Schnelles Internet für Hirschhorn und Neckarsteinach

Mit zahlreichen Vertretern aus Politik und Wirtschaft erfolgte Ende Juni vergangenen Jahres im Hirschhorner Stadtteil Igelsbach der erste symbolische Spatenstich zum Ausbau des Breitbandnetzes im Neckartal, um die beiden südlichsten Städte in der Wirtschaftsregion Bergstraße mit flächendeckendem schnellen Internet mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde mittels Glasfasernetzverlegung zu versorgen.

Bei schönstem Sonnenschein fand nun die offizielle Inbetriebnahme des Breitbandnetzes mit Staatssekretär Mathias Samson, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL), auf dem Marktplatz in Hirschhorn statt. Weitere Grußworte sprachen Bürgermeister Oliver Berthold, Stadt Hirschhorn, Bürgermeister Herold Pfeifer, Stadt Neckarsteinach, Landrat Christian Engelhardt, Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB), Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der WFB und Simone Remdisch, Regio Managerin der Telekom Deutschland GmbH sowie Hans Howorka, Fachreferent Planen und Bauen der Telekom Technik GmbH.

Weitere Teilnehmer an der Veranstaltung waren: Birgit Heitland, Nachfolgerin von Peter Stephan als Mitglied des hessischen Landtages, Georg Matzner, Referatsleiter im HMWEVL, Wolfram Koch, Leiter des Breitbandbüros des Landes Hessen, Hessen Trade & Invest GmbH, Erster Stadtrat Karlheinz Happes, Stadt Hirschhorn, Stadtrat Willi Dreher, Stadt Hirschhorn, Stadtverordnetenvorsteher Harald Heiß, Stadt Hirschhorn, Stadtverordnetenvorsteherin Eva Schückler, Stadt Neckarsteinach, Dagmar Cohrs, stellvertretende Geschäftsführerin und Leiterin Kommunalbetreuung der WFB, Berthold Passlack, Regionaler Breitbandberater bei der WFB und weitere am Projekt Beteiligte.

Die heutige Inbetriebnahme des Breitbandnetzes ist ein wichtiger Grundstein, um uns für die Zukunft fit zu machen, betonte Bürgermeister Berthold. Eine schnelle Verbindung zum Internet sei für das tägliche Leben grundlegend, denn es ermögliche beispielsweise Zugang zu Wissen und sei für auch die Arbeit der Firmen unabdingbar. Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir das Vorhaben in so kurzer Zeit realisiert haben“, so der Bürgermeister.

Bürgermeister Pfeifer blickte zurück auf die Anfänge des Projekts und erinnerte an den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung in Neckarsteinach im Jahr 2014, nach dem die Bürgerinnen und Bürger flächendeckende Breitbandinfrastruktur bis 2017 erhalten sollten. Ab jetzt sind wir schnell auf der Datenautobahn unterwegs, so der Rathauschef, der ebenso das Engagement und die Unterstützung der WFB bei der Realisierung des Vorhabens unterstrich. Das gesamte Neckartal ist dadurch noch attraktiver geworden, schloss er.

„Dass ab heute rund 4.000 Haushalte schnelles Internet von bis zu 50 Megabit pro Sekunde nutzen können, ist ein großer Erfolg vieler Beteiligter, sagte Hessens Wirtschaftsstaatssekretär Samson. Einen erheblichen finanziellen Beitrag leisten die Kommunen; das Land Hessen und der Bund unterstützen sie dabei mit 578.000 Euro. Das tun wir, weil leistungsfähige Datenverbindungen entscheidende Standortfaktoren sind. Mit 78,3 Prozent haben fast vier von fünf hessischen Haushalten die Möglichkeit auf einen Breitbandanschluss von 50 MBit/s oder mehr; wir sind damit eins der am besten erschlossenen Flächenländer. 

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Auch das hessische Neckartal surft bald auf der schnellen Datenautobahn

Die Internet-Zukunft fürs hessische Neckartal hat begonnen. An einem symbolträchtigen Ort, der Sängerhalle im zwischen Hessen und Baden-Württemberg geteilten Dorf Igelsbach, fand der Spatenstich fürs schnelle Breitbandnetz der Städte Hirschhorn und Neckarsteinach mit ihren Ortsteilen statt. Ab Mai 2017 sollen rund 3300 Haushalte mit 30 Mbit/s und mehr surfen können. Dafür werden von der Telekom etwa 30 Kilometer Glasfaserkabel verlegt.

Das geplante VDSL-Netz erlaubt aber nicht nur Surfen, sondern auch Telefonieren und Fernsehen. Die Telekom war aus einer öffentlichen Ausschreibung als Kooperationspartner hervorgegangen. Sie will nach den Worten von Simone Remdisch im August mit den Tiefbauarbeiten ebenfalls in Hirschhorn-Igelsbach und im Neckarsteinacher Stadtteil Darsberg beginnen. 18 sogenannte Multifunktionsgehäuse werden in Hirschhorn gestellt, 14 in Neckarsteinach. Bis zu diesen werden dann die Glasfaserleitungen gelegt, von dort bis ins Haus geht’s per Kupferkabel weiter.

Unterstützt von der Wirtschaftsförderung Bergstraße, die für ihre Aktivitäten von allen Seiten Lob bekam, akquirierten die beiden Städte Fördermittel aus Landes- und Bundestöpfen. Im Hirschhorner Fall ist dies mit 78.000 Euro ein eher kleinerer Betrag, weil die Wirtschaftlichkeitslücke kleiner ist. Neckarsteinach erhält die Maximalfördersumme von 500.000 Euro und wird selbst auch nochmal einen sechsstelligen Betrag in den Ausbau stecken.

Von den verschiedenen Rednern wurde die Wichtigkeit eines schnellen Internets für alle Lebensbereiche genannt. Das reiche vom Hausbesitzer, der den Wert seine Immobilie damit steigere, über die lokale Wirtschaft bis hin zu touristischen Aspekten. Denn, wie es der Bergsträßer Landrat Christian Engelhardt formulierte, „ein Leben ohne Internet ist nicht mehr denkbar“. Er wies darauf hin, dass beim Breitbandausbau Hessen bundesweit vorn liege, in Hessen wiederum der Kreis Bergstraße an führender Stelle.

Umso wichtiger ist es laut Engelhardt, mit dem hessischen Neckartal jetzt eine der letzten Lücken auf der schnellen Internet-Karte schließen zu können. Die Kollegen aus der badischen Nachbarschaft „schauen fast bisschen neidisch“, meinte er, was da auf der anderen Seite in Hessen passiere. Er wies darauf hin, dass im Zuge dieser Arbeiten auch der badische, zu Eberbach gehörende Teil von Igelsbach mit versorgt werde. „Wir erhoffen uns positive Effekte für Wohn- und Wirtschaftsstandort“, so der Landrat.

Ähnlich äußerte sich auch der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bergstraße (WFB), Matthias Zürker. Er verglich den Baustart mit der Einführung der S-Bahn im Neckartal vor 13 Jahren, mit der es heute ähnlich rasant in die Metropolregion gehe. Zusammen mit dem WLAN-Programm des Kreises beginne heute in Igelsbach „Gegenwart und Zukunft“ des Internets.

Georg Matzner vom hessischen Wirtschaftsministerium erläuterte, dass es „viel Druck“ gegeben habe, den südlichsten Zipfel Hessens am Neckar ans schnelle Internet anzuschließen. Das sei wiederum heute „unverzichtbar“. Das Vorhaben bezeichnete Matzner als „nicht einfach realisierbar“. Wie der Referatsleiter betonte, hätten „beide Städte bei der Fördermittelbeantragung alles richtig gemacht“.

Simone Remdisch von der Telekom sagte, die Zusammenarbeit mit den Kommunen „klappt hervorragend“. Ende April 2017 könnten die Kunden die neuen Pakete buchen. Bis zum Winter sollen die Tiefbauarbeiten in Ersheim, Langenthal, Hirschhorn und Igelsbach sowie Neckarsteinach, Darsberg, Grein und Neckarhausen laufen. Danach folge der Einbau der Systemtechnik. 95 Prozent der Haushalte erhielten danach 30 Mbit/s Download-Geschwindigkeit. Vor der Inbetriebnahme wird es Remdisch zufolge Info-Veranstaltungen geben.

Für die beiden hessischen Neckartalstädte hatten Stadträtin Ursula Lischer (Hirschhorn) und Bürgermeister Herold Pfeifer (Neckarsteinach) begrüßt. Lischer erinnerte fast wehmütig „ans gute alte Telefon“. Gut sind ihr die Anfänge des Internets im Gedächtnis. „Langsam war gestern, bald sind wir schnell auf der Datenautobahn unterwegs“, sagte sie. Pfeifer wies auf die sich mehrenden Anfragen nach schnellem Internet seit Beginn seiner Amtszeit vor vier Jahren hin.

Mit großer Unterstützung der WFB habe man das Projekt stemmen können, sagte der Bürgermeister. Er wertete den Spatenstich als „maßgebliche strukturpolitische Weichenstellung für das gesamte hessische Neckartal“. Die beiden Städte würden als Wohn- und Arbeitsort „noch attraktiver“. Zum offiziellen Baustart waren auch Wolfram Koch, Leiter des Breitbandbüros Hessen, Dagmar Cohrs, stellvertretende WFB-Geschäftsführerin und der regionale Breitbandberater Südhessen, Berthold Passlack, anwesend.

Vertragsunterzeichnung mit Telekom: Das schnelle Internet im hessischen Neckartal kann jetzt kommen

Die Verträge für die Datenautobahn im hessischen Neckartal sind unterzeichnet. Jetzt muss das Projekt nur noch Fahrt aufnehmen, damit das Internet bis Mai 2017 sowohl in Hirschhorn als auch in Neckarsteinach mit allen Stadtteilen in Zukunft Breitband-Qualität mit bis zu 50 Mbit/s Download hat. Denn bisher ist es an vielen Stellen eher auf der Kriechspur unterwegs. Im Neckarsteinacher Rathaus kamen die Beteiligten nun zur symbolischen Unterschrift zusammen.

Dabei äußerten die Bürgermeister der Neckartal-Städte, Herold Pfeifer und Rainer Sens, ihre Freude darüber, dass das schnelle Internet nun auch im südlichsten Zipfel des Kreises Bergstraße ankommen werde. Breitband sei inzwischen ein wichtiger Standortfaktor, betonten sie unisono, und ebenso für private Haushalte unerlässlich. Den Zuschlag für den Internet-Ausbau erhielt die Deutsche Telekom.

Wie Gerd Schäfer vom rosa Riesen erläuterte, werde man in Hirschhorn 15 Kilometer Glasfaser-Kabel neu verlegen und 20 Verteiler aufstellen, in Neckarsteinach seien es 14 km und 16 Kästen. Das Netz werde dann so leistungsstark sein, „dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind“. 95 Prozent der 3300 Haushalte in beiden Städten sollen laut Schäfer Geschwindigkeiten von über 30 Mbit/s nutzen können – abhängig von der Entfernung zum Verteilerkasten. Denn die letzten Meter von dort bis zum Haus liefen über Kupferleitungen.

„Wir gehen jetzt in die Planungen für die Trassen rein“, so Schäfer. Danach folgten die Ausschreibungen für den Tiefbau und die Einholung der Genehmigungen. Kurz vor Inbetriebnahme wolle man die Bürger der beiden Städte umfassend über das Angebot informieren. Angestrebt werde möglichst eine frühere Fertigstellung als der offizielle Termin, sagte er. Der Entschluss im Neckartal zur Investition in Breitband ist laut Wolfram Koch von der Hessen Trade & Invest, der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Landes, wichtig, „um die Attraktivität der Region zu erhalten und zu fördern“.

Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bergstraße (WFB), verglich das Breitband-Projekt mit dem S-Bahn-Anschluss des hessischen Neckartals. Der habe zu einer Attraktivitätssteigerung für die jeweiligen Städte geführt. Durch die Auffahrt auf die „digitale Autobahn“ werde sowohl für Bürger als auch für Gewerbe ein wichtiger Standortfaktor geschaffen. Der Schulterschluss von beiden Städten, WFB, Land und Bund sei vorbildlich.

Hirschhorns Bürgermeister Rainer Sens hob die gute Zusammenarbeit mit der WFB hervor. Als kleine Kommunen hätte man sich diese Fachkompetenz gar nicht leisten können, sagte er. Er betrachte Breitband als „Teil der kommunalen Daseinsvorsorge“, so der Bürgermeister. Eine Datenautobahn sei umso wichtiger, wenn es wie im Neckartal keine für den Verkehr gebe.

Weil die Telekom in ihrer Berechnung eine „Wirtschaftlichkeitslücke“ feststellte, müssen die beiden Städte finanziell einspringen. Allerdings werden die jeweiligen Summen mit Bundes- und Landesfördermitteln bezuschusst. Im Hirschhorner Fall kommen zu den benötigten 120.000 Euro 78.000 Euro Zuschuss, Neckarsteinach erhält bei einer Wirtschaftlichkeitslücke von 963.748 Euro den Maximalzuschuss von 500.000 Euro. Insgesamt kostet der Ausbau drei Millionen Euro.

Bei der symbolischen Vertragsunterzeichnung waren auch Berthold Passlack, der regionale Breitbandberater Südhessen, und Dagmar Cohrs, die Leiterin der WFB-Fachbereichs Kommunalbetreuung, zugegen. Für die Telekom nahm darüber hinaus die kommunale Vertriebsmanagerin Simone Remdisch teil.

 

Ganz Igelsbach soll 2016 schnelles Internet erhalten

Die vielen weißen Flecken auf der städtischen Internet-Landkarte sollen im nächsten Jahr der Vergangenheit angehören. Die Hirschhorner Stadtverordnetenversammlung machte auf ihrer vergangenen Sitzung den Weg frei für den Ausbau der Breitband-Versorgung nicht nur in der Kernstadt, sondern auch für Ersheim, Langenthal und Igelsbach. Um dabei auch wirklich Fördermittel zu erhalten, muss die Maßnahme allerdings nach deren Zusage noch einmal ausgeschrieben werden, was in der Runde für Kopfschütteln sorgte. Aber ansonsten war man sich inhaltlich einig.

Bisher ist die Breitband-Versorgung in Hirschhorn mangelhaft, außer Hauseigentümer haben sich vor etlichen Jahren auf der rechten Neckarseite oder in Ersheim ans Kabel BW-Netz angeschlossen. Doch hier sei ein nachträglicher Anschluss teuer und man könne nur Angebote des Kabeleigentümers nutzen (keine „Netzneutralität“). LTE wiederum sei „unverhältnismäßig teuer und störanfällig“, heißt es in der Vorlage.

Als Ziele des Ausbaus nannte Bürgermeister Rainer Sens mindestens 30 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit, möglichst 50 Mbit/s. Der Ausbau solle so erfolgen, dass die Vectoring-Technologie eingesetzt werden könne, sobald sie zugelassen sei. Dem Endkunden, egal ob Privatnutzer oder Gewerbekunden, solle ein „neutraler Zugang“ gewährleistet werden, er also nicht an den Kabeleigentümer und Versorger gebunden sein.

Unter-Hainbrunn kommt bereits in den Genuss des schnellen Internets aus dem Odenwaldkreis. Es wurde über Ober-Hainbrunn angebunden. Für die restlichen Stadtteile lag ein Angebot der Telekom vor. Das sah vor, dass die Stadt lediglich die „Wirtschaftlichkeitslücke“ zahlen solle: 38.000 Euro für alle Gebiete außer Igelsbach. Die komplette Investition will sich der rosa Riese etwa zwei Millionen Euro kosten lassen. Wenn die Verträge rechtzeitig abgeschlossen werden, dann rechnet man bei der Stadt mit einem Beginn der Telekom-Baumaßnahmen noch in diesem Jahr.

Anders verhält es sich in Igelsbach, sowohl dem badischen als auch dem hessischen Teil. Denn in Absprache mit der Stadt Eberbach war klar, dass ein Anschluss für beide Ortsteile zusammen erfolgen solle. Parallel zum Telekom-Angebot für 82.000 Euro wurde auch die Alternative über das fibernet.rnk geprüft. Hier würde die Glasfaserleitung vom badischen bis zum hessischen Kabelverzweiger etwa 60.000 Euro kosten. Voraussetzung wäre natürlich, dass zuerst der badische Verteiler vom Gretengrund her angeschlossen würde.

Um entsprechende Fördermittel für den Igelsbacher Anschluss zu erhalten, muss die Stadt nun den komplizierten Bewilligungsweg gehen, wie ihn Bürgermeister Rainer Sens aufzeigte. Das Wieso und Warum dieses Prozederes konnte nicht geklärt werden, sodass die Stadtverordneten schließlich kopfschüttelnd den kompletten Beschluss abnickten. Trotz der Umstände soll das schnelle Internet auch noch im Jahr 2016 auf den Berg nach Igelsbach kommen.