Wo der Oberzenter den Most holt

Wenn der Herbst Einzug hält, dann wird im Odenwald gekeltert. Ob es das gleichnamige Fest in Kortelshütte, Hebstahl oder auch Olfen ist: Einige Oberzent-Stadtteile haben bereits ihre Tradition bei der flüssigen Verwendung der Streuobstwiesen-Äpfel entwickelt. Im nordwestlichsten Zipfel, in Olfen, ist Keltermeister Lui Jahn-Kellermann gefordert, wenn die Dorfgemeinschaft feiert.

Aber nicht nur an diesem Tag: Aus vielen Ecken kommen in dieser Jahreszeit die Freunde des „Sießen“ zusammen, um bei ihm ihren Apfelmost herstellen zu lassen. Jahn-Kellermann macht aber noch mehr: Eigene Brände und Liköre, Gin und Öle stellt er in seiner Brennerei her. In der dem Dorfgemeinschaftshaus angeschlossenen Kelter ist er im Dauereinsatz.

In diesem Spätjahr werden die Freunde des frisch gepressten Apfelmosts allerdings irgendwann auf dem Trockenen sitzen. Keiner weiß warum, aber auf den Bäumen hingen dieses Mal weitaus weniger Äpfel als 2018, obwohl das durch einen trockenen Sommer glänzte. Auch an einen späten Frost, der die Blüten in Mitleidenschaft zog, kann man sich nicht erinnern. Dafür gibt’s aber haufenweise Mirabellen.

Die alte Kelter, von Lui Jahn-Kellermann mit viel Wissen bedient, stammt aus dem Jahr 1961, weiß der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Horst Schnur. Fast wäre sie nicht mehr in Betrieb gewesen, da sie kaputt ging und es keine Ersatzteile mehr gibt. Doch über den Kontakt zu Bernd Weinthäter, dem „Daniel Düsentrieb des Odenwalds“, wie Schnur schmunzelnd meint, ließ sich das gute Stück wieder herrichten. Denn der stellte die benötigten Teile selbst er. „Weinthäter weiß Dinge, die heute kein Techniker mehr kann“, meint Schnur ehrfürchtig.

Eine Kelter gab es früher in den Orten, „wo es gewünscht war“, erzählt der regionalgeschichtlich bewanderte ehemalige Landrat. Etwa auch im Hesselbacher Dorfgemeinschaftshaus. Zuerst kommen die Äpfel ins Wasserbad, und dann über ein Förderband zur Mühle, die aus ihnen die benötigte Maische macht. Die lässt Jahn-Kellermann dann „portionsweise“ in die Form gleiten.

Über die ausgebreitete Maische schlägt er ein poröses Keltertuch, das die Flüssigkeit durchlässt. Dann ein Holzrost obendrauf, darüber wieder das nächste Tuch und noch eine Ladung Maische: Vier bis fünf Lagen können auf diese Weise entstehen. Die Hydraulikpresse sorgt danach dafür, dass unten der begehrte ungefilterte Apfelmost herausschießt.

Mit Anhänger, Bulldog oder auch dem Kombi kommen die Oberzentler mit ihrem Streuobst angefahren. Schleppen müssen sie selbst, „denn Lui bedient nur die Technik“, lacht Schnur. Der übrig gebliebene Trester wird dann unter anderem für die Wildfütterung verwendet. Es sind die alten Sorten wie Boskop, Elstar, Schafsnase, Kaiser Wilhelm oder Wintergold, die sich besonders für den Apfelmost eignen. Jahn-Kellermann ist einer der wenigen, die das Keltern in kleinem Rahmen noch anbieten.

Nach ein paar Tagen wird der Most dann zu Rauscher. Die Schwebstoffe gären raus. Im Keller gelagert, kann im Winter durch den Alkoholzusatz dann „Ebbelwoi“ daraus entstehen. In Hessen werden jährlich etwa 65.000 Tonnen Äpfel zu Saft und Wein verarbeitet. Die säurehaltigen älteren Sorten von Streuobstwiesen eignen sich dafür besonders.

 

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Miss Mermaid ohne Flossen: Olfenerin Stella Stegmann im Playboy

Miss Mermaid als Wiesn-Playmate des Playboys: Fünf Monate, nachdem sie mit Meerjungfrau-Flosse im Roten Meer plantschte, hat die aus Olfen stammende Studentin Stella Stegmann jetzt einen tollen Model-Job an Land gezogen. Die 22-Jährige ist passend zum Oktoberfest das neue Wiesn-Playmate des Männer- und Lifestylemagazins. Dazu gehört nicht nur eine Foto-Serie in der aktuellen Oktoberausgabe und ein Cover fürs „Oktoberfest Special“, sondern auch logischerweise der Auftritt auf der „Wiesn“.

Es ist fast schon ein Zufall, dass die Olfenerin jetzt so prominent rund ums Oktoberfest vertreten ist. „Hin und wieder mache ich ja neben meinem Studium verschiedene Modeljobs“, erzählt sie. Besonders Fotoshootings machen ihr sehr viel Spaß. Genauso gerne schaut sich die 22-Jährige Fotos von anderen schönen Frauen an. Beim Friseur fiel ihr dann ein Playboy-Heft in die Hand. „Mich hat die Ästhetik der Fotos sofort angesprochen.“

Die Odenwälderin in Bayern findet es „stark und mutig von diesen Frauen, dass sie sich so vor der Kamera zeigen“. Stella ging das dann nicht mehr aus dem Kopf. „Ich habe mich informiert, wie man sich beim Playboy bewerben kann“, berichtet sie. Das war sehr einfach. „Viel Hoffnung machte ich mir nicht“, erzählt sie. Denn bestimmt bewerben sich da tausende Mädels täglich, dachte sie.

Doch es kam anders: Nach ein paar Wochen meldete sich eine Playboy-Redakteurin „und wollte mich persönlich kennenlernen“. Bald stand fest: Stella sollte das neue Wiesn-Playmate werden. Fürs Foto-Shooting ging es drei Tage nach Österreich nach Leongang. Dort wurden in einem Berg-Chalet mit wunderschönem Ausblick die Bilder geschossen.

„Das Team war sehr sympathisch“, freut sich die 22-Jährige. Fotografin Irene Schaur machte es ihr sehr einfach, sich nackt vor der Kamera zu zeigen. „Die Atmosphäre war locker und wir haben sehr viel gelacht.“ Sehr lieblich, mit Blumen im Haar und Dirndl, präsentiert sich das Oktoberfest-Playmate: „Das passt sehr gut zu mir und ich habe mich sehr wohl vor der Kamera gefühlt“, erzählt sie.

Auf der Angermaier-Trachtennacht, im Übrigen neben Paulaner ein großer Sponsor, wurde Stella zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Danach geht es auf viele Events, besonders während der Wiesn-Zeit. „Ich bin sehr glücklich über die Möglichkeit, diese Erfahrungen machen zu können und werde alles genießen, was auf mich zukommt“, zeigt sie keine Scheu vor dem Trubel. Durch die Bekanntheitssteigerung hofft Stella, „dass ich weitere spannende Modeljobs ergattern kann“. Denn die Leserschaft des Playboys wird auf eine Dreiviertelmillion beziffert.

„Ich bin sehr stolz auf mich selbst“, betont die Olfenerin. „Für mich ist es eine Ehre, im Playboy zu sein.“ Es verkörpert ihrer Meinung nach Frauen-Power und Courage. „Sich in seinem eigenen Körper wohl zu fühlen, ist etwas ganz Wichtiges.“ Niemand muss Angst vor dem Nackt-Sein haben. „Das ist etwas ganz Natürliches“, hebt sie hervor.

Für eine eventuelle dumme Anmache während des Oktoberfestes ist sie gewappnet. „Ich kann damit charmant umgehen“, weiß die 22-Jährige. Sie reagiert humorvoll und nimmt sich nichts zu Herzen. Mit ihrem Freund Asko aus Finnland sprach sie offen darüber, im Magazin nackt abgebildet zu sein. „Er hat mich von Anfang an unterstützt“, freut sich die junge Frau.

Natürlich „ist das für ihn eine komische Situation“, weiß sie. Aber Asko sieht darüber hinweg „und steht voll hinter mir“. Ein bisschen Stolz schwingt dabei auch mit, dass die Freundin einen solch großen Modelauftrag an Land gezogen hat. „Er ist entspannt, wenn ich entspannt mit allem umgehe“, schmunzelt sie.

„So etwas fliegt einem nicht zu“, bedeutet das Mode-Geschäft harte Arbeit, schildert Stella: „Es ist schwierig entdeckt zu werden.“ Dass Mädels beim Einkauf vom Agenten angesprochen werden, „ist ein schöner Traum, nicht die Realität“. Vielmehr ist Eigeninitiative angesagt, wie sie sie auch ergreift. Kontakte sind sehr wertvoll.

Zur Person

Geboren 1997 in Frankfurt, kam Stella Stegmann mit sechs Monaten in den tiefen Odenwald nach Olfen, einem Oberzent-Stadtteil. Ihre Eltern hatten auch noch den zweieinhalb Jahre älteren Bruder Jannis mit im Gepäck. „Sie dachten sich, es ist schöner, auf dem Land als in der Großstadt aufzuwachsen“, schmunzelt die 22-Jährige. Es folgte der „klassische Schulweg“, wenn jemand in Oberzent wohnt: Grundschule in der Stried Beerfelden, Oberzent-Schule, Gymnasium Michelstadt.

Schon mit 13 Jahren fing Stella an zu modeln. Seit sie nach dem Abi fürs Duale Studium bei Siemens nach München gezogen ist, „gehe ich das etwas professioneller an“, erzählt die Olfenerin. Sie bereitet sich in der bayrischen Landeshauptstadt auf den Bachelor in Business Administration vor, eine Art international ausgelegtes BWL-Studium. Aktuell macht sie gerade bei Siemens ein Auslandspraktikum in Helsinki. Was mehr als praktisch ist, denn ihr Freund Asko kommt von dort.

Stolz, aber auch ein wenig enttäuscht: Stella Stegmann wurde bei Miss-Mermaid-Germany Zweite

„Ich bin stolz auf meine Leistung, aber jetzt trotzdem bisschen enttäuscht“, sagt Stella Stegmann über ihre Teilnahme am Miss-Mermaid-Germany-Wettbewerb im ägyptischen Hurghada. Die 21-Jährige aus Olfen, derzeit Studentin in München, rechnete mit ihrem Sieg bei der Meerjungfrauen-Entscheidung, wurde aber ihrem Eindruck nach auf der Cat-Walk-Zielgeraden von Paulina Pläger aus Frankfurt noch an der Schwanzflosse gepackt und an Land geworfen, sodass es nur zum zweiten Platz reichte.

„Ich habe überall eine super Performance an den Tag gelegt“, erzählt Stella selbstbewusst. Sie kann ihre Enttäuschung kaum verbergen, „da auch sehr viele Mädels mit meinem Sieg gerechnet haben“. Bekannt waren den Teilnehmerinnen jedoch zunächst nur die Punkte, die sogenannten „Mermaid-Parts“. Hier holte sie bei der Long-Distance-Competition und beim Unterwasser-Posing die volle Punktzahl.

Paulina, dieses Jahr dritte beim Miss-Hessen-Wettbewerb, war unter Wasser nicht besonders herausragend, meint die 21-Jährige. „Sie selbst hatte auch nicht mehr mit dem ersten Platz gerechnet.“ Bei der Jury sei die Frankfurterin jedoch beim Catwalk, dem „Miss-Part“, sehr gut angekommen. „Mir ist gleichzeitig klar: Das ist natürlich Typ-Sache und subjektiv“, weiß Stella. Dritte wurde Sarah Milka aus Kassel.

Die Olferin hatte anfangs „wirklich das Gefühl, dass es eher um sportliche Leistung geht“. Jetzt, im Rückblick, kommt ihr der Mermaid-Wettbewerb doch mehr wie eine „ganz normale“ Miss-Wahl vor. „Das finde ich schade und etwas enttäuschend“, sagt sie. Im Laufe der zwei Wochen wurden immer wieder Schärpen für bestimmte herausragende „Perfomances“ vergeben. „Ich hatte ich die Ehre, für die meisten nominiert zu werden“, freut sich die 21-Jährige: Die für „Best Behaviour“ gewann sie auch.

Eine tolle Erfahrung war die Teilnahme definitiv, betont Stella. „Ich habe alle Mermaids und das ganze Team sehr ins Herz geschlossen.“ Mit vielen wird sie weiterhin Kontakt pflegen und ist sich sicher, „dass ich sie irgendwann mal wieder treffen werde“. Die zwei Wochen im Hotel Baron Palace Sahl Hasheesh Hurghada waren für die junge Frau ein wertvolles Erlebnis. „Auch die Fotografen sind wertvolle Kontakte, wenn man sich im Modelbusiness ein kleines Netzwerk schaffen will“, hebt sie hervor. Denn sie fing bereits mit 13 Jahren an zu modeln.

Prinzipiell fiel ihr jede Disziplin nicht schwer, freut sich die Olfenerin. Am meisten Gedanken machte sich beim Mermaid-Part, „denn dort wollte ich definitiv glänzen“. Ihr war aber gleichzeitig klar, dass sie sich keine Sorgen machen musste. „Denn ich bin die geborene Meerjungfrau“, lächelt sie aufgrund ihrer Schwimmkünste, die sie die Long-Distance-Competition mit 75 Metern unter Wasser gewinnen ließen.

Auf der Bühne „kommt bei mir das Meiste ohne nachdenken ganz natürlich“, weiß die 21-Jährige: das Lächeln, das Laufen und dabei – sehr wichtig – selbstbewusst wirken. Stella machte sich ebenfalls sehr viele Gedanken über ihre Outfits, „denn darauf kommt es schließlich auch an“. Die drei Gewinnerinnen erhalten Preise wie etwa ein Kleid des indischen Designers Mohan. Außerdem werden die Mermaids für Veranstaltungen gebucht.

„Die Tage vergingen wie im Fluge“, schildert die junge Frau ihren Aufenthalt. Neben Tagesausflügen wie zur Makadi Water World, Quad fahren, Kamele reiten oder eine Bootstour gab es auch viele Fotoshootings. Es wurden für das Hotel Bilder gemacht, für Magictail mit der gesponserten Flosse und der Mermaid-Wear, für Mermaid Protector und für den indischen Designer.

„14 Tage mit 40 Mädels zu organisieren ist nicht einfach“, lacht sie. Alle Unternehmungen waren mit enormen Wartezeiten verbunden, was auch mit der Mentalität vor Ort zusammenhing. „Freizeit, in der man wirklich das tun kann, wozu man gerade Lust hat, gab es nur wenig“, bedauert sie. Zurück in Deutschland, „geht der Alltag bei Siemens weiter“, wo sie ein Studium in Business Administration absolviert.

Fotograf: Christian Zink | www.lichtfang-foto.de

Vom Roten Moor in Olfen als Meerjungfrau ans Rote Meer in Ägypten: Stella Stegmann nimmt am Miss Mermaid-Wettbewerb teil

Als Meerjungfrau in den warmen Gewässern des Roten Meeres herumplantschen? Für Stella Stegmann aus dem kleinen Oberzent-Stadtteil wird dieser Mädchen-Traum bald wahr. Die 21-Jährige hat sich für den „Miss-Mermaid-Germany“-Wettbewerb qualifiziert, der ab 31. März im ägyptischen Hurghada stattfindet. Nur gut aussehen reicht aber nicht, betont die Odenwälderin: Sie muss auch schwimmerisch fit sein und sich daneben im Interview beweisen. Für die Einser-Abiturientin des Michelstädter Gymnasiums kein Problem, lächelt sie selbstbewusst.

Geboren in Frankfurt, kam sie mit sechs Monaten in den tiefen Odenwald. Ihre Eltern hatten auch noch den zweieinhalb Jahre älteren Bruder Jannis mit im Gepäck. „Sie dachten sich, es ist schöner, auf dem Land als in der Großstadt aufzuwachsen“, schmunzelt Stella. Es folgte der „klassische Schulweg“, wenn jemand in Oberzent wohnt: Grundschule in der Stried Beerfelden, Oberzent-Schule, Gymnasium Michelstadt.

Schon mit 13 Jahren fing Stella an zu modeln. Seit sie nach dem Abi fürs Duale Studium bei Siemens nach München gezogen ist, „gehe ich das etwas professioneller an“, erzählt die Olfenerin. Sie bereitet sich in der bayrischen Landeshauptstadt auf den Bachelor in Business Administration vor, eine Art international ausgelegtes BWL-Studium.

Da die Teilnehmerinnen des Miss Mermaid-Wettbewerbs sportlich fit sein sollen, kommen der 21-Jährigen ihre bisherigen, vielfältigen Aktivitäten sehr entgegen. „Tanzen ist meine große Leidenschaft“, schildert sie. Ihre ersten Schritte machte sie bei der Tanzschule Hinkelbein in Michelstadt. Stella engagierte sie bereits bei Tanzmodenschauen mit den Schwerpunkt Choreographie. In Olfen unterrichtete sie lange Zumba, in Airlenbach spielte sie Tischtennis.

Der Kontakt zu William Balser, dem Organisator des Meerjungfrauen-Contest, kam im vergangenen Jahr durch ihre Teilnahme an einer Miss Hessen-Wahl zustande. Im Dezember bewarb sie sich und bekam bald darauf die Zusage. „Ich habe vorher vom Meerjungfrauen-Schwimmen noch nie was gehört“, gesteht die Olfenerin. „Das ist eine sehr faszinierende Idee“, sagt sie. Die junge Frau fühlt sich „geehrt“, unter den zwölf Teilnehmerinnen zu sein.

Mit einer von der Firma Magictail zur Verfügung gestellten Flosse durfte sie ausprobieren, wie sich das Schwimmen damit anfühlt. „Ich bin beeindruckt, wie schnell man damit vorankommt und wie ergonomisch es ist“, sagt Stella. Nicht der Fantasy-Effekt, sondern der Sport, den man dabei betreibt, steht für sie im Vordergrund. „Ich bin schon immer gerne geschwommen“, erzählt die 21-Jährige. Jetzt ist es eben noch ein bisschen mehr, um demnächst topfit zu sein.

Daneben übt sie auch das Tauchen, weil es neben dem Fotoshooting auch ein Unterwasserposing geben soll. Das Kostüm gestaltet Stella selbst. Zupass kommt ihr dabei, dass sie schon früher Kleidung selbst genäht und designt hat. Perlen und Muscheln kommen logischerweise zum Einsatz, damit es nach Meer aussieht. Hinzu kommt eine Show, die jede Teilnehmerin selbst einstudieren soll und so ihrer Kreativität freien Lauf lassen kann. „Ich finde es schade, dass Models oft aufs Äußere reduziert werden“, sagt sie. „Dabei ist es doch intelligent, die eigene Schönheit zu nutzen“, meint die Einser-Abiturienten.

Die Wahl-Münchnerin aus Olfen „liebt es, zu den Eltern in den Odenwald zurückzukommen“, fühlt sich aber auch in Bayern sehr wohl. Stella freut sich über die bevorstehenden „zwei Wochen Wärme mit den anderen Mädels“. Untergebracht sind die im Sechs-Sterne-Hotel „Baron Palace“ in der Bucht Sahl Hasheesh bei Hurghada, einem opulenten Strandresort. „Ich liebe es zu reisen“, erzählt sie. Nach der Schule legte sie deshalb ein sechsmonatiges Auslandssemester in Südafrika ein.

„Ich habe sicher keine schlechten Karten“, übt sich Stella in Understatement. Sie möchte natürlich beim ersten Wettbewerb dieser Art, an dem sie teilnimmt, auf jeden Fall aufs Treppchen. Im Verwandten- und Freundeskreis sorgte ihre Teilnahme erst einmal für Schmunzeln, erinnert sie sich. Als Stella dann den Hintergrund erklärte, „sahen die es unter einem anderen Blickwinkel“. Ihre Eltern werden das Abschneiden der Tochter zuhause über die sozialen Medien verfolgen. „Sie sind sehr stolz auf mich“, weiß die 21-Jährige.

Info: www.missmermaid.de oder www.facebook.com/events/331345910853125/

 

Vom Erdbeben zerstörte Schule in Nepal wird mit Hilfe aus Olfen wieder aufgebaut

Die gute Nachricht kommt erst hinterher. Beim Gespräch ist Steffi Selic noch etwas unzufrieden mit dem Fortgang der Wiederaufbauarbeiten eines Schulgebäudes in Nepal. Denn die sind im Dorf Sagradanda ins Stocken geraten, nachdem das benötigte Holz fehlt. Kurze Zeit später dann eine aufmunternde Nachricht für sie und von ihr. „Der Schulbau wurde fortgesetzt, das Fundament ist gelegt“, freut sich die OIfenerin. Denn um dieses Projekt kümmerte sich das „Namaste Nepal Project“, das die 31-Jährige mit ihrer 28-jährigen Schwester Julia nach dem Erdbeben vor drei Jahren ins Leben gerufen hatte, schwerpunktmäßig.

Im Dorf Sagradanda, mit seinen 250 Bewohnern gelegen im Bezirk Solukhumbu abseits der Touristenströme, setzen sich die beiden für die Neuerrichtung eines beim Erdbeben völlig zerstörten Grundschul-Gebäudes ein. Der Distrikt liegt im Mount-Everest-Gebiet, allerdings nicht an einer der bekannten Wanderrouten. Es gibt in dem Ort sechs Klassen einer Primary School, die in drei Gebäuden unterrichtet werden. Alle wurden sie 2015 dem Erdboden gleich gemacht.

„Zwei Gebäude wurden zum Großteil wieder errichtet“, berichtet Steffi Selic. Die Dächer müssen noch erneuert und beide Häuser mit Zement verputzt werden. Das dritte Gebäude wird komplett neu gebaut. Alles erdbebensicher nach strengen Vorgaben. Namaste Nepal unterstützt in Zusammenarbeit mit dem dänischen „Himalayan Project“ den Bau des dritten Schulhauses mit drei Klassenräumen.

Ein Teil des im Winter in Deutschland gesammelten Geldes wurde bereits dafür verwendet, vor dem Monsun Holz für den Schulbau einzuschlagen. Allerdings wurde der nahe gelegene Wald ein paar Wochen vor Anreise der beiden Schwestern privatisiert. „Alles sehr undurchsichtig und korrupt“, meint Steffi Selic. Die Konsequenz: Die Leute aus dem Ort durften dort keine Bäume mehr fällen. Die nächste Einschlagmöglichkeit liegt einen Tagesmarsch entfernt. Sie schätzt, dass sich der Wiederaufbau deshalb etwas verzögert.

Zweites „Problem“: Es gibt derzeit keine Arbeiter. Das hat mit einer für die Einwohner positiven Entwicklung zu tun. Endlich, drei Jahre nach dem schweren Erdbeben, zahlt die Regierung Entschädigungen an die Erdbebenopfer aus. „Die Leute sind jetzt natürlich dabei, ihre Häuser wieder aufzubauen“, schildert sie. Und zerstört war sehr viel. Nun „ist Aufbruchsstimmung eingekehrt“. Langsam bewegt sich etwas, „es gibt Fortschritte“, freut sich Steffi nach dem sechswöchigen Aufenthalt vor Ort. Da Sagradanda am Ende einer Sackgasse liegt, können Arbeitskräfte auch nur aus einer Richtung angeworben werden.

Nach dem Sommer dürften die Reparaturarbeiten ziemlich durch sein, nimmt sie an. „Wir holen das Holz für die Schule dann aus dem anderen Wald.“ Das bedeutet zwar einen mehrstündigen Fußmarsch mit Trägern, ist aber immer noch die günstigste Lösung. „Ich mache mir überhaupt keine Sorgen, dass das Projekt verwirklich wird“, betont die Olfenerin. „In Nepal ist es eben schwierig, mit deutschen Vorstellungen ranzugehen.“

Aus der Not machten die Schwestern eine Tugend. Nach einer Trekking-Tour zu einem heiligen Bergsee, „bei der ich meinen ersten Schneeleoparden gesehen habe“, ging es weiter nach Junbesi, wo es bereits Kontakte von einem früheren Aufenthalt gab. Die Selic-Schwestern besuchten dort die Familie von Ringi-Lama und entschlossen sich, sie nachhaltig zu unterstützen. Denn der Vater musste bisher sieben Tage die Woche auf dem Feld arbeiten, die Mutter hütete auf dem Feld die Kühe.

„Wir bezahlen Ringi den Führerschein“, erläutert Steffi. Denn der bekommt damit einen Job als Fahrer beim Kloster, hat dann eine Fünf-Tage-Woche und kann sich auch mehr ums Kind kümmern, das bald in die Schule kommt. „Er schickt uns immer Bilder vom Unterricht“, freut sie sich über den Fortschritt. Für die Schwestern ist klar: „Wir werden die Familie langfristig unterstützen.“ Damit gebe man den Menschen eine Perspektive und der Tochter die Möglichkeit einer guten Schulbildung.

Das Namaste Nepal Project engagiert sich außerdem beim Wiederaufbau einer weiteren Schule in Belcot, 45 Kilometer westlich von Katmandu gelegen. Die Errichtung des zweiten Gebäudes wird von der Ganesh-Nepal-Hilfe in Dortmund unterstützt. „Die leisten sehr gute Arbeit“, sagt sie. „Wir klinken uns da ein“, so Steffi Selic. Es handelt sich um ein Bauwerk für die Unterstufe, die von 480 Schülern besucht wird. Diese Schule wird gerade aktiv aufgebaut. Steffi Selic war zur Zeit des Erdbebens gerade in Nepal und entschied sich danach, vor Ort zu helfen.

Bankverbindung Namaste Nepal Project

Stefanie Selic, Stichwort: Namaste Nepal Project, IBAN DE35509514690011203621, Sparkasse Starkenburg

Zum Bericht geht's hier: https://hirschhorner.wordpress.com/2018/07/03/vom-erdbeben-zerstoerte-schule-in-nepal-wird-mit-hilfe-aus-olfen-wieder-aufgebaut/Namaste Nepal Project

Posted by Thomas Wilken on Tuesday, July 3, 2018

Jeder gespendete Cent geht aus dem Odenwald an die Erdbebenopfer in Nepal

Das Erdbeben 2015 in Nepal hat ihr Leben umgekrempelt: Steffi Selic aus dem Oberzent-Stadtteil Olfen war zu dieser Zeit gerade in dem Land unterwegs und bekam die Auswirkungen hautnah mit. Die 31-Jährige wollte zu dieser Zeit promovieren und hatte bereits ein Stipendium in der Tasche. „Ich habe alles an den Nagel gehängt“, erzählt sie. Und verschrieb sich der Hilfe für die Ärmsten der Armen. Inzwischen reiste Selic schon drei Mal in das südasiatische Land.

Mitte März ist sie wieder dort und trifft vor Ort auf ihre Schwester Julia, die vorher in Indien Urlaub macht. Im Gepäck: knapp 10.000 Euro, die beide über ihr „Namaste Nepal Project“ gesammelt haben. Beide bleiben dann bis Ende April in der Region. Danach ruft in Deutschland wieder die Arbeit, ist der Jahresurlaub aufgezehrt.

Im Dorf Sagradanda, gelegen im Bezirk Solukhumbu abseits der Touristenströme, setzen sich die beiden für die Neuerrichtung eines beim Erdbeben völlig zerstörten Grundschul-Gebäudes ein. Dieser Distrikt liegt im Mount-Everest-Gebiet, allerdings nicht an einer der bekannten Wanderrouten. Es gibt in dem Ort sechs Klassen, die in drei Gebäuden unterrichtet werden. Es handelt sich um eine Primary School (Grundschule), die die frühkindliche Förderung und die Klassen 1 bis 5 umfasst. Nach der 5. Klasse gehen die Schüler in die Secondary School, die eine Stunde vom Dorf entfernt ist.

Alle wurden sie 2015 dem Erdboden gleich gemacht. „Zwei Gebäude wurden zum Großteil wieder errichtet“, berichtet Steffi Selic. Die Dächer müssen noch erneuert und beide Häuser mit Zement verputzt werden. Das dritte Gebäude wird komplett neu gebaut. Alles wird erdbebensicher nach strengen Vorgaben gebaut. Namaste Nepal unterstützt den Bau des dritten Schulhauses mit drei Klassenräumen, für das das meiste Geld benötigt wird (insgesamt 18.000 von 27.000 Euro).

In Sagradanda gibt es 44 Haushalte mit etwa 250 Bewohnern. Ein Großteil ist in der Landwirtschaft tätig. Die Menschen sind „sehr offen und neugierig“, hat sie beobachtet. Die tiefe Dankbarkeit war für die Geschwister „sehr bewegend“. Ihnen geht es darum, in die Bildung der Kinder zu investieren, damit diese ihr Leben später selbst in die Hand nehmen können.

Von den gespendeten 10.000 Euro „haben wir einen Großteil der benötigten Baumaterialien finanziert“, erzählt die Olfenerin. 5000 Euro wurde bereits überwiesen. So konnten die Arbeiter mit dem Fällen und Trocknen von Holz vor dem Monsun beginnen und das Fundament für das Gebäude errichten. Wenn sich ein weiterer Unterstützer für das Projekt in Sagardanda findet, fließt das übrige Geld in ein weiteres Schulprojekt in einem anderen Dorf. „Dort ist bisher kaum Hilfe angekommen“, weiß sie.

Mit 2000 oder 3000 Euro „lässt sich als erste Unterstützung schon viel bewegen“. Selics Wunsch ist es, sich auf zwei oder drei Schulen in der Region festzulegen, diese jedes Jahr zu besuchen und dann zu schauen, wo weitere Unterstützung notwendig ist. Die Unterstützung für das private Projekt der beiden Schwestern ist so gut wie noch nie, freut sie sich. „Das hat mich sehr berührt.“ Vor allem in der letzten Zeit kamen immer mehr Spenden nicht mehr nur aus dem Bekanntenkreis, sondern auch aus der weiteren Region.

„Wir haben ein sehr positives Feedback“, freut sich auch die 28-jährige Julia Selic. Sie führt das darauf zurück, „dass das Geld ohne Abzüge im Land ankommt und alles sehr transparent abläuft“. Wer 10 Euro gibt, „kann sicher sein, dass 10 Euro in Nepal für den Schul-Wiederaufbau verwendet werden“. Denn Flug, Transport und Unterkunft zahlen die beiden selbst. Die benötigten Materialien „kaufen wir vor Ort“, sagt Steffi Selic. Damit bleiben das Geld und auch die Wertschöpfung vor Ort.

Nach der Erdbeben-Erfahrung 2015 krempelte Steffi Selic ihr Leben um. Eigentlich im sozialen Sektor tätig, macht sie parallel eine Ausbildung als Trekking-Reiseleiterin. Ihr Ziel: „Ich will in Nepal Trekking-Reisen anbieten“. Mit dem Erlös möchte die 31-Jährige dann wieder soziale Projekte unterstützen. Ihr Traum ist es, Reisenden das unverfälschte, ursprüngliche Nepal nahezubringen, „das noch nicht vom Tourismus überlaufen ist“. Parallel lernt sie auch die Landessprache an der Uni Heidelberg.

Bankverbindung Namaste Nepal Project

Stefanie Selic, Stichwort: Namaste Nepal Project, IBAN DE35509514690011203621, Sparkasse Starkenburg

Windkraft-Planungen auf zwei Gebieten der neuen Stadt Oberzent

Nach wie vor schwebt das von vielen so empfundene Damoklesschwert Windkraft über einigen Stellen der neuen Stadt Oberzent. Interims-Bürgermeister Egon Scheuermann gab auf der Sitzung des vorläufigen Haupt- und Finanzausschusses im Gemeindezentrum Unter-Sensbach einen Sachstandsbericht zum Thema. Es sind aktuell zwei Gebiete, auf denen Bestrebungen von Firmen laufen, dort Windenergieanlagen zu errichten: Finkenberg und Katzenwinkel.

Beim Finkenberg-Gebiet, das sich von Finkenbach auf der Hügelkuppe oberhalb von Falken-Gesäß hinüber Richtung Olfen zieht, gab es laut Scheuermann vor einigen Jahren einen Vertrag mit der Energiegenossenschaft Odenwald zur Windkraftnutzung. Dieser sei von der Enercon übernommen worden und noch gültig. Bei genauerem Hinsehen habe man den Passus entdeckt, dass der Vertrag gekündigt werden kann. Und zwar dann, wenn drei Jahre nach Abschluss keine Genehmigung für die Windräder vorliegt.

Die Bestrebungen laufen seitens der Firma weiter, erläuterte Scheuermann. Demnächst stehe ein Gesprächstermin von Verwaltung und Magistrat mit Enercon an. „Es gibt noch keine konkrete Planung“, betonte er. Das Unternehmen strebe ein Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz in 2019 vor. Beim Finkenberg handelt es sich um ein um ein 189 Hektar großes Vorranggebiet für Windkraft, das sowohl Teil des entsprechenden Odenwaldkreis-Teilflächennutzungsplans (der aber vom Regierungspräsidium abgelehnt wurde) als auch des in Aufstellung befindlichen Regionalplans ist.

Für den „Katzenwinkel“ bei Etzean liegt Scheuermann zufolge ein Gestattungsantrag der Firma Juwi vor, die dort bereits Windmessungen vornahm und sich auch vom Willen der damaligen Stadt Beerfelden, an dieser Stelle keine Windenergie haben zu wollen, nicht beirren ließ. Unter anderem wurde bei den Bedenken darauf verwiesen, dass die Rotoren direkt in Sichtlinie des berühmten Galgens seien. Juwi klagte erfolgreich gegen den Beerfeldener Versuch, dort weitere Untersuchungen abzuwehren.

Der Gestattungsantrag „wird in der kommenden Magistratssitzung behandelt“, so der Staatsbeauftragte. Scheuermann wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Stadtverordnetenversammlung diesem Projekt bereits ihre Zustimmung verweigert habe. In der vergangenen Sitzung hatte die FDP das Thema aufgebracht und in zwei Anträgen moniert, dass hier Handlungsbedarf besteht.