Nichts ist es mit dem Alleskönner-Dorftreff

Die Überlegungen für den Alleskönner-Dorftreff in Schöllenbach sind erst einmal passé. Eigentlich wollte die Stadt Oberzent die ehemalige Pension „Hesseneck“ aufkaufen und daraus sowohl Feuerwehrunterkunft als auch Vereins- und Veranstaltungsräume machen. Doch Pustekuchen. Wie jetzt auf der Ortsbeiratssitzung mitgeteilt wurde, veräußerte der Besitzer das Gebäude an einen privaten Interessenten, der mehr Geld auf den Tisch legte als mit der Stadt zuvor ausgemacht war.

Früher gab es im 240-Seelen-Dorf noch drei Gaststätten. Da war es für die Vereine kein Problem, einen Versammlungs- oder Veranstaltungsraum zu finden. Ein Dorfgemeinschaftshaus war noch nicht notwendig und von den Wirten natürlich auch nicht wirklich gewollt, weil sie um ihren Umsatz fürchteten. Aber nach und nach machte alles zu und die Schöllenbacher standen mit ihren Festivitäten auf der Straße. Man wich für Singstunden ins Rathaus aus.

Ein weiterer, dringender Handlungsgrund ist immer noch der Zustand des Feuerwehrhauses. Das ist in einem desolaten Zustand und müsste, um die Anforderungen des technischen Prüfdienstes zu erfüllen, aufwändig saniert werden. Was im Bestand ziemlich unmöglich ist, da auch eine bauliche Erweiterung nötig wäre, um die Umkleiden von der Fahrzeughalle zu trennen. „Alternativen werden jetzt geprüft“, teilte Ortsvorsteher Martin Pollak mit.

Fortschritte gibt es aber auf einer anderen „Baustelle“ in Schöllenbach, informierte er. Der Eutersee wurde am nördlichen Zufluss im Auftrag der Stadt ausgebaggert. Die Genehmigung hierfür hatte im vergangenen Jahr längere Zeit auf sich warten lassen, weil mehrere Behörden beteiligt waren. Mit den Arbeiten wollte man eine zunehmende Verlandung verhindern. Das Material soll an anderer Stelle verwendet werden, um dort eine Art Badeinsel entstehen zu lassen.

Das Hochwasser vor zwei Jahren hatte einige Zerstörung hinterlassen, die jetzt wieder in Ordnung gebracht werden mussten. Denn sonst wäre der See an bestimmten Stellen „zugespült worden“. In diesem Zuge wurde jetzt auch die Fischtreppe repariert.  Pollak nutzte die Gelegenheit, den Aktiven der IKEK-Gruppe mit Torsten Laqua und Anneli Hieronymus an der Spitze für ihr Engagement zu danken.

Denn die Vorarbeiten für die jetzige Maßnahme leisteten die Helfer bereits im vorvergangenen Jahr, als sie dort die wild gewucherten Sträucher entfernten. Es wäre jedoch viel zu teuer gewesen, die dort entstandene Insel abzutragen. Stattdessen sollte im Umfeld abgelagerter Sand ausgebaggert und aufgeschüttet werden.

Weiteres Thema der Sitzung war die alte, der Gemeinde gehörende Schulhaus-Glocke in Kailbach. Die ist zwischenzeitlich, nachdem erst die Kirche, dann ein Privatmann das (inzwischen abgerissene) Turmgebäude kaufte, in der Friedhofshalle gelagert. Auf dem Friedhof soll sie in Zukunft wieder erklingen. Die Stadt muss dafür noch einen Bauantrag erstellen, so Pollak. Mit Eigenleistung aus der Bürgerschaft soll die Glocke dann angebracht werden. Geläutet wird dann per Hand.

Wird es nach der nächsten Kommunalwahl im Frühjahr 2021 drei Ortsbeiräte für das frühere Hesseneck geben? Die Überlegungen dafür werden angestellt, erläuterte der Ortsvorsteher. Denn die Ausgewogenheit bei nur einem Gremium sei für drei Orte etwas schwierig herzustellen, referierte er. Dazu kommen auch noch die Nachteile beim Budget, wenn es nur einen Ortsbeirat gibt. Mit drei Gremien gäbe es insgesamt mehr Geld.

Steht eine räumliche Lösung für die Schöllenbacher Feuerwehr noch aus, so ist eine für die Hesselbacher Kameraden zumindest übergangsweise gefunden. Daie haben ein ähnliches Problem: Die Umkleiden sind bisher für Männlein und Weiblein zusammen in der Fahrzeughalle – Kälte und Fahrzeuggerüche inklusive.

Der Ankleideraum wird nun, teilte Pollak mit, ins nahe gelegene Dorfgemeinschaftshauses verlegt. Dort kann man beheizte Räumlichkeiten der ehemaligen Dorfschule nutzen. Sonnensegel, Federwippe und Obstbäume: Der Ortsbeirat nutzte sein Budget für diese Anschaffungen, so der Ortsvorsteher ergänzend.

 

Am Eutersee wird bald gebaggert

Am Eutersee bei Schöllenbach soll noch in diesem Monat die Ausbaggerung beginnen. Bei einem Vor-Ort-Termin gab es durch Stadtbaumeister Peter Bauer jetzt Erläuterungen zu der schon länger geplanten Maßnahme. Bauer informierte darüber auch die IKEK-Gruppe um Anneli Hieronymus und Torsten Laqua, die sich seit Beginn des vergangenen Jahres um eine Auffrischung des Geländes kümmert. Im Frühsommer hatte das Regierungspräsidium sein Einverständnis gegeben, seitdem liefen die Vorarbeiten.

Der Eutersee verlandet am nördlichen Einlauf immer mehr. Es wäre jedoch viel zu teuer, die dort entstandene Insel abzutragen. Stattdessen soll lieber im Umfeld abgelagerter Sand ausgebaggert und aufgeschüttet werden. Damit könnte eine begehbare Sandspielinsel für Kinder entstehen. Die Vorarbeiten leisteten die Helfer bereits im vergangenen Jahr, als sie dort die wild gewucherten Sträucher entfernten.

Hessenecks Ortsvorsteher Martin Pollak erläuterte dem Gremium auf dessen Sitzung nun den aktuellen Stand. Dass es so lange dauerte, bis begonnen werden kann, hatte auch mit der Abstimmung der Behörden untereinander zu tun. Die entsprechenden Vorgaben von Unterer Naturschutz- und Wasserbehörde hatte Peter Bauer ebenfalls im Gepäck, als er an den See kam. Die Maßnahme soll in der letzten September-Woche starten. Bis dahin will man das Wasser um 1,60 Meter ablassen.

Weiteres Thema der Sitzung war die alte, der Gemeinde gehörende Schulhaus-Glocke in Kailbach. Die ist zwischenzeitlich, nachdem erst die Kirche, dann ein Privatmann das (inzwischen abgerissene) Turmgebäude kaufte, in der Friedhofshalle gelagert. Auf dem Friedhof soll sie in Zukunft wieder erklingen. Einen Vorentwurfsplan gibt es schon, sagte Pollak. In Abstimmung ist noch, ob die Glocke vom Bauhof oder mit Eigenleistung aus der Bürgerschaft angebracht werden soll. „Die Leute wollen sie auf dem Friedhof haben“, weiß Pollak. Geläutet wird dann per Hand.

Neue Stadt, neue Sitten: Es darf nicht mehr nach Ortsrecht geparkt werden, sondern es gelten jetzt die offiziellen städtischen Vorschriften. Das mussten einige Autofahrer bereits geldbeutelwirksam spüren, weil sie ihr Gefährt zum Teil innerorts auf dem Bürgersteig abstellten. Das vorschriftsmäßige Parken auf der Straße führt aber, weiß der Ortsvorsteher, teilweise zu Engpässen, wenn sich Schulbus und Lkw begegnen. Deshalb will man mit dem Stadtpolizisten im Rahmen einer Begehung eine für alle passende Lösung suchen.

Am Kailbacher Bahndamm gibt es 150 Jahre alte Linden, trug Pollak dem Gremium vor. Die lassen bei Stürmen oder Starkregen öfters einmal Äste, was die Anwohner und Parkenden nicht erfreut. Deshalb sollen die Bäume nun auf ihre Gesundheit untersucht werden, kündigte er an. Eine Bekanntgabe hatte er ebenfalls: Manuel Scheuermann rückte für Torsten Laqua als Ortsbeirat nach.

Mit ihrem Budget haben die Mandatsträger einiges vor. Rudolf Brandel plant in Schöllenbach, einige Ortsbäume ersetzen und sucht dafür Paten. Am Festplatz geht es darum, den durch das letztjährige Unwetter in Mitleidenschaft gezogenen Bachlauf und Weg wieder herzurichten. Auf dem Hesselbacher Spielplatz soll ein Federtier aufgestellt werden. Und an Wanderwegen will man zusätzliche Hinweisschilder anbringen, damit es etwa vom Krähberg abwärts nach Schöllenbach unterwegs auch Kilometerangaben gibt.

Die Verbindungsstraße Reußenkreuz-Bullau durfte natürlich nicht fehlen:  Nachdem nun die Stellungnahme des Grafenhauses in der Oberzent-Verwaltung vorliegt, hofft das ehemalige Hesseneck laut Pollak, dass sie wieder ohne Einschränkungen befahrbar sein wird – wie es in der Vergangenheit war. Denn von Schöllenbach gibt es starke kirchliche und kulturelle Bindungen nach Bullau.

Schöllenbach soll einen neuen Treff bekommen

Der „Alleskönner-Dorftreff“ ist im Werden. So nennt sich ein Projekt, das Dorfgemeinschaft und Feuerwehr in neuen, sanierten Räumen unter ein gemeinsames Dach bringen soll. Nachdem sich bereits die Ortsvereine einhellig dafür ausgesprochen hatten und der Ortsbeirat sein Plazet gab, machte jetzt die Oberzent-Stadtverordnetenversammlung den Weg frei, indem sie den Sperrvermerk für den Ankauf des Grundstücks in der Hessenecker Straße 3 aufhob.

Früher gab es im 240-Seelen-Dorf noch drei Gaststätten. Da war es für die Vereine kein Problem, einen Versammlungs- oder Veranstaltungsraum zu finden. Ein Dorfgemeinschaftshaus war noch nicht notwendig und von den Wirten natürlich auch nicht wirklich gewollt, weil sie um ihren Umsatz fürchteten. Aber nach und nach machte alles zu und die Schöllenbacher standen mit ihren Festivitäten auf der Straße. Man wich etwa für Singstunden ins Rathaus aus.

Ein weiterer, dringender Handlungsgrund ist der Zustand des Feuerwehrhauses. Das ist in einem desolaten Zustand und müsste, um die Anforderungen des technischen Prüfdienstes zu erfüllen, aufwändig saniert werden. Was im Bestand ziemlich unmöglich ist, da auch eine bauliche Erweiterung nötig wäre, um die Umkleiden von der Fahrzeughalle zu trennen.

„Dunkel wie im Keller, ohne Heizung, Dach undicht, Tore defekt“, beschrieb Stadtbrandinspektor Marco Johe vor kurzem den Zustand. Noch dazu bekäme die Stadt für die Renovierung im Bestand keine Zuschüsse, während es für einen Neubau immerhin 30 Prozent gibt. Aus zwei mach eines, lautet deshalb der Befreiungsschlag: Jetziges, dann ehemaliges Feuerwehrhaus und früheres Schöllenbacher Rathaus sollen verkauft werden, um daraus den Erwerb des neuen Objekts zum Großteil zu finanzieren.

Zwischen 140.000 und 169.000 Euro könnte der Erlös für beide Objekte liegen, prognostizierte die Sparkasse. Das passt fast zum Kaufpreis für die ehemalige Pension mit Café „Hesseneck“ am Ortsrand Richtung Krähberg mit netto 170.000 Euro, woraus durch Nebenkosten dann 183.000 Euro werden. Hier gibt es eine große Parkfläche, dazu Raum für Open-Air-Veranstaltungen und auf dem Grundstück noch genügend Luft, um ein Gebäude für die Feuerwehr zu erstellen. Das Gebäude bietet etwa 550 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche.

Die nötigen Feuerwehr-Räumlichkeiten Marke Systemleichtbauhalle inklusive Fundament und Parkplätze sollen in etwa 130.000 Euro koste, errechnete Johe. 100.000 Euro davon sind förderfähig, was der Stadt eine Ersparnis von 30.000 Euro bringt. Gesangverein Sängerkranz und die Wehrleute hatten bereits im Vorfeld gegenüber der Stadt in Briefen die Vorzüge einer solchen Lösung in den höchsten Tönen gepriesen.

Bei den Stadtverordneten stießen sie damit auf offene Ohren. Oliver von Falkenburg (CDU) warf – neben der Zustimmung – die grundsätzliche Thematik auf, ältere Gebäude abzustoßen und sicdh anbietende Synergieeffekte zu nutzen. Chris Poffo (ÜWO) wollte die beiden Bestandsgebäude möglichst zeitnah ausschreiben, um mit dem Verkauf keine Zeit zu verlieren.

Thomas Ihrig (SPD) wies darauf hin, „dass wir auch Mittel für den Umbau des neuen Gebäudes brauchen“. Deshalb ist es ihm ein Anliegen, das weitere Vorgehen voranzutreiben und etwa ein Nutzungskonzept zu erarbeiten. Denn die Wiederherstellung des ehemaligen Anwesens Sawitzki kann mit Mitteln aus dem Dorferneuerungsprogramm IKEK gefördert werden, so der frühere Hessenecker Bürgermeister.

Thomas Väth (Grüne) begrüßte den schonenden Umgang mit der Ressource Boden, indem man vorhandene Gebäude nutzt und keinen Neubau erstellt. Er wünschte sich angesichts der vielen Großprojekte in Oberzent dazu auch den schonen Umgang mit der Ressource Finanzen. Wie Bürgermeister Christian Kehrer verdeutlichte, ist die Sicherung des benötigten Gebäudes der erste Schritt. Der zweite wird dann die Beplanung des Alleskönner-Dorftreffs sein, in dessen Zuge auch die mögliche Förderung mit dem Ministerium abgeklopft wird.

 

 

Zitat Technischer Prüfdient Hessen zum Feuerwehrhaus Schöllenbach: „Das Feuerwehrhaus bzw. die Fahrzeughalle ist unbeheizt. Folgeschäden … sowie Schimmelbildung können nicht ausgeschlossen werden…. Die Unterbringung der Einsatzkleidung/Spinde in der Fahrzeughalle entspricht nicht den Anforderungen. Eine Gefährdung durch Dieselemission ist nicht auszuschließen. Handlungsbedarf: unverzüglich.“

 

 

Großer Wurf bei der Flurbereinigung

Das Amt für Bodenmanagement in Heppenheim hat in Oberzent noch Großes vor. Die beiden Verfahrensleiter Jens Bingenheimer und Thomas Fabian stellten dem gemeinsam tagenden Bau- und Hauptausschuss jetzt die bisherigen und kommenden Flurneuordnungs-Maßnahmen auf der Gemarkung vor. „Wir verstehen die Ungeduld“, betonte Fabian angesichts mancher Verzögerungen. Doch will die Behörde jetzt ein Signal setzen und die größeren Vorhaben en bloc angehen.

In den verschiedenen Ortsteilen wurden in der vergangenen Zeit immer wieder die noch ausstehenden Arbeiten thematisiert. Ein Schwerpunkt ist unter anderem das ehemalige Rothenberg mit Ober-Hainbrunn, wo man schon einige Zeit auf die Erledigung wartet. Ein Vorzeigeprojekt war im vergangenen Jahr die Fertigstellung der Brücke in Schöllenbach, die Hessen und Baden verbindet.

Da die Stadt einen Eigenanteil von 20 Prozent zu tragen hat, ist diese finanziell mit im Boot. Wie Fabian erläuterte, will man alle Asphaltweg-Erneuerungen mit einem Volumen von einer Million Euro in ein Paket packen und dann an ein Ingenieurbüro vergeben, das sie zusammen ausschreibt. Oberzent müsste somit um die 200.000 Euro Eigenanteil aufbringen. Da diese Summe im Haushalt drinsteht, könnte die Realisierung danach anlaufen.

„Viele Genehmigungen sind erforderlich“, ging Jens Bingenheimer auf die umfangreichen Verfahren ein. Wege- und Gewässer-, Ausführungs- und Kostenplan, Förderantrag und vorzeitiger Maßnahmenbeginn sind seinen Worten zufolge zu beachtende Punkte bei der Realisierung. Die Wünsche der Teilnehmergemeinschaften „bekommen ein Ranking“, sagte er.

Wie das aussehen könnte, erläuterte er am Beispiel eines Wegs zwischen Rothenberg und Ober-Hainbrunn. Dessen Realisierung war eigentlich für 2019 geplant, konnte aber aufgrund fehlender Fördermittel nicht angegangen werden. In der Ranking-Simulation erreicht die Strecke nun für 2020 einen relativ hohen Wert von 79. Das Problem: Mit 86 steht ein anderes Verfahren besser da. Somit bleibt der hiesigen TG nur die Hoffnung, dass die höher gewertete Maßnahme eventuell nicht realisiert wird.

Bingenheimer erläuterte die maximale Förderung pro Gemeinde. 2500 Euro sind pro Hektar möglich, sagte er. Am Beispiel Rothenberg mit 1500 Hektar Fläche ergibt sich seinen Worten zufolge eine maximale Summe von 3,75 Millionen Euro. Derzeit genehmigt seien 2,6 Millionen – also noch Luft nach oben. Die ist auch nötig ist, denn es hängen noch einige Wünsche in der Pipeline.

„Sechs Verfahren sind in Oberzent am Laufen“, erläuterte Fabian. Früher gab es dafür 90 Prozent Zuschuss, heute sind es noch 80 Prozent, wenn es um die Flurneuordnung geht. Ziel der Verfahren sind die Erhaltung der Kulturlandschaft, die Förderung von Land- und Forstwirtschaft, Wege- und Brückenerneuerung, aber auch Regionalentwicklung oder die Ausweisung von Uferrandstreifen, wie es jetzt an der Mümling in Hetzbach geschah.

11,5 Millionen Euro an Förderung flossen bisher nach Oberzent, listete Fabian auf, davon sieben Millionen für Wegeerneuerung. Er nannte unter anderem den Buckelackerweg in Unter-Sensbach mit 240.000 Euro (inklusive städtischer Anteil) oder die Asphaltstraße von Schöllen- über Hesselbach bis zum Wildgatter Würzberg für 560.000 Euro.

Ob Brückenbau in Schöllenbach, Weg zum Sportplatz in Hetzbach oder Radweg an die Krähberghalle: In den vergangenen Jahren wurde einiges über die Flurbereinigung abgewickelt. Und es kommt noch etliches: „Es sind für Oberzent noch 3,7 Millionen an Fördermitteln geplant“, so der Verfahrensleiter auf. Zwei Strecken zwischen Rothenberg und Ober-Hainbrunn finden sich darin mit 144.000 und 314.000 Euro, dazu noch der Panoramaweg auf 1900 Metern mit 300.000 Euro. Für Hetzbach führte Fabian den Golfplatz-Bereich, den Weg entlang der Bahntrasse unter anderem für Radler und landwirtschaftliche Fahrzeuge und die Strecke hoch zum Friedhof an.

 

Das Amt für Bodenmanagement in Heppenheim ist eines von sieben in Hessen. Es betreut die größte Fläche von allen. Zu ihr gehören unter anderem der Kreis Bergstraße und der Odenwaldkreis. Die Ämter sind Teil der Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation (HVBG) und bündeln die Bereiche Landesvermessung, Liegenschaftskataster, Flurneuordnung und Wertermittlung. 42 Mitarbeiter beackern derzeit in Heppenheim 40 Verfahren. Jedes Jahr werden im Bundesland fünf Millionen Euro aufgeteilt. Heppenheim bekommt davon 420.000 Euro, somit im Schnitt pro Verfahren 14.000 Euro. Da die Maßnahmen aber nach Ranking abgearbeitet werden, können somit höhere Summen auf einzelne Vorhaben entfallen.

Ex-Hesseneck: Oberzent-Fusion wird positiv gesehen

„Wir können uns nicht beschweren“, meinte Ortsvorsteher Martin Pollak schmunzelnd. Er sieht fürs ehemalige Hesseneck die Oberzent-Fusion positiv. Das hat seinen Worten zufolge auch damit zu tun, „dass die Straßensanierung bei uns nicht das beherrschende Thema ist“. Durch die Kanalsanierung vor einigen Jahren „ist die Infrastruktur in einem guten Zustand“, sagte er. Gab es mal Reparaturen zu erledigen, war der Bauhof schnell zur Stelle. Das kam bei den Bürgern gut an, wurde auf der Sitzung des Ortsbeirats deutlich.

Nach dem Hochwasser Ende April 2018, das im Ort größere Schäden verursachte, „reagierte das Bauamt postwendend“, lobte er. Innerhalb von zwei Wochen seien „schnell und unbürokratisch“ die nötigsten Reparaturen vorgenommen worden, wo es mit eigenen Kräften möglich war. Was aktuell an Straßen noch sanierungsbedürftig ist, wurde auf Anforderung an die Verwaltung gemeldet.

Pollak nennt hier den Kailbacher Bahndamm. Die 300 Meter von der Durchfahrtsstraße hoch zum Haltepunkt waren schon in der Flurbereinigung für 2016 als Maßnahme drin und sollen nun im kommenden Jahr angegangenen werden. Denn erst wurde auf der Landesstraße die Stützmauer (mit Verzögerung) saniert, danach musste dringend die Euterbachbrücke angegangen werden.

Die To-do-Liste aus dem vergangenen Jahr ist laut Pollak größtenteils abgearbeitet. In ihr ging es unter anderem um die Partnerschaft mit Weißenborn, die nun der Ortsbeirat im Sinne der früheren Gemeinde Hesseneck aufrechterhält. Im Oktober 2018 gab es den Besuch einer Delegation aus der kleinsten Gemeinde des Werra-Meißner-Kreises, mit der der Odenwald-Ort seit 35 Jahren gute Beziehungen unterhält. Zu diesem Anlass wurde offiziell ein neues Straßenschild enthüllt, denn im Zuge der Oberzent-Fusion erhielt die „Kirchbrunnenstraße“ den Namen „Weißenbörner Weg“.

Der Ortsbeirat beschäftigte sich auch mit teilanonymen Grabfeldern auf den Friedhöfen. Da dies in allen Stadtteilen Thema ist, wird derzeit für ganz Oberzent eine Planung erstellt, erläuterte Pollak. Er informierte weiter über einen TÜV-Besuch auf dem Spielplatz und den Hesselbacher Jugendraum, der als Schulungsraum an die Feuerwehr gehen soll. Die Übungsstunden des Gesangvereins laufen wieder regelmäßig, weil die defekte Heizung im betreffenden Raum nach dem Jahreswechsel schnell ausgetauscht wurde, freute er sich.

Wenn’s nach dem Ortsbeirat geht, soll die frühere Kailbacher Schulglocke bald auf dem Friedhof erklingen. Pollak sagte, dass das ehemalige Schulgebäude zuerst an die Kirche und von der dann an einen Privatmann verkauft worden sei. Bis vor 15 Jahren sei das Geläut noch als Totenglocke in Betrieb gewesen. Der jetzige Eigentümer ließ sie dann abbauen, das Gremium regte nun den Bau eines Glockenturms auf dem Friedhofsgebäude an. An den Magistrat richtete sich der Wunsch, wegen einer dementsprechenden Planung an den Bauhof zu gehen.

Seit Beginn des vergangenen Jahres kümmert sich eine ehrenamtliche IKEK-Gruppe um die Reaktivierung des Eutersees. Es liefen bereits verschiedene Arbeitseinsätze. Wie der Ortsvorsteher erläuterte, gab es von der Stadt inzwischen die Zusage, im nördlichen Bereich den Grund auszubaggern, damit mit den dortigen Sandablagerungen eine Liegefläche in der Nähe der Hütte entstehen kann.

Am Eutersee: Warten auf die Genehmigung zum Ausbaggern

In dem einen Jahr seit dem Start der Arbeiten am Eutersee hat sich schon einiges getan, freut sich Projektlotsin Anneli Hieronymus. Im Rahmen der IKEK-Förderung wurde für das Projekt „Entwicklung der Anlage am Eutersee“ eine Zusage erteilt, was Anfang 2018 zum Start der ehrenamtlichen Tätigkeiten an diesem Naherholungsziel führte. Im Moment sind sie aber etwas ins Stocken geraten, weil eine Genehmigung des Regierungspräsidiums (RP) zur Ausbaggerung am Zulauf fehlt.

Vergangenen Februar liefen in Absprache mit der Naturschutzbehörde die Gehölzschnitte, erläutert Hieronymus. Im Juni gab es eine Mähaktion. Höhepunkt war der Freiwilligentag Mitte September. Es wurde gemäht und zurückgeschnitten, was das Zeug hielt. Mit 20 Freiwilligen „ein voller Erfolg“, betont sie. Im Schnitt kommen zwischen zehn und zwölf Helfer zu den Aktionen, erläutert die Schöllenbacherin. Meistens sind diese im Alter von 60 aufwärts, weswegen sie sich mehr Engagement von Jüngeren wünscht. „Die nutzen den See doch auch als Ausflugsziel“, meint sie schmunzelnd – und könnten deshalb mal mit anpacken.

Für die Ausbaggerung gibt es bereits die Zusage auf Kostenübernahme durch die Stadt, sagt die Projektlotsin. Man warte nun aber auf die Freigabe durch das RP, weswegen derzeit „alles auf Eis liegt“. Dabei wäre der Zeitpunkt optimal. Nach dem Schaden an der Fischtreppe durch das Hochwasser im vergangenen April wurden ein bis zwei Meter Wasser abgelassen, um diese reparieren zu können. Somit beste Bedingungen zum Baggern.

Denn der Eutersee verlandet am nördlichen Einlauf immer mehr. Es wäre jedoch viel zu teuer, die dort entstandene Insel abzutragen. Stattdessen soll lieber im Umfeld abgelagerter Sand ausgebaggert und aufgeschüttet werden. Damit könnte eine begehbare Sandspielinsel für Kinder entstehen. Die Vorarbeiten leisteten die Helfer bereits im vergangenen Jahr, als sie dort die wild gewucherten Sträucher entfernten.

Die Ehrenamtlichen wollen aktuell abwarten, bis die RP-Genehmigung vorliegt. Sollte dies zeitnah erfolgen, „können wir bis Ende Februar noch einmal die Gehölze zurückschneiden“, erläutert Hieronymus. Im Sommer wäre dann eine erneute Mähaktion drin. Sie wünscht sich, dass das freiwillige Engagement auch von Behördenseite dadurch honoriert wird, dass diese für einen zeitigen Fortgang durch entsprechende Genehmigungen sorgt.

Weiterhin gibt es die Überlegung, ob sich auf dem Gelände zusätzliche Ruhebänke aufstellen lassen. Mit dem Naturpark ist man wegen der Erneuerung des Grillplatzes an der Schutzhütte in Kontakt. Ein Mitarbeiter war im Herbst vor Ort. „Leider haben wir seitdem nichts mehr gehört“, bedauert sie. Sollte sich nichts tun, „müssen wir eben im Februar oder März den Leuten nochmal auf die Füße treten“, kündigt die Projektlotsin an.

Früher war von der „Adria des Odenwalds“ die Rede, wenn die Sprache auf den Eutersee kam. Da zählten die Schöllenbacher an einem Tag schon mal 3000 Besucher. Das war aber in den 70er Jahren, der Marbachstausee damals noch nicht gebaut. Auch in späteren Zeiten war das Gewässer, wildromantisch im Tal von Schöllenbach aufwärts Richtung Bullau gelegen, Ziel vieler Ausflügler aus der gesamten Region.

Idyllisch murmelt der Euterbach ins Tal hinunter, eine Holzbrücke führt übers gurgelnde Gewässer, der See gewinnt nur langsam an Tiefe, auf einem unbefestigten Weg lässt er sich gemütlich umrunden: beste Bedingungen, um hier ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen. Das genossen schon vor 30 oder 40 Jahren Ausflügler aus dem hohen (badischen) Odenwald mitsamt den Hessen. Doch die Natur hat sich in der Zwischenzeit das Gelände wieder zurückgeholt.

Der Eutersee, 1971 als Hochwasserrückhaltebecken gebaut, liegt nordöstlich von Badisch- und Hessisch-Schöllenbach. Mit seinem Ostteil gehört er zu Baden-Württemberg. Nur ein paar Meter weiter nördlich ist die bayrische Grenze. Der Stausee hat knapp einen Hektar Fläche. Er wird in Nord-Süd-Richtung vom namengebenden Euterbach durchflossen, der sich im Dorf mit dem Schöllenbach zum Itterbach vereint. Der wird talwärts Itter genannt und mündet bei Eberbach in den Neckar.

Info: Interessierte und Förderer können sich bei Anneli Hieronymus unter Telefon 06276/554 oder E-Mail anneli.hieronymus@web.de melden.

Nach der Wanderung zum Eutersee ein Liedchen auf den Lippen

Durch die herrliche Odenwald-Landschaft wandern und dabei ein fröhliches Liedchen auf den Lippen: Das ist schon fast ein Klischee. Aber für die Einheimischen genauso erstrebenswert wie für die Auswärtige. Als erste Aktion seit Gründung hatte jetzt der Oberzent-Verein „GO!“ zu einer solchen Veranstaltung eingeladen. Start der Tour war am Reußenkreuz, Endpunkt der Jugendzeltplatz am Eutersee. Über 20 Teilnehmer bedeuteten eine schöne Resonanz für diesen Auftakt.

„Wir wollen die Anregungen aus der Bevölkerung umsetzen“, betonte der zweite Vorsitzende Michael Hofmann. Nachdem bei der Gründungsversammlung Ideen gesammelt wurden, geht es jetzt darum, „den Worten Taten folgen zu lassen“. Der Verein „möchte Präsenz im öffentlichen Leben zeigen“, sagte er. Für den musikalischen Part hatte man sich Andreas Weinmann von der Musikschule Berg und Justin Ruf ins Boot geholt. Als Vorbereitung auf die spätere Gesangsstunde war unterwegs bereits bei einer kurzen Rast „California Dreaming“ von den Mamas und Papas angestimmt worden.

Am Jugendzeltplatz angekommen, stand nach der zweistündigen Tour zuerst die Stärkung im Vordergrund. Mit zuvor im Euterbach kaltgestellten Getränken sowie Stockwurst und Marshmellows für die Kinder waren schnell wieder die verwanderten Kalorien ersetzt. Am Feuer konnte daneben die eine oder andere neue Bekanntschaft geknüpft werden, denn die Wanderer kamen aus ganz Ober- und sogar Unterzent. Beerfelden, Airlenbach, Hetzbach, Schöllenbach oder Salmshütte lauteten die Herkunftsorte.

„Was liegt im Odenwald näher als rauszugehen“, verdeutlichte Hofmann die Motivation. Mit Andreas Weinmann war er sich schnell über die Unterstützung des Projekts einig. „Einfach die Ruhe in der Natur genießen“, empfand dieser als herrliche Abwechslung zum Alltagstrott. Zwischenzeitlich querten sogar ein paar Rehe den Weg der Wanderer. „Niemand muss musikalisch sein um mitzumachen“, beruhigte Weinmann die Teilnehmer. „Wer nicht singen kann, isst und hört einfach zu“, lachte er.

Damit es noch einfacher wurde, wurden die Texte des Songs ausgeteilt. Weinmann und Ruf übernahmen die erste Stimme, der Rest der Truppe die zweite. Als einfachere Aufgabe durfte, wer wollte, mit dem Refrain starten und sich dann auch an die Strophe wagen. Zur Auflockerung stimmten die beiden Musiker ein paar bekannte Songs an, etwa „Country Roads“, „Lady in Black“ oder „Sweet Child o’mine“. Damit sank die Mitsing-emmschwelle etwas.

Als nächste Aktion plant der Verein – in Absprache mit den Verantwortlichen – einen Besuch des Seniorenwohnheims Cordula I in Kortelshütte. In spe will man alle Häuser in Oberzent abklappern, die sich der Betreuung von älteren Mitmenschen widmen, und dabei mit Heimleitung, Bewohnern und Angehörigen ins Gespräch kommen. „Wir wollen zuhören und schauen, wo wir eventuell unterstützen können“, verdeutlichte Hofmann.

„Schön, dass es euch gibt ihr euch engagiert“: Diese Rückmeldung bekommen die GO!-Verantwortlichen seit Gründung immer wieder. Seit der Gründungsfeier vor einem Monat „zählen wir bereits 40 Mitglieder“, freute sich Hofmann. Damals wurden Arbeitsweise und Projekte vorgestellt. Auf einer Pinnwand wurden Ideen gesammelt. Die etwa 40 zusammengetragenen Anregungen werden nun nach und nach abgearbeitet.

Der zweite Vorsitzende machte deutlich, „dass wir das Rad nicht neu erfinden wollen“. Deshalb wird mit der Stadt und den anderen Vereinen eine gute Zusammenarbeit abgestrebt. „Wir schließen uns kurz und sehen, wo wir vielleicht unterstützen können“, sagte er. GO! betrachte sich als neue Gruppierung, „die man ansprechen kann, wenn Hilfe gebraucht wird“.

Info: Am Samstag, 10. November, liest um 18 Uhr auf Einladung des Vereins Generation Oberzent Prof. Alex Assmann im Rothenberger „Hirsch“ aus seiner Biografie über Gudrun Ensslin.