefanie Keil, Sina Kirchhofer, Jana Knapp, Laura Reichert, Marika Rohde, Simon Schäfer, Laura Schwardt, Noemi Simon Couceiro, Ruby Willis-Zimmermann, Berit Achatzi, Benita Beckenhaup, Mirjam Berdecki, Annabelle Held, Franziska Rösler, Elisa Schäfer, Alina Winschel, Luisa Zulauf, Maraike Grün, Nikolai Gallina und Isabel Behrens Ballettschule Krings Frau Susanne Landgraf Kimbacher Straße 211 64732 Bad König  
9. Smallgroup Junioren Steptanz der Weltmeisterschaft 20. Platz Gold Simon Schäfer, Elisa Schäfer, Sophie Ehret, Annabelle Held, Mirjam Berdecki, Isabell Behrens und Amelie Heim Ballettschule Krings Frau Susanne Landgraf Kimbacher Straße 211 64732 Bad König  
10. Production der Ballettschule Krings Steptanz der Weltmeisterschaft 3. Platz Gold Berit Achatzi, Anisha Alves da Costa, Anne Alves da Costa, Merle Bachert, Jo Insa Lee Bahr, Tamara Batsch, Benita Beckenhaup, Isabel Behrens, Thomas Behrens, Doris Berdecki, Isabelle Bereiter, Karin Bereiter, Lilian Bereiter, Pauline Bock, Roman Boll, Sabine Boll, Lea Pauline Boll, Florian Bowitz, Ronja Breitenbach, Ulrike Ditter, Leni Ehret, Sabine Ehret, Sophie Ehret, Beate Fricke, Nikolai Gallina, Maraike Grün, Amelie Heim, Annabelle Held, Soraya Heimann, Lucie Hermann, Hannah Hoffarth, Julia Ihrig, Loana Jäger, Annalena Nowara, Laura Reichert, Marlene Klock, Sophie Klock, Stefanie Keil, Sina Kirchhofer, Ines Knapp, Lea Knapp, Jana Knapp, Aliah Koch, Nathalie Koch, Emma Körbitz, Elisabeth Landgraf, Helena Lang, Johanna Münch, Franziska Rösler, Marika Rohde, Vicky Orth, Emma Pilger, Hanna Schäfer, Susanne Schäfer-Limmer, Simon Schäfer, Elisa Schäfer, Liska Seidel, Manuela Couceiro, Jutta Storch, Madeleine Straub, Melanie Strauß, Noemi Simon Couceiro, Laura Thielsch, Ivona Tomasovic, Katharina Trumpfheller, Stefanie Wiener, Kim Willis-Zimmermann, Rubi Willis-Zimmermann, Alina Winschel, Derya Yangöz, Mareike Wolf und Luisa Zulauf Ballettschule Krings Frau Susanne Landgraf Kimbacher Straße 211 64732 Bad König  
1. Herrn Horst Kanneberg Immanuel-Kant-Straße 15 64711 Erbach 45 r Herr Gold TSV Erbach Frau Heike Medelnik Obere Stadtwiese 16 64711 Erbach  

Kinderkulturfestival des Kreises in Beerfelden: Kleine Artisten trafen auf Maler und Schauspieler

Es war toll“, meinte die sechsjährige Abby am Schluss. In dem Urteil wollten ihre Spielkameraden nicht nachstehen. Auch Hannah fand es „super“, was sie beim Kinderkulturfestival in der Alten Turnhalle erlebte. „Klasse“, sagte Liam (8). Drei begeisterte Aussagen von 26 Kids im Alter zwischen sechs und elf Jahren aus dem gesamten Odenwaldkreis, die auf Einladung der Kinder- und Jugendförderung einen aufregenden Tag hatten. So kurzweilig, dass es nach dem Mittagessen die ersten traurigen Nachfragen ob, ob denn der Workshop schon vorbei sei.

Drei Themen hatten die Kinder im Vorfeld zur Auswahl: Artistik, Theater und Kunst. Die Ergebnisse des dritten Workshops ließen sich gleich beim Betreten des Foyers in Augenschein nehmen. Unter der Leitung von Olga Malkovskaja aus Reichelsheim ging es darum, ein Bild von sich selbst zu malen. „Sehr vertieft waren die angehenden Künstler am Werk“, lautete das Fazit. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen und wurden von den stolzen Eltern am Nachmittag ausgiebig in Augenschein genommen.

So zufrieden wie die Betreuer waren auch die jungen Teilnehmer selbst. Für ihren Workshop vergaben sie allesamt die Note 1 in der abschließenden Wertung. Als „sehr interessiert und motiviert“ empfand Tanja Hauck von der Kinder- und Jugendförderung des Odenwaldkreises die Kinder. Beim Artistik-Workshop von Felix Hauke „wollten die gar keine Pause machen“. Und beim Theaterangebot unter der Leitung von Alexander Kaffenberger aus Erbach „waren ständig neue Rollen gefragt“.

Dem siebenjährigen Dominique gefiel es denn auch besonders, Theater spielen gelernt zu haben. „Den Teller auf dem Stock balancieren“ lautete eine weitere Rückmeldung aus Kindermund, was besonders gefiel. Oder generell die Artistik inklusive Bälle jonglieren. Chantal (10) fand einfach alles gut, was am Tag geboten wurde. Dass alle zum Abschluss mit ihren Eltern das Figurentheater „Der Froschkönig“ vom Maren Kaun Theater aus Mannheim anschauen durften, machte den Kids viel Freude.

Fürs nächste Jahr, in dem das Festival dann in Brensbach stattfindet, bekamen die Organisatoren schon haufenweise Anregungen. Dustin (7) würde gerne Fußball spielen. Der neunjährige Fabian wünschte sich einen einen Workshop mit Technikbausätzen. Denn das macht ihm riesigen Spaß. Reiten auf der Wiese, Schwertkampf, Klettern, Spielen, Schwimmen, Baggern, Basketball, Kamera-Bedienung und und und: An Ideen herrschte kein Mangel. Roman (9) möchte gern Kochen und Backen lernen. Die knapp sechsjährige Kassia erntete einen Lacher mit der Aussage, sie würde gern noch einmal zu Mittag essen.

Spielend wurden beim Theater-Workshop fantastische Geschichten und Abenteuer auf die kleine Werkstattbühne gebracht. Dabei standen die eigenen Ideen der Kinder im Mittelpunkt. Vom Sams bis zu Schneewittchen oder Sindbad, von Pinocchio bis zur Prinzessin oder Pippi Langstrumpf durften sich die Kinder in allen Rollen einbringen. Auf der Laufkugel und auf Stelzen wuchsen die kleinen Teilnehmer über sich hinaus. Beim Jonglieren lernten sie Diabolo, Tücher und Bälle kennen.

„Das Konzept wurde 2016 entwickelt“, erläuterte Hauck die Idee hinter der Sache. Die große Resonanz der Erstveranstaltung in Bad König führte dazu, dass es eine Fortführung gab. Die soll es auch im kommenden Jahr unter dem Motto „Freundschaft“ geben, denn die Nachfrage war wieder sehr groß. Nicht nur aus der Oberzent, sondern auch von Bad König, Erbach und Reichelsheim kamen die Kinder nach Beerfelden.

Vorschläge der jungen Teilnehmer wurden gerne aufgegriffen. So etwa der Wunsch, den anderen beim Theater präsentieren zu dürfen, was erarbeitet wurde. Ganz demokratisch wurde darüber abgestimmt, ob das auch alle wollten. Natürlich wollten sie es. Von der elfjährigen Arjeta kam zusätzlich die Anregung, das gelernte Stück auch den Eltern zu präsentieren. Was jetzt fürs kommende Jahr aufgegriffen werden soll. „Wir schauen bei der Auswertung immer, was mit aufgenommen oder verbessert werden kann“, so Hauck.

Info: Die Kinder- und Jugendförderung des Odenwaldkreises bietet ein breitgefächertes Jahresprogramm an. Mehr unter E-Mail kijufoe@odenwaldkreis.de oder www.odenwaldkreis.de.