„Enemy Inside“ aus dem Aschaffenburger Raum ist mit dem Album „Phönix“ erfolgreich

„Mein größter Wunsch ist, mit der Musik, die ich liebe, erfolgreich zu werden“, sagt Dominik Stotzem. Der Dieburger ist mit der Metal-Band „Enemy Inside“ auf dem bestem Weg, dieses Ziel zu erreichen. „Das ist eine Gruppe mit unglaublichem Potenzial“, hat der 34-jährige Bassist festgestellt. „Mit der kann ich es mir gut vorstellen, durch die Welt zu touren.“ Bisherige Auftritte im deutschsprachigen Raum zeigen, dass die Band mit ihrer ersten Veröffentlichung „Phoenix“ in der Szene sehr gut ankommt.

Enemy Inside mit Mitgliedern aus dem Großraum Aschaffenburg formierte sich im Laufe des Jahres 2017. Als „Dark-Rock“ und „Modern-Metal“ bezeichnen die fünf Musiker ihr Genre. Da sich die Texte und die Story hinter dem Album wie ein roter Faden an den Themen „Scheitern und wieder aufstehen“ sowie „Den inneren Feind bekämpfen“ entlanghangeln, passt diese Einsortierung ganz gut, meint der Dieburger.

Sängerin Nastassja Giulia und Gitarrist Evan Koukoularis (auch bei Mystic Prophecy aktiv) lernten sich beim Studium an der Pop-Akademie in Mannheim kennen. Dort starteten sie das gemeinsame Songwriting. „Als sich erste brauchbare Kompositionen hören lassen konnten“, schmunzelt Stotzem, gründete sich das Projekt rund ums musikalische Geschehen.

Aus dem Projekt wurde eine Band, als David Hadarik (seit Jahrzehnten mit Giulia befreundet) für die Rhythmus-Gitarre gewonnen wurde, Stotzem für die tiefen Töne und Felix Keith an den Drums die Rhythmus-Sektion komplettierte. Hadarik und Keith sind in der Aschaffenburger Musikszene schwer aktiv. Somit gab es kein Casting, grinst der Bassist, „sondern die Band formte sich unter Freunden mit hohen musikalischen Ambitionen“.

„Jeder Musiker steht voll und ganz hinter dem Produkt“, hebt er hervor. „Zum Glück“ bringt jeder einen eigenen Stil mit ein, der sich harmonisch ins Gesamtkonzept einfügt. Das Songwriting übernehmen jedoch federführend Giulia und Koukoularis, damit der rote Faden beibehalten wird – „obgleich die Musik am Ende eine demokratische Entscheidung aller ist“. Ein namhafter Mischer kam dazu: kein geringerer als der Schwede Henrik Udd, 2017 mit dem Heavy Music Award ausgezeichnet, der bereits „The Architects“, „Hammerfall“ und „Delain“ im Studio hatte.

Seit Ende September ist die CD in den Regalen zu finden. Das Gefühl, nach einer monatelangen, sehr harten und kompromisslosen Arbeit das Ergebnis in den Händen zu halten, „ist kaum erklärbar oder vergleichbar“, beschreibt der Bassist das besondere Gefühl. Mit „ROAR“ (Rock of Angels Records) habe man einen kompetenten Partner gefunden, „der einen sehr guten Ruf genießt“.

Der gebürtige Frankfurter Stotzem verdiente sich ab 1999 die ersten musikalischen Sporen in der Schulband „Fall Out“ des dortigen Lessing-Gymnasiums. Später entwickelte sich die Gruppe zu einem professionellen Projekt namens „Beyond the Bridge“. Dabei lernte er auch Nastassja Giulia kennen. Die Band brachte 2012 das Album „The Old Man and the Spirit“ auf den Markt und erfreute Fans von Progressive Rock. Das renommierte ProgPower USA-Festival oder der Support von Künstlern wie Fates Warning, Haken oder Fish waren Stationen.

Parallel zum Progressive-Metal „schlägt mein Herz seit meinem 14. Lebensjahr für den Classic Rock“, erzählt der Wahl-Dieburger. Led Zeppelin, Black Sabbath, Uriah Heep und nicht zuletzt Deep Purple und Rainbow brachten ihn dazu, seine musikalische Vorliebe bei der Tributeband „Purple Rising“ auszuleben. Mit starkem Fokus auf die unsterblichen Hits von Deep Purple tourt die Band bereits seit 2011. Sie gibt ihm auch die Chance, „oftmals vor mehreren tausend Fans zu spielen“.

Musikalische Vorbilder hat jeder, erzählt der 34-jährige gelernte Veranstaltungskaufmann, heute als Event-Manager aktiv. „Aber ich werde niemals auch nur einem dieser das Wasser reichen können.“ Und vielleicht auch nicht einmal die Hand, lacht er. Musik ist für Stotzem immer mit sämtlichen Gefühlen und Emotionen verbunden, „egal ob Liebe oder Hass, Freude oder Trauer, Wut oder Partystimmung“. All das lässt sich in einer Bühnenshow mit geschlossenen Augen vereinen, sagt er.

„Zur Musik kam ich wie jeder Bub mit diesem Musikgeschmack, selbstverständlich durch eine außerordentlich sortierte Plattensammlung im Elternhaus. Mein Vater nahm mich mit zarten 14 Jahren mit auf ein Konzert von Page & Plant (Led Zeppelin), da war es um mich geschehen: Konzertbesuche von Kiss, Deep Purple, Eagles, Jethro Tull, Meatloaf, Joe Cocker und Roger Waters folgten. Stets zusammen mit meinen besten Kumpels aus Zeiten meiner Schulband, die ähnliches erfuhren wie ich. Irgendwann bin ich dann bei Dream Theater hängen geblieben, einer Musik, die so unglaublich vielseitig, kreativ und emotional ist: Progressive-Rock. Dann folgten Expeditionen auf diverse Festivals wie Wacken. Heute kann ich behaupten, Gast auf mehr als 25 Festivals gewesen zu sein, davon alleine 13 Mal Wacken – in meinen Augen die Mutter aller Rockfestivals.“

Besetzung Enemy Inside: Nastassja Giulia (Gesang, Texte), Evan Koukoularis (Lead-Gitarre, Komposition, Produktion), David Hadarik (Rhythmus-Gitarre), Dominik Stotzem (Bass), Felix Keith (Schlagzeug). Mehr unter www.enemy-inside.com. Nächster Auftritt am Samstag, 20. Oktober, 21 Uhr, anlässlich des Jubiläums „Zehn Jahre Rockclub“ in der Halle 02 Heidelberg.

(Foto: Fabian Klein)

 

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„Purple Rising“ erweckt im Hüttenwerk Michelstadt Deep Purple zum Leben

Als wäre die Zeit stehen geblieben: So muss es vor 45 oder 50 Jahren geklungen haben, als die britische Hardrockband Deep Purple in wechselnden Besetzungen eines ihrer legendären Konzerte gab. „Mark II“ ist dabei die Formation, die sich am ehesten ins Gedächtnis eingebrannt hat, da der Fünfer so legendäre Songs wie „Smoke on the Water“, „Child in Time“, „Lazy“ oder „Space Truckin‘“ komponierte. Aber auch Mark III mit „Burn“ oder „Mistreated“ kommt zu seinem Recht.

Satt wummert der Bass von Roger Glover aus den Marshall-Boxen, majestätisch thront die Hammond-Orgel von Jon Lord über den Songs, filigran reiht sich Ritchie Blackmores Gitarrenspiel ein, in schnellem Rhythmus halten die Drums von Ian Paice den Takt, während sich Ian Gillan die Seele aus dem Leib singt und schreit. Mit einem Unterschied: Es stehen nicht die Deep Purple von 1972 wie bei „Made in Japan“ auf der Bühne des Hüttenwerks, sondern mit „Purple Rising“ eine Coverband, die die Hits von damals auf der Bühne frisch und fetzig spielt – einfach perfekt.

Dominik Stotzem (Bass), Andreas König (Hammondorgel, Keyboards), Patrick Sühl (Vocals), Stefan Deissler (Drums) und Reik Muhs (Gitarre) erschaffen im Hüttenwerk Michelstadt eine perfekte Illusion früherer Jahre. Enthusiastisch, exzessiv, ausufernd, nicht enden wollend, auf den Punkt genau werden die alten Kracher von der fünfköpfigen Band förmlich zelebriert, die Spielfreude kommt in jedem Ton rüber. Die Reminiszenz ist quasi total.

Es stimmt alles, von den Handbewegungen, dem affektierten Gehabe über die Kleidung und den Haaren bis hin zu den diversen Instrumenten. Reik Muhs imitiert den Meister auf den sechs Saiten, Ritchie Blackmore, beinahe schon so perfekt, dass es unheimlich ist. Selbst die Frisur aus den 70ern stimmt. Mit der Fender Stratocaster-Gitarre ergibt das inklusive stimmiger Bewegungen, den typischen Posen und dem virtuosen Spiel ein Gesamtbild, wie es besser nicht sein könnte.

Richtig (unheimlich) authentisch wird es, wenn er sich mit Andreas König an Hammond-Orgel und Keyboards immer wieder die legendären musikalischen Duelle liefert. „Highway Star“, „Space Truckin‘“ oder „Black Night“ sind solche Klassiker, die inklusive der eingestreuten Soli überhaupt nicht mehr enden wollen.

Wie König den nicht mehr unter uns weilenden Jon Lord gibt, ist ebenfalls ein Hingucker für sich. Seine Hammond-Orgel hat schon 63 Jahre auf dem Buckel und ist bei jedem Aufbau „eine Riesen-Plackerei“. Aber der Sound! Der ist unvergleichlich und legt quasi sofort den Schalter um – das legendäre Live-Album „Made in Japan“ lässt grüßen. Dazu noch die Leslie-Verstärker, nur wenig jünger als das Instrument. Auch Jon Lords Fingerzeige hat sein Epigone bis ins kleinste Detail drauf.

Dominik Stotzem am Bass hat eher was vom zappeligen und nie still stehenden Ausnahmekünstler Glenn Hughes. Er ist eindeutig der Partymacher in der Band, animiert das Publikum ein ums andere Mal erfolgreich zum Mitmachen und Mitsingen, ist wie ein Irrwisch auf der Bühne unterwegs und hat einfach den puren Groove im Blut.

Sänger Patrick Sühl darf sich gleich an vier Vorgängern abarbeiten und macht seine Sache sehr gut. Rod Evans stand bei „Hush“ und „April“ am Mikro, mit dem Deep Purple 1968 die ersten großen Erfolge feierte. Und dann natürlich Ian Gillan vom klassischen Mark II-Line-up, den Sühl sehr gut draufhat. „Child in Time“ etwa oder „Smoke on the Water“ klingen mit geschlossenen Augen wie vor mehr als 45 Jahren. Mit „Stormbringer“ lieferte David Coverdale ein Glanzstück ab. Etwas schwerer tut er sich mit dem Gesang von Glenn Hughes oder auch Joe Lynn Turner, wenn mit „Fortuneteller“ ein Rainbow-Stück eingestreut wird.

„Catch the Rainbow“ am Schluss, bei dem der vor einigen Jahren verstorbene Ronnie James Dio am Mikro stand, ist ein besonderes Schmankerl. Wie auch „Halleluja“, der erste Song der Mark II-Besetzung, oder das Concerto von Jon Lord, bei dem dieser wegbereitend eine Rockband zusammen mit einem klassischen Orchester auftreten ließ. Der Jubel der Besucher kennt keine Grenzen, die Band wird enthusiastisch gefeiert.

„Purple Rising“ lässt im Michelstadter Hüttenwerk die Legende Deep Purple perfekt auferstehen

Die Illusion ist schlichtweg perfekt. Satt wummert der Bass von Roger Glover aus den Marshall-Boxen, majestätisch thront die Hammond-Orgel von Jon Lord über den Songs, filigran reiht sich Ritchie Blackmores Gitarrenspiel ein, in schnellem Rhythmus halten die Drums von Ian Paice den Takt, während sich Ian Gillan die Seele aus dem Leib singt und schreit. Mit einem Unterschied: Es standen nicht die Deep Purple von 1972 auf der Bühne des Hüttenwerks, sondern mit „Purple Rising“ eine Coverband, die den alten Herren von heute zeigt, wie die Hits von damals auf der Bühne immer noch frisch und fetzig rüberkommen können – einfach perfekt.

Enthusiastisch, exzessiv, ausufernd, nicht enden wollend, auf den Punkt genau werden die alten Kracher von der fünfköpfigen Band förmlich zelebriert, die Spielfreude kommt in jedem Ton rüber. Die Musiker verausgaben sich total auf der Bühne, geben alles, machen klar, dass sie beim Konzert fünf Heroen des Hardrocks mit jeder Faser huldigen, die so nie mehr zusammen auftreten werden. Die Reminiszenz ist quasi total.

Es stimmt alles, von den Handbewegungen, dem affektierten Gehabe über die Kleidung und den Haaren bis hin zu den diversen Instrumenten. Andreas „Doc“ Kraus imitiert den Meister an den sechs Saiten, Ritchie Blackmore, beinahe schon so perfekt, dass es unheimlich ist. Das Mittelalter-Hemd des Historien-Fans mitsamt den herabhängenden Fransen, zusammen mit der vom Meister himself signierten Stratocaster-Gitarre, ergibt mit den stimmigen Bewegungen und dem virtuosen Spiel ein Gesamtbild, wie es besser nicht sein könnte.

Richtig (unheimlich) authentisch wird es, wenn sich der „Doc“ mit Andreas König an Hammond-Orgel und Keyboards immer wieder die legendären musikalischen Duelle liefert. „Speed King“, „Space Truckin‘“ oder „Black Night“ sind solche Klassiker, die inklusive der eingestreuten Soli überhaupt nicht mehr enden wollen. Eben „Old School“ pur, so wie damals auch die Deep-Purple-Konzerte Anfang und Mitte der 70er Jahre waren.

Wie König den nicht mehr unter uns weilenden Jon Lord gibt, ist ebenfalls ein Hingucker für sich. Seine Hammond-Orgel hat schon 62 Jahre auf dem Buckel und ist bei jedem Aufbau „eine Riesen-Plackerei“, wie Sänger Alexx Stahl scherzt. Aber der Sound! Der ist unvergleichlich und legt quasi sofort den Schalter um – das legendäre Live-Album „Made in Japan“ lässt grüßen. Dazu noch die Leslie-Verstärker, nur wenig jünger als das Instrument. Auch Jon Lords Fingerzeige hat sein Epigone bis ins kleinste Detail drauf.

Dominik Stotzem am Bass hat eher was vom zappeligen und nie still stehenden Ausnahmekünstler Glenn Hughes als vom ruhigeren Roger Glover. Er ist eindeutig der Partymacher in der Band, animiert das Publikum ein ums andere Mal erfolgreich zum Mitmachen und Mitsingen, ist wie ein Irrwisch auf der Bühne unterwegs und hat einfach den puren Groove im Blut. Schlagzeuger Stefan Deissler als Mann im Hintergrund tritt zwar weniger in Erscheinung, aber dann so richtig. Sein Drum-Solo muss sich hinter dem Original Ian Paice nicht verstecken, er heimst damit begeisterten Applaus ein.

Und schließlich Sänger Alexx Stahl. Der darf sich gleich an vier Vorgängern abarbeiten und macht seine Sache schlichtweg perfekt. Rod Evans stand bei „Hush“ am Mikro, mit dem Deep Purple 1968 die ersten großen Erfolge feierte. Und dann natürlich Ian Gillan vom klassischen Mark II-Line-up, den Stahl mit seinen Tönen in den höchsten Höhen beinahe schon alt aussehen lässt. „Child in Time“ etwa oder „Smoke on the Water“ klingen mit geschlossenen Augen wie vor 45 Jahren.

Doch auch David Coverdales „Mistreated“, bei sich dieser all seine Pein aus dem Leib schreit, oder die Klassiker der Mark III-Besetzung in Form von „Burn“ und „Stormbringer“ hat Stahl einfach drauf. Außerdem, und das ist das i-Tüpfelchen eines sowieso schon außergewöhnlichen Konzerts, die beiden Rainbow-Stücke, das epische majestätische „Stargazer“ und das nicht minder monumentale „Temple oft he King“, bei denen der vor einigen Jahren verstorbene Ronnie James Dio am Mikro stand. Der Jubel der Besucher kennt keine Grenzen, die Band wird enthusiastisch gefeiert.

Kleiner Wermuttropfen zum Schluss: Alexx Stahl hört nach fünfeinhalb Jahren „Purple Rising“ auf, weil er als Frontmann bei „Bonfire“ eingestiegen ist. Das letzte Konzert mit ihm will die Band denn auch nicht enden lassen. Dem Klassiker „Smoke on the Water“ folgt als Zugabe noch ein exzessives „Black Night“ mit eingestreutem „Jesus Christ Superstar“ und „Doctor, Doctor“ von UFO. Und als dann eigentlich das Saallicht schon an ist, bringt die Gruppe als allerletzte Zugabe noch ein selten gehörtes Stück, das nur als B-Seite einer Single erschienen, aber eine der schönsten Balladen überhaupt ist: „When a blind man cries“. Was für ein Abschied!

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