Außenarbeiten an der Rothenberger Sporthalle stehen aus

Innen ist die Sporthalle seit vergangenem Jahr frisch saniert und erstrahlt in neuem Glanz. Außen muss noch ein bisschen nachgebessert werden. Die anstehenden Außenarbeiten um das prägnante Gebäude auf der Hirschhorner Höhe erläuterte jetzt Ortsvorsteher Jürgen Sauer in der Sitzung des Ortsbeirats. Demnach sind die Maßnahmen bei der Stadt Oberzent „bereits in Planung und werden zeitnah angegangen“. Geplant ist die Ausschreibung zusammen mit den Arbeiten am Gammelsbacher Weg für das unterhalb liegende Baugebiet Alt-Schulzenfeld.

Die Bestuhlung der Sporthalle steht ebenfalls noch aus. Stühle und Tische wurden in der Vergangenheit bereits ausgewählt und die Beschaffung beschlossen, erläuterte Sauer. Im Zuge der Fusion und den damit verbundenen zahleichen Vorbereitungen ging dies aber etwas unter, berichtete er. Ein Wandschrank mit integrierten Kühlschränken für den Schulungsraum wurde ebenfalls noch nicht beschafft. Jetzt sei die Beantragung der Beschaffung über den Oberzent-Magistrat notwendig, so Sauer, und soll angegangen werden.

Der Ortsvorsteher stellte auf der Sitzung auch das Programm „Starkes Dorf“ vor. Fördermittel zwischen 1000 und 5000 Euro stehen pro Kommune zur Verfügung. „Ideen können beim Ortsbeirat Rothenberg eingehen“, forderte er die Bürger zur Mitwirkung auf. Ortsbeirat Jens Beisel will sich darum kümmern, dass die Info-Unterlagen an die Vereine weitergeleitet werden.

In dieses Programm fällt auch eine Bürgeranfrage. In der geht es darum, ein Sonnensegel oder einen Marktschirm für den Rothenberger Friedhof zu beschaffen. Denn die Trauergemeinde ist bei Beerdigungen starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt, wurde moniert. Der Antrag für einen „mobilen Mehrzweck-Sonnenschutz“ soll im Projekt „starkes Dorf“ bis September durch den Ortsbeirat beantragt werden.

Eine Grünschnittannahme nur jeden zweiten Samstag reicht im Sommerhalbjahr nicht aus, beklagte ein anderer Bürger. Der Ortsbeirat nahm dieses Thema auf. Gewünscht wird ein zusätzlicher wöchentlicher Termin am Rothenberger Bauhof nur für die Grünschnittannahme. „Nichts anderes“, betonte Sauer. Dies sei umweltfreundlicher als wenn die Rothenberger wegen des Grünschnitts extra zur Kompostieranlage Beerfelden fahren.

Der Ortsvorsteher machte deutlich, „dass die Bürger nicht genau dann mähen können, wenn kurz danach der Grünschnitt angenommen wird“. Bei einer zweiwöchentlichen Annahme „schimmeln und stinken“ die Pflanzenreste jedoch irgendwann. Vom Ortsbeirat wird nun ein Antrag an den Magistrat gestellt, in den Monaten Mai bis September mögliche Alternativen zu prüfen: entweder jeden Mittwoch von 7 bis 8 oder von 17 bis 18 Uhr oder samstags von 11 bis 12 Uhr den Bauhof für die Annahme zu öffnen.

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Die Sporthallen-Sanierung in Rothenberg ist zu Ende: Freiwillige Helfer waren ständig aktiv

Das lange Kapitel Sporthallen-Sanierung ist zu Ende. Schon 2015 starteten die Arbeiten mit dem Abbruch der Nebenraumspange, ab 2016 ging es dann renovierungsmäßig in die Vollen. Seit Ende vergangenen Jahres erstrahlt der Bau in neuem Glanz – auch dank vieler ehrenamtlicher Tätigkeiten, die federführend von SG, MGV und Feuerwehr, aber ebenso zahlreichen Bürgern geleistet wurde. Jetzt gab es eine durch und durch musikalische Einweihung mit Blick auf Arbeiten.

Noch nie hatte man es in der Vergangenheit geschafft, alle Musik treibenden Organisationen der ehemaligen Gemeinde für einen gemeinsamen Auftritt zu vereinen. Jetzt war dieser „historische“ Moment anlässlich der Einweihung da, worüber sich der frühere Bürgermeister Hans Heinz Keursten sehr freute. Er war es auch, der zusammen mit Verwaltung und Parlament die Sanierung des Gebäudes vorangetrieben hatte. Etwa eine Million Euro floss in den vergangenen Jahren in den Umbau.

Keursten blickte in seiner Bilderpräsentation zurück auf die ersten Jahre. Schon damals wurde der Gemeinschaftssinn im Höhendorf hoch gehalten. Der MGV plante 1971 die Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen. Allerdings wäre die Halle nicht rechtzeitig fertig geworden. Unter Federführung der SG sei 1969 mit dem Neubau begonnen worden. Mit vereinten Kräften wurde dann die Halle hochgezogen, ein „hervorragendes Beispiel für Gemeinschaftsarbeit“.

Vor 47 Jahren entstand laut Keursten „ein Bauwerk, auf das alle stolz waren“. Aber auch das kam irgendwann in die Jahre und wurde renovierungsbedürftig. Heizung, Sanitär, Türen, Fenster und Isolierung mussten den heutigen Erfordernissen angepasst werden. Bereits 2004 gab es ein erstes Zusammentreffen in dieser Hinsicht, dem 2005 ein Raumkonzept folgte. 2006 kam ein neues Dach inklusive Isolierung auf die Halle, 2009/2010 folgte der Umbau der West- und Südfassade. Mit der neuen Glasfassade öffnete sich dann der Blick in den Ort.

Planungsmäßig richtig in die Vollen ging es 2014 mit einem neuen Rahmenkonzept. Mit dem Abbruchmaterial der Nebenraumspange wurde der gegenüber liegende Parkplatz angelegt, erläuterte der Bürgermeister. Im folgenden Jahr entstanden Bodenplatte und Holzrahmenvorbau, wie immer mit vielen Eigenleistungen – wie auch die komplette Elektroanlage. Die anderen Gewerke schlossen sich nach und nach an.

Rothenberger Firmen übernahmen dabei nicht nur etliche Aufträge, sondern ihre Mitarbeiter brachten sich außerhalb der Arbeitszeit auch noch ehrenamtlich in die Sanierung ein. „Die freiwilligen Helfer waren ständig an irgendeiner Stelle aktiv“, sagte Keursten. Natürlich, sagte er schmunzelnd, lief es nicht immer rund. Es gab mal Verzögerungen, Unstimmigkeiten oder Abstimmungsprobleme.

„Aber wir haben es geschafft“, blickte Keursten auf das große Ganze: aus einer in die Jahre gekommenen Halle „ein Schmuckstück zu machen“. Das zeige eindrucksvoll, zu welchen Leistungen eine Dorfgemeinschaft fähig sei. „Jeder sah die Notwendigkeit und packte an“, so Keursten. Dazu gab es Unterstützung aus dem Ort auf allen möglichen Ebenen. Exemplarisch nannte er die Metzgerei Beisel und Jehle, die die Helfer jeden Arbeits-Samstag kostenlos verköstigte. Und davon gab es nicht wenige.

„Es war wie ein Uhrwerk, bei dem jedes kleine Rädchen ineinander greift“, sagte der Bürgermeister. Er hob die große Spende der Theatergruppe hervor, die aus ihren drei Aufführungen 2300 Euro zusammentrug. Das Geld soll für die Anschaffung einer Kletterwand verwendet werden. Der Erlös aus der Bewirtung während der Einweihung plus der Inhalt einer Spendenbox soll für neue Geräte verwendet werden.

Aus den Aufführungen stach farbenprächtig die Grundschule Rothenberg heraus. Sie führte Teile des Musicals „Kweal Kwela“ auf, das sie bereits im vergangenen Jahr dargeboten hatte. Schulleiterin Angela Assmann dankte den jetzigen Fünftklässlern für die Unterstützung. Beim Titel handelt es sich ihren Worten zufolge um einen Musikstil aus Südafrika „mit Flöten und viel Rhythmus“. Er entstand in den 70er Jahren in den Townships.

Weitere Mitwirkende: Posaunenchor, Jungbläser, MGV Ober-Hainbrunn, Gemischter Chor Finkenbach, Chorgemeinschaft Rothenberg-Kortelshütte, evangelischer und evangelisch-lutherischer Kirchenchor, Posaunenchöre, Pfarrer Reinhold Hoffmann und Eberhard Kramme, Bewirtung Feuerwehr und SG, Blumendeko Ingrid Braun.

Photovoltaikanlage auf dem Dach der Unter-Sensbacher Sporthalle rechnet sich

Eine Solaranlage auf dem Süddach der Sporthalle rechnet sich. Der Klimaschutzmanager des Odenwaldkreises, Eric Maercker, stellte auf der Gemeindevertretersitzung der Vorzüge einer solchen Photovoltaikanlage mit 17 kW Peak auf dem Gebäude vor. Seinen Worten zufolge könnte die Gemeinde während einer 20-jährigen Laufzeit damit 20.000 Euro gegenüber einem herkömmlichen Strombezug sparen. Die Investitionskosten halten sich in Grenzen.

Im Gremium gab es noch erheblichen Informationsbedarf, deshalb füllte sich die „To-Do-Liste“ auf dem Block von Bürgermeister Egon Scheuermann immer mehr. Die grundsätzliche Bereitschaft bestand allerdings bei den Gemeindevertretern. Ihnen ging es vielmehr darum, ob nicht der Bau und Betrieb in Eigenregie Sinn machen könnten. Dazu fehlen aber noch Sonneneinstrahlung und Herstellungskosten. 25.000 Euro standen hier im Raum.

Maercker erläuterte, dass er im Vorfeld der Sitzung noch ein Gespräch mit der Energiegenossenschaft Odenwald (EGO) hatte, die nach dem vorgestellten Modell als Bauherr und Betreiber fungieren würde. „Mit der Nutzung der Anlage stehen Sie nicht schlechter da, als wenn Strom aus dem regulären Netz bezogen würde“, sagte er. Im Gegenteil: Die Preise blieben in den kommenden Jahren stabil, während sie sonst – im Schnitt der letzten Zeit – immer weiter anstiegen.

Als weiteren Vorteil nannte der Klimaschutzmanager, „dass die Energie vor Ort produziert wird“. Eine dezentrale Erzeugung statt Bezug aus vielen Kilometer entfernten Kraftwerken sei immer die bessere Variante. „Wir stellen das Dach zur Verfügung“, sagte Bürgermeister Egon Scheuermann. Der Strompreis werde für die Vertragslaufzeit festgeschrieben. Größter Abnehmer sei die Gemeindeverwaltung, weil sie tagsüber Strombedarf habe. Die Sporthalle sei nicht lohnend, da sie vor allem abends genutzt werde.

Zur Kalkulation hatte Maercker einen jährlichen Stromverbrauch von fast 11.000 kWh herangezogen. Aktuell ergebe sich bei einem Strompreis von 27 Cent/kWh inklusive Grundkosten eine Ersparnis von mindestens 300 Euro im Jahr. Denn der Solarstrom koste die Gemeinde nur etwas mehr als 24 Cent/kWh. Selbst wenn die Sonne nicht so oft scheine und man weniger beziehe, „gibt es immer noch Vorteile“.

Der Klimaschutzmanager machte danach die Rechnung ständig steigender Energiepreise auf. Bei zwei Prozent im Jahr kam er somit auf 20.000 Euro Ersparnis in 20 Jahren, entsprechend mehr bei größeren Erhöhungen – bei vier Prozent 38.000 Euro. Der Bezug von Solarstrom bildet nach seinen Worten „eine Absicherung gegen höhere Strompreise“.

Um im Rathaus von der lachenden Sonne profitieren zu können, wären laut Maercker Tiefbauarbeiten mit Kosten von 3000 Euro nötig, um eine Leitung von der Sporthalle her zu verlegen. Hier gibt es laut Scheuermann aber die Hoffnung auf Synergieeffekte, weil an beiden Gebäuden sowieso energetische Sanierungen anstehen, die dann über Förderprogramm zumindest teilweise abgedeckt sind.

„Es lohnt sich auf jeden Fall“, betonte Maercker. Laut EGO sei die Anlage wirtschaftlich. Das „Elegante“ an der jetzt vorgestellten Lösung sei, dass die Gemeinde bei Störungen nicht in der Haftung sei, kein Geld in die Hand nehmen oder Personal vorhalten müsse. Deshalb empfahl er gerade einer kleinen Kommune wie Sensbachtal mit wenig eigenen Finanzmitteln diese Rundum-Sorglos-Variante.

Aus der Runde kam noch die Anregung, trotzdem einen Betrieb in eigener Regie zu prüfen, um alle finanziellen Vorteile daraus ziehen zu können. Mit einem möglichen Stromüberschuss könnte doch auch die Warmwasser-Erwärmung für die Sporthalle erfolgen, lautete eine weitere Anregung. Und vielleicht auch zusätzlicher Bedarf am Kindergarten abgedeckt werden. Viele Fragen, um deren Beantwortung sich Scheuermann kümmern will.

Die Mammutaufgabe Sporthallensanierung ist in Rothenberg praktisch gelaufen

Für Vereine, Schulen und Kindergarten geht eine lange Durststrecke zu Ende: Nach den Sommerferien können sie die Rothenberger Sporthalle wieder nutzen. Dann sind die zweijährigen Generalsanierungsarbeiten beendet. Die starteten im August 2015 mit dem Abbruch des bisherigen Bodens. Seitdem wurde über eine Million Euro in das 50 Jahre alte Bauwerk gesteckt. Dazu kamen Eigenleistungen in Höhe von 70.000 Euro durch Ehrenamtliche, zum großen Teil aus den örtlichen Vereinen.

Die Ausrichtung des Kreisjugendfeuerwehrtags durch die Rothenberger Brandschützer gab den Arbeiten einen ungewollten Schub, erläuterte Architektin Stefanie Holschuh. „Eigentlich wären wir bei normalem Verlauf erst Richtung September fertig geworden“, sagte sie. Nun musste es Ende Juni sein. Und es war eine Punktlandung.

Kleinere Arbeiten finden noch über die Sommerferien statt. „Es sind noch nicht alle Wasserhähne montiert“, lachte Bürgermeister Hans-Heinz Keursten. Denn es hakte mit der Lieferung. Damit beim Eintreffen der Jugendwehren aus dem Odenwaldkreis alles blitzt, nahmen auch die Rothenberger Floriansjünger wie Vereinsvorsitzender Benjamin Götz den Besen in die Hand.

Bei den letzten Restarbeiten ist sich eh keiner für irgendeinen Handgriff zu schaden. Architektin Holschuh klebte die Männlein- oder Weiblein-Schilder an den Toilettentüren auf, noch ein paar Helfer sausten durch die Gänge. Die Handwerker schlossen ihre Arbeiten in der Woche zuvor ab. In einer Großputzaktion waren die Ehrenamtlichen in der gesamten Halle tätig, schrubbten sogar die Decke ab. „Die Grundreinigung war eine echte Herausforderung“, so Keursten.

„Die Eigenleistungen sind so gut wie alle durch“, sagte Holschuh. Im vergangenen Vierteljahr „haben wir alles stark beschleunigt“. Dem Estrich wurde ein Mittelchen beigemischt, damit er nicht in vier bis sechs Wochen sondern schneller trocknete. Damit konnte der Innenausbau mit Fliesen- und Malerarbeiten schneller von statten gehen. Nach Ostern war der Estrich begehbar.

Sanitär, Trockenbau und Decke wurden im Anschluss fertiggestellt. Elektroarbeiten geschahen in Eigenregie. Wie auch der Anstrich einer Wand und der Einzug einer weiteren Ebene ins Stuhllager. „Die Türen kamen vergangene Woche rein“, hob Holschuh den genau eingetakteten Zeitplan hervor. Wenn die Jugendfeuerwehren wieder abgerückt sind, kommt noch der Feinschliff. Neben den Wasserhähnen fehlt im Eingangsbereich auch noch die Wandverkleidung.

Als besondere Herausforderung bezeichnete die Architektin den Heizungseinbau. Denn an den Wänden der Sporthalle war kein Platz dafür. Somit wurde diese an der Decke angebracht, was aber wiederum eine Abklärung der statischen Gegebenheiten mit sich brachte. 40 Kilo pro Quadratmeter waren das höchste der Gefühle. Es passte mit Beleuchtung, Akustik und Heizung. Die Gelder dafür flossen aus dem kommunalen Investitionsprogramm.

Wie Keursten erklärte, wurde die Halle seit etwa zehn Jahren in drei Bauabschnitten saniert. „Bis auf den Boden haben wir alles ausgetauscht.“ Zuerst kam das Dach inklusive der Dacherhöhung dran. Es folgte die Außenfassade, ehe vor zwei Jahren der letzte, aktuelle und größte Abschnitt startete. Den musste die Gemeinde haushaltstechnisch auf drei Jahre strecken, weil er sonst finanziell nicht zu schultern gewesen wäre.

Der Sanitär-, Eingangs- und Umkleidebereich Richtung Osten wurde zum einen modernisiert, zum anderen ausgedehnt. Die komplette Fläche wurde auf die Flucht des bisherigen Eingangs nach außen gezogen. So entstanden insgesamt 400 Quadratmeter zusätzliche Fläche. „Die 530 Quadratmeter große Sporthalle bekommt durch den Umbau einen völlig anderen Charakter“, sagte Keursten. Ein großes Plus seien die besseren, zeitgemäßen Sanitär- und größeren Umkleideräume. Dazu entstand ein neuer Mannschaftsraum für die Feuerwehr mit 70 Quadratmetern.

Info: Die offizielle Einweihung der sanierten Sporthalle ist für Samstag, 4. November, zusammen mit allen Vereinen aus dem Ort geplant.

Fördermittel von Bund und Land ermöglichen Sporthallen-Sanierung in Sensbachtal

Hinter zwei Arbeitsmappen mit dem Hessen-Wappen obendrauf verbarg sich eine erkleckliche Summe Geld: Förderbescheide in Höhe von 123.000 Euro aus dem kommunalen Investitionsprogramm (KIP) hatte Staatssekretär Thomas Metz mit nach Sensbachtal gebracht, um sie dort Bürgermeister Egon Scheuermann und der Ersten Beigeordneten Jutta Haas zu überreichen. Zugute kommt das Geld der sanierungsbedürftigen Sporthalle.

Die wurde laut Scheuermann Ende der 1960er Jahre mit viel Eigenleistung gebaut. Hauptnutzer ist der örtliche TSV, aber auch die Grundschule ist des Öfteren mit ihren Aktivitäten vertreten. Außerdem wird die Halle für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Denn sie ist der einzige Raum in der Gemeinde, der Platz für bis zu 200 Personen bietet. „Sonst haben wir in den Ortsteilen nur kleinere Kapazitäten“, sagte er.

Die Renovierung mit Hilfe von Zuschüssen war laut Scheuermann schon einmal in den Jahren 2009/10 angedacht. Doch die finanziellen Mittel reichten damals nicht aus, erläuterte er. Damals wurde dann ein Fahrstuhl ans Gemeindezentrum angebaut. Dessen Nutzung durch Vereine und die ältere Bevölkerung habe im Anschluss auch stark zugenommen, freute sich der Bürgermeister über die erfolgreiche Maßnahme.

Das aktuelle KIP-Programm kommt dem kleinen Ort mit seinen 950 Einwohnern und schmalem Geldbeutel „sehr gelegen“, um die Sanierung nun doch anzugehen. Denn trotz „nicht so üppiger Finanzmittel“ muss die Infrastruktur in Schuss gehalten werden. An der Sporthalle gibt es so einiges nach 50 Jahren auf Vordermann zu bringen. So ist sie noch mit Glasbausteinen ausgestattet, ist die Beleuchtung von anno dazumal oder die sanitäre Ausstattung auf dem Stand Ende der 60er. „Es gibt noch die Druckspender in den Toiletten“, schmunzelte der Bürgermeister.

Metz bezeichnete die Ertüchtigung der Sporthalle als „klassische Maßnahme aus dem KIP“. Das Programm sei mit einer Milliarde Euro ausgestattet, erläuterte der Staatssekretär im hessischen Justizministerium. Ein Drittel davon seien Bundesmittel, das restliche Geld wurde vom Land aufgestockt. Hintergrund: Alle Gemeinden und Landkreis sollen davon profitieren.

Damit könne man eine relativ große Bandbreite von Maßnahmen abdecken, die von den Gemeinden vorgeschlagen werden, so Metz. Denn die Kommunen „wissen am besten, wo der Schuh drückt“. Wenn in Sensbachtal diese „zentrale Einrichtung des öffentlichen Lebens“ nicht saniert werde, „geht es nicht weiter“, betonte der Bensheimer.

Er hatte zwei Förderzusagen im Gepäck. Gleichzeitig, hob er lächelnd hervor, seien die Mittel durch die WI-Bank bereits freigegeben. Bei einer Gesamtinvestition von 196.000 Euro beläuft sich Metz zufolge die Förderung inklusive Tilgungsübernahme und Zuschüssen mit 123.000 Euro auf etwa zwei Drittel der Summe. Scheuermann hob hervor, dass ohne die Inanspruchnahme beider Programme die Maßnahme gar nicht möglich gewesen wäre. Während es bei den Landesmitteln vorrangig um die energetischen Maßnahmen ging, „wäre das Drumherum ohne den Bundeszuschuss nicht machbar“.

In diesem Jahr wird die Sanierung noch nicht anlaufen können, sagte der Bürgermeister. Wenn alles klappt, soll sie in den Sommerferien 2018 stattfinden. Zuerst will man ermitteln, welche technischen Möglichkeiten am sinnvollsten angewandt werden. Dann geht es laut Scheuermann darum, Ideen zu sammeln, inwieweit eine Sanierung zusammen mit Maßnahmen am Gemeindezentrum sinnvoll ist. Denn hierfür sollen Mittel aus dem Dorfentwicklungsprogramm Verwendung finden.

Fürs südliche Dach der Sporthalle ist darüber hinaus eine Photovoltaikanlage im Gespräch. Da die Hallennutzung aber eher abends geschieht, will man schauen, ob damit der Strombedarf in der Gemeindeverwaltung abgedeckt werden könnte. Die Beleuchtung soll auf LED umgestellt werden. Zwecks Heizung schaut Sensbachtal nach Rothenberg, wo die Sporthalle eine Deckenstrahlerheizung erhielt. Diese Art der Wärmeerzeugung will man prüfen, ob sie gegenüber der traditionellen Heizmethode Vorzüge hat.

500 Vereinsmitglieder bei 950 Einwohnern: „Wir sind in punkto Vereinsleben sehr gut aufgestellt“, betonte Sensbachtals Bürgermeister Egon Scheuermann die Notwendigkeit einer zentralen Halle für deren Aktivitäten. Als Dachverband fungiert „Sensbachtal aktiv“. Dieser koordiniert alle Veranstaltungen und richtet den Weihnachtsmarkt aus. Dessen Erlös wird für gemeinschaftliche Anschaffungen verwendet. Wie etwa den Anbau an die Sporthalle, wo Bar und Bierbankgarnituren untergebracht sind, die allen Vereinen zur Verfügung stehen. Deren Jugendarbeit lobte der Rathauschef als „sehr engagiert“. Die Bindung ans örtliche Leben „ist auf dem Dorf nach wie vor gegeben“.

Der Biber ist zurück in Finkenbach: Beim Rothenberger DRK-Seniorennachmittag blickte Bürgermeister Keursten zurück

Einen weiten Bogen vom örtlichen Kindergarten bis zur Oberzent-Fusion spannte Bürgermeister Hans Heinz Keursten bei seinem Besuch des DRK-Seniorennachmittags. Sein frei gehaltener Vortrag stieß auf viel Interesse bei den älteren Mitbürgern, die sich dort zu einer gemütlichen Runde mit Kaffee und Kuchen getroffen hatten. Alexander Link und Simon Dost unterhielten zwischendurch mit altbekannten Volksliedern und animierten erfolgreich zum Mitsingen.

50 Kinder besuchten aktuell die Kindertagesstätte, sagte der Bürgermeister. Rief diese Zahl schon ein kräftiges „Ah“ hervor, so folgte mit der zweiten ein ebenso lautes „Oh“ der Senioren. „Als ich vor 18 Jahren angefangen habe, waren es noch 85 bis 90“, so Keursten. Allerdings verzeichnete er seit einiger Zeit wieder mehr Nachfrage vor allem aus Rothenberg und Kortelshütte. „Die Menschen bekommen wieder mehr Kinder“, freute er sich.

War früher das Startbesuchsalter drei Jahre, so senkte es sich in den vergangenen Jahren stark ab. „Heute sind die meisten, die in den Kindergarten kommen, zwei“, manche sogar erst ein Jahr alt. Für die Jüngeren brauche man auch mehr Personal, betonte Keursten. Derzeit seien sieben Erzieherinnen, sechs aus Rothenberg und eine aus Brombach, sowie eine Praktikantin in der Kita Himmelsauge tätig, machte er die große lokale Verbundenheit der Beschäftigten deutlich.

Der Kindergarten wird laut Bürgermeister aktuell kräftig umgebaut. In der vergangenen Zeit waren Sanitäranlagen und Küche (für Erzieherinnen und Kinder) dran, derzeit „machen wir die Flure im Eingangsbereich“. Keursten bedauerte, dass es immer schwerer werde, Personal für die Kita zu finden, da der Arbeitsmarkt leergefegt sei. „Wer es sich aussuchen kann, geht nach Heidelberg oder Mannheim statt nach Rothenberg.“

Ein weiterer Punkt seiner Ausführungen war die „Großbaustelle Sporthalle“. Die neue „Nebenraumspange“, also der Vorbau, sei fast fertig. Nur die Außenwand des Feuerwehr-Mannschaftsraums sei noch zu erledigen. Und das müsse schnell gehen, schmunzelte der Rathauschef, da die Floriansjünger dort im März den Kreisjugend-Feuerwehrtag ausrichten wollten. Bei der Sanierung hätten alle mit angepackt, lobte er die große Gemeinschaftsleistung. „Wir hoffen, dass wir in Kürze fertig sind“, meinte Keursten. Das Gebäude auf dem Hügel sei dann „eine der schönsten Hallen im Umkreis“, meinte er stolz.

Direkt unterhalb befindet sich ein weiteres Schmuckstück, das neue Baugebiet Alt-Schulzenfeld. Es soll in diesem Jahr erschlossen werden. 40 Bauplätze gibt es dort, „34 sind noch zu haben“. Allen gemein ist ein herrlicher Blick auf die gegenüber liegenden Odenwaldhügel. Zwei Areale wurden bereits vorab bebaut, drei Grundstücke sind bereits verkauft.

„Das ist mein letzter Akt in Rothenberg“, machte der Bürgermeister deutlich, dass zum Jahresende 2017 seine Amtszeit endet. Und am 1. Januar 2018 die neue Stadt „Oberzent“ entsteht, in der Rothenberg aufgeht. Den zehnseitigen Grenzänderungsvertrag hatte er mitgebracht und äußerte die Hoffnung, „dass es keine große Änderungen mehr gibt“.

Das neue Wappen setzt sich seinen Worten zufolge aus den vieren der bisherigen Gemeinden zusammen. Es sei in rot-silber gehalten. Mit der 64760 gibt es eine neue Postleitzahl, so Keursten. Einige Straßennamen sind zu ändern, teilte er. Teilweise seien die Gespräche mit den Anwohnern schon gelaufen und es wurden neue Bezeichnungen gefunden. So wird die Friedhofstraße in Finkenbach zu „Am Finkenberg“. Rothenberg bekommt statt der Hirschhorner eine Odenwälder Landstraße und in der Raubach gibt es in Erinnerung an den berühmtesten Sohn des Dorfes einen Jockelweg. Für den Quellenweg in Kortelshütte und die Talstraße in Ober-Hainbrunn soll es noch Treffen mit den Anliegern geben.

Für den Schluss hatte sich Keursten noch eine amüsante Episode aufgehoben: „Finkenbach hat zwei neue Mitbürger“, sagte er. Nämlich ein Biberpärchen, das sich in den Bachauen bereits verewigt hat. Inzwischen wurde von den Tieren schon ein Baum gefällt und der Bach damit auf 100 Metern zu einem See umfunktioniert. Da dieses Gelände der Gemeinde gehört, „kann somit kein Grundstück von Anwohnern unter Wasser gesetzt werden“, schmunzelte er.

Die Außenarbeiten an der Rothenberger Sporthalle sind praktisch abgeschlossen

Als Ende der 1960er Jahre die Sporthalle auf dem Höhenrücken oberhalb des Ortes in Eigenleistung erbaut wurde, war er als junger Mann schon dabei. Und auch jetzt wieder, knapp 50 Jahre später, spuckte Hans Wieder aufs Neue in die Hände und trägt als Rentner seinen Teil dazu bei, dass das in die Jahre gekommene Bauwerk im kommenden Jahr in neuem Glanz erstrahlt. Dann hat die Gemeinde wohl eine knappe Million Euro ins Gebäude investiert. Hoffentlich „ad multos annos…“

Wieder ist mit seinem ehrenamtlichen Engagement beileibe nicht allein: „Den ganzen Abbruch haben wir selbst gemacht“, unterstrich Bürgermeister Hans-Heinz Keursten bei einem Vor-Ort-Termin die große Eigenleistung der örtlichen Vereine. Feuerwehr, Sportverein und MGV packten unter tatkräftiger Unterstützung der Bevölkerung mit an (und tun das auch jetzt noch im Umbau). Das war vor etwa zwei Jahren.

Immer samstags ist der Arbeitseinsatz. „Pro Termin sind um die zehn bis 15 Helfer aktiv“, freute sich der Bürgermeister über das Engagement. Und darauf sei man auch dringend angewiesen: „Ohne die vielen Eigenleistungen könnten wir den Kostenrahmen nicht halten“, betonte er. „Wahrscheinlich hätte uns die Sanierung sonst das Doppelte gekostet.“ Die verschiedenen Tätigkeiten, egal ob ehrenamtlich oder durch Handwerker ausgeführt, werden vor Ort von Karlheinz Braun koordiniert.

Die allgemeinen Sanierungs- und Verbesserungsarbeiten an der Halle laufen schon seit einigen Jahren, berichtete Keursten. Zuerst wurde das Dach erneuert und verstärkt, danach bekam die Glasfront Richtung Westen ein anderes Aussehen. Jetzt war der Sanitär-, Eingangs- und Umkleidebereich Richtung Osten an der Reihe. Er wurde zum einen modernisiert, zum anderen ausgedehnt. Der komplette Bereich wurde auf die Flucht des bisherigen Eingangs nach draußen gezogen. So entstanden insgesamt 400 Quadratmeter Fläche.

„Die 530 Quadratmeter große Sporthalle bekommt durch den Umbau einen völlig anderen Charakter“, sagte Keursten. Ein großes Plus seien die besseren, zeitgemäßen Sanitär- und größeren Umkleideräume. Dazu entstand ein neuer Mannschaftsraum für die Feuerwehr mit 70 Quadratmetern. Das komplette Konzept sei zusammen mit den drei Vereinen erarbeitet worden. „Jeder hat überlegt, was notwendig ist und sich zu einem guten Preis realisieren lässt.“

„Der Eingangsbereich ist jetzt mittig“, nannte der Bürgermeister einen weiteren Vorteil. Dies sei auch aus Fluchtweg-Aspekten wichtig. Zusätzlich wurde durch die Glasfront eine Art ebenerdiger „Tribünenbereich“ geschaffen, sodass der Zuschauerraum nicht wie in der alten Halle extra abgetrennt werden müsse. Der neue Mannschaftraum der Feuerwehr sei dann von der Halle her zugänglich und somit bei Bedarf auch von dort nutzbar.

Rechtzeitig vor dem Winter wurden die Außenarbeiten fertig. Bis auf eine Fluchttür, die vor dem Estricheintrag noch eingebaut werden soll, ist das Gebäude „dicht“, so dass nun es innen problemlos weitergehen konnte. Mit dem tatkräftigen Einsatz der Ehrenamtlichen hofft Keursten, dass man im ersten Halbjahr 2017 durch ist und dann das Ausweichquartier in der Hermann-Wilhelm-Halle Finkenbach nicht mehr benötigt wird. Am neuen Mannschaftsraum der Feuerwehr fehlt noch die Außen-Verplankung, die bei entsprechendem Wetter durch eine Fachfirma angebracht werden soll.

In der Halle selbst sind die seitlichen Holz-Prallwände inzwischen fertiggestellt. Das Dach wurde isoliert, die Hallendecke bekam eine LED-Beleuchtung und eine Deckenstrahlheizung, die das jetzige Arbeiten unter angenehmen Bedingungen ermöglicht. Für Festivitäten lässt sich die Glasfront links und rechts zum Vorraum hin öffnen. Fast alle Aufträge für den Innenausbau des komplett neuen Vorbaus sind laut Keursten vergeben. Estrich, Trockenbau und Verputzarbeiten sind unter Dach unter Fach, Fliesenarbeiten und Türen stehen noch an.

Um die komplett neue Elektrik kümmert sich Jürgen Bartmann mit seinem Sohn. Ein Hauptverteiler im Keller und drei Nebenverteiler in anderen Hallenteiler waren einzurichten – mit gefühlt Kilometern von Stromkabeln. Brandmelde- und Tonanlage wurden und werden laut Bürgermeister Keursten ebenfalls auf den neusten Stand gebracht. Außerdem laufen derzeit die Isolierungen und Verplankungen der Innenwände im Vorbau.

Dabei sind Handwerker-Aufträge und Ehrenamt direkt verzahnt, berichtete der Bürgermeister. Die Firma Sillak führte einerseits Arbeiten am Rohbau in Ständerbauweise durch, stellte andererseits benötigte Geräte zur weiteren Nutzung durch die Helfer unentgeltlich zur Verfügung – und Firmen-Mitarbeiter bringen sich in ihrer Freizeit in die Sanierungsmaßnahmen ein.