Gute Freibad-Bilanz in Finkenbach trotz verregnetem Finki

Beim Abschlussfest des Schwimmbads gab es einiges zu feiern. Die Saisonbilanz 2017 kann sich sehen lassen, meinte Armin Löffler vom Rothenberger Hauptamt. Zusammen mit dem Heimat- und Verkehrsverein Finkenbach (HVV) als Unterstützer und Mareike Niesen als neuer Kiosk-Pächterin lief es von Mitte Mai bis Anfang September sehr gut. Wäre nicht das Finki-Festival Mitte August total verregnet gewesen, hätte man noch ein paar hundert Besucher mehr begrüßen können.

Im Freibad helfen aber nicht nur die Vereinsmitglieder, sondern auch Rothenberger und Kortelshütter mit. Der HVV kümmert sich um die Badeaufsichten während der Saison. Anfang Juni, weiß Löffler, „war am meisten los“. Denn zu dieser Zeit herrschte eine zweiwöchige Schönwetterperiode. Die Sommerferien waren allerdings nicht so berauschend, da gab es nur wenige Tage am Stück schönes Wetter. Rund ums Finki präsentierte sich die Witterung sogar absolut verregnet.

Was aber auch zu einigen Erlebnissen führte, die man nicht so schnell vergisst. Da die Schwimmbad-Duschen gerne von den Festival-Gästen genutzt werden, die Lufttemperatur aber weit unter der des Wassers lag, warteten die Warmduscher lieber im Becken als draußen. „Die waren bis zur Nase im warmen Wasser. Wenn einer gerufen hat „Dusche frei“, ist der nächste reingesprintet“, erinnert sich Christian Niesen vom HVV lachend.

Die zwei Tage Finki bedeuten in Regel fürs Freibad so viele Besucher wie in einem ganzen Monat. Die fehlten natürlich etwas in der Bilanz. 2018 wird das Modell aber fortgesetzt, betonte Armin Löffler. „Wir wollen das Konzept in die neue gemeinsame Stadt Oberzent übertragen“, sagte er. Das Bad war aber nicht nur zum Schwimmen da. Gerade Senioren kamen gerne unter den Schirmen zum Stammtisch zusammen. „Da hat sich ein Ortstreffpunkt entwickelt“, freute sich der Verwaltungsmitarbeiter. „Der Ort hat gewonnen“, sagte er.

Die gute Resonanz lag aber auch an den beiden, die sich federführend ums Freibad kümmerten. „Mareike und Christian haben das sehr gut gemacht“, lobte Löffler. Viele Gäste kommen immer von auswärts. Gerade Hirschhorner zieht es gern ins Finkenbachtal. Wie bestellt lief in diesem Moment Jürgen Waibel zum Eingang. Er ist als „Ritter Friedrich“ Stadtführer in der Neckartal-Stadt. „Wir kamen schon früher sehr gerne nach Finkenbach“, meinte Waibel. Seitdem es „die beiden übernommen haben“, deutete er aufs Ehepaar Niesen, „macht das richtig Spaß hier zu sein“.

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Erlös des Maifestes wird zur Pflege von Schutzhütten und Sitzbänken in Rothenberg verwendet

. Auf dem Berg wird gern gefeiert. Wenn der Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVR) Rothenberg zum Maifest ruft, kommen ein paar hundert Rothenberger am Dorfgemeinschaftshaus neben dem Rathaus zusammen, um dort ein paar schöne Stunden im Kreise Gleichgesinnter zu verbringen. Das Festzelt verhinderte, dass beim später einsetzenden Regen das Bier wässrig wurde.

Bei Sonnenschein ging es um 18 Uhr los, im Verlauf des Abends wurde es dann ungemütlicher und es fielen ein paar Tropfen. Der guten Stimmung tat dies bis 3 Uhr in der Nacht keinen Abbruch. Dann war auch der Großteil an Haxen, Bratwürsten und Steaks nebst Getränken unters Volk gebracht. Das war bunt gemischt. Alle Altersgruppen vom Kleinkind, das seinen Spaß auf der Hüpfburg hatte, bis zum Senior waren vertreten. Angeregte Gespräche drehten sich oftmals um die kommende Fusion.

Seit mehr als 25 Jahren lädt der VVR inzwischen zum Feiern ein. Früher wurde noch ein Maibaum gestellt, aber davon kam man irgendwann aus Sicherheitsgründen ab, erinnert sich der Vorsitzende Thomas Wilcke. 30 Vereinshelfer waren den Abend über im Einsatz. Der verdiente Lohn schlug sich in der Kasse nieder. Der Erlös soll für die Pflege von Schutzhütten und Sitzbänken verwendet werden. Die Rentnertruppe war im vergangenen Jahr schwer aktiv und brachte die Hütten auf Rothenberger Gemarkung wieder auf Vordermann.

Ebenso wie Jung und Alt als Besucher zum Fest kamen – erst Alt, später dann auch Jung -, halfen auch jüngere und ältere Mitglieder mit. Was von Wilcke sehr positiv registriert wurde. Denn sonst sind die Verkehrsvereine überall am Wegsterben, meinte er. Den Erfolg bei der jüngeren Generationen macht der Vorsitzende an diversen VVR-Aktionen fest, mit denen immer wieder Interessierte gezogen werden: unter anderem Weiberfastnacht, Kinderkino, Mühlen- oder Denkmaltag.

Ehrenamtliche brachten Sitzbänke in Rothenberg auf Vordermann

Bänke und Bankgruppen auf Gemarkung des Höhendorfs erstrahlen jetzt wieder in neuem Glanz. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) nahm sich zusammen mit Helfern aus dem Flüchtlingsarbeitskreis der teilweise schon etwas verwitterten Sitzgelegenheiten an. Die Idee dazu, am Ehrenamtstag im Odenwaldkreis eine solche Aktion durchzuführen, hatte Gemeindevorstand Walter Braner. Er brachte vier der fünf syrischen Flüchtlinge mit, die aktuell in der Kommune untergebracht sind. Dazu gesellten sich noch ein paar weitere Helfer aus dem Ort.

Gestartet wurde am Matzenbrunnen an der Verbindungsstraße zwischen dem Sägewerk Ihrig zwischen Ober-Hainbrunn und Finkenbach sowie Rothenberg. Hier gingen die Arbeiten so flott voran, dass sich der erste Trupp schnell weiter auf den Weg zur Bankgruppe auf der Höhe in der Nähe des Modellflugplatzes machen konnte und dort begann, die oberste verwitterte Schicht abzuschleifen. Die zweite Gruppe imprägnierte, strich die Bänke am Matzenbrunnen neu und rückte dann nach.

„Wir machen so lange weiter, wie die Jungs Lust haben“, meinte der VVR-Vorsitzende Thomas Wilcke lächelnd. Auf jeden Fall wollte man noch die Bankgruppe am Eberbacher Weg instand setzen, wo die Straße vom Ort zum Segelflugplatz vorbei führt. Danach standen verschiedene einzelne, besonders mitgenommene Objekte auf dem Programm. „Je nachdem, wie weit wir kommen“, so Wilcke. Schon gleich am Vormittag hatten sich die Ehrenamtsbeauftragen des Odenwaldkreises ein Bild der Aktion gemacht.

Das benötigte Arbeitsmaterial wie die Schleifmaschinen kam dabei aus privatem oder Vereinsfundus. Die verwendete Farbe wurde von Kommune und Naturpark zur Verfügung gestellt. „Ich habe bei der Gemeinde angefragt, was denn am Ehrenamtstag eine sinnvolle Initiative sei“, erläuterte Walter Braner. Nach dem Verweis an Thomas Wilcke waren schnell die Bänke gefunden, die der VVR aufstellt und betreut. Die jetzt sanierten haben ein unterschiedliches Alter. Manchen setzte der Zahn der Zeit schon je nach Lage kräftig zu, obwohl sie noch nicht so lange an Ort und Stelle sind. Andere hat der VVR bereits vor über einem Jahrzehnt aufgestellt. Die Verpflegung der gesamten Gruppe in der Mittagspause übernahmen Susanne Weyrauch und Tina Foshag mit Spenden der Metzgerei Beisel und Jehle.

Die vier mitwirkenden Syrer seien inzwischen alle als Flüchtlinge anerkannt, sagte Braner – eine positive Veränderung gegenüber dem Zeitpunkt der Arbeitskreis-Gründung Mitte des Jahres, als alles noch im Schwange war. Die 18- bis 23-jährigen jungen Männer sind nach wie vor bei Edgar Beisel in Rothenberg untergebracht. Inzwischen haben sie auch den Berechtigungsschein für den Integrationskurs, so Braner.

Während dieser Kurs nachmittags in Michelstadt stattfindet, bekommen die Flüchtlinge vormittags noch Deutschunterricht von Hans-Peter Fink, im „normalen“ Beruf Lehrer am Eberbacher Hohenstaufen-Gymnasium. Ein Syrer hat sich bereits als Bauzeichner ebenfalls in Eberbach beworben, andere sind im Bewerbungsverfahren, der letzte hat bald ein Vorstellungsgespräch.

1902 wurden die Rothenberger Wasserprobleme gelöst

Das Höhendorf und das Wasser: Das war von jeher eine besondere Beziehung. Denn der Sandsteinboden sorgte dafür, dass das von oben kommende Nass so schnell in seinen Klüften verschwand wie es vom Himmel herabregnete. Die Folge waren viele Wassernöte, die sich mit der Beginn der Gemeindeaufzeichnungen im 19. Jahrhundert wie ein roter Faden durch die Ortsgeschichte ziehen.

Für ihre Bewältigung steht die „Alte Pumpe“ an der L 3410 nach Kortelshütte, die der Verkehrs- und Verschönerungsverein (wie auch beim Mühlentag) am Tag des offenen Denkmals regelmäßig für die Öffentlichkeit öffnet. Vorsitzender Thomas Wilcke informiert dann die Gäste über dieses Wunderwerk der Technik aus der Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts, das mit einem Schlag eine regelmäßige und zumeist gesicherte Versorgung mit dem kühlen Nass herstellte. Das Bauwerk habe „einen ganz besonderen Wert“, da es heutzutage einzigartig und Relikt einer vergangenen Zeit sei.

Nach Rothenberg profitierten auch Kortelshütte und Ober-Hainbrunn von der öffentlichen Wasserversorgung. Denn der Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe beförderte das Nass vom Gammelsbachtal über 290 Höhenmeter in den Rothenberger Hochbehälter. In den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor „herrschte Wasserknappheit“, weiß der VVR-Vorsitzende. Auch Tiefbrunnen konnten die Misere nicht lösen. Ab dem 19. Jahrhundert seien Stollen in den Felsen getrieben worden, um des Wassers habhaft zu werden. Im Unterdorf auf 400 Meter „ging das auch recht gut“, erzählt Wilcke. Dort zeuge noch der Laufbrunnen mit seinen vier Trögen vom Erfolg der Bohrungen.

Weiter oben „herrschten aber regelmäßig Wassernotstände“. Dort, wo die Tagelöhner wohnten, habe das auch zu einer Belastung der Familien geführt. „Die Frauen mussten das Wasser hoch- und die Wäsche runtertragen.“ Beschwerden über die unhaltbare Situation seien bis nach Darmstadt vorgedrungen. Dort, erläutert der Vereinsvorsitzende, sei am Ende des 19. Jahrhunderts eine Art „Konjunkturprogramm“ aufgelegt worden, um auch die abgelegenen Odenwald-Gemeinden ans öffentliche Wassernetz anzuschließen.

Zupass kam den damaligen Ingenieuren laut Wilcke, dass es auf 250 bis 270 Meter in beiden Tälern Tonschichten gab, auf denen sich das Wasser sammelte und ergiebige Quellen speiste. „40 Meter unterhalb wurde der ‚Große Brunnen‘ im Gammelsbachtal gefasst“, so Wilcke. Die dort erreichten vier Bar Wasserdruck reichten, um mit dem Motor der Schweizer Firma Schmid das Nass fast 300 Meter in die Höhe pumpen zu können. „Die Wasserleitung war sogar 2,5 Kilometer lang.“

Allerdings stand auch noch die Himmelreichsquelle als Bezugspunkt zur Disposition. Ihre Erschließung wäre sogar günstiger gewesen, aber die laufenden Betriebskosten gaben den Ausschlag für den Großen Brunnen. Akribisch wird in den damaligen Berechnungen aufgelistet, dass sich die Kosten der Wasserversorgung pro Kopf aus diesem auf 4,40 Mark im Jahr belaufen sollten, aus der Quelle auf 5,60 Mark. Wie Wilcke sagte, sei der Große Brunnen auch viel ergiebiger – und damit aus heutiger Sicht mit höherem Verbrauch ebenfalls sinnvoller gewesen.

Im Februar 1902 war Submission der Arbeiten, Mitte August schon die Fertigstellung. Ende September gab es allerdings bereits die erste Beschwerde: Wassermangel. Die Saugventile an der Pumpe waren kaputt. Diese sollten auch in Zukunft die Achillesverse sein: Fast 30 Bar Wasserdruck setzten ihnen arg zu, führten zu hohem Verschleiß und Wartungsaufwand. Weil die Anlage so wartungsanfällig war, wurde sie 1904, zwei Jahre nach Fertigstellung, gleich ein zweites Mal installiert – damit immer eine in Betrieb sein konnte.

Nach dem Ausbau von Wassermotor und Pumpe aus dem alten Pumpenhaus im Tal des Clemensbrunnens erfolgte Ende der 1990er Jahre die aufwändige Restaurierung durch den Verein Museumsstraße Odenwald. Auch die Mitglieder des Verkehrs- und Verschönerungsvereins packten kräftig an. Da das alte Pumpenhaus recht unzugänglich liegt, entschloss man sich laut Wilcke, an verkehrsgünstig gelegener Stelle ein neues Ausstellungsgebäude zu errichten und die Anlage darin funktionsfähig zu installieren.

Info: Eine Besichtigung der Anlage ist nach Anmeldung bei der Gemeinde Rothenberg unter Telefon 06068/7590-800 möglich.

 

„Alte Pumpe“ in Rothenberg: Wie das Wasser fast 300 Meter den Berg hinauf fließt

Faszination Technik: Der „Mühlentag“ wurde zum unverhofften Erfolgserlebnis für den Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR). Denn der betreut die „Alte Pumpe“ an der Landesstraße zwischen Rothenberg und Kortelshütte und öffnet sie zwei Mal im Jahr für die Öffentlichkeit. Am Pfingstmontag konnten sich VVR-Vorsitzender Thomas Wilcke und Frank Braner vor dem Andrang kaum retten. Aus der gesamten Region kamen die Ausflügler angefahren, um das Wunderwerk der Technik von 1902 in Augenschein zu nehmen.

Wilcke wurde den Tag über nicht müde, den Besuchern die Pumpe näherzubringen, mit der es Anfang des 20. Jahrhunderts endlich möglich war, die Wasserversorgung im Höhendorf sicherzustellen. In den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor „herrschte Wasserknappheit“, weiß er. Durch den Sandstein-Untergrund sei das Wasser sehr schnell versickert. Auch Tiefbrunnen konnten die Misere nicht lösen. Ab dem 19. Jahrhundert seien Stollen in den Felsen getrieben worden, um des kühlen Nass‘ habhaft zu werden. Im Unterdorf auf 400 Meter Höhe „ging das auch recht gut“, erzählt Wilcke. Dort zeuge noch der Laufbrunnen (Benzbrunnen) mit seinen vier Trögen vom Erfolg.

Fürs Oberdorf mit bis zu 500 Höhenmetern mussten da schwere, technische Geschütze ran, erläutert Wilcke den Interessierten. Dafür blickte man sogar über den Berg ins Gammelsbachtal. Die dortige ergiebige Quelle liegt auf 250 Metern Höhe. Damit stellte sich die Frage, wie das begehrte Nass noch einmal die gleiche Anzahl an Höhenmeter mit den Mitteln der damaligen Zeit nach oben transportiert werden könnte. Elektrizität stand auch zur Diskussion. Die Lösung fand sich aber im Schweizer Schmid’schen Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe.

Zupass kam den damaligen Ingenieuren, dass es auf etwa 250 Meter in beiden Tälern Tonschichten gab, auf denen sich das Wasser sammelte. „40 Meter unterhalb der Quelle wurde der ‚Große Brunnen‘ im Gammelsbachtal gefasst“, so Wilcke. Die durch das Gefälle erzeugten vier Bar Wasserdruck reichten, um damit das Nass fast 300 Meter zum Rothenberger Hochbehälter pumpen zu können.

Die Wartung der Pumpen war durch den extrem hohen Druck von 20 Bar an den Ventilen laut Wilcke aber sehr arbeitsintensiv. „Es musste immer jemand darauf aufpassen.“ Die Lederdichtungen unterlagen einem hohen Verschleiß. Deshalb sei schon zwei Jahre später ein baugleicher Motor installiert worden, um die Gerätschaften wechselweise in Betrieb zu nehmen. „Dieser Wassermotor ist ein Unikat. Den gibt es nur noch ein weiteres Mal in Deutschland“, weiß er.

So war es auf diese Weise endlich möglich, zuerst für Rothenberg und dann auch für Kortelshütte sowie Ober-Hainbrunn eine gesicherte öffentliche Wasserversorgung herzustellen, die in dieser Form bis in die 1960er Jahre Bestand hatte. Beschwerden über die vorherige „unhaltbare Situation“ seien Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Großherzoglichen Regierung in Darmstadt vorgedrungen. Dort, erläutert der Vereinsvorsitzende, sei eine Art „Konjunkturprogramm“ aufgelegt worden, um auch die abgelegensten Odenwald-Gemeinde ans öffentliche Wassernetz anzuschließen.

Nach dem Ausbau von Wassermotor und Pumpe aus dem alten Pumpenhaus im Tal des Clemensbrunnens auf Gammelsbacher Seite erfolgte Ende der 1990er Jahre die aufwändige Restaurierung durch den Verein Museumsstraße Bergstraße-Odenwald, der auch weiterhin für die Technik zuständig ist. Auch die Mitglieder des Verkehrs- und Verschönerungsvereins packten bei der Gebäudesanierung kräftig an.

Da das alte Pumpenhaus im Gammelsbachtal recht unzugänglich liegt, entschloss man sich laut Wilcke, an verkehrsgünstig gelegener Stelle ein neues Ausstellungsgebäude zu errichten und die Anlage darin funktionsfähig zu installieren. Seit inzwischen 13 Jahren öffnet der VVR die Anlage für die interessierte Öffentlichkeit, nachdem sie 2002 zum 100-jährigen Bestehen der Pumpe eingeweiht worden war.

Info: Eine Besichtigung der Anlage ist nach Anmeldung bei der Gemeinde Rothenberg unter Telefon 06068/7590805 möglich.

 

Schmid’scher Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe:

Ähnlich einer Dampfmaschine drückt das Wasser auf die Kolben der zweizylindrigen Maschinen. Die Kolbenstangen übertragen die Bewegung und die Kraft auf die Kurbelwelle. Auf der einen Seite der Kurbelwelle sitzt das Schwungrad, auf der anderen Seite die Kupplung, die Motor und Pumpe miteinander verbindet. Beachtenswert ist die Steuerung der Wassermotoren durch die unterhalb der Zylinder angeordneten Schieber.

Die Zylinder sind mittels Zapfen in je zwei zur Zylinderachse parallele Stangen gelagert. Durch die Bewegung des Kurbelgetriebes werden die Zylinder in eine schwingende Bewegung versetzt.  Dadurch werden die Öffnungen der Kanäle an der Unterseite der Zylinder am kreisbogenförmigen Schieberspiegel abwechselnd mit der Öffnung des Druckrohres oder einer der beiden Öffnungen des Entleerungsrohres in Verbindung gebracht. Der Zylinder füllt sich somit abhängig von seiner Lage entweder von vorn oder von hinten Da der Wasserdruck bestrebt ist, den Zylinder vom Schieberspiegel abzuheben, kann man mit der richtigen Einstellung der Schraube mit Handrad das Verhältnis zwischen Leckwasser und Schieberreibung optimieren.

Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1164713896906091.1073741929.100001024761983&type=1&l=234a1c7fae

Faszination Technik beim Tag des offenen Denkmals: Wie das Wasser bei Rothenberg hinauf fließt

„Mich fasziniert, was vor über 100 Jahre technisch schon möglich war“, sagt Thomas Wilcke über die „Alte Pumpe“ in Rothenberg. Außerdem habe das Bauwerk „einen ganz besonderen Wert“, da es heutzutage einzigartig und Relikt einer vergangenen Zeit sei. Um es der breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen, öffnet der Verkehrs- und Verschönerungsverein (wie auch beim Mühlentag) am Tag des offenen Denkmals die Pforten des Häuschens an der L 3410 nach Kortelshütte.
Um die Mittagszeit ist Wilcke zufrieden mit der Resonanz. „Mehr als sonst“ seien schon dagewesen, um sich das damalige Wunderwerk der Technik anzuschauen. Mit ihm war es zu Beginn des 20. Jahrhunderts endlich möglich, zuerst für Rothenberg und dann auch für Kortelshütte sowie Ober-Hainbrunn eine gesicherte öffentliche Wasserversorgung herzustellen. Denn der Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe beförderte das Nass vom Gammelsbachtal über 290 Höhenmeter in den Rothenberger Hochbehälter.
In den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor „herrschte Wasserknappheit“, weiß der VV-Vorsitzende. Durch den Sandsteinuntergrund sei das Wasser sehr schnell versickert. Auch Tiefbrunnen konnten die Misere nicht lösen. Ab dem 19. Jahrhundert seien Stollen in den Felsen getrieben worden, um des kühlen Nass‘ habhaft zu werden. Im Unterdorf auf 400 Meter „ging das auch recht gut“, erzählt Wilcke. Dort zeuge noch der Laufbrunnen mit seinen vier Trögen vom Erfolg der Bohrungen.
Weiter oben „herrschten aber regelmäßig Wassernotstände“. Dort, wo die Tagelöhner wohnten, habe das auch zu einer Belastung der Familien geführt. „Die Frauen mussten das Wasser hoch- und die Wäsche runtertragen.“ Beschwerden über die unhaltbare Situation seien bis nach Darmstadt vorgedrungen. Dort, erläutert der Vereinsvorsitzende, sei am Ende des 19. Jahrhunderts eine Art „Konjunkturprogramm“ aufgelegt worden, um auch die abgelegenen Odenwald-Gemeinde ans öffentliche Wassernetz anzuschließen.
Zupass kam den damaligen Ingenieuren laut Wilcke, dass es auf 250 bis 270 Meter in beiden Tälern Tonschichten gab, auf denen sich das Wasser sammelte und ergiebige Quellen speiste. „40 Meter unterhalb wurde der ‚Große Brunnen‘ im Gammelsbachtal gefasst“, so Wilcke. Die dort erreichten vier Bar Wasserdruck reichten, um mit dem Motor der Schweizer Firma Schmid das Nass fast 300 Meter in die Höhe pumpen zu können. „Die Wasserleitung war sogar 2,5 Kilometer lang.“
„Dieser Wassermotor ist ein Unikat. Den gibt es nur noch ein weiteres Mal in Deutschland“, weiß Wilcke. Weil die Anlage so wartungsanfällig gewesen sei, wurde sie 1904, zwei Jahre nach Fertigstellung, gleich ein zweites Mal installiert – damit immer eine in Betrieb sein konnte. Mit dem Druckwasser lasse sich die Energie gewinnen, führt er aus.
Ähnlich einer Dampfmaschine drücke das Wasser auf die Kolben der zweizylindrigen Maschinen. „Die Kolbenstangen übertragen die Bewegung und die Kraft auf die Kurbelwelle.“ Auf der einen Seite der Kurbelwelle sitze das Schwungrad, auf der anderen Seite die Kupplung, die Motor und Pumpe miteinander verbinde. Beachtenswert sei die Steuerung der Wassermotoren durch die unterhalb der Zylinder angeordneten Schieber.
Nach dem Ausbau von Wassermotor und Pumpe aus dem alten Pumpenhaus im Tal des Clemensbrunnens auf Gammelsbacher Seite erfolgte Ende der 1990er Jahre die aufwändige Restaurierung durch den Verein Museumsstraße Odenwald. Auch die Mitglieder des Verkehrs- und Verschönerungsvereins packten kräftig an. Da das alte Pumpenhaus recht unzugänglich liegt, entschloss man sich laut Wilcke, an verkehrsgünstig gelegener Stelle ein neues Ausstellungsgebäude zu errichten und die Anlage darin funktionsfähig zu installieren.
Info: Eine Besichtigung der Anlage ist nach Anmeldung bei der Gemeinde Rothenberg unter Telefon 06068/7590-800 möglich.