Viele Teilnehmer bei herrlichem Wetter auf der Strecke zwischen Rothenberg und Beerfelden

Herrliches Wetter, nicht zu heiß, aber trocken, teilweise sonnig mit ein paar Wölkchen:  Beste äußere Bedingungen für den Rad- und Inlinertag zwischen Rothenberg und Beerfelden. Somit war klar, dass es am einen Ende der Strecke, auf dem Rothenberger Metzkeil, wieder einmal volles Haus geben würde. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) kümmerte sich dort mit seinen Mitgliedern um die vielen Besucher, zu denen nicht nur Radler zählten. „Das ist inzwischen schon fast ein Dorffest“, freute sich VVR-Vorsitzender Thomas Wilcke.

Auf der L 3410 zwischen den beiden Oberzent-Gemeinden gab es einen großen Andrang. Etliche Mountainbiker, Freizeit- und Rennradler machten sich auf die etwa acht Kilometer lange Strecke. Inliner bilden inzwischen nur noch eine Randgruppe, sind aber trotzdem immer mal wieder vertreten. Zum 14. Mal stellte – jetzt die neue Stadt Oberzent – die an diesem Tag für den Autoverkehr gesperrte Straße der Bevölkerung zur Verfügung.

Auch aus dem Tal kamen viele Radler, die sich zuerst den Berg hinauf abstrampelten, um dann kilometerlang die zwei Räder ohne große Anstrengungen einfach laufen zu lassen. Die fast ebene Strecke, die durch einen der landschaftlich reizvollsten Teil des Odenwalds führt, eignet sich besonders gut für Familien mit Kindern, die stressfrei einen bewegungsreichen Sonntag erleben wollen.

Für den VVR ist es neben dem Maifest der größte Event im Jahreslauf, weit über 20 Helfer sind ab 8 Uhr morgens im Einsatz. Besonders die Vereinsfrauen brachten sich kräftig ein. Die Kinder von Vorstandsmitgliedern halfen freiwillig beim Ausschank mit. Pünktlich zur Mittagszeit bildeten sich kleine Schlangen an den verschiedenen Ständen. Das stete Kommen, Gehen und Fahren zauberte nach der Anstrengung ein Lächeln auf die Gesichter der Vereinsmitglieder. Denn der Erlös fließt in die Vereinskasse und wird unter anderem für die Instandhaltung der Ruhebänke und Schutzhütten verwendet.

Natürlich bilden immer die Einheimischen eine feste Bank unter den Besuchern. Die kommen auch ohne zweirädrigen Untersatz vorbei und essen an einer der Buden zu Mittag, nutzen das große Kuchenbüffet, das die Rothenberger Frauen gezaubert hatten, und trinken gemütlich ihren Kaffee. Das Angebot war sehr reichhaltig. Inliner-Pfanne mit Schweingeschnetzeltem und Pilzen als eher deftige Kost (allerdings schon um 13.30 Uhr ausverkauft) oder Eis für die Schleckermäuler fanden einen guten Absatz.

Neben dem Bierwagen mit der flüssigen Nahrung hatte der VVR einiges aufgeboten, damit die Teilnehmer am Aktionstag gut gesättigt wieder zurück nach Beerfelden radeln – oder einfach ein paar Straßen weiter nach Hause gehen – konnten. Schattenplätze waren heiß begehrt, als die Sonne immer kräftiger vom Himmel brannte. Eilends wurden Tische und Bänke herbeigeschafft.

Für den VVR bedeutete die Bewirtung keinen großen Aufwand im Vorfeld. Nur die Wurstbude für die leckeren Speisen der heimischen Metzgerei werde schon am Vortag aufgestellt, „der Rest läuft morgens zwischen 8 und 10 Uhr“, so Wilcke. Mit dem E-Bike hatte Bernhild Hofherr aus Falken-Gesäß die 200 Höhenmeter bewältigt. „Das ist schon klasse“, lachte sie. Allerdings lockt sie doch mehr das Mountain-E-Bike als ihre City-Variante. „Die drücke ich an meinen Mann ab und kaufe mir ein anderes“, schmunzelte die ehemalige Leiterin der Oberzent-Schule.

Ingrid und Heinrich Schwinn aus Ober-Hainbrunn, beide um die 80, sind nicht nur mit dem Fahrrad unterwegs. Um die acht ebenen Kilometer zu radeln, hatten sie ihre Zweiräder („ohne Motor“,  betonte Ingrid Schwinn) allerdings den Berg hinauf geschoben. „Wir sind immer dabei, wenn es nicht regnet“, betont sie. Die beiden wandern auch gerne oder sind mit dem Motorrad unterwegs, einer 1000er BMW aus dem Jahr 1995. Sie sind aber beileibe nicht die einzigen, die erst einmal aus dem Finkenbachtal  die Höhe erklimmen müssen. Auch Laura oder Thomas Scheuermann kamen wie einige andere aus Hainbrunn nach Rothenberg hoch.

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Besucherrekord beim Mühlentag an der Alten Pumpe in Rothenberg

Besucherrekord beim Mühlentag: 115 Interessierte begrüßte das Team des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVR) an der „Alten Pumpe“ zwischen Rothenberg und Kortelshütte. „So viele wie noch nie“, freute sich Vorsitzender Thomas Wilcke, der zusammen mit Tina Foshag, Doris Edelmann und Frank Braner die Gäste betreute. Das herrliche Wetter trug seinen Teil dazu bei, dass viele Ausflügler beim Industriedenkmal einen Halt einlegten. „Die meisten kamen von weiter her“, stellte Wilcke fest.

Bereits kurz nach der Mittagszeit durften sich die Ehrenamtlichen über 40 Besucher freuen. Im Laufe des Nachmittags kamen noch einmal fast doppelt so viele dazu. Da der Rothenberger Posaunenchor dieses Mal am Pfingstmontag nicht feierte, gab’s außer der Reihe die geplanten Bratwürste an der Alten Pumpe. Zusammen mit dem selbstgebackenen Kuchen waren die am Ende des Tages alle restlos verputzt. „Très interessant“ vermerkte eine französische Reisegruppe, die sich im Kortelshütter „Lamm“ für eine Wanderung einquartiert hatte, im Gästebuch.

Darmstadt, Dieburg, Heilbronn oder Hiltersklingen lauteten weitere Herkunftsorte der Gäste. „Im Hirschhorner Schloss haben wir geheiratet“, erklärte eine Mutter ihren Kindern nach dem Weg vom Neckartal hoch auf die Odenwaldhügel. Die hatten beim Mühlentag wohl eher ein überdimensionales, sich drehendes Rad erwartet, weswegen ihnen die Pumpe als „Mühle ohne Mühlrad“ schmackhaft gemacht wurde.

„Mich fasziniert, was vor über 100 Jahren technisch schon möglich war“, sagte Wilcke über die „Alte Pumpe“. Außerdem habe das Bauwerk „einen ganz besonderen Wert“, da es heutzutage einzigartig und Relikt einer vergangenen Zeit sei. Um es der breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen, öffnet es der VVR zwei Mal im Jahr für die Öffentlichkeit – im September in der Regel auch am Tag des Denkmals.

Mit der Pumpe war es zu Beginn des 20. Jahrhunderts endlich möglich, zuerst für Rothenberg und dann auch für Kortelshütte sowie Ober-Hainbrunn eine gesicherte öffentliche Wasserversorgung herzustellen. Denn der Schweizer Schmid’sche Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe beförderte das Nass vom Gammelsbachtal über 290 Höhenmeter in den Rothenberger Hochbehälter.

In den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor „herrschte Wasserknappheit“, weiß der VVR-Vorsitzende. Wegen des Sandsteinuntergrunds sei das Wasser sehr schnell versickert. Auch Tiefbrunnen konnten die Misere nicht lösen. Ab dem 19. Jahrhundert wurden Stollen in den Felsen getrieben worden, um des kühlen Nass‘ habhaft zu werden. Im Unterdorf auf 400 Metern „ging das auch recht gut“, erzählte Wilcke. Weiter oben „herrschten aber regelmäßig Wassernotstände“. Dort, wo die Tagelöhner wohnten, habe das auch zu einer Belastung der Familien geführt.

Zupass kam den damaligen Ingenieuren laut Wilcke, dass es auf 250 bis 270 Meter in beiden Tälern Tonschichten gab, auf denen sich das Wasser sammelte und ergiebige Quellen speiste. „40 Meter unterhalb wurde der ‚Große Brunnen‘ im Gammelsbachtal gefasst“, so der VVR-Mann. Die dort erreichten vier Bar Wasserdruck reichten, um mit dem Motor der Schweizer Firma das lebenswichtige Nass fast 300 Meter in die Höhe pumpen zu können.

„Dieser Wassermotor ist ein Unikat. Den gibt es nur noch ein weiteres Mal in Deutschland“, weiß er. Weil die Anlage so wartungsanfällig gewesen sei, wurde sie 1904, zwei Jahre nach Fertigstellung, gleich ein zweites Mal installiert – damit immer eine in Betrieb sein konnte. Mit dem Druckwasser lasse sich die Energie gewinnen, führte Wilcke aus.

Nach dem Ausbau von Wassermotor und Pumpe aus dem alten Pumpenhaus im Tal des Clemensbrunnens auf Gammelsbacher Seite erfolgte Ende der 1990er Jahre die aufwändige Restaurierung durch den Verein Museumsstraße Odenwald. Da das alte Pumpenhaus recht unzugänglich liegt, entschloss man sich, an verkehrsgünstig gelegener Stelle an der L 3410 ein neues Gebäude zu errichten und die Anlage darin funktionsfähig zu installieren. Seit Beginn des Jahrtausends ist sie für die Öffentlichkeit zugänglich.

Info: Eine Besichtigung der Anlage und Gruppenführungen sind nach Anmeldung bei der Touristik Oberzent, Regina Georg, unter Telefon 06068/7590-520, oder Thomas Wilcke, 06275/1027, jederzeit möglich.

Schmid’scher Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe:

Ähnlich einer Dampfmaschine drückt das Wasser auf die Kolben der zweizylindrigen Maschinen. Die Kolbenstangen übertragen die Bewegung und die Kraft auf die Kurbelwelle. Auf der einen Seite der Kurbelwelle sitzt das Schwungrad, auf der anderen Seite die Kupplung, die Motor und Pumpe miteinander verbindet. Beachtenswert ist die Steuerung der Wassermotoren durch die unterhalb der Zylinder angeordneten Schieber.

Die Zylinder sind mittels Zapfen in je zwei zur Zylinderachse parallele Stangen gelagert. Durch die Bewegung des Kurbelgetriebes werden die Zylinder in eine schwingende Bewegung versetzt. Dadurch werden die Öffnungen der Kanäle an der Unterseite der Zylinder am kreisbogenförmigen Schieberspiegel abwechselnd mit der Öffnung des Druckrohres oder einer der beiden Öffnungen des Entleerungsrohres in Verbindung gebracht. Der Zylinder füllt sich somit abhängig von seiner Lage entweder von vorn oder von hinten.

Eine Kastanie erinnert nun an die frühere Rothenberger Selbstständigkeit

Eine Kastanie wird vor der evangelischen Kirche künftig an das Ende der 668 Jahre währenden Rothenberger Selbständigkeit erinnern. Von den Frauen der Weiberfastnacht stammte die Idee, bei der Realisierung wurden sie vom Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) unterstützt. Das notwendige Fleckchen Erde steuerte Ingrid Braun bei. Die Schaufel durfte der scheidende Bürgermeister Hans Heinz Keursten schwingen und damit dem Baum einen nährstoffreichen Untergrund geben.

„Meer bleiwe Rourebäjer Meed“ hieß es auf der Vorderseite der Schärpe, mit der die Fastnachtsfrauen zum festlichen Lied antraten. Dass sich hinten der Name Oberzent den verlängerten Rücken hinab zog, sei natürlich völlig ohne Hintergedanken, versicherten sie schmunzelnd. Und nein, es handelte sich auch nicht um eine Trauerweide. Nach ein paar einleitenden Liedern des VVR-Vorsitzenden Thomas Wilcke ging dieser auf den Anlass der Zusammenkunft ein.

Nachdem Rothenberg 1999 seine 650-Jahr-Feier beging, aber sicherlich noch um einiges älter ist, geht 668 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung die Zeit der Selbständigkeit zu Ende. Die Gemeinde wird Teil der Stadt Oberzent. Diese sei demokratisch legitimiert, betonte Wilcke. „Demokratie lebt von der Mitgestaltung.“ Deshalb appellierte er an die Bürger, wählen zu gehen und selbst aktiv zu werden. Man solle in der künftigen Stadtverordnetenversammlung und in den Ortsbeiräten mitwirken.

Die reichsunmittelbare Herrschaft Rothenberg gehörte nur wenige Jahre zur Grafschaft Erbach und damit zum Amt Freienstein, auch die „Oberzent“ genannt, führte er aus. Fast 300 Jahre Hirschhorner Herrschaft, die Herren von Cornberg, Degenfeld, Erbach und die Darmstädter Großherzöge hätten Spuren feudaler Macht hinterlassen, so Wilcke. Dies politisch und religiös, was sich noch heute durch die beiden evangelischen Kirchen zeige. Abgelegen und doch politisch interessant, sei die Bevölkerung immer in das konfessionelle Hin und Her einbezogen gewesen.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Rothenberg mit Hainbrunn, Unter-Finkenbach und Kortelshütte zur Gemeinde. Die gleichnamige Herrschaft gab es nicht mehr. Die Gemeindeakten drücken laut Wilcke das Selbstbewusstsein der Bürger sowohl gegenüber der Obrigkeit in Kreis und Land als auch die Renitenz der Ortsbürger gegenüber dem Bürgermeister aus, erläuterte er: „Man wollte bei wichtigen Entscheidungen gefragt werden.“ Nach der Gemeindereform in den 1970er Jahren kamen noch Finkenbach, Hinterbach und Raubach dazu.

Der VVR-Vorsitzende wünschte sich, dass aus der Fusion keine Konfusion wird. „Bringt euch selbstbewusst in die Gremien der Stadt Oberzent ein“, forderte er. Jedes Ende ist ein neuer Anfang, hob Wilcke hervor. Der Baum sei noch jung und wurzle in der Vergangenheit, jedoch „mit viel Lust, in der Zukunft zu wachsen und zu gedeihen“.

Die Idee zur Aktion entstand aus der Weiberfastnacht heraus, erläuterte Ingrid Braun. Es kam der Gedanke auf, auch ein Lied zu diesem Anlass zu präsentieren. Da der „Baum im Odenwald“ etwas langweilig war, wurde der Text kurzerhand für Rothenberger Zwecke umgedichtet. „Was hier bald wird zur Oberzent, ist Rothenberg gewesst“, heißt es nun. „So manche Straße ändert sich und auch die Postleitzahlen“, sangen die Frauen.

Ist das Bäumchen jetzt noch so klein, „wird es doch in Zukunft ein echter Rothenberger sein“, texteten die Fastnachterinnen weiter. „Bald sind wir nun die Oberzent, selbst dann wird er erblühen“, ging die Strophe weiter. Trotz aller neuen Stadt: „Es ist uns allen klar, meer blewe Rourebäjer Meed, sou wie es immer war“, schlossen die Sängerinnen mit einer gehörigen Portion Wehmut. Zur Stimmungsaufhellung gab’s im Anschluss weißen und roten Glühwein sowie Kuchen und Gepäck, damit sich die vielen frierenden Zaungäste stärken und wärmen konnten.

Gute Freibad-Bilanz in Finkenbach trotz verregnetem Finki

Beim Abschlussfest des Schwimmbads gab es einiges zu feiern. Die Saisonbilanz 2017 kann sich sehen lassen, meinte Armin Löffler vom Rothenberger Hauptamt. Zusammen mit dem Heimat- und Verkehrsverein Finkenbach (HVV) als Unterstützer und Mareike Niesen als neuer Kiosk-Pächterin lief es von Mitte Mai bis Anfang September sehr gut. Wäre nicht das Finki-Festival Mitte August total verregnet gewesen, hätte man noch ein paar hundert Besucher mehr begrüßen können.

Im Freibad helfen aber nicht nur die Vereinsmitglieder, sondern auch Rothenberger und Kortelshütter mit. Der HVV kümmert sich um die Badeaufsichten während der Saison. Anfang Juni, weiß Löffler, „war am meisten los“. Denn zu dieser Zeit herrschte eine zweiwöchige Schönwetterperiode. Die Sommerferien waren allerdings nicht so berauschend, da gab es nur wenige Tage am Stück schönes Wetter. Rund ums Finki präsentierte sich die Witterung sogar absolut verregnet.

Was aber auch zu einigen Erlebnissen führte, die man nicht so schnell vergisst. Da die Schwimmbad-Duschen gerne von den Festival-Gästen genutzt werden, die Lufttemperatur aber weit unter der des Wassers lag, warteten die Warmduscher lieber im Becken als draußen. „Die waren bis zur Nase im warmen Wasser. Wenn einer gerufen hat „Dusche frei“, ist der nächste reingesprintet“, erinnert sich Christian Niesen vom HVV lachend.

Die zwei Tage Finki bedeuten in Regel fürs Freibad so viele Besucher wie in einem ganzen Monat. Die fehlten natürlich etwas in der Bilanz. 2018 wird das Modell aber fortgesetzt, betonte Armin Löffler. „Wir wollen das Konzept in die neue gemeinsame Stadt Oberzent übertragen“, sagte er. Das Bad war aber nicht nur zum Schwimmen da. Gerade Senioren kamen gerne unter den Schirmen zum Stammtisch zusammen. „Da hat sich ein Ortstreffpunkt entwickelt“, freute sich der Verwaltungsmitarbeiter. „Der Ort hat gewonnen“, sagte er.

Die gute Resonanz lag aber auch an den beiden, die sich federführend ums Freibad kümmerten. „Mareike und Christian haben das sehr gut gemacht“, lobte Löffler. Viele Gäste kommen immer von auswärts. Gerade Hirschhorner zieht es gern ins Finkenbachtal. Wie bestellt lief in diesem Moment Jürgen Waibel zum Eingang. Er ist als „Ritter Friedrich“ Stadtführer in der Neckartal-Stadt. „Wir kamen schon früher sehr gerne nach Finkenbach“, meinte Waibel. Seitdem es „die beiden übernommen haben“, deutete er aufs Ehepaar Niesen, „macht das richtig Spaß hier zu sein“.

Erlös des Maifestes wird zur Pflege von Schutzhütten und Sitzbänken in Rothenberg verwendet

. Auf dem Berg wird gern gefeiert. Wenn der Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVR) Rothenberg zum Maifest ruft, kommen ein paar hundert Rothenberger am Dorfgemeinschaftshaus neben dem Rathaus zusammen, um dort ein paar schöne Stunden im Kreise Gleichgesinnter zu verbringen. Das Festzelt verhinderte, dass beim später einsetzenden Regen das Bier wässrig wurde.

Bei Sonnenschein ging es um 18 Uhr los, im Verlauf des Abends wurde es dann ungemütlicher und es fielen ein paar Tropfen. Der guten Stimmung tat dies bis 3 Uhr in der Nacht keinen Abbruch. Dann war auch der Großteil an Haxen, Bratwürsten und Steaks nebst Getränken unters Volk gebracht. Das war bunt gemischt. Alle Altersgruppen vom Kleinkind, das seinen Spaß auf der Hüpfburg hatte, bis zum Senior waren vertreten. Angeregte Gespräche drehten sich oftmals um die kommende Fusion.

Seit mehr als 25 Jahren lädt der VVR inzwischen zum Feiern ein. Früher wurde noch ein Maibaum gestellt, aber davon kam man irgendwann aus Sicherheitsgründen ab, erinnert sich der Vorsitzende Thomas Wilcke. 30 Vereinshelfer waren den Abend über im Einsatz. Der verdiente Lohn schlug sich in der Kasse nieder. Der Erlös soll für die Pflege von Schutzhütten und Sitzbänken verwendet werden. Die Rentnertruppe war im vergangenen Jahr schwer aktiv und brachte die Hütten auf Rothenberger Gemarkung wieder auf Vordermann.

Ebenso wie Jung und Alt als Besucher zum Fest kamen – erst Alt, später dann auch Jung -, halfen auch jüngere und ältere Mitglieder mit. Was von Wilcke sehr positiv registriert wurde. Denn sonst sind die Verkehrsvereine überall am Wegsterben, meinte er. Den Erfolg bei der jüngeren Generationen macht der Vorsitzende an diversen VVR-Aktionen fest, mit denen immer wieder Interessierte gezogen werden: unter anderem Weiberfastnacht, Kinderkino, Mühlen- oder Denkmaltag.

Ehrenamtliche brachten Sitzbänke in Rothenberg auf Vordermann

Bänke und Bankgruppen auf Gemarkung des Höhendorfs erstrahlen jetzt wieder in neuem Glanz. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) nahm sich zusammen mit Helfern aus dem Flüchtlingsarbeitskreis der teilweise schon etwas verwitterten Sitzgelegenheiten an. Die Idee dazu, am Ehrenamtstag im Odenwaldkreis eine solche Aktion durchzuführen, hatte Gemeindevorstand Walter Braner. Er brachte vier der fünf syrischen Flüchtlinge mit, die aktuell in der Kommune untergebracht sind. Dazu gesellten sich noch ein paar weitere Helfer aus dem Ort.

Gestartet wurde am Matzenbrunnen an der Verbindungsstraße zwischen dem Sägewerk Ihrig zwischen Ober-Hainbrunn und Finkenbach sowie Rothenberg. Hier gingen die Arbeiten so flott voran, dass sich der erste Trupp schnell weiter auf den Weg zur Bankgruppe auf der Höhe in der Nähe des Modellflugplatzes machen konnte und dort begann, die oberste verwitterte Schicht abzuschleifen. Die zweite Gruppe imprägnierte, strich die Bänke am Matzenbrunnen neu und rückte dann nach.

„Wir machen so lange weiter, wie die Jungs Lust haben“, meinte der VVR-Vorsitzende Thomas Wilcke lächelnd. Auf jeden Fall wollte man noch die Bankgruppe am Eberbacher Weg instand setzen, wo die Straße vom Ort zum Segelflugplatz vorbei führt. Danach standen verschiedene einzelne, besonders mitgenommene Objekte auf dem Programm. „Je nachdem, wie weit wir kommen“, so Wilcke. Schon gleich am Vormittag hatten sich die Ehrenamtsbeauftragen des Odenwaldkreises ein Bild der Aktion gemacht.

Das benötigte Arbeitsmaterial wie die Schleifmaschinen kam dabei aus privatem oder Vereinsfundus. Die verwendete Farbe wurde von Kommune und Naturpark zur Verfügung gestellt. „Ich habe bei der Gemeinde angefragt, was denn am Ehrenamtstag eine sinnvolle Initiative sei“, erläuterte Walter Braner. Nach dem Verweis an Thomas Wilcke waren schnell die Bänke gefunden, die der VVR aufstellt und betreut. Die jetzt sanierten haben ein unterschiedliches Alter. Manchen setzte der Zahn der Zeit schon je nach Lage kräftig zu, obwohl sie noch nicht so lange an Ort und Stelle sind. Andere hat der VVR bereits vor über einem Jahrzehnt aufgestellt. Die Verpflegung der gesamten Gruppe in der Mittagspause übernahmen Susanne Weyrauch und Tina Foshag mit Spenden der Metzgerei Beisel und Jehle.

Die vier mitwirkenden Syrer seien inzwischen alle als Flüchtlinge anerkannt, sagte Braner – eine positive Veränderung gegenüber dem Zeitpunkt der Arbeitskreis-Gründung Mitte des Jahres, als alles noch im Schwange war. Die 18- bis 23-jährigen jungen Männer sind nach wie vor bei Edgar Beisel in Rothenberg untergebracht. Inzwischen haben sie auch den Berechtigungsschein für den Integrationskurs, so Braner.

Während dieser Kurs nachmittags in Michelstadt stattfindet, bekommen die Flüchtlinge vormittags noch Deutschunterricht von Hans-Peter Fink, im „normalen“ Beruf Lehrer am Eberbacher Hohenstaufen-Gymnasium. Ein Syrer hat sich bereits als Bauzeichner ebenfalls in Eberbach beworben, andere sind im Bewerbungsverfahren, der letzte hat bald ein Vorstellungsgespräch.

1902 wurden die Rothenberger Wasserprobleme gelöst

Das Höhendorf und das Wasser: Das war von jeher eine besondere Beziehung. Denn der Sandsteinboden sorgte dafür, dass das von oben kommende Nass so schnell in seinen Klüften verschwand wie es vom Himmel herabregnete. Die Folge waren viele Wassernöte, die sich mit der Beginn der Gemeindeaufzeichnungen im 19. Jahrhundert wie ein roter Faden durch die Ortsgeschichte ziehen.

Für ihre Bewältigung steht die „Alte Pumpe“ an der L 3410 nach Kortelshütte, die der Verkehrs- und Verschönerungsverein (wie auch beim Mühlentag) am Tag des offenen Denkmals regelmäßig für die Öffentlichkeit öffnet. Vorsitzender Thomas Wilcke informiert dann die Gäste über dieses Wunderwerk der Technik aus der Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts, das mit einem Schlag eine regelmäßige und zumeist gesicherte Versorgung mit dem kühlen Nass herstellte. Das Bauwerk habe „einen ganz besonderen Wert“, da es heutzutage einzigartig und Relikt einer vergangenen Zeit sei.

Nach Rothenberg profitierten auch Kortelshütte und Ober-Hainbrunn von der öffentlichen Wasserversorgung. Denn der Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe beförderte das Nass vom Gammelsbachtal über 290 Höhenmeter in den Rothenberger Hochbehälter. In den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor „herrschte Wasserknappheit“, weiß der VVR-Vorsitzende. Auch Tiefbrunnen konnten die Misere nicht lösen. Ab dem 19. Jahrhundert seien Stollen in den Felsen getrieben worden, um des Wassers habhaft zu werden. Im Unterdorf auf 400 Meter „ging das auch recht gut“, erzählt Wilcke. Dort zeuge noch der Laufbrunnen mit seinen vier Trögen vom Erfolg der Bohrungen.

Weiter oben „herrschten aber regelmäßig Wassernotstände“. Dort, wo die Tagelöhner wohnten, habe das auch zu einer Belastung der Familien geführt. „Die Frauen mussten das Wasser hoch- und die Wäsche runtertragen.“ Beschwerden über die unhaltbare Situation seien bis nach Darmstadt vorgedrungen. Dort, erläutert der Vereinsvorsitzende, sei am Ende des 19. Jahrhunderts eine Art „Konjunkturprogramm“ aufgelegt worden, um auch die abgelegenen Odenwald-Gemeinden ans öffentliche Wassernetz anzuschließen.

Zupass kam den damaligen Ingenieuren laut Wilcke, dass es auf 250 bis 270 Meter in beiden Tälern Tonschichten gab, auf denen sich das Wasser sammelte und ergiebige Quellen speiste. „40 Meter unterhalb wurde der ‚Große Brunnen‘ im Gammelsbachtal gefasst“, so Wilcke. Die dort erreichten vier Bar Wasserdruck reichten, um mit dem Motor der Schweizer Firma Schmid das Nass fast 300 Meter in die Höhe pumpen zu können. „Die Wasserleitung war sogar 2,5 Kilometer lang.“

Allerdings stand auch noch die Himmelreichsquelle als Bezugspunkt zur Disposition. Ihre Erschließung wäre sogar günstiger gewesen, aber die laufenden Betriebskosten gaben den Ausschlag für den Großen Brunnen. Akribisch wird in den damaligen Berechnungen aufgelistet, dass sich die Kosten der Wasserversorgung pro Kopf aus diesem auf 4,40 Mark im Jahr belaufen sollten, aus der Quelle auf 5,60 Mark. Wie Wilcke sagte, sei der Große Brunnen auch viel ergiebiger – und damit aus heutiger Sicht mit höherem Verbrauch ebenfalls sinnvoller gewesen.

Im Februar 1902 war Submission der Arbeiten, Mitte August schon die Fertigstellung. Ende September gab es allerdings bereits die erste Beschwerde: Wassermangel. Die Saugventile an der Pumpe waren kaputt. Diese sollten auch in Zukunft die Achillesverse sein: Fast 30 Bar Wasserdruck setzten ihnen arg zu, führten zu hohem Verschleiß und Wartungsaufwand. Weil die Anlage so wartungsanfällig war, wurde sie 1904, zwei Jahre nach Fertigstellung, gleich ein zweites Mal installiert – damit immer eine in Betrieb sein konnte.

Nach dem Ausbau von Wassermotor und Pumpe aus dem alten Pumpenhaus im Tal des Clemensbrunnens erfolgte Ende der 1990er Jahre die aufwändige Restaurierung durch den Verein Museumsstraße Odenwald. Auch die Mitglieder des Verkehrs- und Verschönerungsvereins packten kräftig an. Da das alte Pumpenhaus recht unzugänglich liegt, entschloss man sich laut Wilcke, an verkehrsgünstig gelegener Stelle ein neues Ausstellungsgebäude zu errichten und die Anlage darin funktionsfähig zu installieren.

Info: Eine Besichtigung der Anlage ist nach Anmeldung bei der Gemeinde Rothenberg unter Telefon 06068/7590-800 möglich.