Riwwels rocken das Hüttenwerk

Schon bisher war es bei manchen Band-Auftritten im Hüttenwerk Michelstadt nicht einfach, sitzenzubleiben und nicht tanzen zu dürfen. Denn Abstands- und Hygieneregeln lassen dies noch nicht zu. Bei den „Riwwels“ gehörte schon eiserne Disziplin dazu, nicht gleich bei den ersten Tönen aufzuspringen. Die Gute-Laune-Truppe aus dem Odenwald rockte mit ihrem Rockabilly den voll besetzten, sitzenden Saal.

Nach einem halben Jahr spontan ungeprobt wieder auftreten zu dürfen, „war unglaublich befreiend“, erzählt Gitarrist Manuel Jörg. Die Batterien waren schon lange überladen und auch backstage war die Stimmung so gut wie lange nicht mehr. „Hätten wir nicht aufgepasst, hätten wir beinahe vergessen aufzutreten“, grinst er. So viel hatten sich die fünf Musiker zu erzählen.

Zum Stamm-Repertoire der Band gehören Rockabilly-Klassiker wie „Mystery Train“ von Junior Parker, das hauptsächlich durch Elvis bekannt und später von Brian Setzer wieder aufgegriffen wurde. Oder Chuck Berrys „Johnny B. Goode“. Modernen Stücken wie Blondies „Call me“ verleihen die Riwwels außerdem ein eigenes Rockabilly-Gewand in der Version der Hillbilly Moon Explosion. Bei „Feel it still“ von Portugal. The Man brauchen die begnadeten Entertainer nicht unbedingt eine bereits stiltransportierte Vorlage.

Die klasse Stimmung übertrug sich schnell aufs Publikum. „Den Leuten war anzumerken, dass sie sich ebenso wie wir erleichtert fühlten, endlich wieder ein Stück Normalität genießen zu können“, beobachtete Jörg. Die Fans und auch die Gruppe können das Ende der Krise nur schwer abwarten, „nach dem wir unser Leben zurückbekommen und wieder feiern und tanzen dürfen“, sagte er. Das Konzert vermittelte zwei Stunden lang einen Eindruck davon, wie es dann wieder abgehen wird.

Im Odenwald sprießt der Rockabilly. Manuel Jörg ist von Frankfurt nach Hering (Otzberg) gezogen. Seine Kollegen zeigen die ganze Vielfalt des Odenwaldkreises. Dirk Allmann (Kontrabass/Vocals) kommt aus Vielbrunn, Bernd Heimer (Piano/Akkordeon) ist in Breuberg zuhause, Rainer Rapp (Drums) in Sandbach und Sängerin Judith Weimar, die auch Saxophon spielt, nennt den Brombachtaler Ortsteil Birkert ihre Heimat.

Da Dirk Allmann Brian Setzer, Louis Prima und Bill Haley schon als Jugendlicher an der Wand hängen hatte und Rainer Rapp „bereits mit pomadisierter Tolle auf die Welt gekommen ist“, war die Idee naheliegend, Hits der Neuzeit in den Sound der 50er zu transportieren. „Rockabilly reißt mit seinem Groove, seinem Sound und seiner flockigen Leichtigkeit alle Generationen mit“, hat Jörg beobachtet.

Nicht nur für den Gitarristen, auch für den Rest der Truppe hat die Musikrichtung eine ganz besondere Faszination. Denn das Genre bildet den Grundstein für so viele Musikrichtungen, „dass die Bandbreite, die sich daraus ergibt, schier endlos erscheint“. Das Gerüst bildet ein schneller Blues, erläutert Jörg. „Nimmt man in der Hauptstimme ein paar Sexten dazu, landet man im Country-Feeling und dreht man alternativ den Zerrgrad der Gitarre hoch, wird ruckzuck Heavy Metal daraus.“

Dabei sind die Fronten klar verteilt. Bernd Heimer ist der ruhende Pol und Organisator, der die anderen bei den Proben wieder runterholt. Dass die öfters ganz oben sind, kann man sich bei Dirk Allmann gut vorstellen. Der hat Hummeln im Hintern und kugelt sich mit seinem Kontrabass schon mal vor der Bühne. Wie auch Rainer Rapp ist er um einen lockeren Spruch nie verlegen.

Noch nie war es mit Abstand halten so schwer wie an diesem Abend. Manuel Jörg schlängelt sich mit seiner Gitarre zwischen den einzelnen Tischen hindurch. Judith Weimars Saxophon-Arbeit bildet den Farbtupfer in verschiedenen Songs, die dadurch ein ganz anderes Gewand bekommen.  Wenn dann alle zusammen loslegen, gibt es wie bei „Words up“ von Cameo kein Halten mehr. Gitarren- und Piano-Solo, dazu noch ein Singalong – das Stück will kein Ende nehmen.

 

Hits von heute im Sound der 50er Jahre

Nach dem „XMasBash“ können die ruhigen Weihnachtstage kommen. Knackevoll war das Hüttenwerk, als die Odenwälder „Riwwels“ und die Aschaffenburger von „Boppin‘ B“ mit ihrem Rock’n’Roll wie im Vorjahr den Saal unsicher machten. Dabei dürfen es aber auch immer ein paar Varianten bekannter Rock- und Popsongs sein, die das Salz in der Suppe sind. Auf jeden Fall machen die beiden Bands Stimmung ohne Ende und versprühen Spiellaune pur.

Bei den „Riwwels“, zum Großteil aus dem Odenwaldkreis, treffen ganz verschiedene musikalische Geschmäcker aufeinander. Der Name entstammt der Urform „Merwes und die Riwwelkuche“. Nach einigen Personaländerungen ist das Beste vom Riwwelkuche übrig geblieben, schmunzelt der aus Frankfurt nach Hering (Otzberg) zugezogene Gitarrist Manuel Jörg: eben „The Riwwels“.

Seine Kollegen zeigen die ganze Vielfalt des Kreises. Dirk Allman (Kontrabass/Vocals) kommt aus Vielbrunn, Bernd Heimer (Piano/Akkordeon) ist in Breuberg zuhause, Rainer Rapp (Drums) in Sandbach und Sängerin Judith Weimar, die auch Saxophon spielt, nennt den Brombachtaler Ortsteil Birkert ihre Heimat.

Da Dirk Allmann Brian Setzer, Louis Prima und Bill Haley schon als Jugendlicher an der Wand hängen hatte und Rainer Rapp „bereits mit pomadisierter Tolle auf die Welt gekommen ist“, war die Idee naheliegend, Hits der Neuzeit in den Sound der 50er zu transportieren. „Rockabilly reißt mit seinem Groove, seinem Sound und seiner flockigen Leichtigkeit alle Generationen mit“, hat Jörg beobachtet.

Nicht nur für den Gitarristen, auch für den Rest der Truppe hat Rockabilly eine ganz besondere Faszination. Denn das Genre bildet den Grundstein für so viele Musikrichtungen, „dass die Bandbreite, die sich daraus ergibt, schier endlos erscheint“. Das Gerüst bildet ein schneller Blues, erläutert Jörg. „Nimmt man in der Hauptstimme ein paar Sexten dazu, landet man im Country-Feeling und dreht man alternativ den Zerrgrad der Gitarre hoch, wird ruckzuck Heavy Metal daraus.“

Gute Laune ist dabei garantiert, stellen die fünf Musiker bei den Konzerten fest. Dazu tragen sie auch ihren Teil bei. Dirk Allman hüpft mit dem Kontrabass mitten während des Songs schon mal von der Bühne runter, Manuel Jörg hat die klassische knieende Gitarristen-Pose drauf. Oft ergreift das Kopfwippen der Zuhörer schon beim ersten Song mit der Zeit den ganzen Körper und „am Ende gibt es niemanden mehr, der nicht voll mitgeht“.

Ob Judith Weimar „Call me“ von Blondie schmettert oder beim „Stray Cat Strut“ das Akkordeon zückt – inklusive der „Pink-Panther-Melodie“: Das Quintett macht vor nichts halt. Allman zelebriert „Bang Bang“ aus dem Kill-Bill-Film, ehe ein „Whiskey in the Jar“ folgt, das in seiner Country-Rockabilly-Version mit wummerndem Bass die Menge ohne Ende zum Tanzen bringt.

Boppin‘ B sind Urgesteine des Rock’n’Roll und leben ihn mit jeder Faser. Der Fünfer aus Aschaffenburg hat extrem viel Spaß bei den Konzerten und bringt das gnadenlos rüber. Die Stimmung kocht. Wurden anfangs moderne Pop-/Rocksongs adaptiert und in ein Rock’n’Roll/Rockabilly-Stück verwandelt, legt die Gruppe heute mehr Wert auf Eigenkompositionen. Volle Kraft voraus heißt es vom ersten Song an. Mit Michi Bock, seit Anfang 2018 neuer Mann am Mikro, gibt’s nochmal eine Extraportion Power. Das Hüttenwerk dampft.

Hits der Neuzeit im Sound der 50er Jahre von der Rockabilly-Band „The Riwwels“

„Unsere Herkunft ist so verstreut wie unser Musikgeschmack“, lächelt Gitarrist Manuel Jörg. Wobei die räumliche Nähe noch eher gegeben sein dürfte als die musikalische. Denn alle Mitglieder der Rockabilly-Band „The Riwwels“ kommen aus dem Odenwald. Der Name entstammt der Urform „Merwes und die Riwwelkuche“. Nach einigen Personaländerungen ist das Beste vom Riwwelkuche übrig geblieben, schmunzelt der aus Frankfurt nach Hering (Otzberg) zugezogene: eben „The Riwwels“.

Seine Kollegen zeigen die ganze Vielfalt des Odenwaldkreises. Dirk Allman (Kontrabass/Vocals) kommt aus Vielbrunn, Bernd Heimer (Piano/Akkordeon) ist in Breuberg zuhause, Rainer Rapp (Drums) in Sandbach und Sängerin Judith Weimar, die auch Saxophon spielt, nennt den Brombachtaler Ortsteil Birkert ihre Heimat – ein sehr musikalisches Dorf, denn dort wohnen auch zwei Mitglieder der Depeche-Mode-Coverband „Depeche Reloaded“.

Ziel der Bandgründung war es laut Jörg, „sich aus der großen Menge der Musikschaffenden abzuheben und trotzdem eine breite Gruppe an Leuten anzusprechen“. Dabei war den Riwwels die kreative Komponente besonders wichtig, um nicht nur bekannte Lieder möglichst originalgetreu nachzuspielen, sondern sie mit eigener Note zu interpretieren, betont der Neu-Heringer. Kreativität sollte zum festen Bestandteil des Repertoires werden. Gesagt, getan.

Da Dirk Allmann Brian Setzer, Louis Prima und Bill Haley schon als Jugendlicher an der Wand hängen hatte und Rainer Rapp „bereits mit pomadisierter Tolle auf die Welt gekommen ist“, war die Idee naheliegend, Hits der Neuzeit in den Sound der 50er zu transportieren. „Rockabilly reißt mit seinem Groove, seinem Sound und seiner flockigen Leichtigkeit alle Generationen mit“, hat er beobachtet.

Gute Laune ist dabei garantiert, stellen die fünf Musiker bei den Konzerten fest. Oft ergreift das Kopfwippen der Zuhörer beim ersten Song mit der Zeit den ganzen Körper und „am Ende gibt es niemanden mehr, der nicht voll mitgeht“. Die Rückmeldungen der Fans sind euphorisch: „Überwältigend“, „überragend“, „vor allem in der Vielseitigkeit unübertroffen“.

Nicht nur für den Gitarristen, auch für den Rest der Truppe hat Rockabilly eine ganz besondere Faszination. Denn das Genre bildet den Grundstein für so viele Musikrichtungen, „dass die Bandbreite, die sich daraus ergibt, schier endlos erscheint“. Das Gerüst bildet ein schneller Blues, erläutert Jörg. „Nimmt man in der Hauptstimme ein paar Sexten dazu, landet man im Country-Feeling und dreht man alternativ den Zerrgrad der Gitarre hoch, wird ruckzuck Heavy Metal daraus.“

Das nennt er auch als Grund, warum sich die fünf, die aus „wirklich allen Bereichen der Musik stammen“, zusammengefunden haben. „Was bei keinem von uns freiwillig aus den Boxen kommt, ist HipHop und Techno“, gibt es eine klitzekleine Einschränkung. Bernd Heimer stand schon in frühester Kindheit auf der Bühne. Er war später an Posaune und Akkordeon in der Bigband der Jugendmusikschule zu hören. Rainer Rapps Schlagkünste liefern außerdem die Rhythmen bei der Partyband „Heimlichgut“, lacht der Gitarrist. Beide haben ihre Heimat im Schlager.

Judith Weimar hat mit ihrer klassischen Gesangsausbildung bei Musicals mitgewirkt. Ihr Organ war in diversen Funk-, Soul- und Rock-Coverbands zu hören, so war sie 15 Jahre bei „Hiptown“ und lange Zeit bei „Next Wave“ aktiv. Dirk Allmann hatte im vergangenen Jahr sein 30. Bühnenjubiläum. Er betourte mit „Billy and the lucky boys“ in den 80/90ern ganz Deutschland. Mit seinem Nebenprojekt „Fistfulofchili“ huldigt er den Red Hot Chili Peppers. Als Toningenieur beim ZDF ist zusätzlich für den guten Klang zuständig.

Manuel Jörg ist überzeugter Heavy-Metaller und hat jahrelang mit seiner ehemaligen Band „Dystonia“ Songs im Stil zwischen Creed, Metallica, StoneSour und Disturbed geschrieben und stand damit schon auf größeren Bühnen wie der Frankfurter Batschkapp. Die (musikalisch) harte Saite lebt der Gitarrist heute in seinem Nebenprojekt „Schobbeschubbe“ aus.

Info: Die „Riwwels“ treten am Samstag, 27. April, um 21 Uhr bei der Groß-Umstädter Musiknacht in der „Goldenen Krone“, Markt 7, auf. Sie bestreiten außerdem am Freitag, 12. Juli, ab etwa 19 Uhr die musikalische Unterhaltung am Eröffnungsabend der Oberzent-Expo während des Beerfelder Pferdemarkt. Mehr unter www.the-riwwels.de