Oberzent-Hallenbad ist jeden ersten Sonntag im Monat für alle offen

Es darf geplantscht werden: Jeden ersten Sonntag im Monat ist zukünftig das Hallenbad der Oberzent-Schule für die Öffentlichkeit zugänglich. Zwischen 10 und 13 Uhr kommen alle Wasserratten auf ihre Kosten. Beim jetzigen Start wurde deutlich, dass dieses Angebot noch etwas besser publik gemacht werden muss. Denn eigentlich war es ein oft geäußerter Wunsch aus der Bevölkerung, dass nicht nur Schulen oder Vereine dort baden dürfen, sondern alle schwimmfreudigen Bürger. Übrigens nicht nur aus Oberzent, jeder ist willkommen.

„Es gab immer wieder Anfragen, das Bad für die Allgemeinheit zu öffnen“, bestätigt Oberzent-Schulleiter Bernd Siefert. Bisher wird das Becken auch von den Grundschulen der neuen Stadt, der Eugen-Bachmann-Schule Wald-Michelbach sowie verschiedenen Gruppen genutzt. Über die Stadtverwaltung regelte man die dreistündige Öffnungszeit, so Siefert. „Mitglieder der Sportfachschaft übernehmen wechselnd die Aufsicht“, erläutert er. Die müssen dann einen Rettungsschwimmschein vorweisen.

„Wir schauen, wie es sich entwickelt“, kündigt Bernd Siefert an. Geplant ist vorerst der erste Sonntag im Monat, jedoch außerhalb der hessischen Ferienzeiten. Der Eintritt kostet zwei Euro, Kinder bis 14 Jahre sind frei. Dem Schulleiter geht es darum, einen Anreiz zum Schwimm-Besuch in einer Zeit zu schaffen, wenn immer weniger Kinder schwimmen können. Durch den Hubboden kann die Wassertiefe bis zu 1,80 Meter variiert werden. „Das ist ideal, um Schwimmen zu lernen“, betont er.

Für Fortgeschrittene wird der Boden herabgelassen, sodass sie in Ruhe ihre Bahnen ziehen können. Für Nichtschwimmer wird er angehoben, so dass niemand Angst vor dem Ertrinken haben muss. Diese Konstruktionsart unterstützt auch die Energiebilanz der Bäder, weil man unter anderem die Luftfeuchtigkeit kontrollieren kann.

Nicolas, Clara und Sascha mit ihrem Vater Dirk Boyens aus Beerfelden konnten kaum genug bekommen und wollten sogar länger bleiben. Kein Wunder bei karibischen Wassertemperaturen von 29 Grad, während draußen noch der Schnee lag. Auch Vivien mit ihrem Dad aus Rothenberg nutzte gerne das Angebot. Als Siefert gerade dabei war, den Hubboden hochzufahren, kam Daniel Pracht aus Falken-Gesäß noch vorbei und „bewaffnete“ sich mit Schwimmnudel und Luftmatratze. Auch Bälle und Tauchringe stehen zur Verfügung.

Der Odenwaldkreis ließ sich vor vier Jahren den Neubau des Hallenbads eine erkleckliche Summe kosten. Insgesamt wurden 2,3 Millionen Euro investiert, 650.000 Euro davon steuerte das Land bei. Das alte, aus den Anfangsjahren der Oberzent-Schule in den 1970er Jahren stammende Bad war in einem solch schlechten – auch technischen – Zustand, dass der Kreis von einer Sanierung absah. Der Neubau entstand an genau der gleichen Stelle mit denselben Beckenmaßen: acht Mal 16,67 Meter. Damit ergeben drei Bahnen genau die Länge einer Wettkampfbahn von 50 Meter.

Neu gebaut wurden Umkleiden und Duschen für Damen und Herren sowie Menschen mit Behinderung. Der Zugang zum Becken selbst ist barrierefrei möglich. Die Biomasseheizanlage stellt die Versorgung der Schwimmhalle, der Sporthalle, der Mensa sowie weiteren Teilen des Schulgebäudes sicher. Eine moderne Lüftungsanlage sorgt trotz hoher Luftfeuchtigkeit problemlos für eine gute Luftzirkulation. Ein Großteil der Arbeiten (über 80 Prozent) wurde damals von im Odenwald ansässigen Firmen ausgeführt.

Info: Das Hallenbad in der Oberzent-Schule ist wieder an den Sonntagen 3. März, 7. April und 5. Mai geöffnet, jeweils von 10 bis 13 Uhr. Eintrittspreis für alle ab 14 Jahren: zwei Euro.

Werbeanzeigen

Vereinsförderrichtlinien sollen in Oberzent wieder aktiviert werden

Die mit Einführung der Doppik vor etwa zehn Jahren ausgesetzten Beerfeldener Vereinsförderrichtlinien sollen in der neuen Stadt Oberzent wieder ins Leben gerufen werden. Entsprechenden Anträgen von SPD und CDU folgte die Stadtverordneten-Versammlung einstimmig. Sie beauftragte den Magistrat mit der Überarbeitung und der Anpassung auf das neue Stadtgebiet.

Die endgültige Fassung soll zuerst im Haupt- und Finanzausschuss beraten werden, führte Erwin Körber (SPD) aus. Er kann sich angesichts der diffizilen Materie aber auch einen Arbeitskreis vorstellen. Körber charakterisierte die Vereine als Träger des Zusammenlebens in der Stadt. Sie sprächen Bürger „quer durch alle Altersschichten“ an. In den Organisationen werde viel ehrenamtliche Arbeit geleistet, die von der Kommune gar nicht geschultert werden könne. Der SPD-Mann sah es als „Herkulesaufgabe“ an, in den verschiedenen Stadtteilen alles zu vereinheitlichen.

Denn es gebe viele verschiedene Kriterien: Manchmal nutzten Vereine die eigene Halle, dann wieder eine städtische. Im Falle Rothenbergs wurde von den drei örtlichen Vereinen viel Eigenarbeit in die Renovierung gesteckt, kam der Hinweis von dieser Seite. Ähnlich bei den Sportplätzen. Dazu gibt es noch die Schwimmbad-Initiativen in Hetzbach und Beerfelden und durch die neue Stadt jetzt auch das Finkenbacher Freibad.

Walter Gerbig (CDU) sah kein Problem darin, den eigenen Antrag zusammen mit dem der SPD zu behandeln. Im Konzept der Christdemokraten stehe der Grundsatz „Fordern und Fördern“ im Vordergrund, erläuterte er. Man stelle sich einen gewissen Grundbetrag plus Zulage etwa für Jugendarbeit vor. Auch gebe es die Idee, die Vereine im Gegenzug für die Förderung in städtische Veranstaltungen einzubinden.

Claus Weyrauch (ÜWO) wies auf die mannigfaltigen Aufgaben der neuen Stadt hin. Es gehe nicht nur um die soziale, sondern auch die technische Infrastruktur, meinte er mit Blick auf zu sanierende Straßen oder Kanäle. Hier sollte man sich überlegen, ob man Prioritäten setze oder alles zusammen angehen wolle.

Passend zu diesem Punkt beschlossen die Mandatsträger die Verleihung einer Ehrenbezeichnung an Stefan Emmerich. Der 56-Jährige aus Schöllenbach engagiert sich seit 30 Jahren in der dortigen Feuerwehr-Führung. Von 1998 bis 1993 war er stellvertretender Ortsbrandmeister von Hesseneck, von 1991 bis 2018 Schöllenbacher Wehrführer. Dafür soll er in einer kommenden Sitzung zum Ehrenwehrführer ernannt werden, erläuterte Stadtverordneten-Vorsteherin Katharina Riesinger. Bei einer Gegenstimme wurde dies vom Gremium so gutgeheißen.