Neue Schilder sollen die Besucher von Ober-Hainbrunn begrüßen

Die alten Ortseingangsschilder aus Holz sind kein schöner Anblick. Ganz abgesehen davon, dass auf ihnen Rothenberg-Oberhainbrunn steht und damit die Fusion zu Oberzent keinen Niederschlag findet. Die beiden darunter aufgeführten Gasthäuser namens „Krone“ und „Talblick“ gibt es schon länger nicht mehr. Anlass für den Ortsbeirat, sich mit dem Thema der Erneuerung zu befassen.

Die Idee geht laut dessen Vorsitzendem Stefan Hofmann in Richtung einer Begrüßungstafel, in die als Einschieber aktuelle Veranstaltungen der Vereine mit aufgenommen werden können. Ein solches Tafelpaar hängt zum Beispiel in Ober-Schönmattenwag. Steht gerade nichts an, wird einfach das Schild „Herzlich willkommen“ verwendet. Mit den Besitzern der Grundstücke soll deren Einverständnis abgeklärt für die Aufstellung werden. Die notwendigen Gelder könnten aus einem – noch zu bestimmenden – Budget des Ortsbeirats kommen, regte Bürgermeister Christian Kehrer an.

Motorradlärm und Geschwindigkeits-Überschreitungen ohne Ende. Was bereits in den anderen Oberzent-Ortsbeiräten thematisiert wurde, fand seinen Widerhall auch in Ober-Hainbrunn. „Wie hier ab 4 Uhr nachts durch den Ort befahren wird, ist kriminell“, regte sich Zuschauer Karlheinz Werner auf. Hofmann erzählte von einem Autofahrer, „der bestimmt mit 100 Sachen am Feuerwehrhaus vorbei in den Ort gerauscht ist“. Allerdings wird auch von den Einheimischen zu schnell gefahren, „die selbst vor ihrem Haus Tempo 30 haben wollen“, kam ein Einwurf aus der Besucherrunde. „Die blasen durch den Ort.“

Kehrer wiederholte seine Aussagen unter anderem aus der Stadtverordnetenversammlung. „Wir sind teilweise handlungsunfähig“, sagte er. Lärmdisplays, wie sie in Baden-Württemberg im Einsatz seien, kosteten pro Stück 10.000 Euro. „Indiskutabel“, so Kehrer. Es fehle derzeit an Personal mit der entsprechenden Ausbildung, den fließenden Verkehr kontrollieren zu dürfen. Ziel sei für kommendes Jahr die Einstellung eines Hilfspolizisten, der mit dem mobilen Blitzer Geschwindigkeitskontrollen durchführe. Der Bürgermeister wies weiter darauf hin, dass die Polizei in der südlichen Ecke des Odenwaldkreises unterrepräsentiert sei.

Über den Motorradlärm und uneinsichtige Fahrer entwickelte sich eine engagierte Diskussion. „Es werden sogar Rennen in unserer Ecke veranstaltet“, wusste Kehrer. „Die organisieren sich für die Odenwald-Ausfahrten in Gruppen“, ergänzte ein Besucher. Karlheinz Werner brachte es am „Geilsmarkt-Sonntag“ in einer einstündigen Zählung auf 70 Biker durch Hainbrunn. Es war aber allen Beteiligten wichtig darauf hinzuweisen, dass es sich bei den lärmenden Rasern um eine kleine Gruppe von vielleicht zehn Prozent der Fahrer handle. Nur nehme man diese umso stärker war.

Kortelshüttes Ortsvorsteher Tobias Stadler, der als Besucher im Tal dabei war, wies darauf hin, dass sich die leidgeprüften Bürger des Hang-Stadtteils nicht mehr vertrösten lassen wollten. Denn sie sind aufgrund der topgrafischen Verhältnisse noch viel stärker vom Lärm betroffen. Es werde bereits über die Gründung einer Bürgerinitiative nachgedacht sagte – zusammen mit „Nerv-Aktionen“, um die Biker zu sensibilisieren. Er wies auf die zahlreichen Unfälle auf der L3410 im Sommer hin.

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