Eutersee wird rege frequentiert

In ganz Hessen sind Freibäder und Badeseen noch geschlossen. In ganz Hessen? Nein, in einem kleinen Odenwald-Dorf gehen die Uhren etwas anders. Der Eutersee bei Schöllenbach ist frei zugänglich „und wird auch gut frequentiert“, hat Hessenecks Ortsvorsteher Martin Pollak festgestellt. Der ist allerdings offiziell auch kein Badesee. Damit einher geht ein höheres Müllaufkommen, was in der Ortsbeiratssitzung angesprochen wurde.

Die Besucher aus dem Mosbacher, Miltenberger und sogar Heidelberger Raum sorgen jedoch auch dafür, dass man sich im Dorf eine häufigere Kontrolle durchs städtische Ordnungsamt wünscht, ob die coronabedingten Abstandsregeln eingehalten werden. Dazu kommt: „Eigentlich darf man nicht baden“, schildert Pollak, dass dies manchmal ein frommer Wunsch bleibt.

Um es den Gästen aber nicht immer wieder mündlich einbläuen zu müssen, wünscht sich der Ortsbeirat, die einschlägigen Hinweisschilder auf den neusten Stand zu bringen. Außerdem sollten sie, so Pollak, auf Oberzent umgewidmet zu werden, wo jetzt noch die frühere Gemeinde Hesseneck darauf zu lesen ist.

Vor ein paar Monaten wurde der Eutersee am nördlichen Zufluss im Auftrag der Stadt ausgebaggert. Die Genehmigung hierfür hatte im vergangenen Jahr längere Zeit auf sich warten lassen, weil mehrere Behörden beteiligt waren. Mit den Arbeiten wollte man eine zunehmende Verlandung verhindern. Das Material soll an anderer Stelle verwendet werden, um dort eine Art Badeinsel entstehen zu lassen.

Das Hochwasser vor über zwei Jahren hatte einige Zerstörung hinterlassen, die wieder in Ordnung gebracht werden musste. Denn sonst wäre der See an bestimmten Stellen „zugespült worden“. In diesem Zuge wurde jetzt auch die Fischtreppe repariert. Die Vorarbeiten leisteten die Helfer der IKEK-Gruppe bereits im vorvergangenen Jahr, als sie dort die wild gewucherten Sträucher entfernten.

Nichts ist es mit dem Alleskönner-Dorftreff

Die Überlegungen für den Alleskönner-Dorftreff in Schöllenbach sind erst einmal passé. Eigentlich wollte die Stadt Oberzent die ehemalige Pension „Hesseneck“ aufkaufen und daraus sowohl Feuerwehrunterkunft als auch Vereins- und Veranstaltungsräume machen. Doch Pustekuchen. Wie jetzt auf der Ortsbeiratssitzung mitgeteilt wurde, veräußerte der Besitzer das Gebäude an einen privaten Interessenten, der mehr Geld auf den Tisch legte als mit der Stadt zuvor ausgemacht war.

Früher gab es im 240-Seelen-Dorf noch drei Gaststätten. Da war es für die Vereine kein Problem, einen Versammlungs- oder Veranstaltungsraum zu finden. Ein Dorfgemeinschaftshaus war noch nicht notwendig und von den Wirten natürlich auch nicht wirklich gewollt, weil sie um ihren Umsatz fürchteten. Aber nach und nach machte alles zu und die Schöllenbacher standen mit ihren Festivitäten auf der Straße. Man wich für Singstunden ins Rathaus aus.

Ein weiterer, dringender Handlungsgrund ist immer noch der Zustand des Feuerwehrhauses. Das ist in einem desolaten Zustand und müsste, um die Anforderungen des technischen Prüfdienstes zu erfüllen, aufwändig saniert werden. Was im Bestand ziemlich unmöglich ist, da auch eine bauliche Erweiterung nötig wäre, um die Umkleiden von der Fahrzeughalle zu trennen. „Alternativen werden jetzt geprüft“, teilte Ortsvorsteher Martin Pollak mit.

Fortschritte gibt es aber auf einer anderen „Baustelle“ in Schöllenbach, informierte er. Der Eutersee wurde am nördlichen Zufluss im Auftrag der Stadt ausgebaggert. Die Genehmigung hierfür hatte im vergangenen Jahr längere Zeit auf sich warten lassen, weil mehrere Behörden beteiligt waren. Mit den Arbeiten wollte man eine zunehmende Verlandung verhindern. Das Material soll an anderer Stelle verwendet werden, um dort eine Art Badeinsel entstehen zu lassen.

Das Hochwasser vor zwei Jahren hatte einige Zerstörung hinterlassen, die jetzt wieder in Ordnung gebracht werden mussten. Denn sonst wäre der See an bestimmten Stellen „zugespült worden“. In diesem Zuge wurde jetzt auch die Fischtreppe repariert.  Pollak nutzte die Gelegenheit, den Aktiven der IKEK-Gruppe mit Torsten Laqua und Anneli Hieronymus an der Spitze für ihr Engagement zu danken.

Denn die Vorarbeiten für die jetzige Maßnahme leisteten die Helfer bereits im vorvergangenen Jahr, als sie dort die wild gewucherten Sträucher entfernten. Es wäre jedoch viel zu teuer gewesen, die dort entstandene Insel abzutragen. Stattdessen sollte im Umfeld abgelagerter Sand ausgebaggert und aufgeschüttet werden.

Weiteres Thema der Sitzung war die alte, der Gemeinde gehörende Schulhaus-Glocke in Kailbach. Die ist zwischenzeitlich, nachdem erst die Kirche, dann ein Privatmann das (inzwischen abgerissene) Turmgebäude kaufte, in der Friedhofshalle gelagert. Auf dem Friedhof soll sie in Zukunft wieder erklingen. Die Stadt muss dafür noch einen Bauantrag erstellen, so Pollak. Mit Eigenleistung aus der Bürgerschaft soll die Glocke dann angebracht werden. Geläutet wird dann per Hand.

Wird es nach der nächsten Kommunalwahl im Frühjahr 2021 drei Ortsbeiräte für das frühere Hesseneck geben? Die Überlegungen dafür werden angestellt, erläuterte der Ortsvorsteher. Denn die Ausgewogenheit bei nur einem Gremium sei für drei Orte etwas schwierig herzustellen, referierte er. Dazu kommen auch noch die Nachteile beim Budget, wenn es nur einen Ortsbeirat gibt. Mit drei Gremien gäbe es insgesamt mehr Geld.

Steht eine räumliche Lösung für die Schöllenbacher Feuerwehr noch aus, so ist eine für die Hesselbacher Kameraden zumindest übergangsweise gefunden. Daie haben ein ähnliches Problem: Die Umkleiden sind bisher für Männlein und Weiblein zusammen in der Fahrzeughalle – Kälte und Fahrzeuggerüche inklusive.

Der Ankleideraum wird nun, teilte Pollak mit, ins nahe gelegene Dorfgemeinschaftshauses verlegt. Dort kann man beheizte Räumlichkeiten der ehemaligen Dorfschule nutzen. Sonnensegel, Federwippe und Obstbäume: Der Ortsbeirat nutzte sein Budget für diese Anschaffungen, so der Ortsvorsteher ergänzend.

 

Am Eutersee wird bald gebaggert

Am Eutersee bei Schöllenbach soll noch in diesem Monat die Ausbaggerung beginnen. Bei einem Vor-Ort-Termin gab es durch Stadtbaumeister Peter Bauer jetzt Erläuterungen zu der schon länger geplanten Maßnahme. Bauer informierte darüber auch die IKEK-Gruppe um Anneli Hieronymus und Torsten Laqua, die sich seit Beginn des vergangenen Jahres um eine Auffrischung des Geländes kümmert. Im Frühsommer hatte das Regierungspräsidium sein Einverständnis gegeben, seitdem liefen die Vorarbeiten.

Der Eutersee verlandet am nördlichen Einlauf immer mehr. Es wäre jedoch viel zu teuer, die dort entstandene Insel abzutragen. Stattdessen soll lieber im Umfeld abgelagerter Sand ausgebaggert und aufgeschüttet werden. Damit könnte eine begehbare Sandspielinsel für Kinder entstehen. Die Vorarbeiten leisteten die Helfer bereits im vergangenen Jahr, als sie dort die wild gewucherten Sträucher entfernten.

Hessenecks Ortsvorsteher Martin Pollak erläuterte dem Gremium auf dessen Sitzung nun den aktuellen Stand. Dass es so lange dauerte, bis begonnen werden kann, hatte auch mit der Abstimmung der Behörden untereinander zu tun. Die entsprechenden Vorgaben von Unterer Naturschutz- und Wasserbehörde hatte Peter Bauer ebenfalls im Gepäck, als er an den See kam. Die Maßnahme soll in der letzten September-Woche starten. Bis dahin will man das Wasser um 1,60 Meter ablassen.

Weiteres Thema der Sitzung war die alte, der Gemeinde gehörende Schulhaus-Glocke in Kailbach. Die ist zwischenzeitlich, nachdem erst die Kirche, dann ein Privatmann das (inzwischen abgerissene) Turmgebäude kaufte, in der Friedhofshalle gelagert. Auf dem Friedhof soll sie in Zukunft wieder erklingen. Einen Vorentwurfsplan gibt es schon, sagte Pollak. In Abstimmung ist noch, ob die Glocke vom Bauhof oder mit Eigenleistung aus der Bürgerschaft angebracht werden soll. „Die Leute wollen sie auf dem Friedhof haben“, weiß Pollak. Geläutet wird dann per Hand.

Neue Stadt, neue Sitten: Es darf nicht mehr nach Ortsrecht geparkt werden, sondern es gelten jetzt die offiziellen städtischen Vorschriften. Das mussten einige Autofahrer bereits geldbeutelwirksam spüren, weil sie ihr Gefährt zum Teil innerorts auf dem Bürgersteig abstellten. Das vorschriftsmäßige Parken auf der Straße führt aber, weiß der Ortsvorsteher, teilweise zu Engpässen, wenn sich Schulbus und Lkw begegnen. Deshalb will man mit dem Stadtpolizisten im Rahmen einer Begehung eine für alle passende Lösung suchen.

Am Kailbacher Bahndamm gibt es 150 Jahre alte Linden, trug Pollak dem Gremium vor. Die lassen bei Stürmen oder Starkregen öfters einmal Äste, was die Anwohner und Parkenden nicht erfreut. Deshalb sollen die Bäume nun auf ihre Gesundheit untersucht werden, kündigte er an. Eine Bekanntgabe hatte er ebenfalls: Manuel Scheuermann rückte für Torsten Laqua als Ortsbeirat nach.

Mit ihrem Budget haben die Mandatsträger einiges vor. Rudolf Brandel plant in Schöllenbach, einige Ortsbäume ersetzen und sucht dafür Paten. Am Festplatz geht es darum, den durch das letztjährige Unwetter in Mitleidenschaft gezogenen Bachlauf und Weg wieder herzurichten. Auf dem Hesselbacher Spielplatz soll ein Federtier aufgestellt werden. Und an Wanderwegen will man zusätzliche Hinweisschilder anbringen, damit es etwa vom Krähberg abwärts nach Schöllenbach unterwegs auch Kilometerangaben gibt.

Die Verbindungsstraße Reußenkreuz-Bullau durfte natürlich nicht fehlen:  Nachdem nun die Stellungnahme des Grafenhauses in der Oberzent-Verwaltung vorliegt, hofft das ehemalige Hesseneck laut Pollak, dass sie wieder ohne Einschränkungen befahrbar sein wird – wie es in der Vergangenheit war. Denn von Schöllenbach gibt es starke kirchliche und kulturelle Bindungen nach Bullau.

Schöllenbach soll einen neuen Treff bekommen

Der „Alleskönner-Dorftreff“ ist im Werden. So nennt sich ein Projekt, das Dorfgemeinschaft und Feuerwehr in neuen, sanierten Räumen unter ein gemeinsames Dach bringen soll. Nachdem sich bereits die Ortsvereine einhellig dafür ausgesprochen hatten und der Ortsbeirat sein Plazet gab, machte jetzt die Oberzent-Stadtverordnetenversammlung den Weg frei, indem sie den Sperrvermerk für den Ankauf des Grundstücks in der Hessenecker Straße 3 aufhob.

Früher gab es im 240-Seelen-Dorf noch drei Gaststätten. Da war es für die Vereine kein Problem, einen Versammlungs- oder Veranstaltungsraum zu finden. Ein Dorfgemeinschaftshaus war noch nicht notwendig und von den Wirten natürlich auch nicht wirklich gewollt, weil sie um ihren Umsatz fürchteten. Aber nach und nach machte alles zu und die Schöllenbacher standen mit ihren Festivitäten auf der Straße. Man wich etwa für Singstunden ins Rathaus aus.

Ein weiterer, dringender Handlungsgrund ist der Zustand des Feuerwehrhauses. Das ist in einem desolaten Zustand und müsste, um die Anforderungen des technischen Prüfdienstes zu erfüllen, aufwändig saniert werden. Was im Bestand ziemlich unmöglich ist, da auch eine bauliche Erweiterung nötig wäre, um die Umkleiden von der Fahrzeughalle zu trennen.

„Dunkel wie im Keller, ohne Heizung, Dach undicht, Tore defekt“, beschrieb Stadtbrandinspektor Marco Johe vor kurzem den Zustand. Noch dazu bekäme die Stadt für die Renovierung im Bestand keine Zuschüsse, während es für einen Neubau immerhin 30 Prozent gibt. Aus zwei mach eines, lautet deshalb der Befreiungsschlag: Jetziges, dann ehemaliges Feuerwehrhaus und früheres Schöllenbacher Rathaus sollen verkauft werden, um daraus den Erwerb des neuen Objekts zum Großteil zu finanzieren.

Zwischen 140.000 und 169.000 Euro könnte der Erlös für beide Objekte liegen, prognostizierte die Sparkasse. Das passt fast zum Kaufpreis für die ehemalige Pension mit Café „Hesseneck“ am Ortsrand Richtung Krähberg mit netto 170.000 Euro, woraus durch Nebenkosten dann 183.000 Euro werden. Hier gibt es eine große Parkfläche, dazu Raum für Open-Air-Veranstaltungen und auf dem Grundstück noch genügend Luft, um ein Gebäude für die Feuerwehr zu erstellen. Das Gebäude bietet etwa 550 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche.

Die nötigen Feuerwehr-Räumlichkeiten Marke Systemleichtbauhalle inklusive Fundament und Parkplätze sollen in etwa 130.000 Euro koste, errechnete Johe. 100.000 Euro davon sind förderfähig, was der Stadt eine Ersparnis von 30.000 Euro bringt. Gesangverein Sängerkranz und die Wehrleute hatten bereits im Vorfeld gegenüber der Stadt in Briefen die Vorzüge einer solchen Lösung in den höchsten Tönen gepriesen.

Bei den Stadtverordneten stießen sie damit auf offene Ohren. Oliver von Falkenburg (CDU) warf – neben der Zustimmung – die grundsätzliche Thematik auf, ältere Gebäude abzustoßen und sicdh anbietende Synergieeffekte zu nutzen. Chris Poffo (ÜWO) wollte die beiden Bestandsgebäude möglichst zeitnah ausschreiben, um mit dem Verkauf keine Zeit zu verlieren.

Thomas Ihrig (SPD) wies darauf hin, „dass wir auch Mittel für den Umbau des neuen Gebäudes brauchen“. Deshalb ist es ihm ein Anliegen, das weitere Vorgehen voranzutreiben und etwa ein Nutzungskonzept zu erarbeiten. Denn die Wiederherstellung des ehemaligen Anwesens Sawitzki kann mit Mitteln aus dem Dorferneuerungsprogramm IKEK gefördert werden, so der frühere Hessenecker Bürgermeister.

Thomas Väth (Grüne) begrüßte den schonenden Umgang mit der Ressource Boden, indem man vorhandene Gebäude nutzt und keinen Neubau erstellt. Er wünschte sich angesichts der vielen Großprojekte in Oberzent dazu auch den schonen Umgang mit der Ressource Finanzen. Wie Bürgermeister Christian Kehrer verdeutlichte, ist die Sicherung des benötigten Gebäudes der erste Schritt. Der zweite wird dann die Beplanung des Alleskönner-Dorftreffs sein, in dessen Zuge auch die mögliche Förderung mit dem Ministerium abgeklopft wird.

 

 

Zitat Technischer Prüfdient Hessen zum Feuerwehrhaus Schöllenbach: „Das Feuerwehrhaus bzw. die Fahrzeughalle ist unbeheizt. Folgeschäden … sowie Schimmelbildung können nicht ausgeschlossen werden…. Die Unterbringung der Einsatzkleidung/Spinde in der Fahrzeughalle entspricht nicht den Anforderungen. Eine Gefährdung durch Dieselemission ist nicht auszuschließen. Handlungsbedarf: unverzüglich.“

 

 

Großer Wurf bei der Flurbereinigung

Das Amt für Bodenmanagement in Heppenheim hat in Oberzent noch Großes vor. Die beiden Verfahrensleiter Jens Bingenheimer und Thomas Fabian stellten dem gemeinsam tagenden Bau- und Hauptausschuss jetzt die bisherigen und kommenden Flurneuordnungs-Maßnahmen auf der Gemarkung vor. „Wir verstehen die Ungeduld“, betonte Fabian angesichts mancher Verzögerungen. Doch will die Behörde jetzt ein Signal setzen und die größeren Vorhaben en bloc angehen.

In den verschiedenen Ortsteilen wurden in der vergangenen Zeit immer wieder die noch ausstehenden Arbeiten thematisiert. Ein Schwerpunkt ist unter anderem das ehemalige Rothenberg mit Ober-Hainbrunn, wo man schon einige Zeit auf die Erledigung wartet. Ein Vorzeigeprojekt war im vergangenen Jahr die Fertigstellung der Brücke in Schöllenbach, die Hessen und Baden verbindet.

Da die Stadt einen Eigenanteil von 20 Prozent zu tragen hat, ist diese finanziell mit im Boot. Wie Fabian erläuterte, will man alle Asphaltweg-Erneuerungen mit einem Volumen von einer Million Euro in ein Paket packen und dann an ein Ingenieurbüro vergeben, das sie zusammen ausschreibt. Oberzent müsste somit um die 200.000 Euro Eigenanteil aufbringen. Da diese Summe im Haushalt drinsteht, könnte die Realisierung danach anlaufen.

„Viele Genehmigungen sind erforderlich“, ging Jens Bingenheimer auf die umfangreichen Verfahren ein. Wege- und Gewässer-, Ausführungs- und Kostenplan, Förderantrag und vorzeitiger Maßnahmenbeginn sind seinen Worten zufolge zu beachtende Punkte bei der Realisierung. Die Wünsche der Teilnehmergemeinschaften „bekommen ein Ranking“, sagte er.

Wie das aussehen könnte, erläuterte er am Beispiel eines Wegs zwischen Rothenberg und Ober-Hainbrunn. Dessen Realisierung war eigentlich für 2019 geplant, konnte aber aufgrund fehlender Fördermittel nicht angegangen werden. In der Ranking-Simulation erreicht die Strecke nun für 2020 einen relativ hohen Wert von 79. Das Problem: Mit 86 steht ein anderes Verfahren besser da. Somit bleibt der hiesigen TG nur die Hoffnung, dass die höher gewertete Maßnahme eventuell nicht realisiert wird.

Bingenheimer erläuterte die maximale Förderung pro Gemeinde. 2500 Euro sind pro Hektar möglich, sagte er. Am Beispiel Rothenberg mit 1500 Hektar Fläche ergibt sich seinen Worten zufolge eine maximale Summe von 3,75 Millionen Euro. Derzeit genehmigt seien 2,6 Millionen – also noch Luft nach oben. Die ist auch nötig ist, denn es hängen noch einige Wünsche in der Pipeline.

„Sechs Verfahren sind in Oberzent am Laufen“, erläuterte Fabian. Früher gab es dafür 90 Prozent Zuschuss, heute sind es noch 80 Prozent, wenn es um die Flurneuordnung geht. Ziel der Verfahren sind die Erhaltung der Kulturlandschaft, die Förderung von Land- und Forstwirtschaft, Wege- und Brückenerneuerung, aber auch Regionalentwicklung oder die Ausweisung von Uferrandstreifen, wie es jetzt an der Mümling in Hetzbach geschah.

11,5 Millionen Euro an Förderung flossen bisher nach Oberzent, listete Fabian auf, davon sieben Millionen für Wegeerneuerung. Er nannte unter anderem den Buckelackerweg in Unter-Sensbach mit 240.000 Euro (inklusive städtischer Anteil) oder die Asphaltstraße von Schöllen- über Hesselbach bis zum Wildgatter Würzberg für 560.000 Euro.

Ob Brückenbau in Schöllenbach, Weg zum Sportplatz in Hetzbach oder Radweg an die Krähberghalle: In den vergangenen Jahren wurde einiges über die Flurbereinigung abgewickelt. Und es kommt noch etliches: „Es sind für Oberzent noch 3,7 Millionen an Fördermitteln geplant“, so der Verfahrensleiter auf. Zwei Strecken zwischen Rothenberg und Ober-Hainbrunn finden sich darin mit 144.000 und 314.000 Euro, dazu noch der Panoramaweg auf 1900 Metern mit 300.000 Euro. Für Hetzbach führte Fabian den Golfplatz-Bereich, den Weg entlang der Bahntrasse unter anderem für Radler und landwirtschaftliche Fahrzeuge und die Strecke hoch zum Friedhof an.

 

Das Amt für Bodenmanagement in Heppenheim ist eines von sieben in Hessen. Es betreut die größte Fläche von allen. Zu ihr gehören unter anderem der Kreis Bergstraße und der Odenwaldkreis. Die Ämter sind Teil der Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation (HVBG) und bündeln die Bereiche Landesvermessung, Liegenschaftskataster, Flurneuordnung und Wertermittlung. 42 Mitarbeiter beackern derzeit in Heppenheim 40 Verfahren. Jedes Jahr werden im Bundesland fünf Millionen Euro aufgeteilt. Heppenheim bekommt davon 420.000 Euro, somit im Schnitt pro Verfahren 14.000 Euro. Da die Maßnahmen aber nach Ranking abgearbeitet werden, können somit höhere Summen auf einzelne Vorhaben entfallen.

Ex-Hesseneck: Oberzent-Fusion wird positiv gesehen

„Wir können uns nicht beschweren“, meinte Ortsvorsteher Martin Pollak schmunzelnd. Er sieht fürs ehemalige Hesseneck die Oberzent-Fusion positiv. Das hat seinen Worten zufolge auch damit zu tun, „dass die Straßensanierung bei uns nicht das beherrschende Thema ist“. Durch die Kanalsanierung vor einigen Jahren „ist die Infrastruktur in einem guten Zustand“, sagte er. Gab es mal Reparaturen zu erledigen, war der Bauhof schnell zur Stelle. Das kam bei den Bürgern gut an, wurde auf der Sitzung des Ortsbeirats deutlich.

Nach dem Hochwasser Ende April 2018, das im Ort größere Schäden verursachte, „reagierte das Bauamt postwendend“, lobte er. Innerhalb von zwei Wochen seien „schnell und unbürokratisch“ die nötigsten Reparaturen vorgenommen worden, wo es mit eigenen Kräften möglich war. Was aktuell an Straßen noch sanierungsbedürftig ist, wurde auf Anforderung an die Verwaltung gemeldet.

Pollak nennt hier den Kailbacher Bahndamm. Die 300 Meter von der Durchfahrtsstraße hoch zum Haltepunkt waren schon in der Flurbereinigung für 2016 als Maßnahme drin und sollen nun im kommenden Jahr angegangenen werden. Denn erst wurde auf der Landesstraße die Stützmauer (mit Verzögerung) saniert, danach musste dringend die Euterbachbrücke angegangen werden.

Die To-do-Liste aus dem vergangenen Jahr ist laut Pollak größtenteils abgearbeitet. In ihr ging es unter anderem um die Partnerschaft mit Weißenborn, die nun der Ortsbeirat im Sinne der früheren Gemeinde Hesseneck aufrechterhält. Im Oktober 2018 gab es den Besuch einer Delegation aus der kleinsten Gemeinde des Werra-Meißner-Kreises, mit der der Odenwald-Ort seit 35 Jahren gute Beziehungen unterhält. Zu diesem Anlass wurde offiziell ein neues Straßenschild enthüllt, denn im Zuge der Oberzent-Fusion erhielt die „Kirchbrunnenstraße“ den Namen „Weißenbörner Weg“.

Der Ortsbeirat beschäftigte sich auch mit teilanonymen Grabfeldern auf den Friedhöfen. Da dies in allen Stadtteilen Thema ist, wird derzeit für ganz Oberzent eine Planung erstellt, erläuterte Pollak. Er informierte weiter über einen TÜV-Besuch auf dem Spielplatz und den Hesselbacher Jugendraum, der als Schulungsraum an die Feuerwehr gehen soll. Die Übungsstunden des Gesangvereins laufen wieder regelmäßig, weil die defekte Heizung im betreffenden Raum nach dem Jahreswechsel schnell ausgetauscht wurde, freute er sich.

Wenn’s nach dem Ortsbeirat geht, soll die frühere Kailbacher Schulglocke bald auf dem Friedhof erklingen. Pollak sagte, dass das ehemalige Schulgebäude zuerst an die Kirche und von der dann an einen Privatmann verkauft worden sei. Bis vor 15 Jahren sei das Geläut noch als Totenglocke in Betrieb gewesen. Der jetzige Eigentümer ließ sie dann abbauen, das Gremium regte nun den Bau eines Glockenturms auf dem Friedhofsgebäude an. An den Magistrat richtete sich der Wunsch, wegen einer dementsprechenden Planung an den Bauhof zu gehen.

Seit Beginn des vergangenen Jahres kümmert sich eine ehrenamtliche IKEK-Gruppe um die Reaktivierung des Eutersees. Es liefen bereits verschiedene Arbeitseinsätze. Wie der Ortsvorsteher erläuterte, gab es von der Stadt inzwischen die Zusage, im nördlichen Bereich den Grund auszubaggern, damit mit den dortigen Sandablagerungen eine Liegefläche in der Nähe der Hütte entstehen kann.

Am Eutersee: Warten auf die Genehmigung zum Ausbaggern

In dem einen Jahr seit dem Start der Arbeiten am Eutersee hat sich schon einiges getan, freut sich Projektlotsin Anneli Hieronymus. Im Rahmen der IKEK-Förderung wurde für das Projekt „Entwicklung der Anlage am Eutersee“ eine Zusage erteilt, was Anfang 2018 zum Start der ehrenamtlichen Tätigkeiten an diesem Naherholungsziel führte. Im Moment sind sie aber etwas ins Stocken geraten, weil eine Genehmigung des Regierungspräsidiums (RP) zur Ausbaggerung am Zulauf fehlt.

Vergangenen Februar liefen in Absprache mit der Naturschutzbehörde die Gehölzschnitte, erläutert Hieronymus. Im Juni gab es eine Mähaktion. Höhepunkt war der Freiwilligentag Mitte September. Es wurde gemäht und zurückgeschnitten, was das Zeug hielt. Mit 20 Freiwilligen „ein voller Erfolg“, betont sie. Im Schnitt kommen zwischen zehn und zwölf Helfer zu den Aktionen, erläutert die Schöllenbacherin. Meistens sind diese im Alter von 60 aufwärts, weswegen sie sich mehr Engagement von Jüngeren wünscht. „Die nutzen den See doch auch als Ausflugsziel“, meint sie schmunzelnd – und könnten deshalb mal mit anpacken.

Für die Ausbaggerung gibt es bereits die Zusage auf Kostenübernahme durch die Stadt, sagt die Projektlotsin. Man warte nun aber auf die Freigabe durch das RP, weswegen derzeit „alles auf Eis liegt“. Dabei wäre der Zeitpunkt optimal. Nach dem Schaden an der Fischtreppe durch das Hochwasser im vergangenen April wurden ein bis zwei Meter Wasser abgelassen, um diese reparieren zu können. Somit beste Bedingungen zum Baggern.

Denn der Eutersee verlandet am nördlichen Einlauf immer mehr. Es wäre jedoch viel zu teuer, die dort entstandene Insel abzutragen. Stattdessen soll lieber im Umfeld abgelagerter Sand ausgebaggert und aufgeschüttet werden. Damit könnte eine begehbare Sandspielinsel für Kinder entstehen. Die Vorarbeiten leisteten die Helfer bereits im vergangenen Jahr, als sie dort die wild gewucherten Sträucher entfernten.

Die Ehrenamtlichen wollen aktuell abwarten, bis die RP-Genehmigung vorliegt. Sollte dies zeitnah erfolgen, „können wir bis Ende Februar noch einmal die Gehölze zurückschneiden“, erläutert Hieronymus. Im Sommer wäre dann eine erneute Mähaktion drin. Sie wünscht sich, dass das freiwillige Engagement auch von Behördenseite dadurch honoriert wird, dass diese für einen zeitigen Fortgang durch entsprechende Genehmigungen sorgt.

Weiterhin gibt es die Überlegung, ob sich auf dem Gelände zusätzliche Ruhebänke aufstellen lassen. Mit dem Naturpark ist man wegen der Erneuerung des Grillplatzes an der Schutzhütte in Kontakt. Ein Mitarbeiter war im Herbst vor Ort. „Leider haben wir seitdem nichts mehr gehört“, bedauert sie. Sollte sich nichts tun, „müssen wir eben im Februar oder März den Leuten nochmal auf die Füße treten“, kündigt die Projektlotsin an.

Früher war von der „Adria des Odenwalds“ die Rede, wenn die Sprache auf den Eutersee kam. Da zählten die Schöllenbacher an einem Tag schon mal 3000 Besucher. Das war aber in den 70er Jahren, der Marbachstausee damals noch nicht gebaut. Auch in späteren Zeiten war das Gewässer, wildromantisch im Tal von Schöllenbach aufwärts Richtung Bullau gelegen, Ziel vieler Ausflügler aus der gesamten Region.

Idyllisch murmelt der Euterbach ins Tal hinunter, eine Holzbrücke führt übers gurgelnde Gewässer, der See gewinnt nur langsam an Tiefe, auf einem unbefestigten Weg lässt er sich gemütlich umrunden: beste Bedingungen, um hier ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen. Das genossen schon vor 30 oder 40 Jahren Ausflügler aus dem hohen (badischen) Odenwald mitsamt den Hessen. Doch die Natur hat sich in der Zwischenzeit das Gelände wieder zurückgeholt.

Der Eutersee, 1971 als Hochwasserrückhaltebecken gebaut, liegt nordöstlich von Badisch- und Hessisch-Schöllenbach. Mit seinem Ostteil gehört er zu Baden-Württemberg. Nur ein paar Meter weiter nördlich ist die bayrische Grenze. Der Stausee hat knapp einen Hektar Fläche. Er wird in Nord-Süd-Richtung vom namengebenden Euterbach durchflossen, der sich im Dorf mit dem Schöllenbach zum Itterbach vereint. Der wird talwärts Itter genannt und mündet bei Eberbach in den Neckar.

Info: Interessierte und Förderer können sich bei Anneli Hieronymus unter Telefon 06276/554 oder E-Mail anneli.hieronymus@web.de melden.

Nach der Wanderung zum Eutersee ein Liedchen auf den Lippen

Durch die herrliche Odenwald-Landschaft wandern und dabei ein fröhliches Liedchen auf den Lippen: Das ist schon fast ein Klischee. Aber für die Einheimischen genauso erstrebenswert wie für die Auswärtige. Als erste Aktion seit Gründung hatte jetzt der Oberzent-Verein „GO!“ zu einer solchen Veranstaltung eingeladen. Start der Tour war am Reußenkreuz, Endpunkt der Jugendzeltplatz am Eutersee. Über 20 Teilnehmer bedeuteten eine schöne Resonanz für diesen Auftakt.

„Wir wollen die Anregungen aus der Bevölkerung umsetzen“, betonte der zweite Vorsitzende Michael Hofmann. Nachdem bei der Gründungsversammlung Ideen gesammelt wurden, geht es jetzt darum, „den Worten Taten folgen zu lassen“. Der Verein „möchte Präsenz im öffentlichen Leben zeigen“, sagte er. Für den musikalischen Part hatte man sich Andreas Weinmann von der Musikschule Berg und Justin Ruf ins Boot geholt. Als Vorbereitung auf die spätere Gesangsstunde war unterwegs bereits bei einer kurzen Rast „California Dreaming“ von den Mamas und Papas angestimmt worden.

Am Jugendzeltplatz angekommen, stand nach der zweistündigen Tour zuerst die Stärkung im Vordergrund. Mit zuvor im Euterbach kaltgestellten Getränken sowie Stockwurst und Marshmellows für die Kinder waren schnell wieder die verwanderten Kalorien ersetzt. Am Feuer konnte daneben die eine oder andere neue Bekanntschaft geknüpft werden, denn die Wanderer kamen aus ganz Ober- und sogar Unterzent. Beerfelden, Airlenbach, Hetzbach, Schöllenbach oder Salmshütte lauteten die Herkunftsorte.

„Was liegt im Odenwald näher als rauszugehen“, verdeutlichte Hofmann die Motivation. Mit Andreas Weinmann war er sich schnell über die Unterstützung des Projekts einig. „Einfach die Ruhe in der Natur genießen“, empfand dieser als herrliche Abwechslung zum Alltagstrott. Zwischenzeitlich querten sogar ein paar Rehe den Weg der Wanderer. „Niemand muss musikalisch sein um mitzumachen“, beruhigte Weinmann die Teilnehmer. „Wer nicht singen kann, isst und hört einfach zu“, lachte er.

Damit es noch einfacher wurde, wurden die Texte des Songs ausgeteilt. Weinmann und Ruf übernahmen die erste Stimme, der Rest der Truppe die zweite. Als einfachere Aufgabe durfte, wer wollte, mit dem Refrain starten und sich dann auch an die Strophe wagen. Zur Auflockerung stimmten die beiden Musiker ein paar bekannte Songs an, etwa „Country Roads“, „Lady in Black“ oder „Sweet Child o’mine“. Damit sank die Mitsing-emmschwelle etwas.

Als nächste Aktion plant der Verein – in Absprache mit den Verantwortlichen – einen Besuch des Seniorenwohnheims Cordula I in Kortelshütte. In spe will man alle Häuser in Oberzent abklappern, die sich der Betreuung von älteren Mitmenschen widmen, und dabei mit Heimleitung, Bewohnern und Angehörigen ins Gespräch kommen. „Wir wollen zuhören und schauen, wo wir eventuell unterstützen können“, verdeutlichte Hofmann.

„Schön, dass es euch gibt ihr euch engagiert“: Diese Rückmeldung bekommen die GO!-Verantwortlichen seit Gründung immer wieder. Seit der Gründungsfeier vor einem Monat „zählen wir bereits 40 Mitglieder“, freute sich Hofmann. Damals wurden Arbeitsweise und Projekte vorgestellt. Auf einer Pinnwand wurden Ideen gesammelt. Die etwa 40 zusammengetragenen Anregungen werden nun nach und nach abgearbeitet.

Der zweite Vorsitzende machte deutlich, „dass wir das Rad nicht neu erfinden wollen“. Deshalb wird mit der Stadt und den anderen Vereinen eine gute Zusammenarbeit abgestrebt. „Wir schließen uns kurz und sehen, wo wir vielleicht unterstützen können“, sagte er. GO! betrachte sich als neue Gruppierung, „die man ansprechen kann, wenn Hilfe gebraucht wird“.

Info: Am Samstag, 10. November, liest um 18 Uhr auf Einladung des Vereins Generation Oberzent Prof. Alex Assmann im Rothenberger „Hirsch“ aus seiner Biografie über Gudrun Ensslin.

Gelungener Brückenschlag in Schöllenbach

Der Brückenschlag von Hessen nach Baden ist mit Hilfe der Flurbereinigung gelungen. Knappe drei Monate war die Euterbachbrücke zwischen Hessisch- und Badisch-Schöllenbach gesperrt, jetzt ist die wieder offiziell für den Verkehr freigegeben. Ihre wichtige Funktion als West-Ost-Verbindung wurde schon bei der Einweihung deutlich, als sie der Pkw-Verkehr eifrig nutzte. Zwei Drittel der notwendigen Mittel wurden im Rahmen der Flurbereinigung durch das Amt für Bodenmanagement (AfB) Heppenheim zur Verfügung gestellt.

Ob badische oder hessische Beteiligte: Alle waren früh darüber, dass die seit 2014 provisorisch gestützte und zwischenzeitlich für den Schwerlastverkehr gesperrte Verbindung jetzt wieder frei befahrbar ist. Ohne die Flurbereinigung wäre es für die beiden beteiligten Städte schwierig geworden, die Gesamtkosten von 260.000 Euro zu stemmen.

Verfahrensleiter Thomas Fabian vom AfB erläuterte, dass die Brückensanierung im 2011 genehmigten Wege- und Gewässerplan zurückgestellt wurde, weil die Erneuerung der benachbarten Friedhofsmauer Priorität hatte. „Die war in einem katastrophalen Zustand“, sagte er. Jedoch „zickte“ 2014 auch die Brücke. Mit Stahlspriesen wurde sie provisorisch befestigt, jedoch bestand Handlungsbedarf. „In Einzelgenehmigungen haben wir das Projekt noch durchgebracht“, beschrieb er den kleinteiligen Weg.

Eigentlich sollte der Beginn der Maßnahme bereits 2017 sein, doch durch die verzögerte Hangsanierung der Verbindungsstraße zwischen Kailbach und Schöllenbach verschob sich der Termin. Somit wurde die Brücke erst Anfang April voll gesperrt, um sie dann in knapp drei Monaten zu erneuern. Das ging so schnell, erläuterte Heiko Stumpf vom Eberbacher Planungsbüro Moray, weil drei Stahlbeton-Fertigbausteile verwendet wurden.

„Die Finanzierung lief für beide Städte recht günstig“, betonte Fabian. In den sechs Vorbesprechungen „haben wir uns locker auf die jeweiligen Sätze geeinigt“. Angesichts der Gesamtkosten nur jeweils mit 40.000 Euro beteiligt zu sein, nannte er „eine schöne Sache für die Kommunen“. Die Planungskosten werden vom AfB getragen.

Stumpf widmete sich der Historie: Demnach gründete die Grenzbrücke auf alten Sandsteinklötzen, die auf Fels errichtet wurden. Die Ertüchtigung 1966 geschah nur bis für eine Last bis zu 18 Tonnen, allerdings seien heutige Lkw viel schwerer. Mit der jetzigen Ausführung „ist die Achslast von 30-Tonnern berücksichtigt“, sagte er.

AfB-Leiter Thomas Knöll wies darauf hin, „dass ohne die Kommunen die Finanzierung nicht möglich wäre“. Die Hälfte der ausgeschütteten Fördermittel komme von der EU, erläuterte er. Landrat-Stellvertreter Franz Löchner freute sich als alter Hesselbacher, dass nun die Verbindungsstraße wieder offen ist. „Früher bin ich hier zum Einkaufen oder zur Bahn oft drübergelaufen“, sagte er. Er wies auf die große Bedeutung des Bauwerks zwischen Hessen und Baden-Württemberg, Oberzent und Eberbach hin.

„Was gibt es Schöneres als Brücken zu schlagen“, meinte Eberbachs Bürgermeister Peter Reichert, der seine Freude über die Erneuerung äußerte. Die Flurbereinigung bietet seinen Worten zufolge gerade „im ländlichen Raum zahlreiche Möglichkeiten“. Er dankte den Anwohnern, „dass sie so lange mit der Baustelle lebten“. Oberzent-Kollege Christian Kehrer sagte trocken, „der Verkehr ist schon da“, als nacheinander ein Schweizer und ein Frankfurter Auto die Brücke querten. „Für uns als Kommune ist es sehr wichtig“, dass die Flurbereinigung „jede Menge Geld in die Hand nimmt“, betonte er.

Hessenecks Ortsvorsteher Martin Pollack, der ebenso wie sein badischer Kollege aus Friedrichsdorf, Harald Friedrich, dabei war, dankte dem früheren Hessenecker Bürgermeister Thomas Ihrig für die ständige Baubegleitung auch über das Ende seiner Amtszeit hinaus. Pfarrerin Claudia Borck segnete danach das Bauwerk, ehe es für die Gäste einen Kuchen mit den Wappen beider Städte gab.

 

  • Die Euterbachbrücke verbindet das hessische Oberzent-Schöllenbach mit dem badischen Eberbach-Schöllenbach. Sie liegt zu 90 Prozent auf Oberzent-Gemarkung.
  • Ursprünglich für Pferdefuhrwerke errichtet, erfolgte in den 1960er Jahren eine Ertüchtigung für Autos und Holztransporter.
  • 2014 wurde die marode Brücke mit Stahlpriesen unterstützt und für die Holzabfuhr gesperrt
  • Beginn der Baumaßnahme im Zuge des Flurbereinigungsverfahren Kailbach-Schöllenbach Ende März 2018
  • Fertigstellung der Euterbachbrücke Ende Juni, Bauabnahme 20. August, offizielle Einweihung 21. August
  • Gesamtkosten 260.000 Euro, Bezuschussung durch das Amt für Bodenmanagement in Höhe von 65 Prozent
  • Eigenanteil für die Städte Oberzent und Eberbach 35 Prozent, jeweils etwa 40.000 Euro
  • Für die Erneuerung der Brücke wurde zunächst der alte Überbau komplett abgerissen. Im Anschluss wurden die vorhandenen Widerlager verstärkt, danach der neue Überbau hergestellt. Dieser besteht aus drei Fertigteilen aus Stahlbeton. Mit dem neuen Überbau erfolgte gleichzeitig eine Fahrbahnaufweitung entlang des Euterbaches.

Der Eutersee bei Schöllenbach soll wieder in altem Glanz erstrahlen

Der Aufruf zeigte Wirkung: 15 Freiwillige kamen trotz Schneeniesel, matschigem Boden und Temperaturen um den Gefrierpunkt am Eutersee zusammen, um dort in einem ersten Arbeitseinsatz das idyllische Kleinod von zu viel Ästen, Sträuchern, Bäumen und Gebüsch zu befreien. Projektlotsin Anneli Hieronymus zeigte sich sehr zufrieden mit der Resonanz auf das Vortreffen Ende Januar. Die Helfergruppe will nach und nach das Naherholungsziel nördlich des Eberbacher/Oberzenter Stadtteils wieder aufhübschen.

Die ehrenamtlich Engagierten brachten nicht nur Muskelschmalz mit, sondern teilweise auch ihre eigenen Gerätschaften inklusive des Traktors, um Schwereres zu transportieren. Von der Stadt war ein Bauhof-Mitarbeiter samt seinem Equipment dabei, um mit dem professionellen Material zu unterstützen. Der Gehölzschnitt wurde vor allem an Ein- und Auslauf vorgenommen. Entlang des Wegs am westlichen Ufer gingen die Helfer ebenfalls kräftig zu Werke. Der war in der Vergangenheit heftig zugewuchert und ist jetzt wieder frei begehbar.

Alles geschah natürlich im Einklang mit den Vorgaben der Naturschutzbehörde. Deshalb werden Hecken, Sträucher und Bäume auch nicht in einem Rutsch zurückgeschnitten, sondern nach und nach. Ein zweiter Teil soll nach der Vegetationsperiode im Oktober erfolgen. Hieronymus freute sich sehr über die positiven Rückmeldungen in der Bevölkerung. „Ich wurde mehrfach angesprochen“, sagte sie. Die Bürger fänden es sehr gut, „dass wieder etwas passiert“.

Bevor es dann rund um den und im See weitergeht, müssen erst einmal Fördergelder her. Darum will sich die Helfergruppe zusammen mit den Verantwortlichen der neuen Stadt Oberzent kümmern. So geht es unter anderem darum, einen Teil des angeschwemmten Sandes auf die Insel zu verbringen. Was einen positiven Effekt hätte: Im See wäre er raus, auf der Insel macht er das Liegen angenehmer. „Sponsoren sind jederzeit willkommen“, meint die Projektlotsin deshalb augenzwinkernd.

Auch ohne Fremdmittel gehen die Ehrenamtlichen im Sommer aufs Neue zu Werke. Dann nehmen sie sich die Hütte zur Brust. Diese soll gereinigt und gestrichen werden. Denn die letzte Aktion dieser Art ist schon einige Zeit her. Dementsprechend sieht es auch aus. Im Sommer soll es dann rund um den Aufenthaltsbereich mit Grillstelle und Bänken eine Mähaktion geben. Daneben kam der Wunsch auf, die frühere Liegewiese wieder herzurichten. An die erinnern sich nur noch die Älteren, schmunzelte Hieronymus.

Früher war von der „Adria des Odenwalds“ die Rede, wenn die Sprache auf den Eutersee kam. Da zählten die Schöllenbacher an einem Tag schon mal 3000 Besucher. Das war aber in den 70er Jahren, der Marbachstausee damals noch nicht gebaut. Auch in späteren Zeiten war das Gewässer, wildromantisch im Tal von Schöllenbach Richtung Bullau gelegen, Ziel vieler Ausflügler aus der gesamten Region.

Idyllisch murmelt der Euterbach ins Tal hinunter, eine Holzbrücke führt übers gurgelnde Gewässer, der See gewinnt nur langsam an Tiefe, auf einem unbefestigten Weg lässt er sich gemütlich umrunden: beste Bedingungen, um hier ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen. Das genossen schon vor 30 oder 40 Jahren Ausflügler aus dem hohen (badischen) Odenwald mitsamt den Hessen. Doch die Natur hat sich in der Zwischenzeit das Gelände wieder zurückgeholt.

Damit es wieder hoch hergehen kann, muss erst das Umfeld stimmen. Eine feste Zuwegung, die nötige Infrastruktur und einen Shuttleservice aufgrund begrenzter Parkplatzzahl nennt Hieronymus als Grundvoraussetzungen. Auf einer Wunschliste wurde beim ersten Treffen das zusammengetragen, was spontan in den Sinn kam. Dazu zählen ein Steg im See, Befestigung der Wege, eine Spielinsel für Kinder, Erhalt der Schutzhütte und Sitzgelegenheiten rund um den See. Eine Toilettenanlage und die Erweiterung des Pflasters rund um die Hütte sind ebenfalls angedacht.

Info: Interessierte und Förderer können sich bei Anneli Hieronymus unter Telefon 06276/554 oder E-Mail anneli.hieronymus@web.de melden.

Engagierte Ehrenamtliche wollen den Eutersee bei Schöllenbach als Naherholungsgebiet wieder attraktiver machen

Früher war von der „Adria des Odenwalds“ die Rede, wenn die Sprache auf den Eutersee kam. „Da haben wir an einem Tag schon mal 3000 Besucher gezählt“, erinnert sich Rudolf Brandel. Das war in den 70er Jahren, der Marbachstausee damals noch nicht gebaut. Auch in späteren Zeiten war das Gewässer, wildromantisch im Tal von Schöllenbach Richtung Bullau gelegen, Ziel vieler Ausflügler aus der gesamten Region. Jetzt ist es in die Jahre gekommen. Engagierte Bürger wollen dem Gelände zu früherem Glanz verhelfen.

Idyllisch murmelt der Euterbach ins Tal hinunter, eine Holzbrücke führt übers gurgelnde Gewässer, der See gewinnt nur langsam an Tiefe, auf einem unbefestigten Weg lässt er sich gemütlich umrunden: Beste Bedingungen, um hier ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen. Das genossen schon vor 30 oder 40 Jahren Ausflügler aus dem hohen badischen Odenwald mitsamt den Hessen. Doch die Natur hat sich in der Zwischenzeit das Gelände wieder zurückgeholt. An der Grillhütte wurde vor fünf Jahren das letzte Mal gewerkelt.

Jetzt gibt es neue Möglichkeiten: Denn im Rahmen der Beratungen über das IKEK-Programm kam der Gedanke auf, auch am See tätig zu werden, erläutert Anneli Hieronymus. Sie trommelte zehn Interessierte für ein erstes vorbereitendes Treffen zusammen, bei dem Ideen gesammelt wurden, was man wie angehen kann. Vier Arbeitseinsätze im Jahr will die Truppe anstreben. Der erste findet am 17. Februar zwischen 10 und 14 Uhr statt. Dann soll es dem Wildwuchs an die Büsche gehen. Weitere Interessierte sind gerne willkommen.

Renovierungsarbeiten an der in den 80er Jahren entstandenen Hütte will man für den Sommer ins Auge fassen. Es geht außerdem darum, das Brückengeländer instand zu setzen, die Bankanlage wieder auf Vordermann zu bringen und dem Grillplatz neuen Glanz zu verleihen. Im Gespräch ist auch eine Art Hausmeister, der ein Auge auf das Gelände hat. Denn Wildcamper und Feierwütige haben ihre Spuren hinterlassen. Die Hütte ist öffentlich nutzbar, für größere Feiern empfiehlt sich eine Anmeldung, damit dann der Strom freigeschaltet wird.

Anneli Hieronymus stellt sich vor, über das Leader-Programm und den GEO-Naturpark Fördertöpfe anzuzapfen. Darüber hinaus „sind Sponsoren gerne willkommen“, lacht sie. Auch die neue Stadt ist natürlich im Boot. Mit Interims-Bürgermeister Egon Scheuermann, Bauamt und Bauhof steht die Kontaktaufnahme an, um von dort Fachwissen und Manpower zu erhalten.

Rudolf Brandel erinnert sich noch wehmütig an all die vielen Grillfeste, die an dieser Stelle gefeiert wurden. Legendär ist die Beach-Party der Jugendfeuerwehr, die Gäste in großen Scharen anzog. Aber genau das war dann auch das Problem. „Wir konnten die Sicherheit nicht mehr gewährleisten“, bedauert er. „Das ist sehr schade, weil das Gelände ideal für Feiern ist.“ Jetzt dümpelt es seinen Worten nach nur noch vor sich hin, „keiner macht mehr Feste“.

Damit es am Eutersee aber mal wieder hoch hergehen kann, muss erst das Umfeld stimmen. Eine feste Zuwegung, die nötige Infrastruktur und einen Shuttleservice aufgrund begrenzter Parkplatzzahl nennt Hieronymus als Grundvoraussetzungen. Der Weg am anderen Seeufer sollte schon vor längerer Zeit saniert werden. „Wir wollen diese ganzen Maßnahmen jetzt wieder anstoßen“, sagen die Ehrenamtlichen.

Auf einer Wunschliste wurde darüber hinaus das zusammengetragen, was den Teilnehmern spontan in den Sinn kam. Dazu zählen eine Liegefläche, ein Steg im See, Befestigung der Wege, eine Spielinsel für Kinder, Erhalt der Schutzhütte und Sitzgelegenheiten rund um den See. Eine Toilettenanlage und die Erweiterung des Pflasters rund um die Hütte sind ebenfalls angedacht. Man würde auch gerne die direkt angrenzenden Bäume fällen, erläutert Brandner, aber die sind in Privatbesitz.

Der Eutersee, 1971 als Hochwasserrückhaltebecken gebaut, liegt nordöstlich von Badisch- und Hessisch-Schöllenbach. Mit seinem Ostteil gehört er zu Baden-Württemberg. Nur ein paar Meter weiter nördlich ist die bayrische Grenze. Der Stausee hat knapp einen Hektar Fläche. Er wird in Nord-Süd-Richtung vom namengebenden Euterbach durchflossen, der sich im Dorf mit dem Schöllenbach zum Itterbach vereint. Der wird talwärts Itter genannt und mündet bei Eberbach in den Neckar.

Info: Interessierte und Förderer können sich bei Anneli Hieronymus unter Telefon 06276/554 oder E-Mail anneli.hieronymus@web.de melden.

 

Sanierung der Euterbachbrücke in Schöllenbach startet erst nächstes Jahr

Kaum gemeldet, schon Makulatur. Die Sanierung der Euterbachbrücke im Hessenecker Ortsteil Schöllenbach, ursprünglich noch für das Spätjahr geplant, muss ins nächste Jahr verschoben werden. Grund ist laut einer Mitteilung des damit befassten Amts für Bodenmanagement Heppenheim, dass derzeit kein definitiver Liefertermin für die Brücken-Fertigteile genannt werden kann. Ein Abstimmungsgespräch über die weitere Vorgehensweise/Terminierung der Maßnahme findet am Montag, 13. November, um 10 Uhr in der Gemeindeverwaltung Hesseneck (im Rathaus Kailbach) statt.

Der Submissionstermin für den Neubau der Euterbach-Brücke in Schöllenbach stand bei der Flurbereinigungsbehörde Heppenheim Anfang Juli an. Die Baumaßnahme wurde für knapp 212.000 Euro an eine Michelstadter Firma vergeben. Es handelt sich dabei um Arbeiten im Rahmen des Flurbereinigungsverfahren Kailbach-Schöllenbach, das maßgeblich mit Zuschüssen finanziert wird. Die Restkosten teilen sich die beiden Kommunen Eberbach (wegen Badisch-Schöllenbach) und Hesseneck wegen der innerörtlichen Verbindung von Schöllenbach nach Hesselbach.

Bei einem 17,5-prozentigen Anteil der Gemeinde ist mit Kosten von rund 37.000 Euro zu rechnen. Wenn die Erneuerung im kommenden Jahr startet, wird das Bürgermeister Thomas Ihrig zufolge zu einer zeitweisen Vollsperrung mit Ersatzweg über eine Fußgängerbrücke führen. Allerdings wird das nun nicht mehr unter Hessenecker Regie vor sich gehen, sondern in der neuen Stadt Oberzent.

Haushalt bewegt sich im Schutzschirm-Rahmen – Euterbachbrücke in Schöllenbach muss erneuert werden

Einstimmigkeit war Trumpf bei der vergangenen Gemeindevertreter-Sitzung. Die Beschlüsse über Haushaltsplan 2017, Haushaltssicherungskonzept und Investitionsprogramm fielen nach Vorberatung im Haupt- und Finanzausschuss jeweils einstimmig. Das Revisionsamt des Kreises erteilte der Jahresrechnung 2013 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Auch dies nahmen die Mandatsträger einhellig zur Kenntnis.

Das Defizit im ordentlichen Ergebnis des Hessenecker Haushalts geht kontinuierlich nach unten. Waren es 2015 im Plan noch 120.000 Euro Miese (und im Ergebnis minus 96.000 Euro), so sank diese Zahl 2016 schon auf 85.000 Euro. Der Haushaltsplan für 2017 sieht noch eine Unterdeckung von knapp 58.000 Euro vor.

Der ausgewiesene Fehlbetrag liegt noch im Rahmen des im Schutzschirmvertrag vereinbarten Abbaupfades. Dieser lässt für 2017 ein Defizit von knapp 60.000 Euro zu. 850.000 Euro sind als Höchstbetrag der Kassenkredite eingeplant. Der Gesamtbetrag der Kredite für Investitionen wurde auf etwa 138.000 Euro festgesetzt. Davon sind 63.660 Euro für Darlehen im Rahmen des kommunalen Investitionsprogrammes (KIP) gedacht.

Diese Gelder werden für verschiedene Maßnahmen verwendet: etwa den Austausch der Ölheizung mit Baujahr 1986 im Sporthaus Kailbach durch eine Öl-Brennwertheizung sowie der vorhandenen Öltanks aus 1972. Gleiches geschieht mit der Ölheizung im Dorfgemeinschaftshaus Hesselbach. Die Pflasterung der bisher asphaltierten brüchigen Hoffläche vor dem Feuerwehrgerätehaus Kailbach und die Erweiterung zur Verbesserung der Standplatzsituation sind bereits erfolgt.

Die Erträge und Aufwendungen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs (KFA) haben sich positiv entwickelt. Hier ergibt sich gegenüber den Ansätzen des Vorjahres eine Verbesserung von etwa 40.000 Euro. Grund hierfür ist unter anderem eine erneute Steigerung bei der Schlüsselzuweisung um 15.000 Euro. Aber auch die anderen Steuer- und Umlageeinnahmen stiegen. Allerdings erhöhten sich ebenso die Umlagen um 28.000 Euro. Im Saldo verbleibt somit aus dem KFA ein Plus von rund 12.000 Euro.

In seinen Mitteilungen ging Bürgermeister Thomas Ihrig darauf ein, dass es bei der Hessen Mobil-Baustelle an der L3108 eine weitere Verzögerung gebe. Die Vollsperrung für den Bau der Stützmauer in Schöllenbach wurde zwischenzeitlich bis zum 30. Juli verlängert. Bis dahin erfolgt auch die Neuverlegung der gemeindlichen Wasserleitung, die der Baumaßnahme zwischenzeitlich im Weg lag und beschädigt wurde.

Gerade aktuell stand der Submissionstermin bei der Flurbereinigungsbehörde Heppenheim für den Neubau der Euterbach-Brücke in Schöllenbach an, sagte er. Dieser soll im Herbst erfolgen. Es handelt laut Ihrig um eine Maßnahme im Rahmen des Flurbereinigungsverfahren Kailbach-Schöllenbach, das maßgeblich mit Zuschüssen finanziert wird. Die Restkosten teilen sich die beiden Kommunen Eberbach (wegen Badisch-Schöllenbach) und Hesseneck wegen der innerörtlichen Verbindung nach Hesselbach. Wenn die Erneuerung startet, wird es dem Bürgermeister zufolge zu einer zeitweisen Vollsperrung mit Ersatzweg über eine Fußgängerbrücke führen.

Wie der Rathauschef daneben erläuterte, habe der Gemeindevorstand den Jahresabschluss 2015 festgestellt. Dieser bewege sich im Rahmen des mit dem Land Hessen abgeschlossenen Schutzschirmvertrags. Er werde nun dem Revisionsamt des Odenwaldkreises zur Prüfung vorgelegt. Bis Ende 2017 ist seinen Worten zufolge auch mit der Aufstellung des Jahresabschlusses 2016 zu rechnen. Damit habe man innerhalb der vergangenen zwei bis drei Jahre den Aufstellungsrückstand aufgrund der guten Arbeit des Kommunalservice Oberzent beheben können.

 

Hessenecker Haushaltsplan 2017

Ergebnishaushalt: Gesamtbetrag der Erträge 1,4 Millionen, Aufwendungen 1,46 Millionen, Fehlbetrag ca. 58.000 Euro.

Finanzhaushalt: Saldo Einzahlungen und Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit minus 15.700 Euro, Zahlungsmittelbedarf 88.700 Euro.

Grundsteuer A und B sowie Gewerbesteuer: 380 v. H.

Volltreffer: Wasserleitung bei Straßensanierung beschädigt – L 3108 in Schöllenbach bis Ende Juni dicht

Die Vollsperrung der L 3108 in Schöllenbach wird noch bis Ende Juni dauern, teilte Bürgermeister Thomas Ihrig der Gemeindevertretung auf deren vergangener Sitzung mit. Eigentlich sollte die Strecke schon längst wieder offen sein. Ursache hierfür seien Verzögerungen durch die lange Frostperiode im vergangenen Winter. Außerdem wird im Zuge der Baumaßnahme eine Neuverlegung der Wasserleitung zum Hammerberg auf einer Länge von rund 100 Metern erforderlich, sagte er.

Bereits zu Beginn der Baumaßnahme im März 2016 wurde die im bergseitigen Graben liegende Wasserleitung Ihrig zufolge provisorisch abgetrennt und überbrückt. Es war seinen Worten nach zu befürchten, dass durch den Einbau von Erd-Ankern zur Befestigung des übrig gebliebenen Straßen-Teilstücks die Leitung aus dem Jahr 1951 getroffen werden könnte. Eine Überprüfung habe dies nun tatsächlich bestätigt: „Die verlegte Wasserleitung wurde zumindest an einer Stelle beschädigt.“

Die neue Leitung wird in der Baustelle entlang der Stützmauer und nicht mehr im Graben verlegt. Nach Auskunft von Hessen Mobil übernimmt das Land nach den derzeit gängigen Regeln die in diesem Zusammenhang erforderlichen Erdarbeiten, erläuterte der Bürgermeister. „Wobei Materialkosten zu Lasten der Gemeinde gehen.“ Die Kosten hierfür belaufen sich laut Ihrig grob geschätzt auf bis zu 8000 Euro.

Über die Auftragsvergabe werde kurzfristig der Gemeindevorstand entscheiden, da die Verlegung voraussichtlich Ende Mai in die laufenden Straßenbauarbeiten eingebunden werden muss. Die Sanierung der Verbindung Hesselbach-Schöllenbach wird sich damit voraussichtlich ins Jahr 2018 verschieben, kündigte er an, da die Brückenbau-Arbeiten erst im Herbst vorgenommen werden können.

Das Land Hessen habe den 2015er Förderschwerpunkten ein Angebot zur Umstellung auf ein neugestaltetes Förderverfahren gemacht, so Ihrig zur Dorfentwicklung Hesseneck-Sensbachtal. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen der örtlichen Fachbehörde in Reichelsheim wurde eine mögliche Umstellung auf die neuen Förderrichtlinien beraten „und für unser Verfahren als nicht sinnvoll angesehen“.

Am 10. Mai findet dem Bürgermeister zufolge eine Vorstandssitzung der Teilnehmergemeinschaft Flurbereinigung Kailbach-Schöllenbach statt. Dabei werden aktuelle Informationen zum Stand der geplanten Investitionsmaßnahmen erwartet. Es gehe insbesondere um die Erneuerung der Euterbach-Brücke in Schöllenbach unter Beteiligung von Eberbach. Diese Maßnahme solle wohl in jedem Fall noch in diesem Jahr ausgeführt werden. Auch für die bereits schon einmal 2016 geplante Erneuerung der Bahnhofstraße in Kailbach wird laut Ihrig mit näheren Informationen gerechnet.

Die Überlegungen, auf den drei gemeindlichen Friedhöfen jeweils Beerdigungsmöglichkeiten für Urnengräber anzubieten, sind dem Bürgermeister zufolge zwischenzeitlich fortgeschritten. Da Sensbachtal derzeit die gleichen Überlegungen verfolgt, „ist die Idee entstanden, eine gemeinsame Besichtigungstour für Mandatsträger anzubieten“.

Die Gemeindevertretung beschloss darüber hinaus einstimmig die im Haushaltsjahr 2014 aufgetretenen über- und außerplanmäßigen Aufwendungen und Auszahlungen in einer Gesamthöhe von knapp 126.500 Euro (Ergebnisrechnung 45.500 und Finanzrechnung 81.000 Euro). Der Jahresabschluss ist bereits dem Revisionsamt übersandt. Wie Ihrig sagte, rechnet man für das 2013er-Werk demnächst mit dem Eingang des Prüfberichts. Bis zum Jahresende sollen noch die Jahresabschlüsse 2015 und 2016 fertig sein.

Zur Kenntnis genommen wurden von den Mandatsträgern die vorläufigen Zahlen fürs Haushaltsjahr 2016, wie sie der Bürgermeister vorstellte. Demnach rechnet man beim vorläufigen ordentlichen Ergebnis von minus 73.000 Euro mit einer Unterschreitung des Abbaupfads von minus 94.500 Euro. Dieser ist durch den kommunalen Schutzschirm vorgegeben. Auch gegenüber der Haushaltsplanung (minus 85.000 Euro) stellen sich die Zahlen besser dar. An Investitionskrediten werden zum Jahresende 1,18 Millionen Euro gelistet. Aktuell besteht ein Kassenkredit in Höhe von 700.000 Euro.