Derbe Komödien kommen immer an: Duppe-Theater in Hetzbach begeistert die Gäste

„Die Resonanz war wieder unwahrscheinlich“, freut sich Ralf Müller. Zwei Mal spielte das Duppe-Theater, dem er seit der Gründung 2011 angehört, das Stück „Tür an Tür mit Alize“ in der ausverkauften Krähberghalle. Die Zuschauer lachten sich einen Ast bei dem Lustspiel in drei Akten von Erich Koch. Genau das passende Programm für Leute, „die einen unbeschwerten Abend verleben wollen“. Da sind sie bei der Theatergruppe genau richtig. Denn die setzt auf Spaß ohne Ende. Dafür braucht es nicht einmal einen Regisseur. Das Kollektiv entscheidet.

Neun Laienschauspieler, eine Souffleuse, drei in der Maske und zwei Techniker entweder aus Hetzbach oder mit Bezug dahin: Sie stemmen an beiden Abenden vor jeweils 250 Zuschauern die Komödie. Die wiederum kommen beleibe nicht nur aus der Ober-, sondern auch aus der Unterzent und sogar aus dem Überwald angefahren, um der fröhlichen Gruppe bei ihrem lustig-derben Stück zuzuschauen. Natürlich helfen die Partner mit, ist man gemeinsam am Bühnenbild beteiligt. Apropos gemeinsam: Regie führte „alle“, wie es im Programmheft nachzulesen ist. Der Singkreis als Veranstalter kümmert sich um die restliche Organisation, besorgt auch die Bewirtung.

„Urgestein“ Ralf Müller spielte früher in Sensbach Theater. Als die Handschuhsheimer Thalia, zuvor in Hetzbach lange Jahre bei den Theaterabenden präsent, aus Altersgründen aufhörte, drohte diese Institution zu sterben. „Das darf nicht sein“, war der Tenor aller Beteiligten. Es war sehr einfach, eine eigene Truppe auf die Beine stellen, sagt Müller. „Ich habe nicht ein Nein gehört. Schwupps waren wir zehn Leute“, lacht er. Insgesamt kommt das Ensemble seit 2011 auf 23 Mitspieler. Zuerst unter dem Dach des Singkreises, gründete man später einen eigenen Verein.

Wenn mal jemand ausscheidet, ist es kein Problem, aus dem Ort einen neuen Akteur zu finden, sagt Susanne Seip. „Die Begeisterung und Motivation nimmt immer mehr zu.“ Als Laienspielgruppe steht der Spaß im Vordergrund, betont sie. Die Faszination des Theaterspielens? Es ist der Zusammenhalt in der Gruppe, die Freundschaft untereinander, hebt sie hervor. „Jeder kommt ein wenig aus dem Alltag raus.“ Nach den Proben „sitzen wir genausolang nochmal zusammen“, steht das gemütliche Beisammensein ebenso im Vordergrund.

Es gibt keinen Regisseur, ergänzt Ralf Müller. „Jeder kann sich seine Rolle selbst aussuchen und ausgestalten“, erläutert er. Handlungsanregungen und –veränderungen werden gemeinsam besprochen. „Wir streiten und diskutieren zusammen“, schmunzelt er. Aufgeführt werden schon seit Beginn immer Lustspiele, „die derb rüberkommen“. Die wollen die Zuschauer sehen. Die Darsteller haben auch kein Problem damit, „sich ein Stück weit zum Affen zu machen“, scherzt Müller, wenn es der Belustigung der Gäste dient. „Das können wir“, meint Susanne Seip trocken.

Über ihren Erfolg sind die Laienschauspieler manchmal selbst überrascht. „Die Leute lachen sich einen ab, sodass wir fünf Minuten warten müssen, bis sie sich beruhigt haben“, hat Seip beobachtet. Und das bei Szenen, bei denen die Truppe im Vorfeld noch unsicher war, ob sie überhaupt zünden. „Die Handlung ist nicht das Entscheidende, es muss ‚Action‘ sein“, grinst Müller. Denn der Erzählstrang ist manchmal so flach, „dass ich nach den ganzen Proben trotzdem nicht weiß, worum es eigentlich geht“, witzelt er.

Dazu kommen die gängigen Klischees, die genussvoll bedient werden: biestige Frauen, dummdreiste Männer, die Deppen aus dem anderen Tal. Denn Lokalkolorit ist wichtig. Wenn Leute aus Gammelsbach, Etzean oder Rothenberg durch den Kakao gezogen werden, „kommt das super an“, hat Müller festgestellt. Wenn eine Aufführung vorbei ist, geht es an die Organisation der neuen Skripte. Die Proben starten dann im Sommer und werden bis kurz vor Termin immer häufiger. Drei Mal die Woche dürfen die Darsteller ran. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Die Halle tobt.

Advertisements

Konzertdebüt von „SacraBanda“ in Eberbach – Programm „Make my Day“ mit Stuttgarter „Chor-Connection“ am 25.10.

Der Chor „SacraBanda“ konzertiert zusammen mit der Stuttgarter „Chor-Connection“ am Sonntag, 25. Oktober, um 18 Uhr in der Kirche St. Johannes Nepomuk Eberbach. Bereits vor kurzem traten beide Chöre gemeinsam in Stuttgart auf und bescherten dem Publikum mit ihrem Programm „Make my Day“ einen mitreißenden Abend. Für „SacraBanda“ ist es das erste öffentliche Konzert in Eberbach. Bislang war der frühere Singkreis fast ausschließlich in katholischen Gottesdiensten zu besonderen Anlässen aktiv. Nun formierte sich SacraBanda zusammen mit Projektsängern im vergangenen Dreivierteljahr neu und erarbeitete gemeinsam mit der Chor-Connection Musik aus den Bereichen Jazz, Pop und Gospel. Als besonderes Highlight des Abends tritt die Soulsängerin Sannah König auf. Begleitet werden die Musiker von einer professionellen Jazz-Combo aus Stuttgart: Michael Spors (Piano), Joel Locher (Bass) und Sebastian Brauchle (Drums) sorgen für den nötigen Groove. Die Leitung hat Bezirkskantor Severin Zöhrer. Karten zu 8 Euro (ermäßigt 4 Euro) sind an der Abendkasse erhältlich.