Die neue Stadt Oberzent hat viele und teure Baustellen

13 Millionen Euro: Das ist die Summe an Investitionsvorhaben, um die es in den kommenden Jahren in der neuen Stadt geht. Ein Volumen von 7,3 Millionen Euro ist bereits von den Gremien entschieden und im Investitionsprogramm bis 2021 drin. Der Rest, darunter der Bike-Park mit 3,7 Millionen Euro, ist teilweise schon in der Beratung, aber noch nicht abgesegnet. Um sich ein Bild der anstehenden Maßnahmen zu machen, unternahmen die Stadtverordneten jetzt eine „Oberzent-Rundfahrt“ und informierten sich direkt vor Ort.

Die Idee geht auf Stadtverordneten-Vorsteher Claus Weyrauch zurück. „Wir sollten Dinge, über die wir entscheiden, vorher gesehen haben“, regte er an. Bei den 25 Teilnehmern rannte er damit offene Türen ein. „Wir konnten uns ein eigenes Bild der vielen Baustellen machen“, bekam er als positive Rückmeldung. Weyrauch verfolgte mit der Bustour noch einen weiteren Zweck: eine Art „Teambildung“ für die Stadtverordneten, damit sich nach der Konstituierung des neuen Gremiums im Sommer die Mandatsträger aus den verschiedenen Stadtteilen kennenlernen können.

Schon am Startpunkt, dem ehemaligen Rathaus und jetzigen Verwaltungsgebäude Beerfelden, wurde ein roter Faden deutlich: Hier wie auch bei anderen städtischen Liegenschaften ist eine energetische Sanierung dringend geboten. Außerdem ging es um den Umbau des Erdgeschosses zum Bürgerbüro, wozu auch aber noch ein paar Denkmalschutzaspekte zu klären sind. Einmal vor Ort, wurde auch gleich die Mammutbaustelle in der Ortsmitte in Augenschein genommen. Hier erneuert nicht nur Hessen Mobil die Fahrbahn, sondern die Stadt auch Wasserleitungen und Kanäle. Kostenpunkt: 4,3 Millionen Euro.

In Hetzbach waren Bahnhof und Hochbehälter ein Thema. Auch wenn der Odenwaldbahn-Haltepunkt Sache der Bahn ist, kommt die Stadt nicht umhin, im Umfeld bessere Bedingungen für ÖPNV-Nutzer zu schaffen. „Dafür sind noch keine Mittel eingestellt“, erläuterte Weyrauch. Für Hochbehälter und Wasserrückhaltebecken sind 500.000 Euro projektiert – eine Zahl, die viele noch nicht auf der Rechnung hatten.

Die Stadt hat ein Problem mit veralteten Feuerwehrhäusern, die dringend auf Vordermann gebracht werden müssen. Dabei geht es nicht nur um (teilweise gar nicht vorhandene) Heizungen oder undichte Fenster, sondern auch die Größe des Gebäudes. „Die neuen Fahrzeuge werden immer größer und passen nicht mehr rein“, verdeutlichte der Parlamentschef am Beispiel Schöllenbach.

Von Unter-Sensbach kommend, wo Gemeindezentrum und Sporthalle (mit einem Umbauvolumen von 450.000 Euro) angefahren wurden, waren Sensbacher Höhe und Bikepark das nächste Ziel. Bei der Projektvorstellung erfuhren die Parlamentarier, dass es vor kurzem einen Scoping-Termin bei der Behörde gab. In der nächsten Sitzung, so Weyrauch, soll der Bebauungsplan für dieses touristische Leuchtturm-Projekt auf den Weg gebracht werden, „damit mal Zug reinkommt“.

In Rothenberg angekommen, stand das Neubaugebiet Alt-Schulzenfeld mit seinen 40 Bauplätzen auf dem Programm. Angesprochen wurden eventuelle Probleme mit dem Winterdienst durch die Straßenpflasterung. An der Sporthalle thematisierte man die Restarbeiten im Außenbereich. „Ich wollte den Kollegen aus Sensbach zeigen, was dort alles an Eigenleistung gemacht wurden“, schmunzelte Weyrauch. Am ehemaligen Rathaus waren die Sanierung der Außenfassade ein Thema.

Etwas abgehetzt aufgrund des zeitlichen Verzugs traf die Gruppe in Falken-Gesäß ein, wo die Umbauarbeiten am Dorfgemeinschaftshaus im Mittelpunkt standen. Zum einen erhält das Gebäude neue Fenster, zum anderen soll als „Käffche“ eine Art Dorfmittelpunkt und Versammlungsraum entstehen. Bürgermeister Christian Kehrer hatte es organisiert, dass an jedem Standort Kita-Leitungen und Ortsvorsteher, teilweise auch Bauamtsleiter und Wassermeister, dabei waren, die die Materie erläuterten. Ihnen dankte Weyrauch für die Infos und ihre Mitwirkung.

Bei der Oberzent-Rundfahrt wurden die Kita-Einrichtungen in Unter-Sensbach, Kailbach, Beerfelden und Rothenberg angefahren. Denn steigende Kinderzahlen führen überall zu beengten Verhältnissen. Am besten steht Unter-Sensbach da, wo gerade eine zweite Gruppe eingerichtet wurde. „Der Kindergarten ist top“, freute sich Stadtverordneten-Vorsteher Claus Weyrauch. In den anderen drei „gibt es Handlungsbedarf“. Mittel dafür waren in diesem Jahr noch nicht im Etat eingestellt. „Die müssen in den 19er-Haushalt rein“, sagte er.

In Rothenberg läuft die Umbauplanung, damit ab 2019 eine Krippengruppe eingerichtet werden kann. In naher Zukunft muss außerdem eine Sanierung der Einrichtung innen und außen erfolgen. „Da müssen wir überlegen, wie das im laufenden Betrieb funktioniert“, sagte er. In Beerfelden muss man mindestens über einen Anbau nachdenken, da ein Gemeinschafts- zu einem weiteren Gruppenraum umgebaut wurde. Aber natürlich fehlt jetzt die bisherige Fläche an anderer Stelle.

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Mehrheit der Oberzent-Stadtverordneten sieht keine Notwendigkeit für eine Katzenschutzverordnung

In Oberzent wird es vorerst keine Katzenschutzverordnung geben. Ein entsprechender Antrag der Grünen, das Thema im zuständigen Ausschuss zu beraten, scheiterte in der Stadtverordnetenversammlung mit 14:16 Stimmen bei einer Enthaltung. Dem Punkt wurde von der Mehrheit des Gremiums derzeit keine Priorität beigemessen. Auch sah man aktuell keinen Handlungsbedarf, weil es keine Massen an freilebenden oder herrenlosen Katzen auf der Gemarkung gebe. Die Antragsteller waren anderer Meinung und verwiesen auf Aussagen aus den Tierheimen.

„Der Bestand ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen“, begründete Thomas Väth das Ansinnen seiner Fraktion. Die entsprechenden Einrichtungen, zu denen auch die Anne-Röth-Stiftung in Gammelsbach zählt, „werden mit Katzen überschwemmt und daher besteht dringender Handlungsbedarf“. Michelstadt habe bereits Mitte September eine Katzenschutzverordnung erlassen, sagte er. Väth betonte, dass auf die Verwaltung weder mehr Arbeit zukomme noch diese zusätzliches Geld aufwenden müsse. Vielmehr greife man damit den Tierheimen unter die Arme, die die Tiere dann schneller weitervermitteln dürften.

Chris Poffo (ÜWO) sah in Oberzent „nicht dieses große Problem“. Er hinterfragte, ob es sich prioritätsmäßig um einen Punkt handle, „der vorn angesiedelt ist“. Poffo wollte die Bindung von Ressourcen, die man für andere Themen brauche, verhindern. Ähnlich äußerte sich auch Frank Leutz (FDP). Thomas Ihrig (SPD) wollte erst einmal alle Infos aus dem Kreis zusammentragen und den Komplex dann zusammen mit der Gefahrenabwehrverordnung beschließen, „wenn das Ordnungsamt wieder adäquat besetzt ist“.

Oliver von Falkenburg (CDU) wies darauf hin, dass man laut Defintion des Deutschen Tierschutzbundes differenzieren muss zwischen freilaufenden Katzen, die einen Halter haben, und freilebenden bzw. herrenlosen Katzen. „Ihr Antrag ist auf freilebende bzw. herrenlose Katzen gerichtet, die Verordnung hingegen richtet sich an die Halter und an diejenigen Personen, die Nahrung frei zugänglich machen. Eine Katzenschutzverordnung knüpft bei den Haltern an und nicht wie im Antrag begründet bei den herrenlosen bzw. freilebenden Katzen für die sich keiner zuständig fühlt.“ Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) regte aufgrund der Äußerungen an, mit dem Punkt in den Umweltausschuss zu gehen und sich dort die Fachleute einzuladen. Vergebens.

Eine Katzenschutzverordnung ist dringend notwendig, um den ehrenamtlichen Tierfreunden Rechtssicherheit zu geben, betont Anne Röth. Sie bietet mit ihrer Stiftung Katzen in der alten Mühle am Ortseingang von Gammelsbach, von Beerfelden kommend, einen „Ort der Zuflucht“. Dass die entsprechende Verordnung von der Stadtverordnetenversammlung Oberzent abgelehnt wurde, ist für sie nicht nachvollziehbar. Sie wählt bisweilen drastische Worte, um ihr Unverständnis auszudrücken.

Röth zufolge würden sich die Kosten für die Tierheime, die von den Gemeinden anteilig bestritten werden, reduzieren, wenn es eine Kastrationsverpflichtung gäbe. Dann würden sich freilebende oder verwilderte Katzen nicht mehr unkontrolliert vermehren. Auch hätten die Katzenfreunde einen besseren Zugriff auf diese Tiere. Gleichzeitig sieht sie bessere Möglichkeiten zur Einwirkung, wenn Fälle von unsachgemäßer Tierhaltung oder Tierquälerei bekannt werden.

„Der Missbrauch an Tieren ist unglaublich“, zeigt sie sich empört. Gerade auf Bauernhöfen gebe es manchmal eine Vielzahl von Katzen, die weder richtig gefüttert noch gepflegt würden. „Das Thema ist leider schwer zu vermitteln“, sagt sie. In der Bevölkerung werde so getan, „als ob es keine verwilderten Babykatzen gibt“. Sie weiß von etlichen Fällen, die das Gegenteil belegen.

Ganz konkret geht Anne Röth auch die Stadt an: „Es ist schlimm, dass in Oberzent keine Öffentlichkeitsarbeit geleistet wird, um diesem Missbrauch eine Ende zu setzen“, beklagt sie. Stattdessen werde an sie verwiesen, wenn es um die Unterbringung von heimatlosen Vierbeinern geht. Anne Röth sieht sich am Limit. „Ich schaffe es finanziell nicht mehr“, sagt sie. 120.000 Euro kostet die Stiftung im Jahr der Unterhalt der Katzenzuflucht. „Von der Stadt gibt’s kein Geld.“ Im Gegenteil, das Tierheim Würzberg nehme nicht mehr als 30 Tiere auf und verweise dann auf sie.

Allein für die die Betreuung von Oberzent-Katzen wandte Röth in diesem Jahr bisher 8000 Euro auf, betont sie. „2017 war es noch mehr.“ Kater „Rocky“ etwa war in einem so schlimmen Zustand, dass es 900 Euro kostete, bis er wieder auf den Beinen war. „Das ist ein entwürdigendes Verhalten“, meint sie zur aktuellen Situation. Sie beklagt „die Grausamkeit gegenüber den Tieren in dieser direkten Form“. Die Stifterin schätzt den Bestand an herrenlosen Tieren im Oberzent-Bereich auf 500 bis 1000. „Von denen verrecken 90 Prozent“, wählt Röth klare Worte.

Gäbe es eine Katzenschutzverordnung, so die Tierfreundin, könnte sie Polizei und Veterinäramt rufen, wenn sie auf verwilderte oder nicht artgerecht gehaltene Tiere treffe. „Weil es Gesetz ist“, hebt sie hervor. Und die Leute brauchten eben Gesetze. Auch hätte der Umgang mit herrenlosen Tieren eine größere Rechtssicherheit.

Röth würde dann etwa vermeiden, mitsamt ihrer Mitarbeiterin von einem Bauernhof gejagt zu werden, weil sie sich dort um zehn Kätzchen kümmern wollte, erzählt sie. „Welcher Zacken würde denen aus der Krone fallen“, meint sie mit Blick auf die Stadtverordneten, wenn sie eine solche Verordnung beschlössen.

Für die Gemeinde wäre es sogar bares Geld: „Es würde tausende von Euro sparen, weil nicht mehr so viele junge Katzen ins Tierheim kommen“, erläutert sie. Einfach nur deshalb, „weil es dann eine Rechtsgrundlage gibt“. Auch für die Helferinnen in Beerfelden, die die Futterstellen betreuen. „Die werden teilweise angegangen“, weiß Anne Röth. Eine Verordnung beseitigt die Arbeit „im ängstlichen Bereich“.

Weitere Infos unter http://www.ar-stiftung.de

Finki-Festival kann am Wochenende unter erhöhten Auflagen stattfinden

Die anhaltende Hitze brachte die Stadtverwaltung gehörig ins Schwitzen. Das hatte nichts mit stickigen Büros oder ausgefallenen Klimaanlagen zu tun, sondern mit den wegen der Waldbrandgefahr abgesagten Veranstaltungen. Den Anfang machte Ende Juli der Kohlenmeiler auf der Raubacher Höhe. Dafür war aber trotz des Namens die Nachbargemeinde Wald-Michelbach zuständig, weil dieses Fleckchen noch auf ihrer Gemarkung liegt. Die Absage des – in eher kleinerem Rahmen stattfinden – Liederbachfestes stellte keine Probleme dar.

Dann kam es aber so richtig dicke. Das Festival „Sound of the Forest“ am Marbachstausee band die Kapazitäten in der Stadtverwaltung für eine Woche, erläuterte Bürgermeister Christian Kehrer. Acht Tage vor dem Start habe es bereits einen Vor-Ort-Termin mit den Veranstaltern gegeben, sagte er in der Stadtverordneten-Versammlung. Bereits damals wurde signalisiert, dass aktuell Veranstaltungen wegen der Waldbrandgefahr abgesagt werden mussten. Eine Hoffnung war der vorhergesagte Regen am Wochenende. Doch der kam „trotz einer 85-prozentigen Wahrscheinlichkeit leider nicht“, so Kehrer.

Am Montag vor dem Festival gab es seinen Worten zufolge ein erneutes Treffen, bei dem dann klar wurde, dass das Festival nicht durchführbar sei. Sämtliche beteiligten Behörden (Hessen Forst, Odenwaldkreis, Polizei) sowie auch die beiden Nachbarkommunen Erbach und Mossautal hätten sich wegen der am 24. Juli ausgerufenen Waldbrandgefahr der zweithöchsten Stufe dagegen ausgesprochen. Die Bewässerungsmaßnahmen der Veranstalter wurden als nicht ausreichend angesehen. Überbringer der schlechten Nachricht musste Kehrer sein, wie er bedauernd sagte.

Schon am Dienstag, machte Kehrer klar, sei seitens der Stadt als zuständiger Behörde eine mündliche Untersagung von „Sound of the Forest“ gegenüber dem Veranstalter ausgesprochen worden. Der Bürgermeister verdeutlichte, wie schwer dies ihm fiel, er aber gleichzeitig keine Ermessungsspielräume sah. Am Mittwochmittag wurde eine schriftliche Untersagungsverfügung nachgereicht. Den Zeitabstand erklärte er durch die der Abklärung dieses Schriftstücks mit Odenwaldkreis sowie hessischem Städte- und Gemeindebund, damit es Rechtssicherheit hatte.

Nach aktuellem Stand und vorliegenden Stellungsnahmen der übergeordneten Behörden, so der Rathauschef weiter, könne das Finki-Festival am 10. und 11. August unter erhöhten Auflagen stattfinden. Hier gebe es ganz andere geografische Voraussetzungen. Aus forstlicher Sicht sei das Gelände anders zu beurteilen, weshalb Hessen Forst weniger Bedenken äußerte.

Kehrer machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass dem Veranstalter strenge Auflagen gemacht wurden. Dies betrifft eine Verstärkung des Sicherheits- und Rettungsdienstes sowie Brandschutzmaßnahmen. Das Rauchen auf der gesamten Campingwiese ist strikt untersagt. Gleiches gilt für offenes Feuer sowie die Errichtung und Nutzung von Grillstellen. Auch Gasflaschen und -kartuschen dürfen nicht benutzt werden. Weiter dürfen keine Fahrzeuge auf den Wiesen parken. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Platzverweis sowie einer Geldstrafe rechnen, warnen die Veranstalter.

Zum „Circle of Leaves“, das vom 17. bis 19. August am Marbachstausee stattfinden soll, konnte Kehrer noch keine endgültige Aussage treffen. Eine Absage ist weiterhin im Bereich des Möglichen, allerdings fehlen dem Bürgermeister zufolge noch diverse Stellungnahmen, um rechtssicher handeln zu können. Auch sind die Wettervorhersagen bis zum übernächsten Wochenende noch zu unpräzise.

 

Claus Weyrauch führt die Stadtverordneten-Versammlung von Oberzent

Claus Weyrauch ist neuer Stadtverordnetenvorsitzender von Oberzent. In ihrer konstituierenden Sitzung wählten die Mandatsträger den ÜWO-Mann aus Rothenberg mit 24 Ja- bei vier Nein- und neun ungültigen Stimmen zu ihrem „Chef“. Der 50-jährige Mittelstandsberater hatte es als Bürgermeisterkandidat der Überparteilichen Wählervereinigung Oberzent zwar nicht in die Stichwahl geschafft. Bei der gleichzeitigen Stadtverordnetenwahl erhielt er aber mit 4181 die höchste Stimmenanzahl aller Bewerber.

Interims-Bürgermeister Egon Scheuermann eröffnete die Sitzung in der Alten Turnhalle. Er wies darauf hin, dass die vorläufige Stavo seit Jahresbeginn 57 Mitglieder hatte (alle Parlamentarier der bisherigen vier Gemeinden). Gleiches galt für den Magistrat mit 20 Stadträten. Jetzt hat sich diese Zahl durch die Wahlen vom 29. April auf 37 und neun verringert. Die verschiedenen Ortsbeiräte konstituieren sich am 20. Juni, sagte er.

Sein Dank galt neben den bisherigen, jetzt ausgeschiedenen, auch den gewählten Mandatsträgern. „Interessante und anspruchsvolle Aufgaben liegen vor Ihnen“, so Scheuermann. Also Beispiel nannte er das Tourismus-Konzept und die ärztliche Versorgung. Die Würdigung für das bisherige ehrenamtliche Engagement in den Gremien von Beerfelden, Rothenberg, Sensbachtal und Hesseneck soll im Spätjahr erfolgen. Dann ist auch die Verabschiedung der früheren Bürgermeister dieser Orte neben Verleihung von Auszeichnungen und Ehrenbezeichnungen geplant.

Zuvor steht am Freitag, 29. Juni, um 19.30 Uhr die Einführung des neuen Bürgermeisters Christian Kehrer in der Alten Turnhalle an, teilte Scheuermann mit. Dieses soll im Rahmen einer öffentlichen Stadtverordneten-Versammlung erfolgen. Er dankte den Fraktionen für die „konstruktive Zusammenarbeit“ in zwei vorbereitenden Gesprächen am 15. Mai und 5. Juni. Gleichzeitig wies der Interims-Rathauschef auf die „umfangreichen Vorarbeiten“ für die Wahlen und die konstituierende Sitzung hin, die vom Verwaltungsteam geleistet wurde.

Claus Weyrauch zeichnete in seinen einleitenden Worten das Bild vom Schiffsbau bis zur „MS Oberzent“ auf großer Fahrt. Es waren einmal vier Kapitäne, die mit ihren kleinen, tüchtigen Barkassen durch die Gewässer der Oberzent und des Odenwaldes schipperten“, begann er seine Rede. Die trauten es sich aufgrund des Alters und der mangelnden Größe ihrer Barkassen nicht recht zu, weiter hinaus in hessische oder gar bundesdeutsche Gewässer zu fahren, schmunzelte der Rothenberger.

Außerdem stellten sie vermehrt fest, dass auch die Gewässer in der Oberzent immer unruhiger wurden. „Was lag da näher, als sich zusammenzutun und miteinander ein großes, gemeinsames Schiff zu bauen.“ Als kluge Männer erkannten sie sofort, dass sie nur mit Hilfe von Mannschaften und Passagieren in der Lage waren, ein so großes Projekt zu realisieren.

Nach mehreren Jahren intensiver Bautätigkeit lief am 1. Januar das von der Fläche her drittgrößte Schiff Hessens und „das weltweit jüngste und somit modernste“, die MS Oberzent, vom Stapel. „Ein schönes, ein prachtvolles Schiff, das viele andere Barkassenkapitäne neidisch machen soll und wird“, spann Weyrauch seine Geschichte weiter.

Die ersten Aufgaben der neuen Crew sieht er darin, das Feintuning der Instrumente und die Motorenschmierung zu überprüfen. Dazu zählt er die Anpassung von Gebührensatzungen oder die Angleichung der Vereinsförderung. Als nächstes müsse der einzuschlagende Kurs bestimmt werden: „Wo wollen wir hin? Wie gehen wir Gesundheitsversorgung an? Wie betreiben wir positive Stadt- und Dorfentwicklung? Wie fördern wir Wirtschaft und Tourismus?“

Die Kursbestimmung „können wir nur selbst verantworten“, betonte er. Entscheidungen seien nicht delegierbar. Informationen von Spezialisten und Beratern könnten nur unterstützen. Mit verbindlichem Arbeiten, dass von einem fairen, sachlichen Miteinander geprägt sein müsse und das frei von parteipolitischer Polemik bleibe, „werden wir Kurs halten und unsere Ziele erreichen“, so Weyrauch.

Weitere Wahlen

Stellvertreter des Stadtverordneten-Vorstehers: Thomas Ihrig (SPD), Oliver von Falkenburg (CDU), Frank Leutz (FDP), Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne)

Schriftführerin: Sonja Eckert zur Schriftführerin, Stellvertreterinnen:  Heike Petersik, Karina Roßnagel, Ilona Bachert

Stadträte: Gerhard Rebscher (1. Stadtrat), Rainer Flick, Meinolf Heptner (ÜWO), Erik Sauer, Ellen Koch (SPD), Bernd Bergmann (CDU), Gerald Schwinn (FDP),  Walter Braner (Grüne)

Haupt- und Finanzausschuss: Chris Poffo, Achim Schäffler, Claus Weyrauch (ÜWO), Marcel Gerling, Dr. Michael Reuter (SPD), Oliver von Falkenburg (CDU), André Bechtold (FDP), Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne)

Bau-, Umwelt- und Infrastrukturausschuss: Wilfried Friedrich, Katharina Riesinger, Thomas Mergenthaler (ÜWO), Brigitte Heckmann, Andrea Heß-Kraus (SPD), Walter Gerbig (CDU), Alexander Beck (FDP), Thomas Väth (Grüne)

Sozial-, Kultur- und Gesundheitsausschuss: Klaus Bulling, Bettina Schwöbel, Alexander Ihrig (ÜWO),  Pia Mester, Dirk Daniel Zucht (SPD), Johannes Barth (CDU), Frank Leutz (FDP), Horst Kowarsch (Grüne)

Überparteiliche werden bei der Stadtverordnetenwahl in Oberzent stärkste Fraktion vor der SPD

Die Stadtverordnetenwahl ist ausgezählt und hat zu interessanten Ergebnissen geführt. Die Überparteilichen stellen mit 35 Prozent und 13 Sitzen die mit Abstand stärkste Fraktion. Die SPD, bisher im früheren Beerfelden stark, muss sich mit Platz 2 begnügen. Die FDP kann sich in der neuen Stadt Oberzent wie schon in Beerfelden wieder gut positionieren. Die CDU ist mit neuen Köpfen und frischem Wind im kräftigen Aufwärtstrend. Die Grünen behaupten sich auf der kompletten Gemarkung.

„Hellauf begeistert“ zeigte sich der Spitzenkandidat der Überparteilichen Wählervereinigung Oberzent (ÜWO), Claus Weyrauch, von den 35 Prozent bei der Wahl. „Mit Abstand“ habe man das Ziel erreicht, stärkste Fraktion im neuen Parlament werden zu wollen. Wenn er auch als Bürgermeister-Kandidat mit seinem Ergebnis „frustriert“ war, weil politische Inhalte scheinbar nicht zählten, so sah sich nun bestätigt, „dass die Wähler dies doch für die Gremien durchaus zu schätzen wissen“.

In den kommenden Gesprächen wird die Fraktion „die generelle politische Richtung definieren“, sagte Weyrauch. Dazu zählte er unter anderem die Themen Ortsbeiratsbudget und Präambel der Geschäftsordnung. Ganz wichtig ist es ihm, dass die großen Probleme, „die lange vor sich her geschoben wurden“, angegangen werden. Als wichtigen Meilenstein nannte Weyrauch den Tourismuskonzept-Beschluss in der vergangenen Stadtverordneten-Versammlung, der nun umgesetzt werden soll.

Ein bis zwei Sitze mehr in der neuen Stadtverordneten-Versammlung hätte sich SPD-Spitzenkandidat Thomas Ihrig gewünscht. „30 Prozent der Stimmen wären schön gewesen“, meinte er mit Blick auf das Wahlergebnis von knapp 28. Aber: „Es ist so, wie es ist.“ Die SPD-Themen aus dem Wahlkampf will die neue Fraktion im Parlament mit Nachdruck angehen.

Dazu zählt er Stadtentwicklung und Gesundheitsversorgung („das Thema muss in zwei bis drei Jahren umgesetzt sein“), Vereinsförderrichtlinien und auch die Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten. Definition der Aufgaben und Budget stehen hier für Ihrig an allererster Stelle. Die Ortsbeiräte kommen auch ins Spiel, wenn es um die Repräsentation mancher Dörfer in der neuen Stadt geht, die nicht über die Stadtverordneten-Versammlung vertreten sind. „Die dürfen sich nicht abgehängt fühlen.“

Der Neuauftritt der CDU Oberzent „ist absolut gelungen“, äußerte Spitzenkandidat Oliver von Falkenburg seine Freude über das Ergebnis. Wenn man die Stärke der Partei mit dem Ergebnis fürs frühere Stadtparlament Beerfelden vergleiche, sei es ein enormer Aufwärtstrend. „Wir wollen für die neue Stadt Verantwortung übernehmen“, kündigte er an.

Die Zusammensetzung der künftigen Stadtverordneten-Versammlung bezeichnete er als „erheblichen Kurswechsel“. Die Bürger wollen, dass neue Leute ans Ruder kommen. Die CDU will sich nun für eine bürgerliche Mehrheit zusammen mit ÜWO und FDP einsetzen. „Wir haben durch den aktiven Wahlkampf ein Stück weit CDU-Identität bei der Wählerschaft zurückgewonnen“, betonte er.

Die Grünen sind mit ihrem Ergebnis zufrieden, sagte Spitzenkandidatin Elisabeth Bühler-Kowarsch. Dies vor dem Hintergrund, „dass wir bisher hauptsächlich in der Kernstadt Beerfelden vertreten waren“. Es handle sich um ein Ergebnis, auf dem man aufbauen und die Aktivitäten in den anderen Stadtteilen ausbauen könne. „Die neue Fraktion wird kritisch und konstruktiv im Parlament arbeiten und eigene Akzente setzen“, kündigte sie an.

Erfreulich sei, dass die Wähler die hervorragende Präsentation von Bürgermeisterkandidat Thomas Väth bei der Stadtverordnetenwahl honoriert hätten und er mit Abstand die meisten Grünen-Stimmen auf der Liste erhielt. Man werde noch diskutieren, ob es eine Empfehlung für die Bürgermeister-Stichwahl gebe.

Das Wahlergebnis zur Stadtverordnetenversammlung freut die FDP Fraktion sehr. „Wir schauen positiv auf die uns erwartenden Aufgaben“, so Spitzenkandidat Frank Leutz. Breiter aufgestellt habe man verstanden, „dass es nicht nur um das Thema Windkraft gehen darf“, sondern die Themen Gesundheit und Wirtschaft von der Bevölkerung gewünscht auch zu den Schwerpunkten zählen müssen. Dieser Wunsch der Bürger ist durch das Wahlergebnis deutlich geworden und „dieser Herausforderung wollen wir uns auch gerne und mit voller Motivation stellen“. Sein persönliches Ergebnis „übertrifft alle Erwartungen“, wofür er sehr dankbar sei, sagte Leutz. (Foto: bei der Auszählung)

ÜWO will die „einmalige Chance“ nutzen: Oberzent-Wählervereinigung bestimmt Claus Weyrauch zum Bürgermeister-Kandidaten

Die Überparteiliche Wählervereinigung Oberzent (ÜWO) geht mit breiter Brust in die anstehenden Kommunalwahlen. Auf der Versammlung wurde Claus Weyrauch aus Rothenberg einstimmig zum Bürgermeister-Kandidaten bestimmt. Er führt auch die Liste zur Wahl der Stadtverordneten-Versammlung an, die ebenfalls am 29. April stattfindet. Im „Schwanen“ herrschte auch bei deren Verabschiedung Einstimmigkeit.

ÜWO-Vorsitzender Chris Poffo, der gleichzeitig die Übergangs-Fraktion im neuen Parlament leitet und auf Platz 2 der Liste antritt, sprach eingangs von einer Aufbruchstimmung in der neuen Stadt. Diese sei auch in der Wahl der 27-jährigen ÜWO-Parlamentarierin Katharina Riesinger als Stadtverordneten-Vorsteherin deutlich geworden. „Wir haben bei der kommenden Wahl eine riesige Chance“, betonte Poffo. Es gelte die Probleme der Menschen aufzunehmen, zu diskutieren, Werbung für die neue Wählervereinigung zu machen.

„Nehmt mit den Bürgern Kontakt auf“, forderte er die anwesenden Mitglieder auf, „überzeugt die Leute, sprecht sie an“, hob Poffo auch auf die laufenden Info-Veranstaltungen zu den Ortsbeiratswahlen ab. „Wir wollen ganz an den Einwohnern sein“, betonte er. Die ÜWO müsse die einmalige Chance nutzen, die Politik in der neuen Stadt federführend mitzugestalten. Es gilt seinen Worten zufolge, den „Drive“ der ersten Tage, Wochen und Monate mitzunehmen. Weyrauch postulierte den Anspruch, in der kommenden Stavo die stärkste Fraktion stellen zu wollen. Aktuell teilt man sich dies mit der SPD (beide Fraktionen haben 21 Sitze).

Unter der Versammlungsleitung von Meinolf Heptner ging das Wahlprozedere vonstatten. Weil die ÜWO eine neugegründete Partei darstellt, muss sie mindestens 74 (Anzahl der Sitze im Parlament Mal zwei) Unterstützer-Unterschriften einholen. Bei 32 anwesenden Mitgliedern war aus dem Stand schon einmal fast die Hälfte geschafft.

Der 50-jährige Claus Weyrauch, verheiratet, zwei Kinder, als selbständiger Unternehmensberater tätig, stellte danach kurz seine Agenda vor. „Miteinander gestalten statt jeder für sich verwalten“, stellte er als Schlagwort voran. Er will die technische Infrastruktur erhalten, verbessern und erweitern. Hier nannte er wiederkehrende Straßenbeiträge zur Finanzierung von Instandsetzungen, die Verdichtung von kommunalen Hotspots und Handynetze sowie die Attraktivierung des Bahnhofs Hetzbach.

Daneben geht es Weyrauch um Förderung und Aufbau der sozialen Infrastruktur. Das Ärztehaus soll seinen Worten zufolge „städteplanerisch sinnvoll, zügig und bedarfsgerecht“ umgesetzt werden. Bei der Vereinsförderung will er eine Satzung ausarbeiten lassen und eine mietfreie Gebäudenutzung ermöglichen. „Flexible, familienfreundliche Angebote“ in den Kindergärten liegen dem Kandidaten ebenfalls sehr am Herzen.

Der Rothenberger wünscht sich ein besseres VIAS-Angebot im Pendlerverkehr, um mehr Berufstätige in die Odenwaldbahn zu locken. Gleichzeitig ist ihm der Bundesstraßenausbau Richtung Darmstadt wichtig, um dem Pendlerstau Dieburg-Groß-Umstadt entgegenzuwirken. Auch die Unterstützung des Projekts „Garantiert Mobil“ steht auf seiner Agenda

„Für Windkraft-Industrieparks bleibt kein Platz“, hob der Kandidat hervor. Er sah Natur und Landschaft unter dem Gesichtspunkt des Erholungswerts für Einheimische und Gäste. Der Schutz von Flora und Fauna im UNESCO Global Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald ist ihm ein Anliegen. Weyrauch sprach sich dafür aus, die Eintrittspreise der Schwimmbäder im Rahmen einer „Oberzentkarte“ zu harmonisieren. Auch soll die Sensbacher Höhe touristisch entwickelt werden.

Die Stärkung der Gastronomie, eine Willkommenskultur für Neubürger sowie der Erhalt von Arbeits- und Einkaufsmöglichkeiten sind weitere Punkte, die sich Claus Weyrauch auf die Fahnen geschrieben hat. Die Verwaltungsmaxime soll laut dem ÜWO-Kandidaten die eines „freundlichen und kompetenten Dienstleisters“ sein. Er strebt die Flexibilisierung von Öffnungs- und Arbeitszeiten an, will schnelle Entscheidungen erreichen.

ÜWO-Kandidatenliste für Stadtverordnetenversammlung

Claus Weyrauch, Chris Poffo, Wilfried Friedrich, Meinolf Heptner, Katharina Riesinger, Klaus Bulling, Rainer Flick, Gerhard Rebscher, Udo Glaser, Dr. Achim Schäffler, Achim Siefert, Horst Stellwag, Dominik Foshag, Volker Daum, Ottmar Roth, Tobias Stadler, Daniel Johe, Heinrich Braner, Alexander Ihrig, Thomas Mergenthaler, Heiko Holschuh, Dr. André Assmann, Bettina Schwöbel, Karlheinz Braun, Gerhard Friedrich, Konrad Helm, Lennart Beisel, Klaus Seeh, Frank Gärtner, Luis Uhrig, Benjamin Kessler, Klaus Hering

Bild: Claus Weyrauch, re., ist Bürgermeister-Kandidat der Überparteilichen Wählervereinigung Oberzent. Unser Bild zeigt ihm mit ÜWO-Vorsitzendem Chris Poffo und Stadtverordneten-Vorsteherin Katharina Riesinger.

Katharina Riesinger leitet die vorläufige Stadtverordneten-Versammlung von Oberzent

Katharina Riesinger ist die neue vorläufige Stadtverordneten-Vorsteherin von Oberzent. Die ÜWO-Parlamentarierin wurde auf der konstituierenden Versammlung des Übergangsgremiums in der Rothenberger Sporthalle mit 26 Stimmen gegen 23 des SPD-Bewerbers und bisherigen Stavo-Chefs von Beerfelden, Hans Jürgen Löw, gewählt. Ein normaler Versammlungsaal wäre für die versammelten Mandatsträger aus den bisherigen Kommunen Beerfelden, Rothenberg, Sensbachtal und Hesseneck zu klein gewesen. Denn sie gehören mit 57 Personen bis zur Neuwahl alle der provisorischen Versammlung an. Dazu kommen 19 Magisträte.

Viele Regularien galt es auf der ersten gemeinsamen Sitzung in dieser Konstellation abzuarbeiten. Nach der Begrüßung durch den Staatsbeauftragten Egon Scheuermann, der kommissarisch die Bürgermeistergeschäfte wahrnimmt, führte FDP-Mandatsträgerin Birgit Theimer (Beerfelden) die Sitzung als Alterspräsidentin fort. Sie leitete auch die Vorsteher(in)-Wahl, die nach der zweiten Auszählung das positive Ergebnis für Riesinger brachte.

Damit demonstrierte die ÜWO erstmals ihre parlamentarische Stärke, indem sie die junge Frau mit ihren 21 Sitzen zusammen mit Unterstützern aus FDP und CDU auf den Schild hob. Die SPD hat im neuen Gremium ebenfalls 21 Parlamentarier, die CDU sieben, die FDP fünf und die Grünen drei. Als Stellvertreter wurden im Anschluss Hans Jürgen Löw, Walter Gerbig (CDU), Frank Leutz (FDP) und Elisabeth Bühler Kowarsch (Grüne) nach der Stärke der Fraktionen gewählt.

Die 27-jährige Katharina Riesinger bezeichnete es als „große Ehre“, das Parlament in dieser Übergangszeit leiten zu dürfen. Sie gestand ein, doch ein wenig aufgeregt zu sein, „vor einer so großen Zahl Parlamentarier“ zu stehen. Sie wünschte sich für die kommenden Monate eine konstruktive und sachliche Arbeit. Denn im ersten Halbjahr 2018 stehen einige wichtige Entscheidungen an.

Die Geschäftsordnung des Übergangs-Parlaments soll erst in der kommenden Sitzung beschlossen wurden. Die Mandatsträger verständigten sich aber darauf, diese bereits im Haupt- und Finanzausschuss vorzuberaten, damit sie in der nächsten Stavo-Zusammenkunft schneller über die Bühne geht. Dem neuen Ausschuss gehören diejenigen Mitglieder an, die jeweils in den früheren Kommunen ebenfalls dieses Amt ausübten.

Bis dahin wurde festgelegt, dass eine Sieben-Tages-Frist für die Einreichung von Anträgen durch die Fraktionen gilt, damit diese noch auf die Tagesordnung genommen werden. Dieser Beschluss fiel einstimmig. Hintergrund waren unter anderem zwei Anträge von ÜWO, FDP und CDU, die sich mit möglichen Windkraftanlagen im Gebiet „Finkenberg“ beschäftigten. Denn die dortige Fläche ist laut Kenntnis der Fraktionen „erneut in Planung“.

Das wollen die drei Gruppen aber unbedingt vermeiden. Verwiesen wurde auf die Mehrheitsmeinung aller Fraktionen, dass Windräder im Stadtgebiet abgelehnt werden. Eine Aufnahme auf die aktuelle Tagesordnung wäre aufgrund des Eingangs am selben Tag nur mit Zwei-Drittel-Mehrheit von 38 Stimmen möglich gewesen, was mit 30 aber verfehlt wurde.

Mit Blick auf die vielen zu verabschiedenden Satzungen fehlte SPD-Fraktionsvorsitzendem Erwin Körber die Klarheit darüber, „was sich im Vergleich zu den früheren geändert hat“. Ihm sei unwohl dabei, jetzt für etwas die Hand zu heben, wovon er nicht die Kenntnis im Detail habe. Er wünschte sich eine nachvollziehbare Gegenüberstellung. Ihm war jedoch gleichzeitig bewusst, dass Zeitnot herrscht, weil die Gebührenbescheide auf Grundlage der Satzungen verschickt werden müssen.

Von Chris Poffo (ÜWO) kam der Hinweis, dass man zumindest die Hauptsatzung verabschieden müsse. „Das steht so verpflichtend im Grenzänderungsvertrag“, betonte er. Was auch bei drei Enthaltungen einstimmig geschah. Scheuermann schlug vor, alle Satzungen in Kraft zu setzen, im Ausschuss dann noch einmal ausführlich zu besprechen und gegebenenfalls in der kommenden Sitzung nachzujustieren. „Wichtig ist jetzt die Grundlage, um etwas anpacken zu können“, sagte er. Der Argumentation folgten die Mandatsträger.