„Ortsverbindungsstraße“ ist immer für einen Aufreger gut

. „Ortsverbindungsstraße“ Reußenkreuz-Bullau hieß der Tagesordnungspunkt auf der vergangenen Sitzung des Ortsbeirats Sensbachtal. „Für uns ist das eine“, betonte Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann. Deshalb wählte man den Begriff bewusst. Im Gegensatz zur Meinung der Stadtverwaltung, die in dieser Strecke „nur“ einen Waldweg sieht, beharren die Sensbachtaler auf ihrer verbindenden Funktion Richtung Gebhardshütte und Bullau.

Die Straße war im vergangenen Jahr für den allgemeinen Verkehr gesperrt worden, der Ortsbeirat will sich damit aber nicht abfinden. Deshalb fand sie auch wieder den Weg auf die Tagesordnung. Zurecht, wie sich herausstellte. Denn das Gutachten des hessischen Städte- und Gemeindebundes, vor längerer Zeit von der Verwaltung angefordert, liegt dort inzwischen vor, erfuhren die Mandatsträger.

Was gleich nochmal zu Unzufriedenheit führte, dass man darüber nicht schon vorher informiert worden war. Das hatte damit zu tun, so die Auskunft, dass noch eine Stellungnahme des Grafenhauses fehlt, in dessen Besitz die Straße war, bevor sie die frühere Gemeinde Sensbachtal übernahm. Die alten Akten, so Kuhlmann, sind nicht eindeutig. Ein Status in früheren Zeiten lässt sich daraus nicht zweifelsfrei herauslesen.

Ähnlich langwierig gestaltet sich auch die geplante Sanierung der Sporthalle in Unter-Sensbach. Die war schon in der ehemals selbständigen Gemeinde angedacht und quasi in trockenen Tüchern. Doch wollte man damals der Fusion nicht vorgreifen. Hätte man nur: Denn die Kosten sind in den vergangenen beiden Jahren steil nach oben gegangen. 450.000 Euro waren veranschlagt. Inzwischen rechnet man mit einer Steigerung um 20 Prozent, erfuhr der Ortsbeirat, plus noch bestimmte Posten, die zuerst nicht auf der Rechnung waren.

Dem Ortsbeirat ist trotzdem daran gelegen, endlich in die Gänge zu kommen. Denn ein Drittel der Maßnahme wird über Fördermittel finanziert, die laut Kuhlmanns Kenntnisstand bis Ende 2020 abgerufen werden müssen. Daneben ist die 50 Jahre alte Halle quasi noch im Originalzustand. Energetisch muss dringend nachgebessert werden, auch die Sanitäranlagen bedürfen einer Auffrischung.

Auf knapp 2000 Euro beläuft sich das Budget des Ortsbeirats. Gäbe es nicht nur eines für alle drei Gemeinden des Sensbachtals zusammen, sondern drei Budgets für jede, „dann hätten wir die doppelten Mittel“, bedauert der Ortsvorsteher nach wie vor die Entscheidung, eine Pauschale pro Gremium und nicht pro Stadtteil festzusetzen. Umso mehr ist dem Ortsbeirat daran gelegen, die Gelder sinnvoll einzusetzen und auszuschöpfen.

Angedacht ist die Mitfinanzierung eines Glockenturms auf dem Hebstahler Friedhof. Man will sich dazu in Gammelsbach informieren, wo die Maßnahme mit viel Eigenleistung auf die Beine gestellt wurde. Denn ein erster Kostenvoranschlag war jenseits von Gut und Böse. Im Fokus ist auch die Erneuerung des Treppengeländers am Dorfgemeinschaftshaus Hebstahl im Rahmen des Budgets, da die Stadt sie dieses Jahr noch nicht auf dem Plan hat. Mit einer Beteiligung an Projekten des Geo-Naturpark muss man noch bis 2021 warten, kristallisierte sich auf der Sitzung heraus.

Ein Projekt für den Freiwilligentag am 14. September gibt es schon: Die Freiwillige Feuerwehr will wieder am Panoramaweg zu Werke gehen, die Aussicht freischneiden und Bänke reparieren. Seitens des Ortsbeirats hat man auch noch Projekte im Hinterkopf. Ein Gemarkungsrundgang, der im vergangenen Jahr ausfiel, ist für den Herbst in der Planung. „Wir suchen noch einen Termin“, sagte der Ortvorsteher.

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Sanierung der Sporthalle in Unter-Sensbach ist dringend erforderlich

„Die Sanierung der Sporthalle wird im Dorf sehnlichst erwartet“, verdeutlichte Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann die Dringlichkeit. Er stellte bei der Ortsbeiratssitzung weiterhin heraus, dass die Planungen dafür schon einige Jahre laufen und nicht erst mit der Fusion aufgekommen sind. „Die Maßnahme ist erforderlich“, betonte er.

Laut Ex-Bürgermeister Egon Scheuermann wurden die notwendigen Mittel noch von der ehemaligen Gemeinde Sensbachtal für den diesjährigen Haushalt angemeldet. Sie werden zwar in 2018 nicht mehr gebraucht, aber dann nach 2019 geschoben. Um die Details zu erläutern, waren Architektin Steffi Holschuh und Stadtbaumeister Peter Bauer ebenfalls zur Sitzung gekommen.

Die Halle wird Scheuermann zufolge nicht nur für Sportzwecke stark genutzt, sondern auch für kulturelle Veranstaltungen. 2010 dachte man im Rahmen des Konjunkturprogramms schon einmal über die Sanierung nach, stellte sie aber dann zurück. Ende 2016 kam das Thema im Rahmen des kommunalen Investitionsprogramms (KIP) wieder auf. Die energetische Sanierung mit Austausch der Glasbausteine, der Beleuchtung und der Sanitäreinrichtungen stand zuerst im Fokus.

Im vergangenen Jahr befasste sich die Gemeindevertretung dann intensiver mit der Thematik. Unter anderem wurde die Sporthalle Rothenberg mit ihrer Deckenstrahler-Heizung in Augenschein genommen. Fazit: „Wir wollten unsere Halle ganzheitlich angehen“, so Scheuermann. Elektro, Nebenräume, Boden und Heizung kamen mit in die Überlegungen hinein. In der ersten Variante mit nur zwei Gewerken kam man auf 196.000 Euro Gesamtkosten, wovon übers KIP-Programm 144.000 Euro gefördert werden.

Die große Variante beziffert sich nun auf 444.000 Euro inklusive der Baunebenkosten. Die Rest-Mittel von 300.000 Euro könnten aus dem 90-prozentigen Investitionszuschuss der Hessenkasse bestritten werden oder aus Oberzent-Eigenmitteln, so der ehemalige Bürgermeister. Alle Redner warben um Verständnis bei den örtlichen Vereinen und Organisationen für die damit verbundene Schließung. „Fastnacht muss auf jeden Fall noch stattfinden“, so Scheuermann.

Die bisherigen Glasbausteine sollen gegen dreiteilige Alufenster mit Kippfunktion ausgetauscht werden, erläuterte die Architektin. Auf der Südseite soll es zusätzlich die Möglichkeit zur Verschattung geben, im Eingangsbereich einen Windfang. Diese 69.000-Euro-Nettovariante könnte um 25.000 Euro günstiger werden, wenn spezielle Fensterelemente verwendet werden, die weniger Licht und Wärme durchlassen.

Handlungsbedarf besteht auch bei der Anlagentechnik. „Zuerst haben wir auf einen Durchlauferhitzer gesetzt“, so Holschuh. Allerdings sitzt an der Leitung ein Haushalts-Wassermesser, der nicht verwendet werden darf. Bei einem entsprechenden Umbau „wäre der Hausmittelraum zu klein. Da ist kein Platz für eine Heizung.“ Die Idee: zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn im Gemeindezentrum ist eine alte Heizanlage drin, die man erneuern und durch eine Fernleitung mit der Halle verbinden könnte. Zuerst für Warmwasser, dann in spe auch für die Heizung. Kosten der großen Variante: netto über 250.000 Euro.

Wenn eine Deckenstrahler-Heizung wie in Rothenberg eingebaut wird, dann beläuft sich diese auf etwa 67.000 Euro. Dazu noch Sanitärarbeiten mit 26.500 Euro, LED-Beleuchtung, Erdarbeiten, Elektroinstallation: Es leppert sich, legte die Architektin den Mandatsträgern beim Ortstermin dar. Dazu kommt der Boden: „Wenn wir sowieso alles anpacken, dann müssen wir auch die Innenräume wiederherstellen“. Außerdem stehen Trockenbau- und Schreinerarbeiten an. Somit kam sie auf 386.000 Euro Bau- plus etwa 15 Prozent Nebenkosten.

„Ich halte nichts von Stückwerk“, betonte Holschuh. Ihr ist es am liebsten, alles am Stück durchzuziehen, die Maßnahmen öffentlich rechtzeitig zu kommunizieren und mit den Nutzern abzusprechen. Darauf wies auch Manfred Heiss hin. Aufgrund der Vorlaufzeit rechnet sie mit einem Baubeginn frühestens im kommenden Frühjahr mit Kernzeitraum Sommerferien.

 

Unter-Sensbacher Sporthalle soll umfassend saniert werden

Bei der Sanierung der Sporthalle soll es kein Stückwerk geben, sondern den großen Wurf. Deshalb wurden die ursprünglichen Einzelmaßnahmen noch einmal überarbeitet und jetzt mit möglichen Erweiterungen von der Beerfeldener Architektin Steffi Holschuh der Gemeindevertretung in Grundzügen vorgestellt. Bisher war geplant gewesen, mit Mitteln aus dem kommunalen Investitionsprogramm (KIP) die Glasbausteine auszutauschen und vor allem den Sanitärbereich zu erneuern.

Für diese Maßnahmen mit 196.000 Euro Kosten bekommt Sensbachtal einen Landes- und Bundeszuschuss von 123.000 Euro. Der Bescheid dafür war bereits Mitte des Jahres übergeben worden. Scheuermann hob hervor, dass ohne die Inanspruchnahme beider Programme die Maßnahme gar nicht möglich wäre. Während es bei den Landesmitteln vorrangig um die energetischen Maßnahmen ging, „ist das Drumherum ohne den Bundeszuschuss nicht machbar“.

„Wir wollen die Halle aber ganzheitlich anpacken“, so Bürgermeister Egon Scheuermann. Dafür soll jetzt etwa fast Doppelte der Summe, 350.000 Euro, verteilt über zwei bis drei Jahre in die Hand genommen werden. Das Gebäude hat knapp 50 Jahre auf dem Buckel und ist deshalb in mehreren Bereichen sanierungsbedürftig. So ist unter anderem die Elektrik noch auf dem Stand der Endsechziger-Jahre.

Die installierte Luftheizung ist nach den Worten von Scheuermann „sehr schwerfällig“. Eine Deckenstrahlerheizung, wie sie auch in Rothenberg zum Einsatz kommt, stieß auf das Interesse der Sensbachtaler. Außenputz, Anlagentechnik und Nebenräume sind weitere Arbeitsschritte, die man nach und nach angehen will. Außerdem wurde festgestellt, dass der Hallenboden an mehreren Stellen nachgibt und vielleicht auch eine Auffrischung braucht.

Es ist natürlich kein Klacks, die restlichen Gelder aufzubringen. Zum einen sollen angesparte Eigenmittel dafür verwendet werden. Zum anderen prüft man derzeit noch andere Fördertöpfe. Für die Außenarbeiten kommt laut Bürgermeister vielleicht ein KfW-Darlehen in Frage. Auf jeden Fall „sind die KIP-Mittel ausgereizt“. Er machte klar, dass die Beratungen über alle Maßnahmen erst begonnen haben. „Wir werden uns noch intensiv damit befassen“, sagte Scheuermann.

Die Sporthalle wurde laut Scheuermann Ende der 1960er Jahre mit viel Eigenleistung gebaut. Hauptnutzer ist der örtliche TSV, aber auch die Grundschule ist des Öfteren mit ihren Aktivitäten vertreten. Außerdem wird die Halle für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Denn sie ist der einzige Raum in der Gemeinde, der Platz für bis zu 200 Personen bietet. „Sonst haben wir in den Ortsteilen nur kleinere Kapazitäten“, sagte er.

Fürs südliche Dach der Sporthalle ist darüber hinaus eine Photovoltaikanlage im Gespräch. Da die Hallennutzung aber eher abends geschieht, will man schauen, ob damit zusätzlich der Strombedarf in der Gemeindeverwaltung abgedeckt werden könnte. Dazu müsste eine Verbindung geschaffen werden. Die Beleuchtung soll außerdem auf LED umgestellt werden. Auch wird dem Bürgermeister zufolge überlegt, ob im Zuge einer Erneuerung des 26 Jahre alten Heizkessels in der Gemeindeverwaltung die Sporthalle mit angeschlossen werden könnte. Dann ließen sich auch Leerrohre in anderer Richtung für den Solarstrom legen.

Die Renovierung der Sporthalle mit Hilfe von Zuschüssen war laut Scheuermann schon einmal in den Jahren 2009/10 angedacht. Doch die finanziellen Mittel reichten damals nicht aus, erläuterte er. Stattdessen wurde dann ein Fahrstuhl ans Gemeindezentrum angebaut. Dessen Nutzung durch Vereine und die ältere Bevölkerung habe im Anschluss auch stark zugenommen, freute sich der Bürgermeister über die erfolgreiche Maßnahme.